Thema: Angst vor Chef-Gespräch u Gespräch mit Familie. HELP!  (Gelesen 2927 mal)

atw12

« am: 30. September 2011, 15:38 »
Hallo Zusammen, ich bin w, 31 und plane zw. Feb/März 12-Ende 12 eine Weltreise. Ich träume schon lange davon, entschlossen habe ich mich aber erst richtig vor einigen Wochen. Ich habe während meines Studiums oft 2,3 Monate im Ausland verbracht bin aber nie in den Genuss gekommen, wirklich „ frei“ zu reisen, bin nach meinem Studium direkt in den Job, in dem ich nun 5 Jahre arbeite und ehrlich gesagt genug habe vom Stress, Chef und meinen Marketing-Aufgaben. Nur meine wunderbaren Kollegen werde ich sehr vermissen.

Oh weia, ich lese hier von Ankündigungen beim Chef bis 1 Jahr vorher??? Ich habe mich vor 2 Monaten entschieden, werde es meinem Chef nach 5 Jahren im Job (bin w, 31) nächste Woche, Anfang Oktober, sagen und fragen, ob die Firma mich freistellt (ob es generell machbar ist o nicht) und dass ich bis Ende Oktober bescheid wissen muss, weil ich sonst kündige. Habe 2 Monate Kündigungsfrist, wäre also Ende Dezember weg. Normalerweise hätten sie nur 2 Monate um ne Nachfolge zu finden und ich gebe ihnen 1 Monat mehr plus die Möglichkeit, im Januar (los gehts Feb o März) ab und an reinzukommen um jmd einzuarbeiten. Ist das unverschämt o nett? Ich kann es jetzt garnicht mehr einordnen. Möchte gern nach 1 Jahr zurückkommen, werde aber auf j Fall gehen wenn es nicht klappt.

Bitte sagt mal was ihr denkt. :)


Anderes Thema: Familie. Ich freue mich sooo sehr darauf, und gleichzeitig habe ich Angst es allen zu sagen. Meine Freunde finden es super, meine Mutter weiss es. Klar ich bin 31 habe aber ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern. Und ich glaube mein Vater wird ausrasten, Freiwillig arbeitslos, riskant., unverantworlich, Sorge ums Töchterchen. Wenns ihm schlecht geht deswegen geht’s mir auch schlecht.  Hattet Ihr auch solche Themen?
Und ich hab Angst  vor meiner Courage. Auch, danach wieder einen Job zu finden, obwohl man eine Wreise mit Weiterbildung ja gut verkaufen kann oder?
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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 30. September 2011, 17:15 »
Ja, wuerde ich auch als schwierig empfinden. Mir wuerde es in dieser Situation helfen, ganz genau zu analysieren, was die Weltreise mir bringt - einfach so losziehen fuer laenger als zwei Monate waere mir auch ein bisschen zu hippie-maessig.  Ein Jahr vor Weltreise mit Chef sprechen - das haengt auch immer ab, in welcher Branche. Fuer einen super Schweisser ist es wahrscheinlich kein Problem, voellig offen und jederzeit  zu sagen: 'jetzt mache ich noch die Baustelle in Deutschland fertig, reise dann 8 Monate herum, die Kollegen schrauben weiter, dazu braucht ihr mich eh'  nicht, und im naechsten Herbst bei dem Russland-Projekt, wo wieder viel und zertifiziert geschweisst werden muss, da bin ich wieder dabei'  - wahrscheinlich ist der Chef da sogar froh. Aehnlich wahrscheinlich auch fuer Betreiber und Mitarbeiter von saisonabhaengigen Tourismus-Betrieben. Ein Fachverkaeufer, Chef-Buchhalter, sonst jemand aus dem Innendienst im Buero oder aus der Produktion hat es da schwerer, er muss ja immer vor Ort praesent sein fuer Kundenkontakt, Ent- und Abwicklung, und ausserdem veraendern sich in solchen Bereichen ja auch Bedingungen, Verhaeltnisse und Arbeitsmethoden schneller. Ganz anders sollte ein Reisebuero oder eine auf Reisen spezialisierte Buchhandlung/-Verlag/-Werbeagentur meiner Meinung nach ueberhaupt keinen einstellen, der solche 'Langzeitreise' oder aehnliche Erfahrungen nicht hat oder anstrebt.

Dein Vater ist doch bestimmt schon in Rente - und wenn nicht, ist er aber wahrscheinlich schon in einem Alter, in dem er mal 4 Wochen Urlaub nehmen kann, ohne dass er dadurch berufliche Probleme bekommt. Nimm ihn doch ein Stueck mit, vielleicht kommt er dadurch auch auf neue Gedanken!
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tetsi

« Antwort #2 am: 30. September 2011, 22:34 »
Hmpf... zweimal fast der gleiche Post :-\

Zum Chef hab ich ja nebenan was gesagt. Wenn du es deiner Mutter schon gesagt hast, dann frag ich mich gerade, warum ihr das beide zusammen nicht schonend dem Papa beibringt. Erzählen musst du es ihm sowieso - oder willst du ihm erst unterwegs ne SMS schreiben "Hey Papa, viele Grüße aus San Jose, ich bleib jetzt bis Dezember hier drüben" ??? Auch hier bin ich Freund von frühzeitig erzählen.

Stichwort Wiedereinstieg in die Arbeitswelt: Ich persönlich mache mir da im Moment keinen zu großen Kopf. Ich kündige, hab mit meinem Chef vereinbart, dass ich mich melde, einige Wochen bevor ich zurückkomme und dann sehen wir weiter. Für mich ist das im Kopf jetzt ein Schlussstrich. In einem Jahr, wenn sich der Reiseplan dem Ende neigt, sehe ich weiter und mache den nächsten Plan. Ich persönlich finde das sehr befreiend im Kopf. Ich bin mit 30 vom Alter her etwa da, wo du gerade bist :)

alex

« Antwort #3 am: 01. Oktober 2011, 12:16 »
Ich würde mir da nicht viel Stress machen. Es ist doch deine Entscheidung und dein Leben. Wenn du gerade 18 geworden wärst wäre es vermutlich etwas anders. Aber du hast studiert und einige Jahre gearbeitet.

Als ichs meinem Vater gesagt habe war er auch nicht begeistert. Ihm gings hauptsächlich ums Geld. Da kamen dann so Argumente wie "Du willst doch sicher irgendwann ein Haus kaufen" oder "Danach bist du ja total pleite".
Bei meiner Oma wars noch viel schlimmer. Da kamen dann so Sachen wie "und danach bist du arbeitslos und bekommste keine Arbeit mehr" oder "Dein Job ist doch sicher. Bleib da bis zur Rente".

Mir sind die Reaktionen von anderen inzwischen echt egal. Solange man es sich leisten kann soll doch jeder machen was er möchte. Und wegen dem Job würde ich mir mal gar keine Gedanken machen. Mit nem Studium und Arbeitserfahrung findet man doch immer wieder nen Job. Und so ne Reise zählt doch auch zu den Soft Skills dazu.
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atw12

« Antwort #4 am: 01. Oktober 2011, 13:35 »
ja ich bin noch nicht soweit, dass mir die Reaktion anderer egal ist. :) ich frage mich ob ich meinem Chef nächste Woche erstmal erzählen soll dass ich gerne freigestellt werden würde u im Feb, spätestens März los will, und nicht damit drohe* dass ich bei einem nein kündigen werde....das sieht er ja dann selbst. vielleicht ist das der sanftere Weg. hm, oder ich mache Nägel mit Köpfen... no idea...da die richtigen Worte zu finden, ist echt schwer..
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atw12

« Antwort #5 am: 02. Oktober 2011, 20:42 »
Ich hatte meins heute. Mein coming out. :)
Meine Mutter wusste es schon und war skeptisch aber relativ locker. Mein Vater würde mich, die 31jährige Tochter, immer gern behütet in der Nähe wissen. Naja, entsprechend hat er reagiert." Dauerferien? Kündigen kann 3 Jahre arbeitslosigkeit bedeuten, u nie wieder den früheren Lebensstandard..  Dass schaffst Du gesundheitlich nie (habe ne kleine Schilddrüsenunterfunktion)    Untervermieten? Oh Gott, deine Wohnung wird verkommen!! Irre. Klingt total verrückt..." 

OH mann, aber verstoßen hat er mich nicht. ;) Jetzt ists wenigstens raus. Next: Chef am Dienstag.
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Jens

« Antwort #6 am: 02. Oktober 2011, 21:46 »
Hallo atw,

das kenne ich, bei meinem "Comingout" waren meine Eltern auch erstmal erschlagen, wobei ich mir damals mehr Reaktionen erwartet hatte. Die blieben aber aus, sie waren einfach zu platt  :D Naja, jetzt nach über einem Jahr freuen sie sich mit mir und unterstützen mich auch wo sie nur können. Der erste Schock ist groß, aber dann regelt sich das so langsam und es wird gut - auch bei deinem Vater!

Auf alle Fälle wird dir jetzt ein Stein vom Herzen gefallen sein und du wirst merken, dass du dich wie bereift fühlen wirst!  ;)
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southern_cross

« Antwort #7 am: 05. Oktober 2011, 10:37 »
Hallo atw,

erstmal Glückwunsch zu deiner Entscheidung. Bei mir ist es ein Jahr später soweit.  ;D

Ich bin auch w, 30, auch ein Marketing-Mensch der mal wieder eine Auszeit braucht und das Thema Vater kenn ich auch ganz gut.

War schon mal drei Monate weg und hab einen superprestigeträchtigen, sehr gut bezahlten Job dafür hingeschmissen (in erster Linie, weil er keinen Spaß gemacht hat), mein Vater ist damals aus allen Wolken gefallen. Als ich noch dazu mit Tattoo von meiner Reise zurückkam, hat er auch mal schlucken müssen. Aber er hat mich weiterhin lieb. Ich bin halt einfach so. ;D

Diesmal hab ich es im vertrauten Familienkreis angesprochen und es ist KEINER darauf angesprungen, als ich sagte: "Ich mach ne Weltreise." Sogar als ich dann den Atlas rausholte und meine Route vorgezeigt hab, hat niemand wirklich einen echten Kommentar dazu gelassen. Ich glaub sie kennen mich gut genug um zu wissen, dass ich es so oder so machen werde.  ;) Mit dieser/keiner Reaktion hab ich in jedem Fall nicht gerechnet.  ;D

Zum Thema Job kann ich dir auch aus eigener Erfahrung nur sagen, wenn du gut bist, gute Referenzen und eine gute Ausbildung hast - einen Job kriegst du immer wieder. Eine passende Gelegenheit zur Weltreise hingegen - ich denk mir immer so: Wenn ich jetzt ein Kind kriegen sollte, verschiebt sich das um mindestens 16 Jahre nach hinten. Und das motiviert, mal ganz abgesehen von meiner Reiseleidenschaft, das jetzt durchzuziehen. 8)

Noch ein Nachtrag zum Thema Vater, ich hab dann auf meiner Reise öfter mit meinen Eltern geskypt, es ist für die Daheimgebliebenen sehr beruhigend, wenn sie das heile und gesunde Gesicht der Tochter sehen ;)

LG
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atw12

« Antwort #8 am: 05. Oktober 2011, 17:12 »
Ja, mein Vater hat sich mit dem Thema jetzt ein wenig abgefunden. Er sagt schon so Sprüche wie "man lebt ja nur 1x". ;) Trotzdem, wenn ichs nicht höre nennt er es einen "Albtraum". Oh mann. Jetzt versucht er nicht mehr es mir komplett auszureden, sondern nur noch, mich dazu zu bringen , einen  Englischkurs in Amerika zu machen anstatt Freiwilligenarbeit in Südamerika. ;) Sehr cool. Naja, kennt mich schlecht. Es ist wohl reine Gewöhnungssache.

Gestern war mein Chef dran. Er hat super reagiert, findet es cool und sagte nur "schreib nen Reiseblog und gib mir gute Reisetipps. " U bedankte sich sogar dass ich es ihm 5 Monate vorher gesagt habe. Ha! Ist zwar noch kein Ja zur Freistellung aber mal abwarten...

Mir gehts soooo viel besser!!!! Jetzt gehts richtig los mit Planung!!
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southern_cross

« Antwort #9 am: 06. Oktober 2011, 09:12 »
Yeah - grünes Licht von allen Seiten! Gratuliere! Los geht's!  :D
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atw12

« Antwort #10 am: 07. Oktober 2011, 13:44 »
ja, alle haben super reagiert. Freistellung klappt trotzdem nicht. nur ne mündliche Aufforderung im Monat X nächstes Jahr wieder anzufragen...naja, egal, dann eben kündigen und ab gehts. Alle Kollegen, Freunde u Chef platzen vor Neid. ;)
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