Thema: Wie sieht Eure Definition für "Backpacker" aus  (Gelesen 1284 mal)

Jens

« am: 22. September 2010, 13:35 »
Hallo Zusammen,

eben kam in einem anderen Thread die Frage auf, wie man "Backpacker" definiert? Z.B. ist es OK als Backpacker ein Auto zu mieten oder in einen Sternehotel ::) zu übernachten???
Also, wie definiert ihr euren Backpacker???
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dirtsA

« Antwort #1 am: 22. September 2010, 13:55 »
Ich glaube, es ist mehr die (persönliche) Einstellung, die es ausmacht: Ich buche nicht pauschal, sondern plane selbst - und wie das Wort schon sagt mit dem "backpack" unterwegs ;)

Ich finde nicht, dass es davon abhängt, ob man sich ein Auto mietet/kauft (machen ja v.a. in Australien, NZ, USA,... doch einige Weltreisende was ich so gehört hab) - oder mit den Öffis unterwegs ist.

Klar gibt es dann noch die (Vor)urteile, dass Backpacker eher abseits der normalen Pfade unterwegs sind (aber schaut euch mal die BP-Kultur in Thailand an...), dass man als BP größeres Interesse an den fremden Kulturen hat (again, schaut euch mal die Party-BP an, die wochenlang nur auf Phangan abhängen und sich aufführen wie nur was...), dass man eher in billigen Hostels übernachtet...... Wie ihr schon rauslesen könnt, stimme ich keinem dieser (Vor)urteile zu, ich finde nämlich, dass es sehr auf die einzelne PERSON ankommt.

Wenn ich meine Weltreise mache, will ich mir auf jeden Fall mal zwischendurch etwas gönnen und auch mal in nem besseren Hotel übernachten...auch wenn ich dann in dem Moment vielleicht von einigen nicht mehr als Backpacker betrachtet werde ;)
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Flynn

« Antwort #2 am: 23. September 2010, 10:22 »
Also ich nehme das Wort schon wörtlich und bin eher ein Anhänger der traditionellen Definition: Backpacking bezieht sich auf's Backpack, also den Rucksack. Das heißt nicht, dass ja niemand ein Auto mieten/kaufen darf auf der Reise - es heißt, dass ich erstmal abseits des klassischen Tourismus unterwegs bin und die meiste Zeit mit dem Rucksack durch die Welt ziehe.

Wenn jemand mit dem Wohnmobil durch Australien fährt, ist das nicht automatisch weniger schlecht - nur ist das auch vom Reisebüro aus buchbar und fällt bei mir unter Individualreisen. Für mich ist gerade das Nutzen der sozialen und allgemeinen (nicht touristischen) Gegebenheiten vor Ort ein verdammt wichtiger Aspekt einer Backpack-Reise. Jetzt kommt mir nicht damit, dass auch der Wohnmobilfahrer so einen Kontakt zu (einem Teil der ) Kultur des Landes bekommt, wie jemand der mit dem Chicken-Bus neben einem Einheimischen sitzt... :D

Das ist keine Wertung, jeder muss seinen Weg finden um zu reisen - ich könnte mich in so einem Fall nur nicht als "Backpacker" ausgeben, weil das für mich mehr bedeutet als Individualtourismus.

Edit: habe eben mal nachgeschaut wie andere das sehen und finde die englische Wikipedia bringts - für meine Begriffe - ziemlich gut auf den Punkt:
Zitat
The factors that traditionally differentiate backpacking from other forms of tourism include but are not limited to the following: use of public transport as a means of travel, preference of youth hostels to traditional hotels, length of the trip vs. conventional vacations, use of a backpack, an interest in meeting the locals as well as seeing the sights.
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lillki

« Antwort #3 am: 27. September 2010, 00:43 »
ich stimme dirtsA zu, denke es ist eher eine persoenliche Einstellung zu deiner eigenen Reise. Dass du eben daran interessiert bist jenseits deiner Reisefueher etwas zu sehen, zu erfahren und um das moeglich zu machen Entscheidungen abseits von Programmen triffst.
Schon klar, dass ich grade mit dem Campervan nicht backpacke, aber er erlaubt mir doch morgens am East Cap von NZ mit einem Einsiedler Maori zu fruehstuecken.
Zitat
Für mich ist gerade das Nutzen der sozialen und allgemeinen (nicht touristischen) Gegebenheiten vor Ort ein verdammt wichtiger Aspekt einer Backpack-Reise.
Autos sind ja nun in NZ und AUS eine absolute Gegebenheit, mit der ich mich nicht als Tourist von den locals entferne - im Gegenteil, man kommt ihnen naeher als mir manchmal lieb ist, z.B. im Kreisverkehr.  ;D

Ich beobachte auf meiner Reise mitunter Leute, die krampfhaft versuchen, allen anderen Backpackern aus dem Weg zu gehen, die keine Muehen scheuen um nicht als Tourist aufzufallen, in Indien Leute, die sich indischer als die Inder vorkamen. Ich denke immer: du bist ein Besucher, egal wie du es drehst. Du lernst vielleicht Leute kennen, die sich an dich erinnern, weil du mit ihnen Zeit verbracht hast ( was so eine Art Reise fuer mich auch sehr definiert).
Und es ist vielleicht sogar ein bisschen deine Aufgabe, die Laender, die du bereist fuer dich zu verstehen und zu erschliessen: einzutauchen.
Ob mit dem Campervan, zu Fuss oder mit der Rikscha - das ist fuer mich laenderabhaengig.

Und zu den Hotels: als ich 4 Tage lang klatschnass am Cape Trib/ AUS verbracht hab, war ich froh, erleichtert und unheimlich gleucklich als ich in die weissen Kissen eines Hotels sinken konnte und nicht auf der ollen Matte in einem klammen 10er Dorm lag. Ich habe ein frisches Laken noch nie so zu schaetzen gewusst und das ist auch eine schoene Erfahrung  :)

Gruesse aus Wellington

PS: mein hochgelobter Camper ist uebrigens schrott und ich lerne grad die oeffentliche Bibliothek kennen waehrend ich auf den Mechaniker warte...Träumchen!
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