Thema: Lohnt sich Osterinsel?  (Gelesen 2757 mal)

Gargamel

« am: 19. Juli 2010, 18:47 »
Hallo Leute,

Ich fliege vorr. im Frühjahr mit dem RTW-Ticket von Südamerika Richtung Tahiti weiter. Ich könnte einen Zwischenstopp auf der Osterinsel einlegen, bin mir aber nicht sicher ob sich das wirklich lohnt. Klar, sonst werde ich sicherlich einige Zeit brauchen bis ich wieder in die Ecke komme, wenn überhaupt, aber auf Bildern sah es bisher immer so aus als ob es dort keine besonders reizvolle Vegetation gibt und man "nur" wegen der Steinfiguren dorthin reist...
Was sind eure Meinungen/ Erfahrungen?

Beste Grüße,
Gargamel :)
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Susu

« Antwort #1 am: 19. Juli 2010, 19:13 »
Hallo Gargamel,

ich finde die Frage nach dem "Lohnt sich das" immer schwierig beim Reisen, da die individuellen Wuensche und Vorstellungen oft doch arg voneinander abweichen.

Womit du definitiv recht hast ist, dass es keinen Grund gibt auf die Osterinsel zu fahren, wenn man sich fuer reizvolle Vegatation interessiert.

Von daher nur als Inspiration und Information der Link zu unserem Osterinsel-Aufenthalt:
http://www.traumweh.de/seite195.html

Viele Gruesse aus Quito und viel Spass bei deiner Reise, Susu
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Gargamel

« Antwort #2 am: 19. Juli 2010, 19:18 »
Da gebe ich dir Recht, ich hätte die Frage vielleicht anders formulieren sollen.

Aber immerhin habe ich von dir schonmal eine wunderbare Antwort (ich finde deine Seite ist sehr schön geschrieben!) zu meiner Frage bekommen, vielen Dank dafür!!

Beste Grüße,
Gargamel
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After Backpacking

« Antwort #3 am: 20. Juli 2010, 01:22 »
Für mich ist diese Frage eindeutig mit JA zu beantworten, ich würde jederzeit wieder auf dieses einmalige Inselparadies. Wie Susu schon richtig geschrieben hat, ist es vielleicht wegen der Vegetation nicht unbedingt zu empfehlen, aber wenn man schon mal in der Ecke ist, warum also nicht noch ein paar Tage dort stoppen, bis es zur nächsten Insel nach Tahiti geht. Nach meinem Südamerika Aufenthalt war die Osterinsel für mich genau richtig, um das Erlebte auch nochmal ein wenig Revue passieren zu lassen, bevor es dann wieder in die sogenannte erste Welt gehen sollte. Und falls Du noch tauchst, ist die Osterinsel auch nicht von schlechten Eltern, selten solche weiten Sichtweiten unter Wasser erlebt. Und es gibt auch auf der Osterinsel den einen oder anderen Strand zum baden, sofern man mal genug hat von all den Stein-Skulpturen.

Du schreibst Du möchtest im Frühjahr reisen, das passt ja fast wunderbar, also falls Du die Möglichkeit hast, unbedingt zum Tapati Festival auf die Osterinsel, welches meistens im Februar jedes Jahres dort gefeiert wird. Während der Tapati Zeit werden regelmäßig polynesische Tänze und so eigenartige Sportarten wie beispielsweise Rennen auf Bananen-Blättern, und natürlich darf zum Abschluss die Wahl der Mrs. Tapati nicht fehlen. Wenn mann jetzt denken mag, alles sehr touristisch - in keinster Weise, alles noch sehr authentisch!

Und dann sind dort natürlich noch die Steine der Maoris, wie ich finde sehr faszinierend, und unglaublich tolle Foto-Motive, also ich würde mir das nicht entgehen lassen.

Falls Du auch bei mir nochmal schauen möchtest, nur zu:
http://tiny.cc/klwpy

Tobi
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th23

« Antwort #4 am: 20. Juli 2010, 11:04 »
Kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen: Wenn Du schon in der Ecke bist, die Gelegenheit und das Ticket hast, dann auf jeden Fall machen :)

Aus Südamerika kommend haben wir dort 5 oder 6 sehr erholsame Tage verbracht, die Insel erkundet, das erlebte in SA nochmal durch den Kopf gehen lassen, am Strand gelegen und und und...es ist also trotz der Einsamkeit dort nicht langweilig geworden ;D
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Flynn

« Antwort #5 am: 20. Juli 2010, 12:26 »
Aus Südamerika kommend haben wir dort 5 oder 6 sehr erholsame Tage verbracht, die Insel erkundet, das erlebte in SA nochmal durch den Kopf gehen lassen, am Strand gelegen und und und...es ist also trotz der Einsamkeit dort nicht langweilig geworden ;D

Wie sieht denn das finanztechnisch aus? Lohnt es sich nach Tickets Ausschau zu halten vor Ort in Quito & Co? Theoretisch könnte ich mir einen Abstecher auch vorstellen, jedoch kann ich nicht für Galapagos & Osterinseln einen Tausender "verballern" :(
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Gargamel

« Antwort #6 am: 20. Juli 2010, 13:10 »
@ Tele-Tobi & th23, auch euch danke für die Erfahrungsberichte.

Zu Galapagos kann ich nichts sagen, aber von Südamerika zur Osterinsel fliegt meines Wissens NUR die LAN ab Santiago, und die Tickets sind glaube ich immer relativ teuer, weshalb es sich meinen Planungen nach nur mit einem RTW-Ticket (mit oneworld, da ist LAN dabei) ohne hohe Preisaufschläge realisieren lässt.
An meine Vorredner: Mit welchen Tickets seid Ihr zur Osterinsel geflogen? Auch mit dem RTW von oneworld?

Beste Grüße,
Gargamel
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karoshi

« Antwort #7 am: 20. Juli 2010, 14:02 »
Die Preise der Tickets (wenn man es nicht ohnehin im RTW hat) schwanken zwischen etwa US$550 und US$1100 return. Das hängt sehr stark von der Saison und der Auslastung der einzelnen Flüge ab. Den besten Überblick über die günstigsten Flugtage bekommst Du direkt auf der Website von LAN: http://www.lan.com.

Die besten Last- Minute-Deals gibt es manchmal bei Reisebüros in Chile, allerdings gehört da viel Glück dazu.

LG, Karoshi
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th23

« Antwort #8 am: 20. Juli 2010, 14:05 »
Ja, korrekt - Osterinsel ab SA geht nur mit LAN Chile, weiter nach Frz. Polynesien gehts dann mit Air TahitiNui im Codeshare.

Wir haben das OneWorld Global Explorer Ticket genutzt...wegen dem Weiterflug nach Frz. Polynesien. Bei dem "normalen" OneWorld Explorer kann man die CodeShare Partner Airlines nicht mit nutzen.

Nach günstigen Tickets vor Ort shoppen bringt bei den Monopolverbindungen meistens nichts - und beides Galapagos (AeroGal und Tame, immer ca. 400 EUR oder waren es USD hin und zurück) und Osterinsel (Preis einzeln kenne ich nicht, soll aber auch immer gut voll sein die Strecke) sind solche Verbindungen.

Also wenn gewünscht am besten im RTW Ticket einbauen, dann braucht man auch nicht die zig Stunden zurück nach Santiago zu fliegen, sonder kann gleich weiter gen Westen aufbrechen :)
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cielo

« Antwort #9 am: 20. Juli 2010, 14:12 »
ich hab mich das auch schon gefragt. zumal ich ja wieder zurück nach santiago müsste ;).
aber bisher hab ich nur positives gelesen. und wenn man schon mal da ist :D.

ich werde das aber erst ganz spontan entscheiden. wenn das konto sagt "ja, wäre ok" und die preise nicht zu hoch, dann nehm ichs mit, ansonsten wohl nicht. meine priorität liegt da absolut bei den galapagos inseln. steine gucken war ich schon in südengland, wobei das natürlich nicht dasselbe ist, klar.
also mal schauen. 1000 euro nur allein die flüge wäre es mir wohl nicht wert.
was habt ihr bezahlt, susu?
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Flynn

« Antwort #10 am: 22. Juli 2010, 09:17 »
ich werde das aber erst ganz spontan entscheiden. wenn das konto sagt "ja, wäre ok" und die preise nicht zu hoch, dann nehm ichs mit, ansonsten wohl nicht. meine priorität liegt da absolut bei den galapagos inseln. steine gucken war ich schon in südengland, wobei das natürlich nicht dasselbe ist, klar.
also mal schauen. 1000 euro nur allein die flüge wäre es mir wohl nicht wert.

...genau das ist auch meine Meinung :D
Galapagos hat Priorität - zumal es da auch mit etwas Zeit im Gepäck echte Schnäppchen vor Ort geben kann, wie man so hört :)
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farmerjohn1

« Antwort #11 am: 22. Juli 2010, 15:53 »
Das haengt ganz davon ab, was einen besonders interessiert. Galapagos ist was fuer Naturfreaks und Interessierte an Biologie/Botanik/Zoologie/Geologie/Klimaforschung.

Die Osterinsel (Rapa Nui) ist einerseits auch als geologisches Phaenomen interessant: wahrscheinlich aus drei Vulkanen entstanden, liegt sie ziemlich einsam mitten im Pazifik, weit ueber 3000km von Suedaemrika und etwa 4000km von Tahiti - dazwischen gibt's ausser Wasser nichts, nur noch die Juan Fernandez Inseln.
Andererseits sind natuerlich die archaeologischen Steinfiguren und Kultorte die Hauptattraktion, die als solche vielleicht nicht so aufregend sind. Raetselhaft und phantasieanregend ist eher die Frage, wer sie gemacht hat und weshalb, und mehr noch, wie ueberhaupt Menschen auf dieses abgelegene Eiland kamen, und welche und woher. Es gibt dazu zahlreiche Erklaerungsversuche, Thor Heyerdahl hat einmal ein Experiment gemacht mit einem Balsaholz-Floss, wie die Indios sie auf dem Titikakasee haben, und ist von Peru aus losgefahren mit der Erwartung, Winde und Stroemungen wuerden ihn zur Osterinsel bringen -  hat aber nicht geklappt, er kam viel naeher bei den Marquesas vorbei - wo es uebrigens auch Pyramiden gibt. Er stuetzte seine Vermutung auf die Besiedelung einiger Pazifikinseln von Suedamerika aus auf die Sage vom Volk der Viracocha, einem angeblich hellhaeutigen Eingeborenenstamm Suedamerikas, der einige Jahre im Altiplano geherrscht hat und ploetzlich ueber den Pazifik verschwunden sein soll - es gibt in der Naehe von La Paz einen Tempel, der heisst Tihuanaco, da wurde eine monotheistische Religion mit einer als baertigem Mann mit offensichtlich europaeischen Gesichtszuegen dargestellten Gottheit praktiziert. Die Tihuanaco-Kultur war - mit ein paar Jahrhunderten Zeitabstand - eine Vorgaengerkultur der Inkas, also eine den Andenraum beherrschende Vielvoelker-Kultur mit relativ hohem Niveau (Kenntnisse ueber Akustik, Hydraulik, Medizin), die aber etwa um 800 n.Chr. zusammenbrach. Die Inkas haben sie moeglicherweise in einer Art Renaissance als Bezugs-Kultur genutzt, denn zw. 800 und 1200 n.Chr. etwa gab es im Andenraum kein groesseres zusammenhaengendes Staatswesen mehr.
Obwohl man einen direkten Zusammenhag kaum nachweisen kann, gibt es auf der Osterinsel eine Mauer, die aus behauenen Steinen ohne Moertel zusammengefuegt ist. Diese sieht einer bestimmten Mauer in der Kultstaette von Machu Pichu zum Verwechseln aehnlich und genau so sind die Mauern des Tihuanaco-Tempels stellenweise ohne Moertel gebaut worden - wenn auch in ganz anderem Stil.  Die Kultzentren (ein runder Stein auf einem Altar an einer bestimmten Stelle) kann man ebenfalls an mehreren dieser archaeologischen Orte finden.
Als ich vor 15 Jahren mit einer 3-Tage-Package-Tour mit Hin- und Rueckflug,  2 Hoteluebernachtungen mit HP und Fuehrung ueber die gesamte Insel fuer 284 USD von Santiago nach Hanga Roa gefahren bin (das sehr zu empfehlende Reisebuero hiess Rapa Nui und war im Zentrum von Santiago, vielleicht gibt es das noch), war gerade ein Haeuptling der Maori aus Neuseeland zu Besuch. Die Sprachen von Rapa Nui und der Maori sind einander sehr aehnlich, so sehr, sodass die Delegationen beider Staemme bei der Abschiedszeremonie Lieder aus der Tradition des jeweils Anderen singen konnten - das bestaetigt die gaengige Annahme der Suedseeforscher, dass Ozeanien eher von Westen nach Osten besiedelt wurde.Andererserseits wiederum sehen Maori und die Bewohner von Rapa-Nui einander aeusserlich nicht aehnlich, und archaeologische Funde in vergleichbarem Stil gibt es weder in Suedostasien noch in Australien/Neuseeland.
Obschon nur an ein paar hundert Metern kuenstlichem Strand dem Traumbild von der typischen Suedseeinsel entsprechend und klimatisch auch viel zu rauh dafuer, und obwohl archeologisch weder weder so ergiebig wie Aegypten noch wie Peru, so ist die Osterinsel nun wirklich ein einmaliger Ort auf unserer Erde, und als solcher ausgesprochen beeindruckend.

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