Thema: Israel + Jordanien in 16 Nettotagen (und zwar sehr bald!)  (Gelesen 2205 mal)

GschamsterDiener

Ich trete am kommenden Donnerstag, 15.12 meinen wohlverdienten Urlaub an und habe mir zu viel vorgenommen, was mich aber leider nicht davon abhält, es konsequent durchzuziehen: Israel + Jordanien in 16,5 Tagen.

Zu mir: Sehr schneller Reisender mit Interesse an Kultur, Natur und Photographie. Strände und Party sind mir ziemlich egal.

Ich habe mir zwecks Route erste Gedanken gemacht und würde das gerne mit euch diskutieren und Tipps vor allem zu Nächtigung, Essen, Transport, Sehenswürdigkeiten, Praktischem einholen.

15.12-18.12: Hinflug, Jerusalem (Zimmer über AirBnB bereits gebucht)
19.12: Tagesausflug mit Mietwagen in der Westbank mit Bekanntem, der gerade dort ist und sich auskennt (Wadi Qelt, Totes Meer, Bethlehem, Herodium - wenn das alles geht; die Tage sind ja kurz)
20.12: Reisetag mit dem Ziel am Abend im Wadi Rum zu sein. Entweder mit dem ersten Bus von Jerusalem nach Eilat, dann über die Grenze und ins Wadi. Oder, wenn irgendwie möglich, dazwischen noch Masada mitnehmen.
21.12: Vormittag Wadi Rum, Ziel ist es am Nachmittag in Petra zu sein.
22.12: Petra im Morgengrauen, am Abend möchte ich in Amman sein
23.12: Amman, evtl. 1-2 Wüstenschlösser
24.12: Amman, Jerash, möglichst nahe an die Grenze, Aussitzen von Shabbat
25.12-26.12: Zurück nach Israel, Beit Shean, Nazareth
27.12-29.12: Haifa als Hub für Caesarea und Akkon (und Haifa selbst)
30.12-01.01: Tel Aviv, Heimflug

Ich weiß, dass das sehr streng getaktet ist.

Meine Fragen:
1. Habt ihr Empfehlungen/Kontakte für Wadi Rum? Am liebsten wäre es mir, wenn man mich von Akaba abholen, in die Wüste bringen und am nächsten Tag beim Bus nach Petra absetzen würde.

2. Channukah fällt dieses Jahr auf den 25.12-01.01. Inwiefern wird das meine Reise negativ beeinflussen (Hotelkosten, Transport, Öffnungszeiten?).

3. Welche Kleidung ist ratsam? Ich kann das Wetter zu dieser Zeit schwer einschätzen.

4. Grenzübergang Irbid (N-Jordanien) nach Beit Shean: Hat das jemand von euch gemacht und wie gut funktioniert es?

5. Allgemein bin ich über jeden Tipp/jede Meinung zu jeder meiner Stationen dankbar.

Dankeschön!
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dumbo

« Antwort #1 am: 28. Dezember 2016, 21:56 »
Hallo Gschamster

Könntest du vielleicht ein kleines Feedback zu deinem Trip abgeben? Ich werde vermutlich (nicht wie geplant) nach Israel oder/und Jordanien Reisen für knapp 20 Tage im April. Jetzt nimmt mich natürlich wunder ob deine Planung gut war oder ob du was anderst machen würdest.

Gruss und einen guten Rutsch bevor nach Hause kommst ;)
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GschamsterDiener

« Antwort #2 am: 29. Dezember 2016, 07:15 »
Fang schon mal zu sparen an.
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dumbo

« Antwort #3 am: 29. Dezember 2016, 11:06 »
Mit wie viel muss ich dann rechnen? Ein Hunni pro Tag oder mehr?
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dirtsA

« Antwort #4 am: 01. Januar 2017, 17:55 »
Heute hast du ja wohl deinen Rückflug (gehabt?). Ich hoffe, es hat gefallen?

Wäre wenn du dann "richtig" zurück bist ;) auch sehr gespannt auf einen Bericht + Beantwortung deiner selbst gestellten Fragen. Könnte nämlich sein, dass sich eines der Länder oder beide in Kombination für uns gegen Ende dieses Jahres als Möglichkeit auftut.
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GschamsterDiener

« Antwort #5 am: 01. Januar 2017, 22:43 »
Ich bin tatsächlich bereits wieder zurück, allerdings mit relativ durchwachsenen Eindrücken. Jordanien war cool, ging aber, wenn man so reist, wie ich gereist bin, ziemlich ins Geld. Israel war nicht wirklich cool, dafür umso teurer.

Ich bin großteils in der absoluten Nebensaison gereist, was den Vorteil hatte, dass ich z.B. in Petra die ersten 1-2 Stunden quasi alleine war mit Kamelen und Beduinen in Kryostase. Der Nachteil war, dass es dann doch, vor allem in der Nacht, recht kühl war und die Hälfte meines Trips dem Regen zum Opfer fiel.

Jordanien: Petra und Jerash sind großartige Stätten und auch Amman hat in seiner ausgeprägten Hässlichkeit durchaus einen gewissen Charme. Leider ist es mir nicht gelungen, eine Tour ins Wadi Rum aufzutreiben (ein Nachteil der absoluten Nebensaison), aber ich habe mich diesbezüglich nicht sonderlich bemüht, weil ich bereits im Iran und in Marokko in der Wüste war und Wüste ist halt Wüste. Letztlich blieb es bei 4 Nächten in Jordanien, im Nachhinein betrachtet ein Fehler - ich hätte hier mehr explorieren müssen, denn:

Israel hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Ausgrabungsstätten, die ich besucht habe, waren bestenfalls mittelmäßig, die bekannteren arabischen Medinas (Akko, Jaffa) absolut vernachlässigbar, die Städte zumindest für mich langweilig. Tel Aviv kann toll sein, wenn man sich für Strände und Fortgehen interessiert und Anschluss zu Einheimischen findet. Haifa: Abgesehen von den Baha'i Gardens habe ich mich die ganze Zeit gewundert, wo es denn hier etwas zu sehen gibt. Nazareth ist ein ähnlicher Fall, die Highlights sind nach 20 Minuten abgelaufen. Im Nachhinein gut gefallen hat mir Jerusalem, mit dem ich anfangs nicht warm wurde. Dennoch: Hier gibt es mit Yad Vashem, dem Israel Museum und der Altstadt, letzten Endes dann doch wieder nur eine Bazar-Medina, für mehrere Tage zu tun. Zudem gibt es von hier aus den logistisch einfachsten Zugang zur Westbank, wo es binnen 60-90 Minuten weitere Sehenswürdigkeiten gibt.

Im Nachhinein betrachtet habe ich ein paar Fehler begangen: Ich habe z.B., etwas genervt von Jerusalem, wo ich meinen Trip begonnen habe, auf Masada und die nahen Westbankziele (Jericho, Wadi Qelt, Bethlehem, Herodium) verzichtet, weil ich mir von woanders mehr erhoffte. Am Ende stand ich dann mit 8 Tagen Restzeit da, die ich irgendwie zwischen Haifa und Tel Aviv aufgeteilt habe, und beides war nicht mein Fall. Davor wollte ich dann doch in die Westbank und bin im Norden rein. In der Westbank hat es mir dann so wenig gefallen, dass ich nach 2 Stunden, mit einem kleinen Fauxpas am Checkpoint, wieder draußen war. Ich hätte drin bleiben und mich ein paar Tage durchwursteln sollen, wäre das spannendere Programm gewesen. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer.

Die Kosten:
In Jordanien ist eigentlich nur der Eintritt nach Petra teuer. Essen ist verdammt günstig (in Supermärkten zahlte ich gefühlt ein Fünftel dessen, was ich erwartet hätte), Nächtigung okay-ish (Preise ca. wie Marokko, allerdings ohne die Qualität von Marokko), Transport okay, solange man nicht auf Taxis angewiesen ist, und die Menschen sind sehr freundlich.

Israel ist preislich UNFASSBAR teuer bei Lebensmitteln im Supermarkt (gefühlt 200%-300% der deutschen Supermarktpreise - kein Scherz, sondern Folge von Quasi-Monopolen, Steuern und Zöllen). Man kann auf Pita Falafeln ausweichen (3-4€), die hängen dir aber sehr bald beim Hals raus. Shawarma kostet dich gleich mal 7-8€. Alkohol? Ein Bier im Supermarkt 5€. Hostelbetten ab 20€ (Nebensaison, gilt auch für die Westbank). Hotelzimmer ab 50€ in Haifa, eher 70-100€ woanders. Heißer Tipp: Auf AirBnB-Zimmer ausweichen, da gibt es eine gute Auswahl bei netten Israeliten. Transport: Gut, dicht, günstig - außer am Shabbat.

Israelischer Grenzübergang:
Ich habe die israelische Grenze mehrmals passiert und es war viel einfacher und entspannter als ich es im Vorfeld befürchtet habe. Die Sicherheitskontrollen sind natürlich weit intensiver als gewohnt, aber: Wenn man freundlich und relaxt ist, die paar Fragen beantwortet und sich nicht unnötig sträubt, wird man ebenso freundlich behandelt und kommt dann zügig weiter. Ich hatte keine Schwierigkeiten, obwohl ich a) bei der Ausreise aus der Westbank mich etwas blöd angestellt habe und b) bei der Einreise von Jordanien auf Nachfrage berichtet habe, dass ich schon mal im Iran war und c) auf die Frage hin, ob ich eh nicht vorhätte in die Westbank zu reisen, antwortete: "Kann ich nicht sagen, vielleicht ja, vielleicht nein.". Ich bin allerdings auch ziemlich erfahren und talentiert, was das Meistern solcher Begegnungen anbelangt. Dennoch: Sorget euch nicht - und nehmt euch Zeitreserven mit, vor allem beim Abflug von Tel Aviv (langwierigere Kontrollen).

Wichtiges zum Schluss:
Mit besserem Wetter und vermehrtem Kontakt zu Einheimischen schaut Israel bestimmt viel besser aus als ich es hier schildere.
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GschamsterDiener

« Antwort #6 am: 01. Januar 2017, 22:58 »
Nachtrag zu den Kosten: Westbank, soweit ich das mitbekommen habe. Essen: Sehr günstig, quasi Jordanien-Niveau (wahrscheinlich importieren sie von dort). Wohnen: Außerhalb von Ramallah ist die Auswahl eingeschränkt, preislich zwischen Israel und Jordanien. Transport: Gut ausgebautes, dichtes Colectivo-System, günstiger als in Israel. Menschen: Tendenziell sehr freundlich, kein Beschiss (ebenso wenig in Jordanien, wenn man mal die Taxifahrer rausnimmt, aber das sind ja überall Gauner), Englisch schwächer ausgeprägt als in Israel und Jordanien.

Noch ein positiver Punkt zu Israel: Tolles Wifi.
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dirtsA

« Antwort #7 am: 02. Januar 2017, 08:50 »
Wow, danke für den ausführlichen Bericht!

Schade, dass es dir in Israel nicht so gefallen hat. Also die Sehenswürdigkeiten waren alle irgendwie nicht überwältigend, wenn ich das richtig rauslese? Du warst ja öffentlich unterwegs, wenn ich mich richtig erinnere - würde ein Mietauto denkst du einen Unterschied machen? Ich meine v.a. auch, dass man dann eben einige mehr Sachen schnell an einem Tag abhaken und weiterfahren kann, wenn man will.

Das überrascht mich, dass Jordanien so viel günstiger ist - und, dass Israel wirklich SO teuer ist! :o

Du meinst, Israel wäre mit mehr Kontakt zu Locals evtl. besser gewesen. War es schwierig mit denen in Kontakt zu kommen? Du schreibst ja auch, dass du AirBnB gemacht hast, aber das hat nicht gereicht?

Zitat
Jordanien war cool, ging aber, wenn man so reist, wie ich gereist bin, ziemlich ins Geld.
Was meinst du genau mit, wenn man so reist, wie du? Beziehst du dich auf einen schnellen Reisestil, wo man eben viel in kurzer Zeit macht und deshalb höhere Kosten?

Was hättest du denn mit mehr Zeit in Jordanien noch angeschaut?

Und zur Sicherheit in Jordanien noch. Gerade gab es ja bei Al-Karak diese Terror-Attacke. Hast du dich überall sicher gefühlt? (Ich weiss schon, hier in Europa passiert leider auch genug... würde mich trotzdem interessieren)
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GschamsterDiener

« Antwort #8 am: 02. Januar 2017, 09:54 »
Du warst ja öffentlich unterwegs, wenn ich mich richtig erinnere - würde ein Mietauto denkst du einen Unterschied machen? Ich meine v.a. auch, dass man dann eben einige mehr Sachen schnell an einem Tag abhaken und weiterfahren kann, wenn man will.

In Jordanien ist ein Mietwagen eine sehr gute Idee, solange man nicht in Amman reinfährt, da die Sights übers Land verstreut sind und du leichter zum Toten Meer kommst. In der Westbank würde ich mir für die weniger einfach erreichbaren Ziele ein Taxi teilen (z.B. für die Umgebungen von Jericho und Bethlehem - hinfahren, Taxi für 3-4 Stunden heuern, den Rest mit Colectivos machen). In Israel kann man das meiste sehr gut mit Bussen und Zügen machen.

Zitat
Jordanien war cool, ging aber, wenn man so reist, wie ich gereist bin, ziemlich ins Geld.
Was meinst du genau mit, wenn man so reist, wie du? Beziehst du dich auf einen schnellen Reisestil, wo man eben viel in kurzer Zeit macht und deshalb höhere Kosten?

Ich habe öffentlich die Süd- und die Nordgrenze passiert. Bis zur Grenze ist das eher kein Problem. Von der Grenze wegzukommen kostet dann halt, weil man auf Taxis angewiesen ist - und die Taxis wissen das. Ein Beispiel: Bis zur Südgrenze bei Eilat kommt man easy mit dem Bus. Auf jordanischer Seite gibt es keinen Bus, sondern nur Taxis, die dich für einen festgelegten, überhöhten Preis dorthin bringen, wo du möchtest. Ich bin dann direkt nach Petra, was mich ca. 70-80€ (ich will das gar nicht umrechnen, halt 50 JD + Tipp) gekostet hat. Die Alternative wäre gewesen, mich nach Aqaba bringen zu lassen, um dort entweder wieder ein Taxi zu nehmen oder zu nächtigen und dann am nächsten Tag irgendwo einen günstigen Minibus zu finden.

Ähnlich die Nordgrenze. Da sind es zwar nur 6km bis zur nächsten israelischen Siedlung und es gibt auch eine Bushaltestelle ohne Fahrplan, aber natürlich nimmt man dann eher das Taxi für die 10minütige Fahrt, die dich dann 18-20€ kostet. Ich war dann dort per Autostopp unterwegs. Dieser Grenzübergang war sowieso der lustigste, den ich je erlebt habe. Man braucht fürs Passieren (!) der Grenze a) ein Taxi und b) einen Bus.

Wenn man dann nur wenige Tage in Jordanien ist, killen solche außerordentlichen Tagesfahrten deinen Tagesschnitt. Dazu kommen noch 100€+ für den Jordan Pass, der Petra und andere Sights abdeckt und die Visakosten aufhebt (etwas kompliziert).

Also die Sehenswürdigkeiten waren alle irgendwie nicht überwältigend, wenn ich das richtig rauslese?

Das meiste, was ich in Israel gesehen habe, hat mich nicht wirklich beeindruckt. Freilich habe ich nicht alles gesehen und vielleicht hatte ich einfach kein gutes Händchen bei der Auswahl der Sights.

Du meinst, Israel wäre mit mehr Kontakt zu Locals evtl. besser gewesen. War es schwierig mit denen in Kontakt zu kommen? Du schreibst ja auch, dass du AirBnB gemacht hast, aber das hat nicht gereicht?

Ich denke, dass Kontakte herstellen sehr einfach ist, ich habe mich aber zu wenig darum geschert. Es gibt sicher irgendwelche Couchsurfing-Events, etc. AirBnB sollte auch gut gehen, aber ich hatte vor allem in Haifa Probleme kurzfristig eine Zusage zu bekommen und war dann nur im Hostel. In Tel Aviv war AirBnB ein Reinfall, weil über Neujahr alles sehr teuer war und ich dann irgendwas bei einem Spanier gebucht habe.

Was hättest du denn mit mehr Zeit in Jordanien noch angeschaut?

Und zur Sicherheit in Jordanien noch. Gerade gab es ja bei Al-Karak diese Terror-Attacke. Hast du dich überall sicher gefühlt? (Ich weiss schon, hier in Europa passiert leider auch genug... würde mich trotzdem interessieren)

Ich hätte gerne dann doch 1-2 Tage in der Wüste verbracht (Wadi Rum) und per Mietwagen ein paar der Wüstenschlösser mitgenommen (sind aber angeblich nicht so berauschend).

Zur Sicherheit: Habe mich niemals im Entfernten unsicher gefühlt. Es war auch der erste Terrorangriff auf ein touristisches Ziel. Ist halt mit Berlin und dem russischen Botschafter in der Türkei zusammengefallen und dementsprechend in den europäischen Medien untergegangen. Schlecht koordiniert vom Kalifat.
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Vombatus

« Antwort #9 am: 02. Januar 2017, 11:15 »
Das überrascht mich, dass Jordanien so viel günstiger ist - und, dass Israel wirklich SO teuer ist! :o

Etwas off-Topic.

Zu den Preisen in Israel, erinne mich da an eine Geschichte die vor langer Zeit durch die Medien ging. Ein Israeli postete einen Kassenzettel aus einem Discounter in Berlin-Wedding auf Facebook. Grund des Postings war ein Schokoladenpudding, der in Deutschland 19 Cent kostet. In Israel kostet derselbe Pudding mehr als drei Schekel (etwa 64 Cent), … Das Bild war mit dem Aufruf verbunden, das teure Israel zu verlassen ...

Stichwort: "pudding-proteste"
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ausloeser-der-pudding-proteste-zieht-zurueck-nach-israel-13245220.html
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karoshi

« Antwort #10 am: 02. Januar 2017, 11:20 »
Zur Sicherheit: Habe mich niemals im Entfernten unsicher gefühlt. Es war auch der erste Terrorangriff auf ein touristisches Ziel.
Leider nicht. Es gab 2005/2006 mehrere Vorfälle in Amman, seitdem aber nicht mehr (bis jetzt).

Trotz des jüngsten Vorfalls würde ich Jordanien aber nicht als unsicher bezeichnen. Im Gegenteil, was gewöhnliche Kriminalität betrifft, fand ich es sogar sehr sicher. Selbst in Downtown Amman war es kein Problem, abends zu Fuß unterwegs zu sein. Die Jordanier machen das auch. In ländlichen Gebieten ist es tendenziell noch weniger ein Problem. Und aktuell kann man wohl davon ausgehen, dass die Sicherheitsmaßnahmen an touristischen Schwerpunkten verstärkt wurden.
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dirtsA

« Antwort #11 am: 02. Januar 2017, 11:32 »
Zitat
In Jordanien ist ein Mietwagen eine sehr gute Idee, solange man nicht in Amman reinfährt, da die Sights übers Land verstreut sind und du leichter zum Toten Meer kommst. In der Westbank würde ich mir für die weniger einfach erreichbaren Ziele ein Taxi teilen (z.B. für die Umgebungen von Jericho und Bethlehem - hinfahren, Taxi für 3-4 Stunden heuern, den Rest mit Colectivos machen). In Israel kann man das meiste sehr gut mit Bussen und Zügen machen.
Ok, aber mit dem Auto kommt man ja wahrscheinlich nicht über die Grenze, also dann nur in Jordanien / Aqaba one-way nach Amman mieten? Also wenn man beide Länder kombiniert. Mietauto in Israel scheint allerdings nach erster (sehr kurzer) Recherche um einiges günstiger zu sein, als in Jordanien.

Das mit der Grenz-Abzocke ist natürlich doof. Das kennt man ja aus einigen Ländern, aber die Preise in Jordanien klingen da wirklich gesalzen. Hitchhiken war im Süden keine Option? Also dann quasi am besten nach Aqaba, dort Mietauto holen und selbst weiter? 42Euro/Tag ist aber für ein Mietauto auch teuer finde ich. Scheint wohl nicht so einfach...

Wie viele Tage würdest du schliesslich für jeweils Israel und Jordanien empfehlen?
Mit deinen 16 Tagen bist du ja dann gut hingekommen, hättest nur lieber etwas anders verteilt?

@Sicherheit - schön zu hören. Terrorangriffe können ja momentan leider überall vorkommen. Ob das meine Mutter beruhigen würde, weiss ich allerdings nicht ;D

Zitat
Zu den Preisen in Israel, erinne mich da an eine Geschichte die vor langer Zeit durch die Medien ging. Ein Israeli postete einen Kassenzettel aus einem Discounter in Berlin-Wedding auf Facebook. Grund des Postings war ein Schokoladenpudding, der in Deutschland 19 Cent kostet. In Israel kostet derselbe Pudding mehr als drei Schekel (etwa 64 Cent), … Das Bild war mit dem Aufruf verbunden, das teure Israel zu verlassen ...
Lustige Geschichte. Bei so nem Preis geht's ja noch, aber wenn das bei allen Lebensmitteln so aussieht.... Krass. Dann geht auch mit einkaufen + selbst kochen wohl nicht viel Sparen.
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GschamsterDiener

« Antwort #12 am: 02. Januar 2017, 12:29 »
Ok, aber mit dem Auto kommt man ja wahrscheinlich nicht über die Grenze, also dann nur in Jordanien / Aqaba one-way nach Amman mieten? Also wenn man beide Länder kombiniert. Mietauto in Israel scheint allerdings nach erster (sehr kurzer) Recherche um einiges günstiger zu sein, als in Jordanien.

Mietauto grenzübergreifend geht nicht. Und ein Mietauto von Israel auf die Westbank oder umgekehrt geht überwiegend auch nicht (es gibt Ausnahmefälle mit 1-2 palästinensischen Anbietern). Insofern würde es nur für einzelne Tage bzw. am ehesten in Jordanien Sinn machen. Und, ja, dort ist mieten relativ teuer, weswegen ich es alleine nicht gemacht habe.

In Hinblick auf den südlichen Grenzübergang gibt es allerdings die Möglichkeit, dass dir der Mietwagen bis zur Grenze geliefert wird. Das Auto würde ich dann aber spätestens in Irbid oder Amman Flughafen wieder zurückgeben und beim nördlichen Übergang in Israel das Taxi bis Beit She'an zahlen (dort gibt es auch eine römische Ausgrabungsstätte, die aber keinesfalls mit Jerash mithalten kann).

Zitat
Zu den Preisen in Israel, erinne mich da an eine Geschichte die vor langer Zeit durch die Medien ging. Ein Israeli postete einen Kassenzettel aus einem Discounter in Berlin-Wedding auf Facebook. Grund des Postings war ein Schokoladenpudding, der in Deutschland 19 Cent kostet. In Israel kostet derselbe Pudding mehr als drei Schekel (etwa 64 Cent), … Das Bild war mit dem Aufruf verbunden, das teure Israel zu verlassen ...
Lustige Geschichte. Bei so nem Preis geht's ja noch, aber wenn das bei allen Lebensmitteln so aussieht.... Krass. Dann geht auch mit einkaufen + selbst kochen wohl nicht viel Sparen.

Nach 2 Wochen Falafel und Dreck wollte ich dann selbst kochen. Für Nudeln mit etwas Dosengemüse und Tunfisch habe ich dann im Supermarkt ca. 10-12€ bezahlt. In Deutschland würde es mich vielleicht 2-3€ kosten. Ist also eher keine Option.

Hinzu kommt, dass die Supermärkte schwer zu finden bzw. sehr peripher gelegen sind. Man greift dann auf die Minimärkte zurück, die halt zusätzlich ca. 25% Aufschlag haben. Angeblich sind die Märkte relativ günstig, habe ich aber selbst nicht getestet.

Noch ein Faktor: der Schekel ist in den letzten Monaten ggüber dem € um 10% gestiegen.

Wie viele Tage würdest du schliesslich für jeweils Israel und Jordanien empfehlen?
Mit deinen 16 Tagen bist du ja dann gut hingekommen, hättest nur lieber etwas anders verteilt?

Ich würde ca. 3-4 Tage Jerusalem (wenn man auf Museen steht), 3 Tage Westbank, 1 Tag Masada, 6-7 Tage Jordanien und jeweils 1 Tag für Haifa und Tel Aviv machen. Je nach Partylaune und Freude am Strand (ist natürlich wetterabhängig) würde ich Tel Aviv auf Kosten des Rests kürzen.
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dirtsA

« Antwort #13 am: 02. Januar 2017, 20:41 »
Zitat
In Hinblick auf den südlichen Grenzübergang gibt es allerdings die Möglichkeit, dass dir der Mietwagen bis zur Grenze geliefert wird. Das Auto würde ich dann aber spätestens in Irbid oder Amman Flughafen wieder zurückgeben und beim nördlichen Übergang in Israel das Taxi bis Beit She'an zahlen (dort gibt es auch eine römische Ausgrabungsstätte, die aber keinesfalls mit Jerash mithalten kann).
Das ist ja cool, wenn man das direkt an der Grenze übernehmen kann. Im Norden muss man es dann ja so machen wie du schreibst, wenn es nicht grenzübergreifend geht. Aber ja, wirklich teure Sache in Jordanien. Müsste man sich überlegen.

Essen klingt wirklich teuer. Darf man das eigentlich einführen? Also 1kg Pasta, 1kg Reis und 3-4 Saucen? ;) Müsste ich wohl selbst mal recherchieren, ist nicht direkt an dich gemeint, die Frage! Aber sie stellt sich für mich de facto, bei den Horror-Preisen!

Zitat
Ich würde ca. 3-4 Tage Jerusalem (wenn man auf Museen steht), 3 Tage Westbank, 1 Tag Masada, 6-7 Tage Jordanien und jeweils 1 Tag für Haifa und Tel Aviv machen. Je nach Partylaune und Freude am Strand (ist natürlich wetterabhängig) würde ich Tel Aviv auf Kosten des Rests kürzen.
Also 10 Tage Israel und 6-7 Tage Jordanien = 17 Tage ingesamt. Hänge ich noch Totes Meer und etwas Tauchen im Roten Meer an, wären wir wohl bei gut 3 Wochen. Könnte durchaus eine Option für diesen Herbst sein... spiele gerade verschiedene Länder/Ideen durch :)
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GschamsterDiener

« Antwort #14 am: 02. Januar 2017, 20:53 »
Also 10 Tage Israel und 6-7 Tage Jordanien = 17 Tage insgesamt. Hänge ich noch Totes Meer und etwas Tauchen im Roten Meer an, wären wir wohl bei gut 3 Wochen. Könnte durchaus eine Option für diesen Herbst sein... spiele gerade verschiedene Länder/Ideen durch :)

Totes Meer kannst du sehr gut mit Masada kombinieren, das quasi um die Ecke liegt (geht beides gut per Bus). Tauchen soll angeblich nicht so toll sein wie weiter unten in Ägypten und ich befürchte, dass es teurer sein würde.
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