Thema: Nepal kurz und knackig - was, wie und wohin?  (Gelesen 3868 mal)

Nausikaa

« am: 19. Mai 2012, 10:58 »
Liebes Forum,

im Oktober geht es ENDLICH nach Nepal und ich freu mich wie verrückt! Leider haben wir nur zwölf Tage Zeit, und dementsprechend sind die Programmpunkte begrenzt.

Was wir wollen: Kultur, (knieschonende) kleine Wanderungen durch schöne Natur (2 - 3 Stunden), entspannen, lecker essen, ein bisschen shoppen

Was nicht geplant ist: extrem lange Fahrten, mehrtägige Wanderungen, Chitwan, Homestays usw.

Was schon steht:
3 Tage Kathmandu und Umgebung (mit Fahrer)
1 Tag Flug um den Everest
1 weiterer Tag in Kathmandu vor dem Rückflug

Was noch offen ist:
7 Tage Zeit für z. B. Pokhara und Umgebung inkl. Hin- und Rückreise nach Kathmandu, also 5 Tage vor Ort

Meine Fragen dazu wären:

1. Ist das zu viel oder gerade richtig für eine entspannte Herangehensweise? Welche Alternativen würdet Ihr vorschlagen?

2. Welche kurzen Wanderungen würdet Ihr in Pokhara und Umgebung besonders empfehlen?

3. Habt Ihr Hotelvorschläge für Pokhara usw.? Es sollte kein überteuerter Luxus, aber auch nicht die Low-Budget-Variante sein, d. h. komfortabel, mit eigenem Bad, hell und sauber, freundlich und in guter Lage.

4. Wir müssen im Oktober bestimmt alles vorbuchen, oder?

5. ...und Empfehlungen für gutes Essen sind mir auch immer willkommen!  ;D

Vielen lieben Dank an alle!!
Nausikaa
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Rübezahl

« Antwort #1 am: 25. Mai 2012, 00:19 »
Im April 2010 war ich 3 Woche in Nepal.

Im Kathmandutal gibt es eine Menge zu entdecken.

In Kathmandu selbst ist die Tempelanlage von Pashupatinath interessant und sehenswert aber ziemlich überlaufen. Die Altstadt und der alte Königspalast ist auch sehr belebt. Beide Ziele sind aber sehr sehenswert.
Ruhiger ist es an der Stupa von Bodnath, Patan, Bakthapur und Kirtipur. Letzteres liegt auf einen kleinen Hügel von den man das Tal überblicken kann.
Bakthapur ist mein "Geheimtip". Die Stadt ist sehr ruhig und eine vielzahl von Tempeln, Pagoden und die örtliche Topferei laden zu einen Tagesausflug ein. Wir haben für rund 1500 Rupien den Tag einen Taxifahrer mit Fahrzeug "gemietet" (vorher ausgehandelt und 500NPR angezahlt). 
Wir haben an einen Tag Pashupatinath, Bodnath und Kathmandu Altstadt angeschaut und waren danach ziemlich fertig. Ein Tag für Patan und ein weiterer für Bakthapur ist entspannt machbar. Kirtipur ist rech klein und kann an einem Vormittag besucht werden.


Kulinarisch gibt es in Nepal viele Gaumenfreuden. Das Hauptgericht ist Dal Bhat (Reis mit Linsen) dazu gibte meist Gemüse und/oder Hühnercurry. Momos (Teigtaschen) sind auch sehr zu empfehlen. Wegen der großen Hitze (30-35°C) haben wir auch oft eine leckere Gemüse- oder Reissuppe gegessen, was auch den Vorteil hat das die Nahrung auf eine gewisse Zeit auf Temperatur war und Keime abgetötet sind. Auf den Märkten gibt es Minibananen die dank Schale ohne große Bedenken verspeist werden können und sehr lecker sind.

Bezüglich kleinerer Touren habe ich leider kleine Tips da wir von Jiri nach Paphlu ein getrekt sind, was schon anstrengend war.
Falls Interesse besteht habe ich noch die Karte von unseren Guide.

Viel spass in Nepal!

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Nausikaa

« Antwort #2 am: 27. Mai 2012, 11:01 »
Hallo Rübezahl,
 
vielen Dank für die vielen Tipps! Unser Kathmandu-Plan nimmt langsam Konturen an!
Bakthapur und Patan werden wir uns auf keinen Fall entgehen lassen, allerdings hatten wir dafür eigentlich einen gemeinsamen Tag eingeplant. Wäre das machbar oder Wahnsinn?

Danke auch für das Angebot mit dem Guide, aber da meine Reisepartnerin Knieprobleme hat, kommen anstrengende Touren leider nicht in Frage.

Schöne Pfingsten!!  :)
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Meersburger01

« Antwort #3 am: 27. Mai 2012, 13:03 »
hallo Nausikaa,

für Bhaktapur würde ich einen ganzen Tag einplanen. Da gibt es genug zu sehen und erleben, für Patan Durbar Square reicht ein halber Tag.
Eine schöne und nicht zu schwierige Mini-Wanderung in eurem Sinne wäre evtl. in Richtung Namobouddha. In Dhulikel übernachten (oben auf dem "Berg" gibt es ein Hotel, da kann man bei gutem Wetter traumhaft den Sonnenaufgang beobachten), danach sind es ca. 3 Stunden nach Namobouddha. Wenn ihr wollt, könnt ihr über Panauti zurück laufen oder euch dort einen Bus/ ein Taxi zurück nach Kathmandu nehmen.

Fünft Tage für Pokhara reichen locker aus, in der Stadt gibt nicht so viel Sehenswertes, es ist halt Startpunkt in die Berge. Vor Ort könnt ihr auch mit einer Karte, die es für 100 RS überall gibt, kleine Tageswandertouren planen. In jedem Hotel könnt ihr da auch Tipps bekommen. Kann aus dem FF auch keine so kurze Tour aus dem Ärmel schütteln ;o) Aber es gibt ausreichend Auswahl.
Im Oktober würde ich auch ein Zimmer vorbuchen, da ist immerhin Hauptreisezeit. In Pokhara kann ich das Hotel Celesty Inn empfehlen. Hat keine großen Luxus, aber alle Zimmer sind sauber und haben ein eigenes Bad mit Dusche und heißem Wasser. das Hotel befindet sich nicht direkt in der ersten Reihe an der Lakeside, sondern in einer Seitenstraße. Dadurch entgeht euch der Lärm der Partys an der Lakeside ;o) Kontaktdaten zum Hotel habe ich auf meiner Homepage hinterlegt, weiß sie nicht auswendig.
Wenn ihr mal nicht nur Daal Bhat essen wollt, kann ich euch das Momotharu Restaurant empfehlen. Es gibt Ableger in Pokhara, Lalithpur (Ktm) und Thamel (Ktm). Superleckere japanische Küche. Hmmmm!

Wenn ihr noch weitere Tipps braucht, einfach fragen. Bin nur grad in Myanmar und hab eine schlechte Internetverbindung...

Viel spaß in Nepal!

Sabine
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djmuh

« Antwort #4 am: 03. Juni 2012, 08:35 »
Hallo Nausika,

da muss ich meiner Vorrednerin widersprechen, in Phokara kann man es schon locker eine Weile aushalten. Gerade wenn man mit Outdooraktivitäten etwas anfangen kann oder einfach die Landschaft genießen will. Vorbuchen halte ich für übertrieben, an der lakeside gibt es unzählige Hotels, da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Als Restaurant ist mir das "Be Happy Restaurant" in guter Erinnerung, dort bekommst du gute Steaks. Wenn ihr keine mehrtägigen Wanderungen machen wollt bietet sich der Aufstig zur World Peace Pagoda auf der anderen Seite des Sees an, wobei "knieschonend" da so eine Sache ist. ;D
Auch empfehlenswert mit dem Boot auf den See, zu einem tibetischen Refugee Camp und/oder mit dem Mountainbike zu dem Paragliding Landeplatz im Norden...

Generell halte ich deinen Plan, Kathmandu mit Everest-Flug - Pokhara - Kathmandu bei dem Zeitfenster für sinnvoll, eine schöne Route. Ich würde auch eher Kathmandu kürzen und auf eine andere Königsstadt wie Bakthapur und Patan ausweichen. 

Ich wünsche dir viel Spaß auf dem "Dach der Welt",

LG

djmuh
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Meersburger01

« Antwort #5 am: 11. Juni 2012, 02:55 »
da muss ich meiner Vorrednerin widersprechen, in Phokara kann man es schon locker eine Weile aushalten. Gerade wenn man mit Outdooraktivitäten etwas anfangen kann oder einfach die Landschaft genießen will. Vorbuchen halte ich für übertrieben, an der lakeside gibt es unzählige Hotels, da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.

In Pokhara kann man gut ein paar Tage aushalten, wenn man auf dem See rudern, Paragliden oder eben trekken will. Mir ging es bei der Aussage eher um den kulturellen Aspekt. Immerhin hat Nausikaa den Punkt "Kultur" bei ihrer Wunschliste als Ersten genannt. Und da gibt Pokhara eben nicht viel her, verglichen zum Kathmandu-Tal.

Und es gibt zwar viele Hotels an der Lakeside, aber im Oktober halt auch viele Toursiten und auch viele Nepali, die reisen. Ich würde wenigstens die erste Nacht reservieren, dann kann man ja immer noch schauen, ob man das Hotel wechselt.


Grüße,

Sabine
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waveland

« Antwort #6 am: 18. Juli 2012, 20:05 »
Ich werde Anfang Januar für 7 Tage in Kathmandu sein und wollte fragen, was man wohl in dieser Zeit am besten machen kann. Es ist geplant, später nochmal länger und zur besseren Trekkingzeit nach Nepal zu reisen.

Einige der kulturellen Sehenswürdigkeiten im Kathmandu Valley sind klar, aber was bietet sich an, wenn man auch ein bischen Wandern/Trekking machen will? Es sollte leicht zu organisieren sein, da ich z.B. keinen Schlafsack und auch keine perfekten Trekking-Rucksack dabei haben werde. Wichtig wäre mir auch ein möglichst guter und schöner Blick auf die Berge zum Fotografieren. Der Chitwan NP ist für 2-3 Tage wohl etwas weit weg, oder doch nicht?

Danke,
waveland
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Meersburger01

« Antwort #7 am: 19. Juli 2012, 14:10 »
Hallo waveland,

2 bis 3 Tage inkl. Fahrt für den Chitwan? Das ist definitiv zu kurz, da die Fahrt im Bus von Kathmandu je Strecke schon fast einen Tag braucht. Wenn du die 2 bis 3 Tage für den Park selbst hast, reicht das aus. Und sollte sich lohnen, ich hab bei meinem ersten Besuch im Januar dort viele Tiere gesehen.
Für eine kurze Wanderung ohne Wanderschuhe oder Schlafsack kann ich nur nochmal die Strecke über Namobouddha empfehlen, die ich oben schon genannt habe. Ist nur eine Übernachtung, man kann gut von Bhaktapur aus losfahren (und Bhaktapur ist ein absolutes MUSS) und man ist in zwei Tagen wieder zurück in Kathmandu. Nicht sehr anstrengend, tolle Bergsicht, vom Dhulikel aus sogar ein riesiges Panorama. Naja, immer vorausgesetzt, das Wetter macht mit.
Sonst könntest du auch nach Bandipur, aber für 2 bis 3 Tage ist das wohl auch etwas knapp, da man ein paar Stunden im Bus hockt. Lohnt sich aber auch und auch dort kann man eine Traumsicht haben (kann das aber leider nicht aus eigener Erfahrung sagen, muss mich da auf Fotos verlassen ;o( )

Grüße aus Laos und viel Spaß in Nepal!

Sabine
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waveland

« Antwort #8 am: 19. Juli 2012, 16:13 »
Danke für die Info. Ich dachte eben, den NP zu besuchen, da Januar wohl eine sehr gute Zeit für Chitwan ist. Ich möchte aber nicht die meisten meiner wenigen Tage dafür verwenden. Ich werde mich dann an die restlichen Tipps in diesem Thread halten. :)
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Nausikaa

« Antwort #9 am: 03. Oktober 2012, 10:03 »
Hallo, liebe Leute,

der Abflug rückt näher! Da mir der Sinn gerade weniger nach Abenteuer als nach Erholung steht, hab ich mich gefragt, wie es in Nepal in Sachen Massage etc. aussieht. Kennt jemand in Pokhara oder Kathmandu einen guten Tipp für sanfte Massagen (nicht Thai)? Oder ist das Angebot so reichhaltig wie in Kambodscha etc?

Ich freu mich über alle Infos!
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Nausikaa

« Antwort #10 am: 21. Oktober 2012, 10:15 »
Hallo zusammen,

bin wieder zurück und möchte nun selbst ein paar Tipps loswerden!  :)

Gorkha! Das kleine Städtchen ist relativ untouristisch und landschaftlich wunderschön an einem Berghang gelegen! Um zum Durbar Square zu gelangen, muss man auf schätzungsweise 1500 - 1800 Stufen insgesamt ca. 250 Höhenmeter überwinden, und obwohl es oben m. E. gar nicht so spektakulär ist, hat mir der Weg dorthin einfach gut gefallen. (Wasser nicht vergessen!)
Das Gurkha Inn ist zwar wie schon im LP beschrieben überteuert, dafür aber auch wirklich sehr charmant und mit einem hübschen kleinen Garten und Terrasse mit Ausblick über das Tal gesegnet. Ab 20:00 Uhr kann man getrost ins Bett gehen oder bei Kerzenschein auf der Terrasse oder der Galerie sitzen und den Grillen zu hören. Mein Highlight in Nepal!

Pokhara: Spas kann ich leider nicht empfehlen, da ich dort mit einem Magen-Darm-Bazillus gekämpft hab und deswegen keine ausprobieren konnte. Dementsprechend sind wir auch nur einmal zur Pagode gewandert und sonst nichts.  :o Die Stadt selbst eignet sich in der Tat nicht zum Sightseeing, aber shoppen kann man dort genauso gut wie in Thamel. Das Fewa-Hotel ist wieder mal recht teuer, man sollte auf ein gutes Zimmer im ersten Stock achten, denn dort hat man von der Veranda aus den Blick auf den See. Die teuren "Bungalows" (ist nur ein Gebäude wie das andere auch) lohnen sich m. E. nicht. Frühstücken kann man im hoteleigenen Mike's Restaurant gut, ansonsten ist das vorwiegend westliche Essen eher langweilig. Sehr nette Kellner und ein sehr netter "Hotelhund"!

Kathmandu: Vom Vajra-Hotel aus kann man Tamel fußläufig erreichen, es ist aber ein echtes Refugium: Ein toller Gebäudekomplex (wenn auch etwas dunkel durch die Backstein-Holz-Kombi) mit schönen kleinen Innengärten zum Entspannen und einer Dachterrasse für die letzten Sonnenstrahlen. Leckerer Illy-Kaffee, wenn nicht gerade der Strom ausgefallen ist, freundliche Kellner und Zimmermädchen.
Wer zwischendurch mal eine Pause vom Trubel braucht, dem möchte ich den Garden of Dreams ans Herz legen! Dieser Garten ist ein Juwel in Greater Thamel, in dem man es sich auf der Wiese oder im Schatten neben plätschernden Brunnen gemütlich machen kann. Das Kaiser-Café ist teuer und das Essen den Preis nicht wert, aber der Kaffee ist gut und der Erholungseffekt so groß, dass wir gleich zwei Mal hin sind. Toll!

Insgesamt fand ich die Tempel in Nepal eher unspektakulär (besser erst nach Nepal und dann nach SOA), die Landschaft aber sehr schön und die Menschen sehr freundlich und in der Regel auch in den Tourishops nicht aufdringlich.

Viel Spaß allen, die ihre Reise noch vor sich haben!

Liebe Grüße
Nausikaa
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