Thema: Was habt ihr von Euren Reisen mitgebracht....  (Gelesen 6713 mal)

little_earthquake

« am: 06. April 2012, 12:00 »
Ich wollte euch mal fragen, was ihr so von Euren Reisen mitgebracht habt.

sowohl Materiel, in Sachen Souveniers, aber vor allem was es Euch an Erfahrung gebracht habt und was ihr jetzt anders macht, als vor der Reise. Inwiefern habt ihr Euch verändert im Gegensaz zu vorher. Gab es überhaupt eine Veränderung, die auf lange Sicht angehalten hat? Habt Ihr vielleicht einen ganz anderen Lebensweg oder Lebensstil dadurch eingeschlagen? Oder verblasst alles im Laufe der Zeit?

erzählt mal....


wäre auch interessant zu wissen, was ihr diesbezüglich von einer Reise erwartet, erwartet habt und dann auch erfüllt wurde oder unerfüllt blieb.
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Jens

« Antwort #1 am: 07. April 2012, 21:18 »
Da ich nie Platz im Rucksack habe, nehme ich als Souvinier immer kleine Geldscheine aus dem Land mit. Damit mache ich zu Hause eine kleine Coulage und das sieht nett aus.

Was ich Mental mitbringen werde weiss ich noch nicht, aber ich glaube mehr Gelassenheit!
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simu

« Antwort #2 am: 08. April 2012, 07:24 »
das mit den Geldscheinen mache ich auch so. Zudem habe ich mir in jedem Land eine CD einer lokalen Metal Gruppe und eines lokalen Hip Hop Acts gekauft. Hie und da auch mal ein Bild zum aufhängen und dann eher praktische Dinge, dich ich gerade gebrauchen kann und auch zuhause zu brauchen gedenke.
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Sebastian81

« Antwort #3 am: 08. April 2012, 09:52 »
T-Shirts.
In den letzten Tagen hat es mein Kommi-Shirt aus Vietnam und mein Tubing Singlet aus Laos leider zerlegt, dafür ist ein Shirt von meinem Surfcamp in Australien dazu gekommen. So trage ich häufig schon während der Reise Erinnerungen am Leib.

Zu den mentalen Veränderungen kann ich bisher eigentlich nur Gil Scott Heron zitieren:
"I did not become someone different
That I did not want to be"
 

Vombatus

« Antwort #4 am: 08. April 2012, 09:57 »
Auch bei mir ist es noch viel zu frisch um "Langzeitveränderungen" festzustellen.

Was habe ich vonmeiner Reise mitgebracht? Was hat sich verändert? Schon während ich noch unterwegs war wurde man gelassener. Habe noch die ersten Stationen vorgebucht, danach wusste ich nie wo ich landen, schlafen werde. Dabei bekommt man jede Menge zuversicht, es geht immer weiter und irgendwie geht alles gut aus.

Man lernt Geduld und Akzeptanz. Anfangs vergleicht man noch alles mit dem deusche/österreich/schweizerischen Standards. Service, Sauberkeit, Organisiertheit, Fahrstiel und ... bla, bal, bla ... irgendwann nicht mehr. Dann ist man angekommen und lebt damit wie es ist. Kein Grund sich aufzuregen.

Jetzt, seit 6 Wochen wieder zurück ist die Gelassenheit geblieben. Man muss nicht ständig Nörgeln und dies und das erwarten um zufrieden zu sein. Habe "Freizeit" mehr zu schätzen gelernt. Prioritäten haben sich verschoben.

So viel aus dem Bauch heraus ... 
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perner123

« Antwort #5 am: 09. April 2012, 02:10 »
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Man lernt Geduld und Akzeptanz. Anfangs vergleicht man noch alles mit dem deusche/österreich/schweizerischen Standards. Service, Sauberkeit, Organisiertheit, Fahrstiel und ... bla, bal, bla ... irgendwann nicht mehr. Dann ist man angekommen und lebt damit wie es ist. Kein Grund sich aufzuregen.
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na ich hoffe ich gewöhne mich zu hause wieder daran, dass ich verkehrsregeln und so ganz abstrakte dinge wie rote ampeln respektieren muss. usw. ;-)

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southern_cross

« Antwort #6 am: 16. April 2012, 11:02 »
Wenn ich gewusst hätte was mich auf so mancher Reise erwartet, hätt ich sie wohl nicht angetreten  ;D Aber bereut habe ich weder eine Minute noch einen Euro, die ich in diese Abenteuer investiert habe und noch investieren werde. Es bringt mich an meine Grenzen und das ist gut so, weil man einen weiteren Horizont kriegt, gelassener wird, die Prios verschieben sich (ich sage nur als Beispiel: sauberes Trinkwasser). Ich merke da schon ganz eindeutig "Langzeitfolgen", die ich nicht missen möchte. Man wird vom Alltag in ein komplett anderes, grad am Anfang meist recht kaltes Wasser geworfen. Und ich bin dann immer soooooo stolz, wenn ich in den Flieger Richtung Heimreise steige. Nach dem Motto: Hey, ich hab das gecheckt und mal wieder toll hingekriegt. Das baut enormes Selbstbewusstsein auf. Und da relativieren sich dann einige Dinge - wieso sollte mich das 1. Treffen mit den Eltern meines neuen Freundes stressen, wenn ich mich am anderen Ende der Welt alleine durchgebox habe?  ;)

Damit ich die Zeit zwischen den Reisen überbrücke, hab ich schon Souvenirs mitgebracht. Das "Zentrum" meines Wohnzimmers ist eine große Weltkarte, wo ich meine bisherigen Ziele mit kleinen roten Flaggen draufgepinnt habe und neue Routenideen mit einem Whiteboard-Marker anzeichne. Rundherum hängen im ganzen Raum Poster meiner Fotos, ein Didgeridoo (das ich aber hier gekauft hab), ein Tiki aus Neuseeland (mein ganzer Stolz, eigenhändig und mit viel Zittern importiert, da 20 cm hoch und aus Porzellan) und vieles weiteres Deko-Zeugs. Ich mach das immer am Schluss der Reise - da sortiere ich die abgetragenen Klamotten und alles was ich nicht mehr brauche aus, und fülle den Rucksack mit Souvenirs auf.

LG
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tschuli25

« Antwort #7 am: 19. April 2012, 12:45 »
ich liebe es, plastiksackerl (=Plastiktüten) mit nach Hause zu nehmen. oft in sprachen bedruckt, die ich nicht verstehe oder aus touri-geschäften mit den hauptsehenswürdigkeiten drauf. das ist auch für die reise ganz praktisch als schutz - und daheim freu ich mich jedesmal, wenn ich kurz was einpacken muss.
und postkarten - obwohl ich mich jetzt schon psychisch drauf einstelle, dass das bei meiner langzeitreise nicht so funktionieren wird, weil da gewicht zusammenwächst. also besser auch mal direkt an mich schreiben :-)
und natürlich sachen, die man dort kriegt, bei uns aber nicht: günstiger schmuck, ohrringe in kiwi-form etc, stifte mit den städtenamen drauf, tücher, taschen, besondere (aber kleine) musikinstrumente. und irgendein gewandstück! leider geht das bei längeren reisen halt immer erst an der letzten station... und ich hab immer versucht, irgendwas essbares mitzunehmen: gewürze, früchte, irgendein fertiggericht, etc.
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southern_cross

« Antwort #8 am: 19. April 2012, 13:07 »
und postkarten - obwohl ich mich jetzt schon psychisch drauf einstelle, dass das bei meiner langzeitreise nicht so funktionieren wird, weil da gewicht zusammenwächst. also besser auch mal direkt an mich schreiben :-)

Maaaah ja darauf stehe ich auch... Wenn dann nach der Rückkehr unverhofft mal wieder eine Postkarte von und an sich selbst dabei ist... Oder ein Paket, das man unterwegs nachhause geschickt hat - seufz!! Nach meiner vorletzten Reise hat mein letztes Paket genau beim Heimkommen von meinem 1. Arbeitstag im neuen Job vor meiner Tür gelegen... Eine echt schöne Überraschung.

Da bin ich dann sofort wieder dort, weil ich genau weiß, wann und wo geschrieben, was war da, wo abgeschickt und zur Post gebracht... Seufz!
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waveland

« Antwort #9 am: 19. April 2012, 13:26 »
Ich bringe von jeder Reise (bzw. Land) genau ein kleines, billiges, oft kitschiges Andenken mit (sonst meist keine Souvenirs) und stelle es in eine Vitrine, z.B. einen kleinen Replika-Eiffelturm aus Paris o.ä.

Ansonsten habe ich von meiner letzten Asien-Reise Campylobacter Bakterien mit nach Hause gebracht, aber ich glaube, das ist hier nicht gemeint ...  ;)
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ceoveo

« Antwort #10 am: 20. April 2012, 15:04 »
Ich hatte eigentlich garkeine Souvenirs eingeplant, aber in Bolivien konnte ich nicht wiederstehen..

Dicker Alpakapulli, Hippiehose und eines dieser bunten Tragetücher mit denen die Cholitas rumlaufen, außerdem eine Halskette (hab ich geschenkt bekommen) und eine kleine Eulenstatue.

Wahrscheinlich werde ich die Sachen in Deutschland jetzt nur noch selten tragen, aber für mich ist es trotzdem eine wunderschöne Erinnerung, die mich an meine Reise zurückdenken lässt.

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In Sachen Mentalität...

Man gewöhnt sich an einiges. Grad meine Hygieneansprüche haben sich rasant verändert..irgendwann war dann ne Toilette in der es Seife UND Toilettenpapier gab schon ein wahnsinniges Highlight, warme Duschen ebenfalls unerwarteter Luxus.
Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass ich einen Monat so leben kann ohne dass es mich wahnsinnig stört oder ich mich unwohl fühle.

Prinzipiell bin ich eh schon gelassen und auch eher chaotisch, aber während der Reise hab ich trotzdem gelernt noch MEHR loszulassen und die Sachen einfach auf mich zukommen zu lassen. Und ich habe definitiv gelernt offener zu sein und die Hilfe anderer anzunehmen. Daheim verlaufe ich mich lieber 5x als nach dem Weg zu fragen ;)

Ich weiß nicht ob der Effekt dauerhaft anhält..ich denke schon, dass sich die eigene Persönlichkeit verändert. Man traut sich nachdem man eine solche Reise "geschafft" hat mehr zu und ist zufriedener mit sich selbst. Auch die Leute die ich auf meinen Reisen getroffen habe, beeinflussen mich sehr. Andere Lebenskonzepte, Weltansichten..das bleibt im Kopf und zeigt manchmal sogar neue Wege auf.
 Andere Sachen pendeln sich dahingegen schnell wieder ein. Ich würde hier in DL nicht mehr auf meine warme Dusche verzichten wollen ;)
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Bella

« Antwort #11 am: 20. April 2012, 18:23 »
Ich kaufe nicht gerne Staubfänger, die mich dann beim nächsten Umzug aufregen. Statt dessen kaufe ich Schmuck, allen voran Silberschmuck, der lange hält. Ich trage immer Schmuck und so trage ich eigentlich immer Andenken von meinen Reisen an und mit mir rum. Wenn ich dann z.B. im Bus sitze, sehe ich z.B. meine Hand an und denke "den Ring habe ich da-und-da gekauft", dann fällt mein Blick auf mein Armband, das ich da-und-da her habe. Ebenso mit Ketten und Ohrringen. Schööööön! Und wenn jemand sagt "oh, schöne Ohrringe", dann freu ich mich doppelt und sage "die sind aus Syrien" oder so.  :)
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magmatronic

« Antwort #12 am: 20. April 2012, 23:10 »
Die größte greifbare Erinnerung, die ich mitbringen werde, sind Unmengen an Fotos. Außerdem ein Armband aus jedem Land. Richtige Einkäufe für mich als Erinnerung und für die Familie kommen immer spontan zustande, wenn ich einem Reisenden begegne, der a) zufällig aus Deutschland kommt, b) bald zurückfliegt, c) ein bisschen Platz im Rucksack hat und d) ein guter Mensch ist. Auf diese Weise hat kam ich zu einem Straußenei aus Kapstadt, dass nun schon zuhause auf mich wartet. :)
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paulinchen

« Antwort #13 am: 26. April 2012, 00:37 »
Ich habe aufgehört, Souvenirs mitzubringen....es sprengt irgendwann den Rahmen.
Meine Souvenirs sind inzwischen "Gebrauchsgegenstände", sprich Kleidung, Gewürze, bisschen Schmuck, also nutzbare Dinge halt. Keine reinen Ziergegenstände mehr ( Staubfänger ).
Fotos natürlich auch, Muscheln früher mal, aber inzwischen auch davon nichts mehr.

Lebensstil: ja, unser Lebensstil ist Reisen. Alles richtet sich dorthin aus. Ich reise ja beruflich und privat. Jede Reise in ärmere Länder erdet neu.....ich habe nie das Gefühl, mein Leben sicher zu haben.
Eine gewisse Demut, so blöd das Wort vielleicht klingt, bringen mir diese Reisen.
Sehr oft habe ich Gedanken wie:"Die Kinder hier ( im Reiseland ) würden alles geben, um zur Schule gehen zu dürfen. Hier bei uns ist vielen Schülern nicht bewußt, welches kostbare Privileg "Bildung" sie teilweise mit Füssen treten.

lg
paulinchen
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Lelaina

« Antwort #14 am: 26. April 2012, 08:34 »
Aaaah Souvenirs ;-)
So Kram zum Hinstellen mag ich ja nicht so gern, weil es nur Staubfänger sind.
Aber alles was man irgendwie benutzen kann, finde ich toll. Da bieten sich immer so Haushaltssachen an und wenn man dann z.B. den Salzstreuer in der Hand hat kommen gleich die Erinnerungen wieder :-)

Ähnlich ist es mit Schmuck, Klamotten und Taschen!

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