Thema: Sicherheit in Bolivien  (Gelesen 6251 mal)

cielo

« am: 03. August 2010, 12:19 »
ich bin gerade über folgende seite gestolpert: http://www.katharinaandpeter.at

darum geht es um ein pärchen was in bolivien entführt und ermordet wurde. als ob das nicht schon schlimm genug wäre, handelt es sich hier um ein organisiertes verbrechen, was wohl regelmäßig in la paz stattfindet.

ich zitiere: "Dabei locken kriminelle Banden Touristen in eine Entführungsfalle: Eine sich als Tourist ausgebende Person nimmt Kontakt auf und schlägt vor, ein Taxi zu teilen. Oder ein angebliches Taxi wartet beim Ausstiegspunkt aus dem Bus; nach kurzer Fahrt steigt ein angeblicher Tourist zu. Kurz darauf wird das Taxi von einem angeblichen Polizisten aufgehalten, der vorgibt, eine Drogenkontrolle durchzuführen. Meist werden dann beim Scheintouristen Drogen gefunden. Die Opfer werden auf ein angebliches Polizeiwachzimmer mitgenommen. Dort werden sie unter Gewaltandrohung gezwungen, ihre Bankkarten und die Pincodes herzugeben."

hier berichten noch andere leute von ähnlichen vorkommnissen:
http://www.katharinaandpeter.at/index.php?option=com_content&task=view&id=23&Itemid=52

vorsicht ist also auch vor weißen minibussen von copacabana nach la paz anzuraten.
weitere sicherheitstipps hier: http://katharinaandpeter.at/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=51&lang=de

ich bin nun ein wenig verängstigt. ich wusste ja, dass es nicht ganz ungefährlich ist, la paz insbesondere, aber die tour ist schon ganz ausgetüftelt. ein taxi zu teilen ist ja nichts ungewöhnliches ...
ich werde also noch mehr acht geben und hoffe, dass ich mit diesem beitrag auch ein paar weitere leute sensibilisieren konnte.

vielleicht wurden mittlerweile auch alle täter gefasst, was ich mir nicht vorstellen kann, oder es fand tatsächlich eine herabsetzung des abhebelimits statt. aus anderen ländern hab ich ja bereits gehört, dass das niedrige limit bemängelt wurde. jetzt bin ich froh darum! allerdings schon doof, dass es keine ATMs in bankfilialen gibt. aber vielleicht hat sich auch da was getan? kann da wer was zur aktuelle lage sagen? wie hoch das limit ist z.b.? und ob neuere fälle bekannt sind?
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karoshi

« Antwort #1 am: 03. August 2010, 13:10 »
Hi cielo,

ich hab den Beitrag zu einem eigenen Thread gemacht; wie Du schon selbst schriebst, ging es in den ursprünglichen Thread um etwas anderes. ;)


Diese Geschichte habe ich damals auch verfolgt. Sie war der traurige Höhepunkt einer ganzen Serie von ähnlichen Fällen, die offenbar von einer besonders skrupellosen Bande durchgeführt wurden. Erst nachdem es Tote zu beklagen gab, hat die bolivianische Polizei auf massiven internationalen Druck hin die Ermittlungen intensiviert und die Täter (inzwischen auch den Kopf der Bande) festgenommen.

Das heißt aber nicht, dass solche Verbrechen (wenn auch nicht mit so dramatischem Ausgang) seitdem gar nicht mehr vorkommen. Oft sind die Opfer einheimische Geschäftsleute, eher selten Ausländer (weil das für die Täter viel mehr unerwünschte Aufmerksamkeit nach sich zieht).

Grundsätzlich gilt deshalb (wie schon bei Dark Star): "Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen." Viele gute Tipps sind ja auf der oben angegebenen Seite vorhanden; sie haben auch großen Einfluss auf den Inhalt von Weltreise-Info gehabt. Wobei Leute, die einen lieben Menschen verloren haben, die Situation naturgemäß eher düsterer darstellen, als sie insgesamt ist.

LG, Karoshi
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Eidechsenkönigin

« Antwort #2 am: 03. August 2010, 13:31 »
hallöchen,

ich habe die seite von katharina u. peter letztes jahr ebenfalls entdeckt und verfolgt. auch ich war wahnsinnig doll entsetzt über die leidensgeschichte der drei (katharine u. peter u. ein weiterer spanischer backpacker) und die vorgehensweise der bande. wenn mich nicht alles täuscht, sind beide haupttäter zu 30 jahren haft verurteilt worden, die frau des bandenchefs und mitbeteiligte zu 15 jahren, ein weiterer mann musste aus mangel an beweisen wohl wieder freigesprochen werden.

mich hatte das sehr mitgenommen, weil ich meinen freund und mich in diesem paar so sehr wiedererkannt habe und es einfach unfassbar ist, was beiden/dreien zugestossen ist. danach habe ich bolivien für mich erstmal ad acta gelegt. ich habe viel im internet recherchiert über weitere fälle, die parallelen aufweisen oder ähnlich tragisch endeten, habe aber außerhalb der seite die du angegeben hast (also die berichte von ähnlichen erfahrungen anderer reisender) wenig finden können. ähnliche vorfälle gab es in anderen teilen der welt, leider auch in deutschland.

mittlerweile ist bolivien für mich wieder eines der favorisierten länder geworden, zum einen, weil ich mich in diesen emotionen wieder gefangen habe, zum anderen, weil die informationen dank der hinterbliebenen und anderen betroffenen hilfreich sind, im umgang mit gefährlichen oder prinzipiell schwierigen situationen vor ort. man ist gewarnt und aufmerksamer und für diese region bleibt das misstrauen leider nun mal nicht aus. trotzdem kann jedoch nunmal fast überall etwas passieren, aber mit dem richtigen bauchgefühl und ein wenig vorsicht (auch dank solcher warnungen) kann sich jeder seine eigene reise relativ sicher gestalten, denke ich.

aber danke an dich, dass du das hier gepostet hast, denn man sollte sich trotz aller reiseeuphorie nunmal nicht nur die schönen seiten der welt vor augen halten. ich für meinen teil finde es sehr wichtig, auch über solche dinge bescheid zu wissen und auch vor diesem hintergrund meine reise zu planen.
lg :)
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cielo

« Antwort #3 am: 03. August 2010, 13:52 »
naja zumindest die überschrift hat gepasst ;). aber so ist auch gut.

ok, das beruhigt etwas, dass zumindest diese eine bande hochgenommen wurde.
allerdings habe ich mittlerweile auch von einem überfall nach genau dem selben muster (falsches taxi, falscher polizist) im juli dieses jahres gelesen. dieses schema scheint also immer noch gut zu funktionieren und wird wohl auch seit etlichen jahren so praktiziert, wenn man sich mal die erfahrungen anderer auf verlinkter seite anschaut. ich hab mir jetzt mal alle durchgelesen. viele ähneln sich und es betrifft vor allem die orte la paz, santa cruz und cochabamba. aber auch andere orte in südamerika. und leider auch ohne solche tricks, sondern gleich auf offener straße gewürgt bis zur bewusstlosigkeit. da hilft alle prävention nichts :(.

ich finds jedenfalls schade, dass man wegen ein paar (im verhältnis gesehn) ganoven so ein misstrauen gegenüber den landsleuten anbringen muss. hinter jeder flüchtigen bekanntschaft könnte ein krimineller stecken. und dann noch die korruption, die das alles zulässt. der imageschaden bleibt demzufolge noch solange erhalten bis sich die kriminalität für diese leute nicht mehr lohnt. ein ende also nicht abzusehen :(.

@eidechsenkönigin: ja, mich wird es auch nicht von einer reise nach bolivien abhalten, aber ein mumliges gefühl bleibt.
ich werde jedenfalls ganz sicher keine unregistrierten taxis benutzen und wenn mich wer auf offener straße anspricht und nach meinem ausweis fragt, am besten sofort wegrennen ;). und natürlich nie viel geld ziehen und sowieso nie viel geld auf m konto haben (abgelaufene karten helfen wohl auch nur bedingt wenn man liest, dass sie sofort überprüfen ob die PIN korrekt ist ...).
die frage ist nur wie man sich verhält wenn man sich in sicherheit wiegt (dazu neigt man ja wenn einem nichts passiert und die umgebung sicher erscheint) und es vielleicht neue tricks gibt ...

also wenn hier wer etwas von neuen tricks hört, fänd ichs toll, wenn man diese hier posten würde ... selbiges werde ich natürlich auch tun. ich denke man ist eher in alarmbereitschaft wenn man muster wieder erkennt in einer entsprechenden situation als eine generelle warnung vor falschen polzisten und unregistrierten taxis ...
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Niels

« Antwort #4 am: 03. August 2010, 15:36 »
moin,
kurz zu meinen aktuellen Erfahrungen mit Bolivien:

Ich bin gestern nach rund 4 Wochen Bolivien in Salta angekommen und muss sagen, dass Bolivien eines der absoluten Highlights meiner Reise war. Das Land bietet unglaublich viele Aktivitaeten und fantastische Kolonialstaedte.

In den 4 Wochen habe ich mich nie bedroht gefuehlt, weder in La Paz, noch in anderen Staedten wie Sucre, oder Potosi etc. pp.
Natuerlich muss man, wie ihr selbst bereits angedeutet hat entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und etwas streetsmart sein. Es gab bspw. einige Taxis, die wir ganz bewusst nicht genommen haben.
Wer sich an die allg. Regeln, wenig Bargeld, keinen Schmuck, Rat von Locals und Radio-Taxis (niemanden zusteigen lassen) haelt, braucht aus meiner Sicht in Bolivien jedoch keine Angst zu haben.
In Ecuador bspw. habe ich mich durchgehend wesentlich unsicherer gefuehlt.

in diesem Sinne, schoene Reise.
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Eidechsenkönigin

« Antwort #5 am: 03. August 2010, 17:28 »
ich hoffe, karoshi ist mir nicht allzu böse?!: es gibt ja bekanntlich eine weitere große weltreiseseite, welche ich nur insofern sporadisch verfolge, weil es dort eine ganz hilfreiche rubrik gibt, in der gefährliche, unfaire oder ähnlich geartete situationen ziemlich genau von betroffenen geschildert werden, manchmal begleitet durch präventivmaßnahmen.

ich bin jetzt einfach mal so mutig  ;D und poste den link hier, der da heisst "vorsicht falle":
http://www.reise-forum.weltreiseforum.de/viewforum.php?f=35

@karoshi, wenn ich damit falsch liege und dir das missfällt, lösch meinen text bitte einfach.

wenn nicht, ist es für den einen oder anderen vielleicht hilfreich, sich ein besseres bild über diverse ortschaften, reiseanbieter, maschen etc. zu machen.

lg und trotzdem fröhliches reisen  :)

noch besser wäre eventuell auch eine solche rubrik hier zu starten?! ...
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karoshi

« Antwort #6 am: 03. August 2010, 18:40 »
noch besser wäre eventuell auch eine solche rubrik hier zu starten?! ...
Man kann solche Warnungen übrigens auch bei Nomads Connected eintragen.
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