Thema: CO2-Kompensation  (Gelesen 1065 mal)

marica

« am: 25. August 2010, 13:50 »
Kleine Anregung.  ;)

Ich hab immer ein fürchterlich schlechtes Gewissen wenn ich in ein Flugzeug steige, speziell die langen Flüge. Es scheint mir irgendwie absurd, ansonsten auf einen kleinen Fussabdruck zu achten (ÖV und Rad statt Auto, WG statt Single-Wohnung, usw.), bei der Planung einer grossen Reise dann aber diese Vorsätze über den Haufen zu werfen. Besonders absurd wird die Vorstellung in meinem Kopf, wenn ich bedenke dass ich vorhabe in ein asiatisches Land zu fliegen und dort einige Zeit auf Biohöfen zu arbeiten ...

Es geistert deshalb in meinem Kopf herum, alle meine Flüge künftig zu kompensieren. Mir ist natürlich schon klar, dass ich damit nicht die Welt rette, und das CO2 ist trotzdem erst mal in die Umwelt gelangt. Doch die Unterstützung von nachhaltigen Projekten wie beispielsweise Biomasse-Vergasungsanlagen scheint mir durchaus sinnvoll.
Und ich bin auch der Meinung, dass jeder der sich eine lange Reise oder gar eine Weltreise leisten kann, sich auch den CO2-Ausgleich leisten kann. Die Frage ist wohl eher, ob man das machen will.  ::)

Vielleicht macht das ja jemand von euch?
Was haltet ihr davon und für wie „sinnvoll“ haltet ihr den Versuch, freigesetztes CO2 zu kompensieren?
Wollt ihr das Geld lieber für die Reise haben?
Oder glaubt ihr, solche Projekte sind einfach dazu da, das Gewissen zu beruhigen?

Eure Meinung dazu würde mich interessieren!

Links wo man das machen kann:
Myclimate
atmosfair
Ich finde bei zweiterem sieht man ganz schön in welchem Verhältnis der CO2-Ausstoss eines Langstreckenfluges zum alltäglichen Leben steht, probierts mal aus.  :)

Liebe Grüsse
die marica
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hija del caos

« Antwort #1 am: 25. August 2010, 22:02 »
Das mit dem schlechten Gewissen kenne ich: Hier schaut man, dass man einheimisches Gemüse kauft, löscht jede unnötige Lampe, spart Wasser, etc. Und dann sitzt man stundenlang in ein Flugzeug... ::)

Der Grundgedanke der CO2-Kompensation finde ich gut. Jedoch wurde ich während des Studiums bisschen desillusioniert: Laut Dozenten gibt es bereits gigantische Beträge, die nicht eingesetzt werden können, weil es anscheinend zu wenige Kompensationsprojekte gibt (und weil sich halt jeder schnell sein schlechtes Gewissen "abbezahlt"). Weiss nicht inwiefern das wirklich stimmt, aber es hat mich schon zum Nachdenken gebracht, ob das Geld wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann.

Meinen Flug über den Atlantik habe ich nicht kompensiert. Spende dafür kleinen Organisationen und werde mein Engagement dort stets erweitern. Hat zwar dann nicht wirklich etwas mit dem Flug an sich zu tun. Aber eigentlich finde ich es wichtiger, dass man sich generell Gedanken macht über die Konsequenzen des Handelns/Konsumierens im Alltag, als dass man einfach für jeden Flug etwas mehr zahlt (aber trotzdem noch ein Vielflieger ist).
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Rolo

« Antwort #2 am: 26. August 2010, 17:53 »
Naja, das Flugzeug wäre ja auch ohne dich geflogen  ;)

Ok, im Ernst, würde mich jetzt auch interessieren, wie ihr das so handhabt. Bin bisher immer nur kürzere Strecken geflogen und habe mir deshalb darüber nie wirklich Gedanken gemacht. Wobei natürlich auch schon auf Kurzstrecken ein großer Teil des "Jahres-CO2-Budgets" ausgereizt werden kann....
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dirtsA

« Antwort #3 am: 27. August 2010, 08:27 »
Ich finde eigentlich gerade bei kürzeren Strecken kann man sparen... Da setze ich mich dann z.B. in den Zug oder nehme ne Mitfahrgelegenheit...

Langstrecken ist halt schwierig: Ich will ja nicht nur in Europa Urlaub machen und mit meinen läppischen 2 Wochen Urlaub am Stück komm ich sonst nicht weit.  :-\

Echt schwierig, hab mir schon oft Gedanken darüber gemacht, aber bin irgendwie nie auf was gekommen...
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marica

« Antwort #4 am: 27. August 2010, 11:16 »
Der Grundgedanke der CO2-Kompensation finde ich gut. Jedoch wurde ich während des Studiums bisschen desillusioniert: Laut Dozenten gibt es bereits gigantische Beträge, die nicht eingesetzt werden können, weil es anscheinend zu wenige Kompensationsprojekte gibt (und weil sich halt jeder schnell sein schlechtes Gewissen "abbezahlt"). Weiss nicht inwiefern das wirklich stimmt, aber es hat mich schon zum Nachdenken gebracht, ob das Geld wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann.

Das habe ich eben auch schon gehört ... War mir da auch nie sicher ob es einfach ein hartnäckiges Gerücht ist das sich hält, oder ob die Situation wirklich (immer?) noch so ist. Denn eigentlich kann ich mir schlichtwegs nicht vorstellen dass zu wenig Ideen da sind, oder der Bedarf zu klein ist...  ???
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