Thema: 408 Tage auf dem Landweg nach China und zurück  (Gelesen 5729 mal)

Skraal

« am: 29. Juli 2010, 22:40 »
So, es geht los. In 12 Stunden ſteh ich verheult im Freiburger Hauptbahnhof und steige in den Zug nach Wien.
Meine erſte Station auf dem langen Weg nach China. Es geht dann über Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Bangladesh, Myanmar (die einzigen zwei Flüge), Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam nach China.
Von dort dann mit der transmongolischen Eisenbahn über Ulan Bator nach Moskau und von St. Petersburg über Eſtland, Lettland, Litauen und Polen (und Deutſchland ;) ) zurück in die badiſche Provinz.

Wenn Ihr virtuell mitreiſen wollt und von langen s (ſ) noch lange nicht die Naſe voll habt, dann ſeit ihr herzlich eingeladen unter http://reise.skraal.net mitzuleſen.

cielo

« Antwort #1 am: 29. Juli 2010, 23:03 »
hui, das ist mal eine ungewöhnliche reise. respekt! klingt echt toll.

du magst es offensichtlich ungewöhnlich. das lange s, die route, ein forum als reiseberichterstattung ... ;).

viel spaß!!!

karoshi

« Antwort #2 am: 30. Juli 2010, 07:02 »
Hallo Skraal,

jetzt geht es also los! Ich wünsche Dir eine gute Reise und ganz viele schöne Momente. Und natürlich das notwendige Quäntchen Glück -- auf einigen Abschnitten Deiner Reise wirst Du es brauchen können.

Komm gesund wieder, und schau immer mal wieder hier im Forum rein! :)

LG, Karoshi

Jens

« Antwort #3 am: 30. Juli 2010, 08:59 »
Jo Skraal,

dann leg mal los! Ich wünsch edir auch eine tolle, erlebnissreiche aber vorallem eine gesunde Reise!!! Bin mal gespannt, wie ich ein Forum als Reiseberichterstattung finden werde!!
Laß es krachen... Jens :)

tho.r

« Antwort #4 am: 30. Juli 2010, 09:22 »
Noch eine Stunde bis zur Abfahrt, wenn ich daran denke wie sich das bei mir anfühlen wird bekomme ich glatt ne Gänsehaut. :P

Dir einen guten Reisestart, deine Route liest sich unglaublich! Selbstverständlich werde ich mitlesen... ;)

Braunis

« Antwort #5 am: 30. Juli 2010, 21:59 »
Hey Skraal,
wünschen dir ebenfalls eine gesunde und aufregende Reise mit allem was dazu gehört.  ;D

Vielleicht laufen wir uns in Indien über den Weg  ;)

Grüße Braunis

Tom

« Antwort #6 am: 31. Juli 2010, 03:47 »
Bin dabei  ;)
Viel Spaß und viel Glück unterwegs.

Tom.

Skraal

« Antwort #7 am: 02. August 2010, 22:31 »
Danke für Eure Wünſche, bis jetzt (bin gerade in Budapeſt − 2. Station) läuft alles ſpitze, allerdings iſt es mit 32° (im Schatten) und praller Sonne nicht ganz ſo angenehm Sightseeing zu machen. Aber irgendwas iſt ja immer. ;)

Übrigens muß ich Dir, Karoſhi, an dieſer Stelle ein extra Kompliment machen:

Du biſt ein Genie!! Das iſt die beſte Idee überhaupt. Wenn man nur einen einzigen Tipp Deiner Seite befolgt, dann den Trage-Tipp! Der Ruckſack rutſcht nicht mehr alle zwei Schritte ab, man kann woanders hinfaſſen (in der U-Bahn z.B.) ohne daß er gleich zu Boden geht, der Bauch bleibt (ſchweiß-)trocken FANTASTISCH!!

cielo

« Antwort #8 am: 02. August 2010, 22:53 »
hehe, da muss ich gleich mal nachhaken: müssen es richtige kletterkarabiner sein oder geht auch die billigvariante, die ausdrücklich nicht zum klettern geeignet ist? steht nämlich auch noch auf meiner wunschliste, aber war noch unsicher ;).

Bella

« Antwort #9 am: 11. Dezember 2010, 12:30 »
hallo skraal,

ich habe gerade deine bisherigen einträge über bangladesh und finde sie suuuuuper! vielen dank für die vielen, vielen fotos, vor allem die "alltagsfotos"! sie sagen so viel mehr aus als fotos von sehenswürdigkeiten (die natürlich auch schön sind) und minütlich festigt sich mein plan, bangladesh in meine route mit einzubeziehen!

ich wünsche dir noch viel spaß mit deiner "neuen liebe" und hoffe auf weitere berichte und fotos! ;)


Skraal

« Antwort #10 am: 15. Dezember 2010, 11:13 »
Danke!

Ja, Bangladesh iſt auf jeden Fall eine Reiſe wert und lohnt ſich ſehr.
Komme gerade von St. Martin's Island zurück und die einzige Koralleninſel Bangladeshs iſt ein Paradies auf Erden!

Skraal

« Antwort #11 am: 20. Februar 2011, 14:43 »
Tag 204. Halbzeit.
Einerſeits kommt es mir ſo vor, als wäre ich erſt letzte Woche mit Tränen in den Augen in den Zug geſtiegen, andererſeits iſt es faſt ein Leben lang her. So viel habe ich erlebt, ſo viele Leute habe ich kennengelernt.
Nervös habe ich bei Dessi, meiner erſten CouchSurfing Hostess in Wien geklopft und wie erleichtert war ich, wie nett ſie und ihr Freund waren. Ein gelungener Start für die Reiſe.
In Ungarn, Rumänien und Bulgarien gingen die poſitiven Couchsurfing-Erlebnisse weiter und gipfelten in İstanbul, wo ich die beſte Zeit mit meinem Host hatte. Dann einen Tauchkurs im Mittelmeer und die Türkei erleben dürfen. Beides toll.
Der Iran war dann nicht ſo ſuper, wie ich es mir vorgeſtellt hatte − zu hohe Erwartungen − aber trotzdem ſchön.
Pakistan mußte ich wegen der Fluten, bzw. weil die Behörden im Iran keine Visa für nicht-Iraner ausſtellen wollten, ſtreichen, dafür hatte ich zwei tolle Wochen mehr in Indien und meine erſten Erfahrungen in der Freiwilligenarbeit. Ein tolles Erlebnis!
Dann die erſte große Überraſchung für mich: Bangladesh, ein Land, das ich nur mit eingeplant habe, weil es „auf dem Weg“ liegt, ohne mich groß darauf vorzubereiten. Doch als ich den Reiſeführer in Indien las, beſchloß ich, ſtatt der geplanten zwei, vier Wochen zu bleiben und dieſe vier Wochen waren das große Highlight der biſherigen Reiſe.
Myanmar konnte aber durchaus mithalten, vor allem wegen der anderen Traveller, die ich dort getroffen habe und die letzte Woche dort war die beſte der ganzen Reiſe.
Nach ſo vielen Hochs muß ja eigentlich ein Tief kommen und von Thailand war ich zutiefſt enttäuſcht. Zu touriſtiſch, zu einfach, zu komfortabel, ſchreckliche Traveller, einzig das Tauchen war grandios.
Dafür ſind die erſten paar Tage in Laos umſo beſſer.

Ich hoffe natürlich, daß es ſo gut weiter geht, bis auf zwei geklaute Ruckſäcke, in einem war meine Kamera, und einem überanſtrengtem Knöchel, iſt biſher alles gut gegangen.

Und wie geht es mir nach 204 Tagen unterwegs?
Beſtens. Ich bin voll in meinem Element, das iſt das, was ich immer machen wollte, ich lebe einen Traum. Mir graut es davor, wieder in einen „geregelten Alltag“ zurückzukehren, nach all dieſer Freiheit, weiß ich nicht, wie ich das durchhalten ſoll und ſo überlege ich, wie ich dieſen Traum weiterleben kann …
Heimweh habe ich keines, manchmal vermiſſe ich meine Freunde und Familie, aber da ich immer etwas erlebe, hält ſich das in Grenzen.
Ich bin zutiefſt zufrieden und glücklich in meiner Situation. Dieſe Freiheit und Ungebundenheit erleben und leben zu können iſt fantaſtiſch. Die einzigen Zwänge, denen ich folge ſind körperlicher oder ſtaatlicher (Viſa) Natur oder meiner Wanderluſt geſchuldet. Es iſt grandios!

Zum Abſchluß noch ein paar Zahlen:
24.700 km habe ich mit Zügen, Buſſen, Flugzeugen, Taxis, Jeeps, Pickups, Booten und zu Fuß zurückgelegt. Das iſt die reine Diſtanz um von einer Stadt in die nächſte zu kommen. Unternehmungen vor Ort ſind nicht dabei.
567 Stunden habe ich dafür gebraucht.
1080 Euro habe ich dafür bezahlt.
210 Euro hat die teuerſte Reiſe gekoſtet (Flug Shiraz − Mumbai)
65 Cent hat die billigſte Reiſe gekoſtet (50km Zug Sylhet − Srimangal, Bangladesh)
1942 km war die längſte Reiſe (Zug Delhi − Guwahati)
46 Stunden hat ſie gedauert.
11 Länder habe ich bereiſt,
9 habe ich noch vor mir.
18,40 Euro pro Tag habe ich im Schnitt für die laufenden Koſten bezahlt.
255 Euro haben die biſherigen ſechs Viſa gekoſtet.
Unglaublich viele nette, intereſſante, freundliche Menſchen habe ich kennengelernt


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Skraal

« Antwort #12 am: 08. September 2012, 22:22 »
Ich betreibe mal ein wenig Leichenfledderei und hole diesen Thread aus der Forumsgruft.
Ich bin mittlerweile schon wieder ein Jahr in Deutschland (genauer gesagt, 360 Tage) und habe mittlerweile ein neues Blog: http://blog.skraal.net, wo Ihr aber die alten Berichte nachlesen könnt, die habe ich nämlich mittlerweile importiert.
Natürlich schreibe ich weiter, zum einen Fehlen noch einige Berichte, die ich auf der Großen Reise − die übrigens genau 410 Tage und 19 Stunden gedauert hat − nicht geschafft habe zu schreiben: Laos, Angkor Wat und alle Länder ab China (Kazachstan, Kyrgyzstan, Uzbekistan, Ukraine und Polen − die tatsächliche Route weicht ein wenig von der geplanten ab).
Diese werden in nächster Zeit nachgereicht und sind schon in Arbeit.

Zum anderen werde ich im Oktober und November in Südindien und Sri Lanka sein, auch hier seid Ihr herzlich eingeladen, virtuell mitzureisen.

vadasworldtrip

« Antwort #13 am: 08. September 2012, 23:47 »
Hallo Skraal

Wie lief denn dein Reiseabschnitt mit der Transsib? Bist ja die umgekehrte Strecke gefahren. Anscheinend soll es sehr schwierig sein Betr. Visa, kannst Du dies bestätigen?

Danke und Lieber Gruss
Vada

Skraal

« Antwort #14 am: 09. September 2012, 20:39 »
Ich bin zurück doch nicht mit der Transsib gefahren. Ich wurde überredet, Rußland zu streichen und bin stattdessen über Kazachstan, Kyrgyzstan, Uzbekistan, Ukraine und Polen zurückgekommen. Eine großartige Entscheidung, auch wenn die Transsib noch hoch auf meiner Liste steht (ebenso wie Rußland).
Von meinen Recherchen davor weiß ich noch, daß das Russische Visum in Hong Kong zu bekommen war, war aber eine 50:50 Chance. Genauere Info hab' ich aber leider nicht.
Die Visa für die anderen Länder waren recht problemlos zu kriegen.

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