Thema: Zahnschmerzen in B.A. abwarten oder weiterreisen  (Gelesen 2339 mal)

Franzi71

« am: 13. Oktober 2011, 19:40 »
Hallo,
 irgendwie kann ich gerade keine Entscheidung treffen. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Folgendes: Ich habe seit zwei Wochen Zahnscmerzen, war am Montag im German Hospital, dort wurde eine Wurzelbehandlung angefangen und Dienstag bei einer niedergelassenen Ärztin weitergeführt. Sie meinte, das müsste reichen. Ich nehme seit Montag Antibiotika Amoxicillin, habe aber irgendwie das Gefühl dass noch keine deutliche Besserung der Beschwerden aufgetreten sind. Ich dachte nach drei tagen Antibiose müssten die Beschwerden weg sein, sind sie aber nicht. Eigentlich wollte ich spätestens Dienstag Richtung Patagonien mit dem Bus aufbrechen habe jetzt aber Bendenken und bin am Überlegen mit den Zahn ziehen zu lassen. Was meint ihr? Kennt ihr euch damit aus. Wird es besser ? Ist Zahnziehen die bessere Alternative? Ich will noch 5 Monate unterwegs sein.
Ich war natürlich vor meinem Reisestart beim Zahnarzt und alles war in Ordnung.
Bitte helft mir eine Entscheidung zu treffen.
Liebe Grüße aus B.A.
Franzi
0

Carola

« Antwort #1 am: 13. Oktober 2011, 21:17 »
Hallo,

kannst du nicht deinen Zahnarzt zuhause anrufen und um Rat fragen?

0

Litti

« Antwort #2 am: 13. Oktober 2011, 21:52 »
Sofern es kein Weisheitszahn ist sollte das ziehen wirklich die letzte Alternative sein.

Bei meiner Freundin wurde auch schon mal die Wurzel gezogen, offenbar aber nicht gründlich genug - die Schmerzen im Zahn blieben... neuer Versuch, dann wars besser.
0

Bobsch

« Antwort #3 am: 13. Oktober 2011, 22:48 »
Hi,

also den Zahn zu ziehen ist wirklich die allerletzte Alternative und solltest du wirklich NUR DANN machen, wenn du die Schmerzen überhaupt nicht mehr aushalten kannst. Ich versuche mich mal in einer Ferndiagnose. Dazu musst du mir die folgenden Fragen beantworten:

- Wenn du auf den Zahn klopfst oder kaust, ist das schmerzhaft?

- Wenn du mit beiden Fingern am Zahn runtergehst und im Bereich der Wurzel drückst, ist das schmerzhaft?

- Was "genau" wurde von den Zahnärzten gemacht? Haben die dir da was zu erzählt?
Ich nehme an im German Hospital haben Sie versucht den Nerven zu exstirpieren, also zu "ziehen". Dabei bleibt sowohl Gewebe als auch Bakterien im WurzelkanalSYSTEM zurück. Diese hatte der zweite Zahnarzt wohl versucht rasuzuholen und halt den Kanal zu säubern. Dabei müsste er mit evrschiedenen kleinen Feilen (so kleine Prokelinstrumente) in den Zahn reingegangen sein und quasi an den Wänden des Wurzelkanals geschabt haben. Hat der Zahnarzt auch mit verscheidenen Flüssigkeiten gespült? Das ist wichtig, damit eben die kleinen Kanälchen (Es ist ein system aus Verzweigungen) auch gereinigt werden.
Jetzt die wichtige Frage: Hat der Zahnarzt den Kanal definitiv verschlossen mit einem Stift, der den Kanal vollständig ausfüllt? (in der Regel nimmt man hierfür Guttapercha, kann dir natürlich nicht sagen was in SA dafür genutzt wird) Oder hat er ein Medikament reingemacht und dir erklärt, dass dieses nochmal raus muss und der Kanal dann definitiv evrschlossen wird?

Die Schmerzen können daher rühren, dass noch entzündetes Restgewebe vorhanden ist oder Bakterien, die Gase bilden welche zu einem ungemeinem Druck unter der - vermutlich durch eine Füllung verschlossenen - Zahnkrone führen. Ist der Wurzelkanal (Achtung: Ich meine nicht die Zahnkrone) noch nicht definitiv verschlossen, dann KÖNNTE evtl. schon eine Trepanation (durchbohren durch die Füllung der Zahnkrone) helfen, weil die evtl. gebildeten gase entweichen können. Ist aber Restgewebe vorhanden, so könnte eine erneute Aufbereitung des Kanals (so wie Litti geschrieben hat) Abfhilfe schaffen. In dem Fall würde ich empfehlen erneut(?) ein Medikament reinzumachen. Die gebräuchlichsten Medikamente bei Uns sind "ein Calciumhydroxidpräparat" oder - würde ich in dem Fall eher empfehlen - "Ledermix". Ledermix (heisst in SA bestimmt anders) ist eine Mischung aus Kortison und Tetracyclin (ACHTUNG: Nicht nehmen, wenn du schwanger sein solltest) und wirkt in akuten Fällen besser.

Sollte der Zahnarzt allerdings den Wurzelkanal aber schon definitiv verschlossen haben, so ist die Prozedur das Material rauszuholen und den Kanal neu aufzubereiten deutlich höher. Das wäre in Deutschland eine reine Privatleistung, die je nacht Praxis schon sehr teuer werden kann.


Die Entscheidung was du machst kann ich für die nicht fällen, aber ich hoffe ich habe dir ein Stück weit geholfen. Falls noch was sein sollte schreib ruhig und ich werde es dir bestmöglich beantworten.


Gruß
1

Franzi71

« Antwort #4 am: 14. Oktober 2011, 00:35 »
Wow,
das sind echt Infos. Vielen lieben Dank für eure Antworten.
0

ergebnisoffen

« Antwort #5 am: 14. Oktober 2011, 01:57 »
Ach Franzi, was machst du denn für Sachen?
Also ich glaube, wenn ich grad in deiner Situation wäre, würde ich mal noch zwei, drei Tage in Bs As bleiben und warten ob die Schmerzen weggehen. Wenn nicht musst du ja wohl oder übel nochmal zum Zahnarzt und da ist das Ende der Welt vielleicht nicht so geeignet. Manchmal dauert es ein paar Tage bis der Zahn sich nach sowas beruhigt (weiss ich aus leidvoller Erfahrung)- hoffentlich gehts dir schnell wieder gut.

PS: Gibts deinen Blog eigentlich noch?
Liebe Grüße
Lia
0

Xenia

« Antwort #6 am: 14. Oktober 2011, 09:03 »
Ach du arme!
Ich musste grad meine Weisheitszähne ziehen lassen und muss nächste Woche noch ein sehr tiefes Loch flicken. Meine Zahnärztin hat auch gemeint, dass es gefährlich sein könnte bzw. ich ev. danach eine Wurzelbehandlung benötige falls mein Zahn nicht gut aufs flicken reagiert. Davor habe ich echt schiss, schliesslich fliege ich in 13 Tagen nach Costa Rica und wirklich lust da einen Zahnarzt zu besuchen habe ich echt nicht.

Ich hoffe es geht dir bald besser!

@Lia: Ihr Blog gibt es noch: http://lalelu.rtwblog.de/
0

Franzi71

« Antwort #7 am: 14. Oktober 2011, 14:55 »
Hallo Xenia,
ohje, bei mir war es ähnlich. 6 Wochen vor Abflug ein Loch geflickt. Der Zahnarzt meinte jetzt sein alles super gut vorbereitet. Naja, Wurzelbehandlung in Costa Rica. Mein problem war auch die Verständigung, da mein Englisch für Zahnarztbesuche nicht reicht und spanisch - Dolores de molares. Nimm genug Bargeld mit.Ich habe mittlerweile 150 Euro in meinen Zahn investiert und ich glaube nicht das die Hansamerkur das übernimmt, da sie nur einfache Füllungen bezahlen. Ein großen Dank an Bobsch !
Liebe Grüße Franzi
0

Vombatus

« Antwort #8 am: 14. Oktober 2011, 16:03 »
... hatte meine (emergency) Wurzelbehandlung im International Airport Haneda, Tokyo. Hansamerkur hat alles gezahlt.

In Sued- und Mittelamerika, gerade in den grossen Staedten, gibt es gute, in den USA ausgebildete Zahnaerzte.
0

tetsi

« Antwort #9 am: 14. Oktober 2011, 23:29 »
Erstmal gute Besserung dem Zahn - du machst echt Sachen. Fachlich kann ich zwar nichts beitragen, aber ich würde mit Zahnschmerzen nicht zu weit weg vom Zahnarzt reisen, sondern lieber noch die Tage abwarten, ob es besser wird, oder nicht.

little_earthquake

« Antwort #10 am: 21. Oktober 2011, 13:39 »
mein zahnarzt meinte zu mir, wenn auf der reise ein problem auftritt, lieber den zahn ziehen lassen als eine entzündung der herzklappe durch falsche zahnbehandlung zu riskieren.

kann natürlich nicht abschätzen wie gut die zahnärzte (dort wo du bist) ausgebildet sind.

würde dir auch raten bei deinem zahnarzt daheim mal durchzuklingeln.
0

Bobsch

« Antwort #11 am: 21. Oktober 2011, 13:51 »
Also da gehört schon einiges dazu! Das kann ich hier so nicht stehen lassen!

Ich gebe ihm (vielleicht!) recht, wenn du zu einer Risikogruppe zählst. D.h. angeborener Herzfehler, Herzklappenfehler, Herzklappentransplantat oder bereits durchgemachte Endokarditis. Aber selbst dann verhindert eine antibiotische Prophylaxe in über 90% der Fälle die Entstehung einer Endokarditis! Es geht ja nicht nur darum, dass bei einer zahnärztlichen Behandlung möglicherweise Erreger ins Blut gelangen können, sondern diese müssen sich auch noch an der entsprechenden Stelle (Herzklappen) ablagern und dort zu dem Krankheitsbild führen. Die Wahrscheinlichkeit mag unter weniger hygienischen Bedingungen etwas erhöht sein, aber wirklich nur minimal, da die Erreger welche zu einer Entzündung der Herzklappen und folglich des Endokards führen i.d.R. nicht vom verunreinigten Instrument stammen, sondern Streptokokken der Mundhöhle sind!

Gruß 
0

Franzi71

« Antwort #12 am: 21. Oktober 2011, 13:57 »
Hallo,
nur kurz eine Info. Meinen Zahn geht´s gut. Keinerlei Schmerzen mehr. Die Antibiose habe ich gut vertragen und morgen geht es nun los Richtung Patagonien. An dieser Stelle vielen lieben Dank für eure Ratschläge. Ohne Euch hätte ich jetzt einen Zahn weniger.
Liebe Grüße Franzi
0

little_earthquake

« Antwort #13 am: 21. Oktober 2011, 14:01 »
Also da gehört schon einiges dazu! Das kann ich hier so nicht stehen lassen!

Ich gebe ihm (vielleicht!) recht, wenn du zu einer Risikogruppe zählst. D.h. angeborener Herzfehler, Herzklappenfehler, Herzklappentransplantat oder bereits durchgemachte Endokarditis. Aber selbst dann verhindert eine antibiotische Prophylaxe in über 90% der Fälle die Entstehung einer Endokarditis! Es geht ja nicht nur darum, dass bei einer zahnärztlichen Behandlung möglicherweise Erreger ins Blut gelangen können, sondern diese müssen sich auch noch an der entsprechenden Stelle (Herzklappen) ablagern und dort zu dem Krankheitsbild führen. Die Wahrscheinlichkeit mag unter weniger hygienischen Bedingungen etwas erhöht sein, aber wirklich nur minimal, da die Erreger welche zu einer Entzündung der Herzklappen und folglich des Endokards führen i.d.R. nicht vom verunreinigten Instrument stammen, sondern Streptokokken der Mundhöhle sind!

Gruß 


ich glaube auch nicht dass es um verunreinigte instrumente geht. ich weiß selber dass bakterien der mundhöhle die erreger sind, die dann gern mal richtung herzen abwandern. ich nehme halt an dass mein zahnarzt von falsch durchgeführten zahnbehandlungen ausgeht. nicht überall in der welt ist der standart so hoch wie hier in europa.

aber wenn alles ok ist, dann ist es doch super.. :)
0

Xenia

« Antwort #14 am: 21. Oktober 2011, 15:20 »
Hallo,
nur kurz eine Info. Meinen Zahn geht´s gut. Keinerlei Schmerzen mehr. Die Antibiose habe ich gut vertragen und morgen geht es nun los Richtung Patagonien. An dieser Stelle vielen lieben Dank für eure Ratschläge. Ohne Euch hätte ich jetzt einen Zahn weniger.
Liebe Grüße Franzi
Das freut mich zu hören :)
Meine Behandlung ging auch super von statten und das Loch war sogar noch weniger tief als zuerst gedacht. Daher werde ich mit grösster Wahrscheindlichkeit auch keine Probleme kriegen. Viel Spass in Patagonien!
0

Tags: