Thema: Sprachkurs Südamerika  (Gelesen 3014 mal)

Julle

« am: 13. Oktober 2010, 10:29 »
Halli Hallo,

da ich leider bisher noch keinerlei Spanisch spreche und wohl auch nicht mehr dazu kommen werde es zu lernen bevor es dann irgendwann losgeht, würde ich gerne von euch wissen, ob ihr schon Erfahrungen mit Sprachkursen in Südamerika gemacht habt und wo ihr gute und günstige Erfahrungen gemacht habt (Land, Stadt erstmal egal). Meine Reiseplanung ist noch nicht so weit vorangeschritten, dass ich weiss, wo in Südamerika ich starten werde und das dann vielleicht auch davon abhängig machen könnte. Ausserdem würde mich interessieren, was die bessere/günstigere Variante ist für eine Unterkunft in dieser Zeit ist. Auf den Seiten von Sprachschulen werden ja auch immer Unterkünfte mit angeboten, die kommen im Vergleich zu Hostels jedoch viel zu teuer vor. Oder meint ihr es macht Sinn sich so eine Unterkunft zu nehmen (aus welchen Gründen auch immer... mir leuchtet grade keiner ein :)) ?

Danke...
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migathgi

« Antwort #1 am: 13. Oktober 2010, 14:32 »
Wenn Du in einer Familie wohnst, bist Du gezwungen, permanent Spanisch zu sprechen, das ist sicher in Hostals anders, wenn Du dort Landsleute oder englischsprachige Leute triffst. Für mich wäre das DER Grund, wenn ich möglichst schnell Spanisch lernen wollte.
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karoshi

« Antwort #2 am: 13. Oktober 2010, 16:20 »
@migathgi: Das stimmt leider nur bedingt. Es gibt viele Familien, die mehrere Zimmer vermieten, dann sind gleich wieder Ausländer im Haus mit denen man Englisch oder sogar Deutsch sprechen kann. Wenn die Familie es als eine Möglichkeit des Kulturaustauschs sieht und wirkliches Interesse an Dir hat, ist das eine gute Sache. Wenn sie es nur als Geldquelle sieht, nicht.

@Julle: Ich würde möglichst da Spanisch lernen, wo die Reise beginnt. Schließlich willst Du ja noch was davon haben.
Am besten ist der Lernerfolg dort, wo Einzelunterricht üblich ist (z.B. Ecuador, Guatemala). Aber auch in einer Kleingruppe kann man schnell viel lernen.

LG, Karoshi
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reisender0815

« Antwort #3 am: 13. Oktober 2010, 19:04 »
Hi Julle,

mir geht eas fast so wie dir. Allerdings lerne ich nun in einem Grundkurs ein wenig Spanisch, damit ich ein klein bischen Spanisch kann. Ist von ner VHS und geht 15 mal 1,5 Stunden. Man hat überhaupt kein problem mitzukommen und wenn man es will lernt man auch viel :)
Allerdings wirst du denk ich mir nicht Spanisch sprechen können. Ich werde Ende Januar in Chile loslegen und dort über Couchsurfing jemanden suchen, der mich evtl für ein paar Tage aufnimmt. Da ist es dann auch so. dass du Intressant bist und nicht dein Geld. Ansonsten werd ich mal eine Woche sprachkurs besuchen, falls es einfach nicht anders geht oder es mir sinnvoll erscheint. Das mache ich eher spontan.

adios buenas noches ;-)
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tanileha

« Antwort #4 am: 13. Oktober 2010, 20:49 »
Ich und wohl auch TeleTobi werden dir La Casa Maria in Arequipa, Peru vorschlagen:-) Eine supernette Mama von zwei süssen Töchtern (9 und 7), die seit vielen Jahren erfolgreich eine Spanischschule führt.

Ich persönlich wohnte bei der Familie, Maria hat mich 3x pro Tag mit Peruanischen Köstlichkeiten versorgt. Ich bin Vegetarierin und hatte jeden Tag tonnenweise Gemüse. Ein paar Wochen später kam dann noch Paul aus England, welcher nicht Vegetarier ist und der hat dann auch schön immer sein Fleisch oder Fisch gekriegt. Verwöhnprogramm vom allerfeinsten!

Du hättest aber auch die Möglichkeit auswärts zu leben, kommt immer auf dein Budget an. Bei ihr zu Hause war's jetzt 100 Dollars pro Woche für Unterkunft mit eigenem Zimmer und WC/Dusche und super geiler Aussicht auf dem Balkon auf den Vulkan Misti sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Schule war auch 100 Dollars pro Woche. Auswärts bei einer Familie kostet's, glaube ich, 80 Dollars oder du kannst natürlich auch in einem Hostel wohnen. Ich persönlich fand's das Beste bei ihr zu wohnen, da ich den ganzen Tag und Abend auch meistens dann nur Spanisch gesprochen habe.

Wenn du die Adrese möchtest kannst du mich ja anschreiben. Grüsse immer noch aus Peru, Nathalie
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Julle

« Antwort #5 am: 14. Oktober 2010, 09:50 »
erstmal danke für die Antworten.

@migathgi: das hatte ich auch überlegt, aber dann sind mir relativ schnell die gleichen Gegenargumente, wie karoshi sie gebracht hat, eingefallen

@karoshi: das war ja eine meiner Fragen, also wo es die besten Sprachschulen gibt, was das Preis-/Leistungsverhältnis angeht und wo man sich vielleicht auch zwei Wochen lang an einem ort aufhalten will, um dann zu versuchen diesen Ort an den Anfang der Südamerika Reise zu stellen.

@reisender0815: auch wenn es noch ein halbes Jahr hin ist, finde ich für einen vhs Kurs leider keine Zeit mehr. Ausserdem habe ich schonmal einen angefangen und nach drei Besuchen abgebrochen, weil ich das Gefühl hatte nichts zu lernen. Da kann ich mir fast sinnvoller von Freunden, die spanisch sprechen, ein wenig was mit auf den Weg geben lassen.

@tanileha: das hört sich doch mal gut an. Findet man die auch irgendwo im Internet? Über google hab ich sie grad nicht gefunden.
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After Backpacking

« Antwort #6 am: 14. Oktober 2010, 10:32 »
Wie von tanileha schon vorgeschlagen, kann ich die Sprachschule bei Maria in der "weissen Stadt" Arequipa nur empfehlen. Hier mal der Link dazu: http://www.llamaeducation.com/

Bei konkreten Fragen, einfach anschreiben.
Gruss Tobi
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karoshi

« Antwort #7 am: 14. Oktober 2010, 11:11 »
@karoshi: das war ja eine meiner Fragen, also wo es die besten Sprachschulen gibt, was das Preis-/Leistungsverhältnis angeht und wo man sich vielleicht auch zwei Wochen lang an einem ort aufhalten will, um dann zu versuchen diesen Ort an den Anfang der Südamerika Reise zu stellen.
Ich gehe mal davon aus, dass Du trotzdem nicht die Konsequenzen außer acht lässt, die das eventuell für Anreisekosten, Reisewetter und Sinnhaftigkeit der Routenplanung hat.

Viele machen ihren Kurs in Ecuador. Typische Orte dafür sind Quito (am billigsten), Cuenca und Banos. Ecuador ist insofern eine natürliche Wahl, weil viele, die in Nord-Süd-Richtung reisen, dort ihre Reise beginnen. Es gibt viele Schulen und wegen der Konkurrenz auch gute Preise. In Quito ist Einzelunterricht üblich, in Cuenca machen viele wegen der höheren Kosten Unterricht in Kleingruppen. Quito ist für mich die interessantere Stadt, Cuenca die schönere. Zwei Wochen aushalten kann man es in beiden. In Banos dagegen würde mir spätestens nach einer Woche langweilig werden, falls nicht gerade mal wieder der Tungurahua ausbricht.

Ein weiteres Land, in dem es viele Schulen gibt (weil dort auch viele anfangen) ist Argentinien. Typische Orte (bzw. Millionenstädte) sind Buenos Aires und Mendoza. In Argentinien wird eher in Kleingruppen unterrichtet.

Natürlich kann man auch mittendrin noch Spanisch lernen. Arequipa ist sicher keine schlechte Wahl.

LG, Karoshi
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tanileha

« Antwort #8 am: 14. Oktober 2010, 22:50 »
Ja klar Peru ist irgendwo mittendrin und nicht gerade sehr günstig gelegen. Aber es war wirklich eine supertolle Familie und eine supertolle Erfahrung. Und von wegen einige Wochen bleiben: Arequipa ist wohl die einzige Stadt in ganz Peru (nach meiner Meinung), wo ich persönlich mehrere Wochen bleiben könnte/wollte. Alle anderen Städte haben mich nicht wirklich so fasziniert (Städte halt). Eventuell jetzt hier noch Cusco aber sonst nööö.

Grüsse
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Julle

« Antwort #9 am: 15. Oktober 2010, 10:11 »
@karoshi: das sind die Überlegungen und Denkanstösse, die ich mir erhofft hatte. Da ich irgendwie noch keine Struktur in meine Planungen gebracht habe und im Moment (noch) eher kreuz und quer plane, habe ich noch nicht alles zu ende gedacht und freue mich daher über die gegebenen Hinweise.
Werde dann wohl mal weiter planen und versuchen den Sprachkurs irgendwie vernünftig in den Beginn der Route zu integrieren.
Eine Sprachschule zu finden bzw. sich für eine zu entscheiden, wird dann wohl auch nochmal nicht einfach werden. Dazu hab ich hier im Forum zwar schon einen Thread gefunden, allerdings hat der mir bisher leider auch nicht viel weitergeholfen... naja, aber eins nach dem andern :)
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Yike

« Antwort #10 am: 05. März 2013, 11:50 »
Mal eine allgemeine Frage: ich lese sehr häufig, dass Reisende einen Sprachkurs in SA planen/machen. Ist dies zum Reisen wirklich notwendig? Oder kann man sich auch mit Englisch durchschlagen? Ich spreche noch Deutsch, Französisch und Holländisch. Diese werde ich dort nicht gebrauchen, doch ich lerne ziemlich schnell Sprachen und würde "auf der Strasse" ein wenig Grunsspanisch lernen.

farmerjohn1

« Antwort #11 am: 05. März 2013, 14:43 »
@yike: wer Franzoesich oder eine andere romanische Sprache spricht, hat beim Thema Spanisch natuerlich schon einen gewissen Teil der Lernarbeit getan. Je nach aussersprachlichen Vorkenntnissen reicht es dann vielliecht sogar ohne Sprachkurs zum Verstehen wissenschaftlicher Texte, technischer Gebruachsanleitungen, zum Erfassen des wichtigsten Inhalts von Zeitungen mit hohem Niveau und zur Konversation in alltaeglichen Situationen, in denen der Gegenstand unmittelbar zur Hand oder zumindest fuer alle Beteiligten sichtbar ist.
Aber durch die eigentuemliche Aussprache, Wortakzent, Satzmelodie und Sprechgeschwindigkeit  kann es beim Hoerverstehen sehr unangenehme Probleme geben, und Spanisch-Erstsprachler, besonders wenn sie wenig Erfahrung im Umgang mit Fremdsprachen haben, koennen sich oft Ausdrucksweisen nicht erschliessen, die von ihrer eigenen Gewohnheit abweichen. D.h. man kann z.B. sich nicht mit dem Zeitungsverkaeufer ueber das Wetter und seine Familie unterhalten, nicht mit dem Taxifahrer ueber die Sicherheit in der Stadt, nicht mir Einheimischen ueber ihr Leben.
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karoshi

« Antwort #12 am: 05. März 2013, 14:55 »
Spanisch ist für das Reisen in Südamerika genauso wenig notwendig wie Winterreifen für das Fahren auf Schnee. Es geht meistens irgendwie auch ohne, aber man kommt nicht überall durch und hat insgesamt viel mehr Stress.
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Yike

« Antwort #13 am: 05. März 2013, 17:29 »

Aber durch die eigentuemliche Aussprache, Wortakzent, Satzmelodie und Sprechgeschwindigkeit  kann es beim Hoerverstehen sehr unangenehme Probleme geben, und Spanisch-Erstsprachler, besonders wenn sie wenig Erfahrung im Umgang mit Fremdsprachen haben, koennen sich oft Ausdrucksweisen nicht erschliessen, die von ihrer eigenen Gewohnheit abweichen. D.h. man kann z.B. sich nicht mit dem Zeitungsverkaeufer ueber das Wetter und seine Familie unterhalten, nicht mit dem Taxifahrer ueber die Sicherheit in der Stadt, nicht mir Einheimischen ueber ihr Leben.

Naja in China hatte ich es schnell raus und da sind die Tonlagen noch komplexer. Nach 2 Monaten kam ich MIT dem Taxi ueberall hin.

farmerjohn1

« Antwort #14 am: 05. März 2013, 18:25 »
Das derzeitige Mandarin-Chinesisch hat zwar im Gegensatz zum Spanischen  fuenf Tonlagen, und ein und derselbe Laut kann in jeder dieser Tonlagen jeweils vollkommen verschiedene Vokabeln bezeichnen. Und selbst die am extremsten vereinfachte Schrift setzt weit ueberdurchschnittliche piktografische Faehigkeiten voraus. Vielleicht gehoerst du ja zu den wenigen Hochbegabten und bist eine grosse Ausnahme, aber Westler, die es schaffen, gutes Chinenisch zu lernen, sind extrem selten, und ich bin der Meinung dass jemand, der bei diesem Versuch nicht ueber die Anfangsphase hinauskommt, sich nun wirklich nicht zu schaemen braucht.
Es ist nun wirklich laecherlich, ausgehend von Deutsch als Erstprache den Schwierigkeitsgrad des Spanischen mit dem des Chinesischen zu vergleichen.
Aber: ein paar chinesische Einsilbler in einem unzweideutigen Kontext wie Taxifahrten in Grosstaedten und Aehnliches stellen trotzdem einen sehr viel geringeren Anspruch dar als ein passables Spanisch in einer sinnvollen, freien Unterhaltung mit Einheimischen.  Aber wie gesagt: es kommt immer auch darauf an, was man fuer Anspruche an die eigene Sprachkompetenz stellt.
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