Thema: Spirituelle Erfahrungen, Schamanen & Co  (Gelesen 7322 mal)

stefroe

« am: 06. August 2011, 19:00 »
Da unter dem Punkt „Rahmenbedingungen – Warum eigentlich“ bereits „spirituelle Erfahrungen machen“ aufgelistet ist, wollte ich mal einen Thread diesem Thema widmen und meine persönliche Erfahrung in Brasilien teilen.

Ich landete eher zufällig während meiner 7-monatigen Zeit in Brasilien bei Herrn „Joao de Deus“ (John of God) der mittlerweile von mehr als 1.000 Menschen täglich! besucht wird. Der Ort selbst hatte für mich eine sehr hohe Kraft und war ein toller Teil meiner Reise.  :)  Im Nachhinein betrachtet der vielleicht sogar wichtigste Ort - da ich mal für einige Zeit „anhielt“ ;) und mich vorwiegend mit mir selbst beschäftigte… ;))
Unter „joao de deus oprah“ findet man auf youtube ein paar Videos für alle Interessierten! ;)

Wer will kann ja seine Erfahrungen teilen. ;)
LG Stefan
0

Eidechsenkönigin

« Antwort #1 am: 06. August 2011, 21:52 »
auch wenn ich dazu noch nicht wirklich viel beitragen kann...,jedenfalls was die spirituellen erfahrungen auf einer weltreise anbelangt, muss ich sagen: toller thread! hoffentlich findet viel austausch statt :) ich freu mich auf jeden fall!
:)
0

lillki

« Antwort #2 am: 16. August 2011, 16:03 »
Justament (schreibt man das so?) gestern kam auf 3sat eine Reportage zum Maya Kalender - Weltenende-Mythos 2012 und die beinhaltete die Begleitung einer spirituellen Reisegruppe in Mexiko.

Davon abgesehen, dass ich als Archäologin die berufliche Krise bekomme wenn Leute sich nur oberflächlich mit Kulturen und dem was wir "wissen können" auseinandersetzen, geschweige denn mit der Maya Kultur im Groben, fand ich es faszinierend, wie ein Umstand wie das simple Ende eines Kalenderzyklus (wie der Prof. für Altamerikanistik erklärte) eine Schar spiritueller Fans nach sich zieht, die von der eigentlichen Materie keinen Plan haben.

Auch die Gespräche über Reiki Erlebnisse und von telefonischen Heilungserfolgen in Thailand höre ich mir gerne an...... und stelle immer fest wie oberflächlich Leute meinen Seelenheil und Glückseeligkeit zu erlangen....

Ich denke auch, dass man auch Sehnsüchte nach ETWAS haben muss um für spirituelle Angebote offen zu sein. Nur dann kann man sie wahrnehmen und sich mit ihnen beschäftigen.

LG
lillki



0

Angel

« Antwort #3 am: 16. August 2011, 17:31 »
Auch die Gespräche über Reiki Erlebnisse und von telefonischen Heilungserfolgen in Thailand höre ich mir gerne an...... und stelle immer fest wie oberflächlich Leute meinen Seelenheil und Glückseeligkeit zu erlangen....


Telefonanrufe? Lol

Meine spirituellen Erfahrungen: 10 Tage Vipassana-Meditation in Indien. Hat mir unheimlich viel gebracht. Waren unglaublich harte 10 Tage, aber die warens echt wert zu bleiben. Ein Tag kann ganz schön lang werden, wenn man außer meditieren nichts macht (kein reden, kein lesen, kein sich gegenseitig in die Augen schauen, keine Musik hören...)

Ansonsten war noch ein Handleser dabei, der hat schon viel gesehen, in der Vergangenheit wie in der Zukunft. Sehr interessant, aber sicher nicht richtungsweisend für mein weiteres Leben.
0

crumbs

« Antwort #4 am: 18. August 2011, 13:15 »
Hallo zusammen,
das Thema finde ich auch super spannend.

Bei mir gehts ja jetzt in knapp 10 Tagen los *freu*. Ich spiele auch schon die ganze Zeit mit dem Gedanken einfach zwischen durch mal für ein oder 2 Wochen in ein (buddhistisches?) Kloster zu gehen, auch um ein bisschen zur Ruhe zu kommen und aus dem Reisealltag rauszukommen.

Wo wart ihr genau? Wie habt ihr das Organisiert? Was man so im Internet findet ist ja häufig ziemlich teuer.

VG,
Inken
PS: Ich bin in Russland, China, SOA und Indien ca. 6 Monate unterwegs.
0

Angel

« Antwort #5 am: 18. August 2011, 14:20 »
Vipassana gibt es weltweit und ist gratis. Das heißt, wenn man bis zum Schluss bleibt, kann man das hergeben was man hat, weil es soll für jedermann zugänglich sein. Bricht man ab, werden keine Spenden angenommen.

www.dhamma.org, hier gibts ein paar Infos dazu mit allen Meditationszentren weltweit.

Ich war in Dharamsala, was natürlich schon toll ist. Überall buddhistische Mönche, entspannter als Restindien, weil doch eine tibetische Siedlung. Wobei, im Vipassana-Zentrum bekommst das eh nicht mit, weil da bist du abgeschottet. Aber nachher doch recht nett, wenn einen die Leute halbwegs in Ruhe lassen.

Auf jeden Fall vorreservieren, so ein Monat vorher denk ich müsste reichen. Geht ganz easy übers Internet.
Ich hab mit ach und krach noch in den Kurs reingepasst, weil ich mich erst vor Ort 2 Tage vorher angemeldet habe. Wenns noch so ist wie bei mir, dann fangen die Kurse immer am 1. und 15. an. seh grad, ist immer noch so. hier die Seite vom Zentrum in Dharamsala. http://www.dhamma.org/en/schedules/schsikhara.shtml
Das Essen dort war auch spitze  :D

ach da bekomm ich gleich selber wieder Lust drauf mich da für 10 Tage zurückzuziehen und innerlich aufzuräumen  :)
4

ergebnisoffen

« Antwort #6 am: 18. August 2011, 20:54 »
Danke für den Tipp Angel, das klingt echt gut.
Ich hab hier zuhause schonmal nen Meditationskurs gemacht und überlege, in SOA auch einen zu machen.
Aber diese 10-Tage-Schweigen Regel ist schon heftig.
Magst du noch ein bisschen mehr über den Kurs erzählen?
Haben das bei euch eigentlich viele abgebrochen?
0

Angel

« Antwort #7 am: 19. August 2011, 13:58 »
das Nichtreden war gar nicht so das Problem für mich. Eher das der Tag vorübergeht.

Also der Ablauf ist so. Man kommt hin am Nachmittag. Es wird noch alles erklärt, es gibt noch was zum Essen. Danach ist Schweigen und noch ein paar andere Regeln angesagt und es wird meditiert.
Die nächsten 9 1/2 Tage sind dann immer gleich im Tagesablauf - bitte den Timetable auf der Seite irgendwo nachlesen.
insgesamt 10 Stunden meditieren. Pausen dazwischen gibt es natürlich auch. man soll sich während des meditierens nicht bewegen und soll aufrecht sitzen - kissen sind vorhanden. wenn man nicht anders kann, weils weh tut, darf man sich natürlich bewegen. Aufs klo darf man auch wenns sein muss. Aber eher halt sitzen bleiben, um die anderen nicht zu stören.
Die Meditationstechnik ist simpel, das wird einem eh vor Ort beigebracht.

Ich kann jetzt nur von mir berichten, es ist sicher eine individuelle Erfahrung.
Hatte die ersten 4 Tage so viel Unsinn im Kopf, der da herumgegeistert ist, das war echt nervig. Dann wurde die Konzentration immer besser und der Unsinn immer weniger. Und zum Glück auch die Ohrwürmer.
Ab dem 6. Tag hat es richtig klick gemacht. Auf einmal voll die Ruhe und richtig gemerkt wie es mir immer besser ging und sich viel geklärt hat, was mich einmal belastet hatte. Das ist wie gesagt, bei jedem unterschiedlich, will da gar nicht zuviel erzählen.
War dann fast zuviel für mich und auch einige andere, wie wir wieder reden durften. Sofort war der Kopf voll mit Gedanken. Jeder der bis zum Schluss blieb, ging mit einem breiten Grinsen und strahlenden Augen raus.

Und auch jeder hat mal das Gefühl, es abbrechen zu müssen und es sind auch ein paar verfrüht gegangen. Aber man sollte das unbedingt durchhalten. Gerade in den letzten Tagen passiert sehr viel, auch wenn man das zwischendrin nicht glaubt.
Wenn man unbedingt etwas bereden muss oder dringende Fragen hat, kann man das auch machen mit den Helfern dort oder dem Lehrer/Lehrerin. Man hat sowieso alle zwei Tage kleine Beredung mit dem Lehrer, wenns um die Technik geht. Also ganz gesprächsfrei gehts sowieso nicht, aber halt minimal.
3

Bella

« Antwort #8 am: 20. August 2011, 01:35 »
Danke für den Erfahrungsbericht, Angel, sehr interessant.. Ist vielleicht ne blöde Frage, aber gibt es auch eine Regel, die besagt, dass man nicht schreiben soll?? Ich könnte mir vorstellen, dass Tagebuch schreiben oder so helfen könnte, die Tage rum zu bekommen, ohne sich gleichzeitig abzulenken..

Und noch eine vielleicht blöde Frage: Sagen die einem, man soll z.B. keine Musik hören und dann hält man sich einfach dran, weil es schon seinen Grund haben wird, warum man keine Musik hören soll oder muss man z.B. seinen MP3-Player oder sowas abgeben..?

Hm, ich hoffe, die Fragen sind nicht zu dumm, aber es ist ja auch schon spät  ;)
0

Angel

« Antwort #9 am: 20. August 2011, 08:28 »
schreiben ist genauso verboten. Kleines Getier töten ist auch verboten. Fleisch essen ist verboten. Sex ist verboten (wie soll das überhaupt gehen, wenn die Männer von den Frauen abgeschottet sind)

Man gibt sowieso alle Wertgegenstände ab. Die Türen der Zimmer gehen nicht zum absperren.

MP3 würde dir nur wieder den Kopf wieder anfüllen mit irgendwas. Glaub mir, du brauchst das nicht. Ich empfehle allerdings die Tage davor gute Musik zu hören, damit einen nicht die falschen Ohrwürmer quälen.

Ich hab immer die Affen beobachtet, die in den Bäumen herumgehüpft sind, damit mir in der Pause nicht langweilig wurde. Oder Nägel geschnitten, Augenbrauen gezupft, herumgelatscht und so Sachen halt. Schlafen geht auch in den "großen" Pausen nach dem Frühstück und Mittagessen.

Um ehrlich zu sein, ich hab ein paar kleine Notizen gemacht, um nicht zu vergessen, wie es mir an diesen und jenem Tag ergangen ist. Regelmäßig gehen die freiwilligen Helferlein durch um zu kontrollieren, dass keiner spricht oder sonstwie die Regeln nicht einhält. Ist aber nicht klostermäßig streng, sie ermahnen einen freundlich.
Ich hab am Tag 5 verbotenerweise mit der Zimmerkollegin kurz geredet, weil es ihr so schlecht ging. Sie hat dann auch tatsächlich abgebrochen. Auf jeden Fall hat mich dieses kurze Gequatsche innerlich um 2 Tage zurückgeworfen in meiner Konzentration. Der Kopf ist sofort voll mit lauter Gedanken.
0

Bella

« Antwort #10 am: 20. August 2011, 12:17 »
Ich darf keine Mücken töten??  :o  ;)

Ja genau, solche Notizen fänd ich nämlich auch gut. Wenn in einem drin schon so viel passiert, ist es ja schön, wenn man das nachher noch einmal nachvollziehen kann.

Krass, dass du das Gefühl hattest, dass dich das bisschen reden mit deiner Zimmerkollegin um zwei Tage zurückgeworfen hat!  :o

Hmmm, das alles hört sich irgendwie nach einer interessanten Herausforderung an...  ;) Ich werd's auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten!
0

Angel

« Antwort #11 am: 20. August 2011, 15:41 »
nein, alles muss dort leben  ;D

muss man halt heimlich machen, aber einen Stift und einen Zettel kann man bestimmt reinschmuggeln.
Zumindest haben sie bei mir nicht so genau kontrolliert.

Ja, fand ich auch arg. Ich hätte jetzt nicht unbedingt reden müssen, weil ich unbedingt was zu sagen hatte. Es war mehr wegen der Situation, dass wir uns da nicht an die Regeln gehalten haben.

0

tunfaire

« Antwort #12 am: 21. August 2011, 12:00 »
Hallo.

Ich werde vor meiner Reise noch ein 10-Tages Vipassana Retreat besuchen und kann sehr empfehlen, sich vorher ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen.
Ganz besonders dieses Buch kann ich empfehlen, es ist hervorragend geschrieben und war mir ein wertvoller Wegweiser zur Meditation:
http://www.amazon.de/Praxis-Achtsamkeit-Eine-Einf%C3%BChrung-Vipassana-Meditation/dp/3921508770/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1313920789&sr=8-2

Grüße

Wolf
1

crumbs

« Antwort #13 am: 22. August 2011, 10:28 »
Hallo zusammen,
vielen Dank für die ganzen Informationen. Ich muss das noch mal ein bisschen auf mich wirken lassen und sehen, wie es in meinen Reiseplan passt, aber wenn ich das so lese reizt es mich schon sehr, soetwas mal mit zu machen.

Viele Grüsse,
Inken
PS: in 5 Tagen geht die Reise los :-)
0

ergebnisoffen

« Antwort #14 am: 23. August 2011, 00:25 »
Danke, das hilft mir echt weiter. Ist sicher nicht einfach, aber vielleicht auch eine schöne Abwechslung zum Reisen und ganz sicher hilfreich für die eigene Entwicklung.
Diese Kurse die du in Indien besucht hast, gibt es ja anscheinend auch in SOA, das wird sicher ähnlich sein. Schaue mir das nochmal genauer an.
Hat sonst noch jemand einen Tipp? Z.B. für Thailand? Es gibt da ja so unglaublich viele Orte, dass man gar nicht weiss wonach man suchen soll..
0

Tags: