Thema: Tollwut Sorge nach Biss  (Gelesen 11333 mal)

reisende

« am: 10. Mai 2011, 05:49 »
Hallo, ich war vor 8 Tagen in Lopburi, Thailand. Dort gibt es viele Affen, und einige junge Affen waren so frech, mich zu beklettern. Einer hat mich sogar ganz leicht ins Bein gebissen, durch die Hose. Ich ging sofort nach Hause, um die Stelle zu desinfizieren. Dort war nur ein kleiner Blaufleck, kein Riss oder so. Der Blaufleck ist mittlerweile auch verschwunden. Ich hatte die Ticketverkaeuferin noch gefragt, ob das ein Problem sei, sie meinte nein. Ich glaubte ihr nicht, aber irgendwie hatte ich nicht den Eindruck, dass der Affe krank gewesen ist. Diese Affen dort sind alle etwas uebermuetig. Und so ging ich nicht zum Arzt. Es ging mir gut, und ich hatte keine Beschwerden. Das klingt alles wohl sehr leichtsinnig, aber in dem Augenblick fuehlte es sich richtig an. Schliesslich hatte ich ja auch keine Wunde, und der Biss war durch die Hose. Es war also noch nicht mal zu Kontakt mit Speichel gekommen. Jetzt lese ich aber, dass es durchaus 3 Monate dauern kann, bevor die Tollwut ausbricht. Wenn ich jetzt also nichts habe, heisst das noch lange nicht, dass nichts mehr kommt. Nun mache ich mir doch etwas Sorgen, ob ich nicht doch noch zum Arzt gehen sollte. Ich komme morgen in Malaysia, Butterworth an. Soll ich dort zum Arzt gehen? Kann mir jemand einen Tipp geben? Ich bin heute noch in Hat Yai.

Viele Gruesse von der reisenden

0

Angel

« Antwort #1 am: 10. Mai 2011, 06:00 »
Hab gar nicht gewusst, dass Tollwut so lange brauchen kann.

Ich glaube, es ist besser du gehst zum Arzt. Nicht weil ich glaube, dass du Tollwut hast, sondern um dir selbst Sicherheit zu verschaffen. Gibt einfach ein besseres Gefühl.

Hatte in Indien mal Fieber und hab ich schon gefürchtet Malaria zu bekommen. Bin dann zum Arzt, der hat gemeint, es ist nur eine Erkältung. Ich wollte mich trotzdem testen lassen. Testergebnis war eh ok dann, aber die Sicherheit zu wissen, dass alles passt, war mir noch wichtiger.
3

reisende

« Antwort #2 am: 10. Mai 2011, 06:29 »
Die Sache ist die, dass die nachtraegliche Impfung viele Nebenwirkungen (Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen) haben kann, die wohl auch ein halbes Jahr oder laenger anhalten koennen (nach dem, was ich gelesen habe). Und ich bin durchaus anfaellig fuer Nebenwirkungen, habe sehr schlechte Erfahrungen mit so manchen Medikamenten gemacht. Deshalb moechte ich irgendwie schon sicher wissen, dass ich die Post-Impfung brauche. Und nicht jedem Arzt kann man vertrauen... Nur um mal meine Bedenken zu schildern... Wie viele Affen in Lobpuri ueberhaupt infiziert sind, konnte ich dem Internet bisher nicht entlocken. Ich konnte keinen einzigen Fall von Tollwut in Lobpuri finden bisher, nicht im Internet jedenfalls. Ist die ganze Tollwut Sorge nur Paranoia, oder muss ich mich wirklich sorgen? Das ist eben die Frage. Ich bin etwa beim 8. Tag nach dem Mini-Biss durch die Hose ohne Wunde. Bis zu 10 Tage danach kann wohl die nachtraegliche Impfung noch helfen, falls denn Erreger da sind. Das macht mir Sorgen...
0

Jens

« Antwort #3 am: 10. Mai 2011, 06:42 »
Da gibt es doch dann nur eins, du willst Sicherheit und die bekommst du nur durch einen Test. Oder du lässt dich jetzt noch impfen! Die Frage ist doch, ob du die Nebenwirkungen einkalkulierst, oder wenn du Tollwut hast....... Was ist dann besser?? Ich habe bei der Tollwutimpfung gar nichts gemerkt.
0

reisende

« Antwort #4 am: 10. Mai 2011, 10:07 »
Jetzt war ich beim Arzt.

Ergebnis: Es gibt keinen Test. Und fuer das Anti-Serum ist es zu spaet.
Selbst ein kleiner nicht sichtbarer Riss in der Haut koennte folgenreich sein. Ich bekomme jetzt die 5 postphylaktischen Impfungen. Die helfen aber nur fuer den naechsten Biss, nicht fuer diesen, sagt der Doktor. Ob das so stimmt, bezweifle ich. Jedenfalls sei die Gefahr bei Hunden sehr viel groesser und es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Affe nicht infiziert war und/ oder das Desinfektionsmittel geholfen hat.

Jedenfalls habe ich jetzt viel Zeit, mir Gedanken zu machen, was ich tun wuerde, wenn ich nicht mehr lange zu leben haette. Obwohl... das mache ich ja schon: reisen!
Naja, es ist nicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich mir Gedanken um ein ploetzliches Ende machen muss. Insofern glaube ich, dass ich das ganz gut verkraften werde und hoffentlich nicht in Paranoia verfallen werde.

Ich halte euch dann auf dem laufendem, falls es was neues zu diesem Thema gibt. Ich hoffe doch aber, nicht.

Uebrigens war der Doktor unglaublich freundlich und hat geduldig auf alle meine Fragen geantwortet. Wenn es das mal in Deutschland gaebe! Da haben die Aerzte ja noch nicht einmal Zeit, mir richtig zuzuhoeren.

 die reisende
0

reisende

« Antwort #5 am: 11. Mai 2011, 03:01 »
Hallo, fuer alle die es interessieren koennte.

Nach etwas Recherche stellt sich heraus, dass das Serum, das innerhalb der ersten 3 Tage in die Wunde gespritzt werden soll, nur ein Schutz fuer ca 1 bis 2 Wochen ist, und der wirklich langhaltende Schutz durch die post-expositionelle (nachtraegliche) Impfung kommt, welche ich ja bekommen habe.

Gefunden hier:
http://www.ahimsatx.org/links/rabies.htm

Mein Biss war ausserdem im Bein und hatte keinen direkten Blutkontakt. Das bedeutet, dass ein eventuell eingetretenes Virus (trotz Waschen und Desinfizieren) laenger braucht, um ins Gehirn zu gelangen, und ich wohl nicht in die Kategorie der Leute falle, wo die Krankheit innerhalb von 10 Tagen ausbricht.
Die Aussage des Arztes war also so nicht richtig. Das habe ich mir allerdings schon gedacht. Warum sollte denn die post-expositionelle (nach Kontakt mit einem eventuell infiziertem Tier) Impf-Serie aus 5 Impfungen bestehen, waehrend die pre-expositionelle (vor Kontakt) nur 3 Impfungen vorsieht. Da muss es ja schliesslich einen Unterschied in der Wirkweise geben.

Ich habe mich jetzt jedenfalls entschlossen, ruhig zu bleiben. Und natuerlich dafuer zu Sorgen, dass ich waehrend der vorgeschriebenen Impftage in der Naehe eines guten Krankenhauses bin.

Viele Gruesse von der reisenden

0