Thema: Eltern der Freundin haben Angst und sind total dagegen ...  (Gelesen 14294 mal)

Zweisamkeit

Hi alle zusammen ...

Ich trage die Fakten mal in Kürze vor:

Ich (29) und Freundin (18) möchten eine Weltreise machen. Ich habe mir ein Sabatical genommen und sie macht gerade ihr Abitur fertig. Zeitlich passt also alles in einem perfekt. Der Altersunterschied war für die Elter schon ein Problem, aber so „relativ“ haben sie sich damit abgefunden. Wir für unseren Teil lieben uns wirklich sehr und ergänzen uns in allem was wir tun sehr gut!

Das es dann, wenn dieses Thema angesprochen wird zu einer eskalation kommt, ist vorprogrammiert. Und so war es auch gestern Abend. Die Mutter ist das Grundsätzlich offen, da sie selber mal zu viert in Amerika war (allerdings ist da auch ihr Hauptargument das es „sicherer“ war als zu zweit) und der Vater ist gänzlich dagegen! 10000% dagegen! Nichts und niemand kann ihn umstimmen ...

Das viele Ängste reinspielen, ist uns bewusst. Aber was sollen wir tun?
Ansich wollten wir 9 Monate reisen, davon 3 Monate in Amerika, 3 Monate Neuseeland/Australien und 3 Monate Asien ... da es für die Eltern zu viel ist, haben wir uns auf ein „kompromis“ eingelassen und würden für 3 Monate nach Amerika fliegen, dann erstmal für 2 Wochen zurück nach Deutschland und dann 6 Monate nach Australien und Asien ... jetzt war die bitte wieder ein kompromis einzugehen und auf 6 monate das ganze zu kürzen ... aber wo soll das enden? das wir am ende garnicht fliegen? :-( ...

Ausserdem werde natürlich „ich“ als Sündenbock genommen, da ohne mich nie diese Idee entstanden wäre ... egal welches Argument man bringt, es hilft alles nichts ...

Klar ist, das rein psycholigisch das Thema „loslassen“ eine große Rolle spielt ... der Vater hat nämlich gesagt, das er sich nie verzeihen würde wenn was passiert und er dieser Reise zugestimmt hätte ...

Was tun? :-( ...
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steelydan

« Antwort #1 am: 23. Februar 2012, 15:32 »
Seid Ihr drauf? Weswegen macht Ihr Kompromisse? Die werden sich auf jeden Fall in die Hosen p****ln, da könnt Ihr machen, was Ihr wollt. Ich für meinen Teil würde nie auf etwas verzichten, das ich mir sehr wünsche, vollkommen gleichgültig, was meine Mitmenschen dazu zu sagen haben. Die leben ihr Leben, ich lebe meins. Und wer mit seiner Facon wie glücklich wird, sehen wir jeden Morgen, wenn wir in den Spiegel gucken, nicht wahr?

Wollt Ihr vielleicht zu den durch und durch langweiligen, vollkommen austauschbaren Biedermännern gehören, die sich keinen Deut von der Masse abheben und deren einzige Sorge ist, dass nichts passiert? Und zwar so sehr, dass dann auch wirklich nicht spassiert - ein ganzes Leben lang? Wollt Ihr Euch für den Rest Eures Lebens fragen, wie es wohl gewesen wäre, wenn Ihr damals die Tour durchgezogen hättet? Nur weil irgendwer was zu quengeln hat, der so wie so ständig was zu quengeln hat?

Wie man dann so wird, seht Ihr ja, wenn Ihr Euch mit dem Vater Deiner Freundin unterhaltet, und das ist keine schöne Aussicht. Und was soll es für einen Unterschied machen, wenn Ihr zwischendurch für zwei Wochen oder so nach Hause kommt? Weniger gefährlich (allein dieses Wort bringt mich zum Würgen) wird es dadurch bestimmt nicht.

Frag den Vater deiner Freundin doch mal, was er bisher vom Leben gehabt hat und was er noch so davon erwartet, ob er sich mal Gedanken über den Sinn seines Lebens gemacht hat und Ähnliches. Ob er jemals gemerkt hat, wie einfältig uns austauschbar er ist. Da wird er bestimmt ganz begeistert sein.

Zur Not geht's immer auch mit der Holzhammermethode: "Wenn Ihr uns im Guten fahren lasst, melden wir uns regelmäßig. Wenn nicht, dann melden wir uns eben neun Monate lang gar nicht. Wird bestimmt schön spannend für Euch, aber das tut Euch bestimmt auch mal ganz gut, wenn ich mir so Euer bisheriges Leben anschaue."

Zum Schluss noch: Was soll das Gequatsche mit dem Altersunterschied? Darf man sich laut Auffassung deiner Schwiegereltern nur verlieben, wenn das alles schön durch deren Schablone passt?

Bevor Ihr Kompromisse macht, guckt Euch die Eltern deinner Freundin genau an und fragt Euch nachdrücklich, ob Ihr in dreißig Jahren oder so so sein wollt wie die. Allein der Gedanke sollte ein guter grund sein, die Tour durchzuziehen. Und zwar ohne Kompromisse. Wer weiß, ob die Chance zu einer langen Tour noch einmal so auf einem Silbertablett serviert bekommt - vermutlich nicht. Also los, egal, wer was sagt.

Be yourself, no matter what they say!

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crackenbecks

« Antwort #2 am: 23. Februar 2012, 15:34 »
Puh!

Also das ist mal eine klasse Situation in der du dich da befindest.

Ich kann dir ehrlich gesagt nicht viel Rat geben.

Ich würde halt versuchen die Eltern für die Reise an sich zu begeistern.

Vielleicht mal mit Ihnen einige Destinationen durchgehen.

Dabei gibts aber wieder das Problem, dass der Vater nicht mit sich reden lassen wird.

Ist keine leichte Sache, aber letztlich ist es euer Leben und eure Reise, klar ist es ok, dass die Eltern ihr da rein reden wollen, aber verbieten geht doch eh nicht und die Reise kürzen macht gar nichts besser. Zwei wochen heim kommen bringt doch auch bloß nichts!

Viel Erfolg auf jedenfall dabei und ich hoffe ihr dürft es für 9 Monate durchziehen.
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steelydan

« Antwort #3 am: 23. Februar 2012, 15:44 »




Viel Erfolg auf jedenfall dabei und ich hoffe ihr dürft es für 9 Monate durchziehen.

Was soll denn der Quatsch? Soweit ich informiert bin, ist man mit 18 volljährig, oder vielleicht nicht? Wie lange wollt Ihr denn Mami und Papi um Erlaubnis fragen? So lange, bis Ihr genau so unglaublich einfältig und vertrocknet seid wie die auch oder was?!?



Ich kann dir ehrlich gesagt nicht viel Rat geben.



Na dann lass es doch!

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Flynn

« Antwort #4 am: 23. Februar 2012, 17:10 »
Was soll denn der Quatsch? Soweit ich informiert bin, ist man mit 18 volljährig, oder vielleicht nicht? Wie lange wollt Ihr denn Mami und Papi um Erlaubnis fragen? So lange, bis Ihr genau so unglaublich einfältig und vertrocknet seid wie die auch oder was?!?
...bist du schon 18? Soweit ich informiert bin ist man in der Regel mit 18 etwas reifer und kann sich in andere hinein versetzen - Sozialkompetenz wird das Neudeutsch so genannt ;)

Na dann lass es doch!
Dito mein Lieber ;)


Aber zurück zum Thema:
also ich kann die Eltern deiner Freundin schon verstehen. So eine Reise ist eine schwierige Sache für Eltern. Hier können sie jederzeit eingreifen und im Notfall da sein - irgendwo am anderen Ende der Welt ist ihre Tochter auf sich alleine gestellt. Dann spielen da noch so Faktoren rein wie deine Person und wie sie dich so wahrnehmen und und und

Grundsätzlich lässt sich aber auch folgendes sagen: es gibt gar nicht so wenige allerbeste Freunde die auf Langzeitreisen starten und sich nach einiger Zeit trennen um sich am Ende der Reise erst wieder im Flieger zu sehen. Solche Reisen sind absolut andere Situationen als das normale "Freundin-Freund-Pärchen-Dings" im Alltag. Es kann gut gehen - versteh mich nicht falsch! Aber wer da einfach so mit der Einstellung "Ach wird schon passen" loszieht und sich keine Gedanken macht, der wird irgendwann echte Probleme bekommen. So ein riesiges Projekt zu Zweit bedarf ner Menge Absprachen und Selbstreflektiertheit um das zusammen durchzuziehen. Nochmal: es ist absolut machbar, aber eben auch etwas Arbeit :)

Wäre es daher nicht nen Kompromiss überhaupt mal anzutesten wie es sich für Euch beide so anfühlt loszuziehen bevor das Megaprojekt in Anspruch genommen wird? Nehmt Euch 3 Wochen Zeit und übt das Backpacken beispielsweise in Spanien. Wenn ihr wieder zu Hause ankommt habt ihr hoffentlich ne tolle Erfahrung und die Vorfreunde auf die Weltreise steigert sich. Ihre Eltern haben so die Chance zu sehen wie Verantwortungsbewusst ihr beide seid und können sich langsam mit dem Gedanken anfreunden. So eine Weltreise bedarf einer gewissen Vorlaufzeit und dem Willen von beiden Partnern. Wenn nur einer das Geld heranschafft gibt es Probleme sobald es finanziell eng wird und die Prioritäten anderes gesetzt sind - "Ich hab das Geld verdient und nicht du!" ist ein Satz der nur zu leicht fällt und ewig nachhallen kann in einem Streit :(
Es ist tatkräftige Arbeit (in jeder Hinsicht - ob Planen, Finanzierung oder anderes) von allen notwendig um sowas erfolgreich anzugehen. Das braucht natürlich auch eine Menge Zeit - aber das ist eine tolle Sache, denn so steigt nicht nur die Vorfreude, sondern auch das Vertrauen der Eltern in die Sache, denn sie sehen dass es Hand und Fuß hat was da so passiert und nicht irgendeine Laune oder ein verrückter Traum ist.

Grundsätzlich nochmal folgendes: es geht nicht darum sich selbst über alles zu stellen und diese "Leck mich am Arsch" Einstellung an den Tag zu legen ("Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem andren zu" ;)), sondern alle Interessen zu berücksichtigen. Da gehören eben auch die Eltern deiner Freundin dazu. Es ist in fast allen Fällen möglich das zu schaffen. Mit der Holzhammer-Methode "Friss oder stirb" kommt niemand auf Dauer vorwärts. Gib den Eltern Zeit sich Gedanken über die Sache zu machen und binde sie immer in die Planung (auch der Generalprobe) mit ein. Alle Eltern sind erst mal geschockt von dem Gedanken einer Weltreise - ich kenne mich selbst gut genug, dass ich da auch erst mal schlucken würde wenn meine Tochter sowas vorhätte. Wenn ihr beide das wirklich wollt, es lange im Voraus plant und zeigt dass ihr es schafft das durchzuziehen gibt es sehr sehr wenige Eltern die das kalt lässt. Letztendlich wollen alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder und wenn ihnen klar wird, dass eine Weltreise nichts ist was dem zuwiderläuft, sehen sie die Sache mit anderen Augen. Das war bei uns genauso ;)
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farmerjohn1

« Antwort #5 am: 23. Februar 2012, 20:07 »
Haengt ja auch alles ein bisschen davon ab, wie lange Ihr zusammen seid, wie vertrauensvoll das Verhaeltnis zw. Dir und den Eltern Deiner Freundin sonst noch so ist, wie viel und was der 'Schwiegervater' von der Welt selbst gesehen hat, ob es sein einziges Kind ist, wie man Dich als Partner der Tochter und die Tochter selbst sonst noch so einschaetzt, und und und. Ich koennte mir denken, er sieht vor seinem geistigen Auge schon, wie er kurz vor Renteneintritt in der Wirtschaftskrise seinen Job hinschmeissen muss, um seine verlassene Tochter hochschwanger aus irgend einem Slum der Dritten Welt nach Hause zu holen - immerhin kostet so eine fast ganzjaehrige Weltreise mindestens so viel wie ein kleines Baugrundstueck fuer ein Haeuschen auf dem Land oder eine gute halbe Eigentumswohnung, und da wuerde ich angesichts einer schwer verliebten 18-Jaehrigen schon zweifeln, wo da die Prioritaeten sind, sofern nicht aus irgendwelchen anderen Gruenden die Lebensgrundlage aussergewoehnlich gut abgesichert ist... Wir leben halt nicht mehr in den 60er, 70er und 80er Jahren, wo es fuer fast alle eine neue Erfahrung war, mit Modellen des Zusammenlebens zu experimentieren und ausserdem noch die 10 oder 20 Industrielaender der Welt fast uneingeschraenkte Zukunftsperspektiven aufwiesen, waehrend der Rest spottbillige Agrarlaender waren, in denen man 'for nothing' abseits vom mainstream daheim 'Selbsterfahrung machen' oder 'Kolonialherr spielen' konnte. Ist schon nicht so einfach. Reichen nicht 3 Monate Amerika und spaeter weitere 3 Monate Asien/Ozeanien aus? Versucht doch mal, die Destinationen auf Verwendbarkeit in Beruf/Ausbildung abzuklopfen.
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Jens

« Antwort #6 am: 23. Februar 2012, 23:30 »
Ich möchte Farmerjohn schon recht geben. Ich denke es ist selbstverständlich, dass der Vater ein Problem damit hat. Sie ist jetzt 18, vor ein paar Monaten waren die Eltern noch diejenigen, die "das Sagen" hatten und mit dem 18 Geburtstag hat sich das geändert! So schnell kann sich der Vater wahrscheinlich mit dieser Situation nicht anfreunden, dass er jetzt halt "nicht mehr das Sagen" hat und jetzt kommt noch die Weltreise dazu. Ich denke er ist völlig überfordert mit der ganzen Situation. Dann bist du auch 11 Jahre älter als sie, wie stehen sie den dazu - ich denke, dass sie da auch bedenken haben, auch wenn dies wahrscheinlich völlig unbegründet ist. Aber dein Alter kann auch ein Vorteil auf der Reise sein, denn du bist verantwortungsvoller, als mit 20, hast vielleicht schon mehr Reiseerfahrungen gesammelt und stehst mit beiden Beinen fest im Leben! Also auch was positives.
Um noch mal Fahrmerjohns Argment mit einer kürzeren Reise zu beginnen zu kommen. Ich denke auch, dass ihr vielleicht damit anfangen solltet um die Ängste der Eltern zu nehmen, wo bei ihr keine "gefährlichen Länder" dabei habt..... Es ist auch immer gut, wenn ihr euch mal in die Situation der Eltern reinversetzt um dessen Ängste zu verstehen, dann könnt ihr auch besser darauf reagieren. Schaut euch mal diesen Thread an!
Mich würde mal interessieren, wie sie die Reise finanziert, denn von Mama & Papa wird es wohl kaum Geld geben, zumindestens zur Zeit und wie ist das Verhältnis vorher zu dir gewesen?? Denn ein sollte dir klar sein, dass wenn ihr doch fahrt immer ein riesen Problem zwischen dir und den Eltern deiner Freundin geben wird und im schlimmsten Fall auch mit ihrer Tochter.
So viel Rat war wahrscheinlich jetzt nicht dabei, denn ein Rat kann ich euch gar nicht geben. Ich hoffe, dass alles gut geht und ihr die Eltern doch noch überzeugen könnt!
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perner123

« Antwort #7 am: 23. Februar 2012, 23:54 »
... - immerhin kostet so eine fast ganzjaehrige Weltreise mindestens so viel wie ein kleines Baugrundstueck fuer ein Haeuschen auf dem Land oder eine gute halbe Eigentumswohnung,


also ich bin ja österreicher. aber um das geld bekomm ich schon ein kleines baugrundstück oder eine halbe eigentumswohnung in deutschland??? ;-)
in wien kannst dir davon vielleicht 5-10 m² kaufen. und das als halbe wohnung zu haben ist sogar für mich mit 1,70m recht schwer ;-)
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Jens

« Antwort #8 am: 24. Februar 2012, 00:03 »
... - immerhin kostet so eine fast ganzjaehrige Weltreise mindestens so viel wie ein kleines Baugrundstueck fuer ein Haeuschen auf dem Land oder eine gute halbe Eigentumswohnung,


also ich bin ja österreicher. aber um das geld bekomm ich schon ein kleines baugrundstück oder eine halbe eigentumswohnung in deutschland??? ;-)
in wien kannst dir davon vielleicht 5-10 m² kaufen. und das als halbe wohnung zu haben ist sogar für mich mit 1,70m recht schwer ;-)
Ich denke, dass er das sinnbildlich gemeint hat! Dafür bekommst du vielleicht 3qm in einer Großstadt! Aber besser jetzt bei der Sache bleiben, sonst können wir gleich zu Grundstücksbewertungen übergehen  ;D
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farmerjohn1

« Antwort #9 am: 24. Februar 2012, 06:28 »
Ja, Cities wie Wien oder Muenchen habe ich natuerlich nicht gemeint, eher so mittlere Orte wie Wuppertal/Giessen/Braunschweig oder ein Dorf im Emsland, in Oesterreich vielleicht die Doerfer im Innkreis oder so. Appartments fuer 1200 Euro/qm hab ich schon gesehen, und auf 30qm kann ein Paerchen schon erst mal ne Zeit wohnen. Ich meinte aber tatsaechlich eher die Grundsatzfrage der zur Situation passenden Prioritaet: ist es wichtiger, etwas materiell Anfassbares und Bleibendes aber vielleicht wenig Aufregendes zu haben, oder eine aehnliche Summe auszugeben fuer ein Erlebnis, von dem schoene Erinnerungen bleiben?
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crackenbecks

« Antwort #10 am: 24. Februar 2012, 07:57 »


Ich kann dir ehrlich gesagt nicht viel Rat geben.



Na dann lass es doch!


[/quote]

ruhig Tiger!

Also ich bin der Auffassung in eine Weltreise zu investieren bringt mir bei Weitem mehr als ein Grundstück. Außerdem macht man sich damit doch nur noch abhängiger. Eine Wohnung abzumelden ist halbwegs schnell erledigt, die Grundkosten eines Hauses weiter zu finanzieren eher nicht.
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White Fox

« Antwort #11 am: 24. Februar 2012, 08:29 »
Das man mit 18 eigentlich tun und lassen kann sollte klar sein. Die Frage ist aber: WER finanziert deiner Freundin die Reise? Du? Sie selbst? Falls das Geld naemlich von den Eltern kommen sollte sieht es schlecht aus. Ansonsten wuerd ich da garnicht gross um "Erlaubnis" fragen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass Harmonie wichtig ist.
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GPS

« Antwort #12 am: 24. Februar 2012, 09:17 »
Hi Zweisamkeit,

also die Variante mit Reisen - Pause - Reisen finde ich nicht gut. Erstens habt ihr euch das in euren Träumen ja offenbar anders vorgestellt, zweitens was ändert diese Pause an der Gefährlichkeit und drittens kommt ihr ja vollkommen aus dem Reisefluss heraus.

Holzhammermethode finde ich auch nicht gut, weil ihr ja wahrscheinlich noch länger zusammensein werdet und du den Vater deiner Freundin noch öfter sehen wirst, und dann ist ein vergiftetes Verhältnis schon ein Problem. Auf der anderen Seite weiss ich nicht wie "unten durch" du bei ihm schon bist, wenn ganz, dann mach es nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s völlig ungeniert.

Neider, Zweifler, Angstmacher - diese Leute kennt glaub ich jeder der verkündet eine Weltreise zu machen. Nur ist das bei mir zumindest eine absolute Minderheit im Vergleich zu den Leute die sagen: Wow, das ist super, das hätt ich auch gerne gemacht, wahnsinn. Diesem solltest du dir auch bewusst sein.

Und zuguterletzt, wie schon oben geschrieben, wenn ihr noch nie gereist seid, macht wirklich ein paar Testwochen in einem "einfachen" Urlaubsland, klappts, dann nichts wie los, mit Begeisterung und Entschlossen auftreten gegenüber den Eltern.
Offenbar ist deine Freundin auch Papa´s Darling, sonst würde er sich nicht solche Sorgen machen. Und welcher Vater auf der Welt kann schon seiner Tochter nach einem Augenaufschlag einen Wunsch verwehren? ;) Steter Tropfen hölt den Stein!!

GPS
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steelydan

« Antwort #13 am: 24. Februar 2012, 10:51 »
Zugegeben, ich habe da etwas kräftig auf den Putz gehauen - andererseits geht mir dieses Sicherheitsgeschwafel mächtig auf den Zeiger. Ist das ganze Leben ruiniert, wenn man sich mit 18 einen Traum erfüllt, der viel prägender und richtungsweisender ist als ein ödes Reihenaus, das einen für die nächsten 60 Jahre festnagelt, bis der Bestatter kommt? Gerade in diesem Forum finde ich solche materialistischen, kleinbürgerlichen, engstirnigen Argumentationen wie die von Jens und Farmerjohn mehr als traurig.

Zum Thema Sicherheit: Ich bin in den letzten 15 Jahren deutlich über 100.000 Kilometer Fahrrad gefahren, unter anderem in Pakistan, Indien, Bolivien, Chile, Marokko ... Passiert ist mir nie etwas. Aber: Vor ein paar Monaten wurde eine Arbeitskollegin auf dem Weg zur Arbeit auf dem Isarradweg von einem anderen Fahrradfahrer so übel gerammt, dass sie mehrere Zähne verloren hat. Der Typ hat sich aus dem Staub gemacht, nebenbei bemerkt.

Ich blicke mittlerweile auf drei Langzeitreisen zurück (24, 15 und 12 Monate), von denen ich keine einzige gegen ein Häuschen im Grünen oder sonstwas Materielles eintauschen würde. Die erste Tour habe ich direkt nach dem Zividienst gemacht - und zwar selbst finanziert. Geht alles, wenn man vernünftig plant, und meine Eltern haben mich damals sehr unterstützt. Nicht finanziell, wohlgemerkt.

Die zweite Tour kam während des Studiums und die dritte, nachdem mir mein ehemaliger Chef so sehr auf den Senkel gegangen ist, dass sich da nichts mehr kitten ließ und ich gekündigt habe. Mittlerweile habe ich einen neuen Job, den ich als deutlich besser bezeichnen würde als den früheren, und das in einer Branche, in der vernünftig bezahlte Festanstellungen eher die Ausnahme sind. Ich könnte mich kaputtlachen, wenn ich mir überlege, dass der Streit mit dem alten Trottel im Endeffekt so viel Positives bewirkt hat. An dieser Stelle sei zumindest die Frage erlaubt, ob es wirklich so erstrebenswert ist, mit Sicherheit ein furchtbar ödes Leben zu leben.

Meine Frau ist übrigens deutlich jünger als ich - sie war 16, als wir uns kennengelernt haben, ich 24. Der Altersunterschied war für Ihre Eltern nie ein Thema, noch nicht einmal ansatzweise. Als wir im letzten Jahr zu unserer Tour aufgebrochen sind (sie hatte gerade ihr Studium beendet, als mein Chef so am Rad gedreht hat, hätte kaum besser passen können), gab es von denen ausschließlich Unterstützung und bewundernde Worte. Wäre das anders gewesen, hätte es unsere Entscheidung nicht im Mindesten beeinflusst.

Wenn man etwas wirklich erreichen will, dann kann man es auch erreichen - man muss eben wissen, was man will, und sich zur Not gegen Widerstände durchboxen, und da liegt bei den meisten der Hase im Pfeffer.

Zum Abschluss: In so gut wie allen Ländern, die ich bereist habe, - und Deutschland ist da bestimmt keine Ausnahme - gucken die Menschen umso unzufriedener und verdrießlicher, je besser sie materiell gestellt sind. Klar fände ich es auch nicht schlecht, ein bisschen mehr Geld zur Verfügung zu haben - aber ich werde mich ganz bestimmt nicht verbiegen, um durch irgendwelche Schablonen zu passen. Wie gesagt: Jeder soll nach seiner Facon selig werden - und wie selig wir alle so sind, sehen wir jeden Morgen, wenn wir in den Spiegel gucken. Wie selig die ganzen Miesepeter in deutschen Landen so aussehen, kommentiere ich an dieser Stelle lieber nicht. Und was ich von den Backpackerhorden halte, die alle auf den immergleichen Pfaden rumtrampeln und sich keinen Deut auf das Land, in dem sie sich befinden, einlassen, auch nicht.

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weltentdecker

« Antwort #14 am: 24. Februar 2012, 11:19 »
Gerade in diesem Forum finde ich solche materialistischen, kleinbürgerlichen, engstirnigen Argumentationen wie die von Jens und Farmerjohn mehr als traurig.

Die beiden sagen doch nur, dass sie die Eltern schon etwas verstehen, nicht dass sie selbst so denken. Ich kann schon verstehen, wenn Eltern, die nur Pauschalurlaub machen und ein Reihenhäuschen haben, so reagieren (was nicht heißt, dass ich die Einstellung teile!!). Sie können nicht über den Tellerrand hinausschauen. Steelydan, du hattest wohl Glück, dass deine Eltern nicht so sind. In meinem Umfeld kamen leider auch nicht nur positive Reaktionen, da viele sich unter einer Weltreise einfach nix vorstellen können. Mittlerweile freuen sich alle mit uns, aber das war nicht von Anfang an so!

Im Prinzip stimmt es natürlich, dass man sich nicht von anderen reinreden lassen sollte und es trotzdem durchziehen sollte. Aber man möchte natürlich schon, dass die Eltern sich mit einem freuen und es ist traurig, wenn das nicht so ist.

Ich würde sagen, dass deine Freundin alleine mit ihren Eltern reden sollte. Ich finde, du solltest dich da gar nicht weiter einmischen. Die Eltern müssen merken, dass es wirklich der Wunsch und Traum ihrer Tochter ist (und nicht nur der von dir).
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