Thema: Grenzübergang Mexiko -> Guatemala über Rio Usumacinta  (Gelesen 2074 mal)

Dumeklemmer72

Hallo Lieber Leserinnen und Leser,

ich möchte im Herbst dieses Jahres von Mexiko nach Guatemala reisen. Mich reizt der Grenzübergang über den Rio Usumactina wegen der vielen Mayaruinen entlang dieses Flußes und der Möglichkeit diesen Grenzübergang entspannt per Boot machen zu können. Allerdings wird gerade vor dieser Region häufig gewarnt, da hier der Drogenschmuggel floriert. Darüber hinaus wirkt der Fluss bei Betrachtung in Google Earth doch ein wenig abgeschnitten von weiteren Verkehrsanbindungen. Ich habe jedoch schon in Bloggs von anderen gelesen, dass sie diese Route bewerkstelligt haben.

Hat in letzter Zeit diese Route (ich werde vorraussichtlich von Palenque aus starten) jemand zurück geleglt oder ist über halbwegs aktuelle Berichte gestoßen? Wenn ja, würde es mich brennend interessieren.

Wenn ihr diese Route in selbst gemacht habt, würde mich vor allem Eur subjektives Sicherhetsempfinden bei dieser Tour interessieren, was ist Euch aufgefallen etc., wie gut sind die weiteren Verkehrsanbindungen?

Schonmal Danke fürs Lesen

Schöne Grüße

Andreas
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karoshi

« Antwort #1 am: 14. Juli 2010, 07:15 »
Hallo Andreas,

diese Grenzüberquerung haben wir 2003 benutzt, ist also ein paar Jahre her. Damals gab es schon mehrere Anbieter, die die Strecke Palenque-Flores als Tour gemacht haben, und zwar wahlweise als 1-, 2- oder 3-Tagestour (Preisvergleich lohnt). Wir haben uns für die 2-Tages-Variante entschieden, bei der Ausflüge nach Yaxchilan (excellent) und Bonampak (eher langweilig) dabei waren.

Das Sicherheitsempfinden war eigentlich recht gut, besonders auf der mexikanischen Seite. Dass in der Gegend Drogen geschmuggelt werden, hat man hauptsächlich an dem sehr gelangweilten mexikanischen Kontrollposten gesehen, der sich irgendwie auch nicht vorstellen konnte, dass die Schmuggler den offiziellen Grenzübergang benutzen.

Auf der guatemaltekischen Seite wurden dann alle (egal bei welchem Anbieter sie gebucht hatten) mit einem Bus der Firma San Juan Travel aus Santa Elena weitertransportiert. San Juan Travel ist eine Abzockergesellschaft; den Bus kann man nehmen, aber lass Dir sonst keine Dienstleistungen von denen aufschwatzen.

Ich denke, dass man diese Strecke auch gut auf eigene Faust machen kann. Übernachten würde ich dann an der Grenze, auf der mexikanischen Seite (Frontera Echeverria), es fahren von Palenque aus auch öffentliche Colectivos hin. In Echeverria gibt es Infrastruktur, und die Boote nach Yaxchilan fahren auch von dort ab.

LG, Karoshi
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Dumeklemmer72

« Antwort #2 am: 14. Juli 2010, 19:13 »
Hallo Karoshi,

vielen Dank für die schnelle Info. Fand ich schon extrem hilfreich. ;)

Vielleicht hat ja jemand noch aktuellere Infos.

Liebe Grüße

Andreas
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subrosa

« Antwort #3 am: 22. Juli 2010, 20:53 »
hallo andreas,
wir haben im märz 2008 diesen weg zurückgelegt. sind von palenque mit einem colectivo nach fronterra corozal gefahren
(dem ort merkt man schon an, dass er irgendwie abgelegen liegt). wir haben in einem hostel ziemlich nah am fluss gewohnt und uns dort wohl gefühlt. sind von dort aus früh morgens nach yaxchilan (am besten teilt man sich das boot mit ein paar anderen) gefahren (was super war, wir hatten die runine fast für uns alleine, tolle urwald-geräusch-kulisse!) und am nächsten tag haben wir per boot die grenze überschritten. dort wartet man dann auf den bus (war bei uns auch san juan travel), der einen nach st. elena bringt (oder willst du woanders hin?). und tatsächlich wollten die uns auch direkt eine tikal-sunrise-tour verkaufen. wir haben uns aber auch auf nix eingelassen, obwohl der ganze service super war (bankautomat angefahren und in st. elena wurde jede_r bis zum hotel/hostel gebracht (wir wußten aber auch noch nicht wo wir unterkommen - sind dann mit jemandem mit, der auf der strasse seine tolle cabana-anlage angeboten hatte, die auf der anderen seite liegt - kann ich nur empfehlen, falls du nach flores gehst, sag nochmal bescheid). von der sunrise-tour würde ich eher abraten, da es fast immer bewölkt ist und man total schnell kaputt ist, weil man ja mitten in der nacht aufgestanden ist und dann die wirklich tolle ruine nicht mehr richtig geniessen kann.
aber zurück zu deiner frage: 2008 war dieser grenzübergang problemlos zu passieren. zum sicherheitsempfinden: sagen wir mal so, es gibt orte an denen man sich sicherer fühlt (was aber wahrscheinlich auch mit ungewohnt spärlicher logistik - kaum strassenlaternen, keine geteerten strassen usw. zu tun hat). aber wir haben uns nicht wirklich unsicher gefühlt.
sprichst du spanisch? das wäre dort glaub ich sehr hilfreich.
liebe grüsse
rosa
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Dumeklemmer72

« Antwort #4 am: 22. Juli 2010, 22:30 »
Hallo Rosa,

vielen Dank für den wirklich hilfreichen Beitrag. So wie Du die Tour schilderst, trifft es genau auf meine Vorstellungen und Erwartungen.

Mein spanisch ist noch recht passiv. Die Tour liegt auch zu Beginn meiner Reise, so dass ich noch unsicher sein werde. Da ich alleine Reisen und ich meine Route nicht unnötig im Vorfeld planen möchte, kann ich noch nicht sagen wie es weitergehen wird. Ich habe aber keinen Zeitstress und werde vieles auch einfach danach entscheiden, wie es sich unterwegs ergibt. Sprich von anderen Mitreisenden. Palenque ist hier sicher ein guter Ausgangspunkt um mit anderen Reisenden in Kontakt zu treten. So denke ich auch meine unzureichenden Spanischkenntnisse zu kompensieren. Ich werde in meinem Blog berichten.

Nochmal vielen lieben Dank.

Andreas
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karoshi

« Antwort #5 am: 23. Juli 2010, 06:53 »
@Andreas: Wenn Du Sorgen wegen des Spanischen hast, ist ja eine Tour auch noch eine Option. Die sind in meiner diffusen Erinnerung gar nicht mal so teuer.

@Rosa: Stimmt, es war Frontera Corozal, nicht Echeveria.

LG, Karoshi
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Dumeklemmer72

« Antwort #6 am: 23. Juli 2010, 17:06 »
Hallöchen,

@Karoshi, wegen der Sprache mache ich mir am wenigsten Gedanken. Ich habe 10 Jahre Beratertätigkeit für Migranten auf dem Buckel. Ich werde die Situation ggf. dazu nutzen den passiven Sprachschatz in einen aktiven zu verwandeln.

Schönen Gruß

Andreas
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Cheffe

« Antwort #7 am: 06. August 2010, 08:17 »
Hallo zusammen,

also ich habe das im März 2009 per 2-Tagestour von Palenque aus (natürlich nach Flores) gemacht! War wirklich ein netter Trip! Morgens um halb 5 gings in Flores los per Bus nach Bonampak...dort wars zwar Ruinenmäßig langweiliger als in Yaxchilan aber dafür war der Ausblick (die Ruinen sind ziemlich steil und liegen an einem Hang) wirklich beeindruckend...unter anderem waren dort diese Webervögel am brüten, die Ihre Nester als eine Art Tropfen unter die Äste hängen...übernachtet wurde in irgendeinem Mayadorf, in dem es NICHTS gab, außer eine Tranceartige Mayamesse in einer Westlich aussehnden Kirche, die aber eher an ein Lagerhaus erinnerte! Per Boot gings nach Yaxchilan, was echt toll ist, alleine wegen der Bootsfahrt...Essen gabs unterwegs auch und wie Karoshi schon sagte gings ab der Grenze dann mit San Juan weiter...einzig nervig: die ganzen Geldwechsler, die einem die Quetzales zum "besten" Kurs andrehen wollen. Habe dann ein paar gewechselt...falls du Pesos loswerden willst und nicht wie ich nochmal nach Mexico einreist ist die Möglichkeit vielleicht aber ganz angenehm!
Sicherheitsmäßig hatte ich keine Bedenken, selbst die Grenzbeamten in Guatemala waren nett!

Würds wieder so machen :-)
Viel Spaß also!
Markus
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Dumeklemmer72

« Antwort #8 am: 07. August 2010, 12:27 »
Hallo Cheffeund alle anderen,

super vielen Dank für die detailierten Antworten.

Andreas
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Dumeklemmer72

« Antwort #9 am: 02. Oktober 2010, 01:44 »
Hallo Leute,

leider kann ich keinen Bericht über den Grenzübergang abgeben, wegen des starken Regens und der daraus resultierenden Überschwemmungen mit Erdrutschen, habe ich eine andere Route eingeschlagen. Von anderen Reisenden habe ich aber gehört, das es definitiv möglich ist. Ich habe auf die Locals gehört und bin von meinem Plan abgewichen.

Gruß
Andreas
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