Thema: Sicherheit in Ecuador - Vergewaltigungen?  (Gelesen 8235 mal)

weltentdecker

« am: 17. Januar 2011, 11:16 »
Wir sind gerade stark am überlegen unsere Route (http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=2869.msg11837#msg11837) umzustellen und Mittelamerika (Costa Rica, Panama) zu streichen und stattdessen „nur“ Südamerika und SOA zu machen. Der Gedanke war, in Ecuador zu starten und dann entweder nach Santiago de Chile oder nach Buenos Aires zu reisen, da es von dort die besten Flüge nach SOA gibt. Nach längerem Bloglesen und Infos sammeln, sind wir irgendwie zu der Einsicht gekommen, dass weniger mehr ist und wir gerne mehr von Südamerika sehen würden. Costa Rica und Panama sind ja super Länder für einen 3-Wochen-Urlaub und können noch für später aufgehoben werden. Desweiteren wäre das Flugticket ca. 1000€ pro Person günstiger, da wir nur 3 Einzelflüge bräuchten. Somit hätten wir 1000€ für die Galapagoskreuzfahrt!  ;D

Nun aber zu meiner Frage: Der Sicherheit in Ecuador. Ist es dort wirklich gefährlicher als in Peru oder Bolivien? Was mich beim AA am meisten abschreckt, sind die „gehäuften“ Vergewaltigungen, von denen dort die Rede ist. Es wird sogar direkt ein Postexposure Kit nach Vergewaltigungen empfohlen, dass man sich bei der UN in Quito abholen kann.

Wie ist eure Sicht dazu? Raubüberfälle, Trickdiebstähle etc., da kann man sich ja meistens gegen schützen, indem man sich vorsichtig verhält, aber vor Vergewaltigungen hab ich schon absolute Panik (so geht es wahrscheinlich jeder Frau). Ich reise zwar nicht alleine, sondern mit meinem Freund, aber bei einem Überfall kann er wahrscheinlich auch nicht viel machen?

Weiß auch nicht, ob das AA hier nicht einfach etwas übertreibt, denn im Lonely Planet steht z.B. überhaupt nichts von Vergewaltigungen drin. Da steht sogar, dass Ecuador für alleinreisende Frauen ein „safe and pleasant country“ sei. Außer dem üblichen Macho-Gehabe sei nichts zu befürchten.

Was meint ihr dazu? Ich hoffe, ihr könnt mich beruhigen…
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Geek

« Antwort #1 am: 07. Februar 2011, 22:55 »
Nachricht ist von 2007, aber dennoch:
http://dielinke.at/artikel/international/kolumbien-ecuador-mehr-als-1-600-frauen-in-funf-jahren-vergewaltigt/
Und wenn dein Freund dabei ist sollte dir nicht soooviel passieren.
Ansonsten kann man nur das selbe wie in DE raten: Verteidigen mit dem was man hat. Pfefferspray etc.
Nur eben erst nach dem Flug kaufen.
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jeannine

« Antwort #2 am: 08. Februar 2011, 09:26 »
Liebe Janine

Wir waren letzes Jahr mit unserem Bulli in Südamerika unterwegs. Auch ich hatte anfänglich solche Angstgefühle, zudem wir noch vielfach noch auf Parkplätzen oder Tankstellen übernachteten. Doch diese Angst hat sich relativ schnell gelegt, wenn du ein paar kleine Grundsätze einhaltest. Unsere waren: wenn es einem von uns an einem Ort unwohl ist, wird der Platz gewechselt, auch wenn es Nachts drei mal sein muss. Wir wurden viel eingeladen, bekamen viele Tipps, hatten tolle Gespräche mit Einheimischen, gib dich mit ihnen ab, misstraue nicht sofort jedem der dir helfen will, aber vertraue immer dir selbst und deinem Freund. Hört auf euer Bauchgefühl. Sei nett und freundlich zu den Menschen, dann sind sie es auch zu dir. Seid aber trotzdem wach, im Taxi hab ich immer auf dem Stadtplan mitverfolgt, wo wir durchfahren, hab mit mitbeteiligt an der Fahrt, fragte das eine oder ander über die Familie des Fahrers, wollte wissen wie ein Gebäude hiess etc. So zeigte ich Interesse an Mensch und Kultur und er wusste, dass ich wissen will, wo wir uns befinden.
Alles andere mit Wertsachen etc. brauche ich dir ja nicht zu sagen. Ah etwas kleines noch, die Macho-Sprüche werden kommen, ich hab sie immer mit einem Lächeln erwidert. Ich habs nie persönlich genommen. Auch hab ich mich immer relativ unattraktiv gekleidet, trug nie Ausschnitt oder Hotpants, hatte keine schicken Klamotten mit. So vermied ich es, irgendwelche Anreize zu geben.
Aber von allen Ländern Südamerikas, habe ich mich in Peru am unwohlsten gefühlt. Aber da ihr zu zweit reist und euch wahrscheinlich mit ÖV unterwegs sein werdet braucht ihr euch glaub keine grossen Sorgen zu machen. Auswärtiges Amt... da hab ich nur einkmal kurz reingeschaut. Hätte ich mehr gelesen, wäre ich glaub sehr besorgt gewesen und wäre nicht so unbeschwert gereist. Also immer Kopf und Bauch einschalten und dich mit den Leuten befassen. Sie sagen dir sofort, wo du hin kannst und wo du es besser sein lässt. Viel Spass
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weltentdecker

« Antwort #3 am: 08. Februar 2011, 13:18 »
Jeanine, vielen Dank für deine Einschätzung! Es hilft wirklich sehr, dies von Frauen zu hören, die vor Ort waren. Interessant ist auch, dass du dich in Peru am unwohlsten gefühlt hast, obwohl dies beim AA wesentlich besser wegkommt als Ecuador. Naja, wir werden uns davon auch nicht mehr so doll beeinflussen lassen und unsere Route Ecuador, Peru, Bolivien steht fest.  :)

Auswärtiges Amt... da hab ich nur einkmal kurz reingeschaut. Hätte ich mehr gelesen, wäre ich glaub sehr besorgt gewesen und wäre nicht so unbeschwert gereist.

Hätte ich bloß auch mal so machen sollen....  :-\
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krissy

« Antwort #4 am: 27. Februar 2011, 21:54 »
hallo du,
 
ich geb auch noch meinen senf dazu. ich glaube woi man sich sicher fühlt und wo nicht ist sehr subjektiv und hat nicht so viel mit der objektiven gefahr zu tun. ich zb fühlte mich nierge nds so sicher wie in peru. ich denke weil es mein erstes land war und ich zusammengerechnet 1 jahr da verbracht habe. also ich war insgesamt 2.5 jahre in peru, bolivien, ecuador und argentinien.

in den 2.5 jahren ist mir, (gott sei dank und toi toi toi) nichts passiert. ich habe 2 mal in bolivien und 3 mal in peru einen ''überfall'' gesehen. in 4 fällen wurden einheimische unspektakulär beklaut. der andere fall war eine touristin der die tasche aufgeschnitten wurde von hinten.

ich bin auch viel nachts unterwegs gewesen und meistens mit untouristischen kleinen bussen. ich hab auch immer in den absolut billigsten absteigen übernachtet. ich denke da haben die diebe keine touris erwartet. kleiner tipp, ich hab meinen rucksack wenn er auf dem dach transportiert wurde immer in so ne markt/kartoffeltüte getan. das hat ihn geschützt und keine diebe angelockt.

naja wie dem auch sei, von vergewaltigungen hab ich garnichts gehört von touris. eine gute freundin von mir war 2 jahre in quito, die hat das auch nich erzählt.

also würde ich nicht all zu panisch rangehen, aber auch nicht all zu naiv reisen.

viele liebe grüße und wenn du mehr wissen willst kannst du mir gerne schreiben an mikchen_in_peru@yahoo.de
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farmerjohn1

« Antwort #5 am: 01. März 2011, 18:15 »
Bin zwar keine Frau, habe aber fast alle suedamerikanischen Laender, u.a. Bolivien, Peru und Ekuador bereist. Ekuador machte mir dabei nicht den Eindruck, als wenn dort im Vergleich zu den Nachbarlaendern eine besonders hohe Neigung zur Vergewaltigung von Frauen bestuende.
Was man aber glaube ich schon sagen kann, sind zwei Dinge: erstens sind in Suedamerika allgemein die Themen Sexualitaet, Geschlechterverhaeltnis, Frauenfragen, etc. allgemein lockerer (oder besser: weniger unnatuerlich) als in Deutschland, das gilt fuer beide Geschlechter gleichermassen. Daraus folgt eben auch, dass jeder, der eindeutige anvancen macht und sich dann ploetzlich auf einmal voller Bedenken, Misstrauen oder Schuldgefuehle zurueckzieht, auf grosses Unverstaendnis bei allen Mitmenschen stoesst. Lust und Freude am Leben in Lateinamerika, das ist wie gutes Essen in Spanien oder Qualitaetskontrolle in Deutschland: das ist den Leuten heilig, und wer da jemanden vor den Kopf stoesst oder blossstellt, der hat mit negativen Konsequenzen zu rechnen - ob das jetzt subtiler Spott, offene Verachtung oder brutale Gewalt ist, haengt vom Niveau des Gegenuebers ab.
Zweitens gibt es besonders an sozialen Brennpunkten bestimmte 'Gangstertypen', die es nicht interessiert, ob die Frau will oder nicht. Damit duerfte eine Touristin aber selbst bei einem bewaffneten Ueberfall auf offener Strasse in Quito kaum in Beruehrung kommen, solche Erfahrungen duerfte sie meiner Meinung nach nur dann machen, wenn sie z.B.  ueber laengere Zeit ein soziales Projekt in einem Gefaengnis begleitet, sich dabei auf irgendwelche illegalen oder halblegalen Kontakte einlaesst und ihr infolgedessen aufgelaeuert oder sie entfuehrt wird.
So zumindest meine Meinung.
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Skraal

« Antwort #6 am: 11. März 2011, 12:24 »
Daraus folgt eben auch, dass jeder, der eindeutige anvancen macht und sich dann ploetzlich auf einmal voller Bedenken, Misstrauen oder Schuldgefuehle zurueckzieht, auf grosses Unverstaendnis bei allen Mitmenschen stoesst.

Das iſt nicht Dein Ernſt, oder?
Das Opfer iſt alſo ſchuld, wenn ſie vergewaltigt wird, weil ſie irgendwelche Avancen gemacht hat?
Und das iſt dann eine natürlichere Einſtellung zum Geſchlechterverhältnis?
Da bin ich aber froh, daß es in Deutſchland unnatürlicher zugeht.
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