Thema: Weltreisen oder sich der Gesellschaft anpassen?  (Gelesen 1126 mal)

morrigan

« am: 01. Februar 2009, 23:29 »
Tja, wie soll ich sagen?
Mein größter Wunsch ist es, einfach zu reisen, etwas von der Welt zu sehen. Am besten irgendwie davon leben können ^^
Nur: ich versuche immer wieder mich soweit anzupassen, dass ich arbeite oder studiere – in die Gesellschaft integriere und meinen Wunsch nach hinten stelle.
Nach der Schule war ich erst ein halbes Jahr in Schweden, dann habe ich gearbeitet und jetzt studiere ich, weil ich dachte, das möchte ich und mir reicht es bestimmt, in den Sommern wegzufahren. Aber das ist nicht so. Deswegen überlege ich, ob ich das Studium abbreche oder auf Eis lege, zuerst die Reisen mache und dann zurückkomme und studiere.
Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich (Welt)reisen und Studium unter einen Hut bringen kann? Also nebenbei ich studiere Anglistik und Politik. Für den Sommer habe ich vor für ein Sozialprojekt in SOA (Vietnam oder Nepal dachte ich) zu arbeiten.
Danke schon mal für eure Meinung :)
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Cheffe

« Antwort #1 am: 02. Februar 2009, 00:25 »
Hi morrigan,

ich glaube ich passe auch ziemlich gut in deine Situation. Ich habe nach dem Abitur erstmal eine Ausbildung gemacht, danach ein halbes Jahr dort gearbeitet und studiere nun. Auch ich habe überlegt, wie ich das am allerbesten unter einen Hut bekomme, mit Reisen und karrieremäßig Vorrankommen.

Zuerst dachte ich, Auslandssemester, hier ergab sich aber schnell das Problem, dass ich mich nicht auf einen Ort festlegen konnte, da ich viel lieber rumreisen würde ein halbes Jahr anstatt an einem Ort zu sein um "nur" Ausflüge zu machen. Außerdem standen meinem Vorhaben auch die Aussichten auf einen Platz in soeinem Programm entgegen  ::)
Daher habe ich das (erstmal) verworfen, vllt ergibt sich im Master ja was. Ein Bekannter von mir war ein Semester in Bangkok eingeschrieben, ohne dort viele Scheine zu machen und hat in dem halben Jahr ziemlich die ganze Region bereist...wirft so zwar nen Semester zurück, im Lebenslauf taucht das Semester ja aber trotzdem unter "Auslandssemester" auf.

Nächste Idee: nach dem Bachelor und vor dem Master: Da man sich da ja ganz neu bewerben muss, und das Ganze schwierig ist mit der Koordination der ganzen Fristen aus dem Ausland und so weiter ist das, sagen wir, zumindest schwierig. Eine Alternative wäre zu versuchen beispielsweise bei Bachelorabschluss im Sommersemster, statt direkt im anschließenden WS den Master zu beginnen, wobei eh nicht garantiert ist, das man nen Platz bekommt, einfach ein Jahr später den Master anzuschließen und erstmal ein halbes Jahr verreisen und anschließend versuchen ein Praktikum zu bekommen, oder "nur" normal zu jobben um wieder Geld zu bekommen. Das geht natürlich auch umgekehrt. So könnte man versuchen das Master-Bewerbungs-Brimborium in Deutschland zu machen und kann trotzdem verreisen.

Meine Alternative ist allerdings das verreisen in den Semesterferien. In 4 Wochen gehts für 6 Wochen nach Mexico, meine erste große Alleine-Reise...freue mich tierisch. So sind meine Ferien sinnvoll überbrück und ich kann gleichzeitig auf einer "nur" 6 Wochen langen Reise meine Alleinereisefähigkeiten testen. Im Sommer ergeben sich prinzipiell sogar 3 Monate wo man am Stück los könnte, bei mir zumindest...allerdings frische ich da durch jobben die ledierte Kasse wieder auf, soll ja nicht die letzte Reise bleiben. So kommt man zwar zumindest erstmal nicht zu einer großen Reise (für mich gilt "groß" so ab 3 Monaten oder 6), trotzdem sind 6 Wochen sicher nen Anfang. So bereise ich meine Zielländer zwar nicht am Stück, sondern in Etappen von jeweils mehreren Wochen, andererseits entsteht aber auch keine große Verlangsamung des Studiums.

Ein Abbruch kam für mich schon deshalb nicht in Frage, weil ich halt irgendwann dann auch mal Geld verdienen will, und das dauert wohl noch bis ich 27 oder 28 bin, also noch 3-4 Jahre ;-) Denn je ehr man Geld verdient, desto ehr kann man sich auch nachher die angestrebte große Reise leisten. Denn dass ich die irgendwann mache, steht erstmal außer Frage ;-) Momentan peile ich das nach dem Studium an, ob ich da das nötige Kleingeld, die Zeit, nen Job in Ausicht etc. habe weiß ich noch nicht, deshalb gebe ich mich erstmal der Situation geschlagen und mache es von der dann vorliegenden Situation abhängig...

Auf die Gesellschaft schiebe ich das ehr nicht, auch wenn ich tatsächlich Verwunderung in meinem Umfeld gestiftet habe, obwohl ich ja erstmal "nur" 6 Wochen verreise...bin eben der erste im Umkreis (Familie, Freunde, etc.), der sowas "wahnsinniges" macht

Konversationen wie "oh cool, wo gehts hin?" --> "Mexico" --> "Das ist ja schööön, mit wem denn?" ----> "na alleine"----> "WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAS? ALLEINE?" motivieren letztlich aber ehr, als dass sie nerven...Einstellungssache...

Hoffe ich konnte dich ein wenig inspirieren und dir helfen die Panik abzulgen...
Wenn du noch Fragen hast, immer her damit...

In dem Sinne beste Grüße,
Cheffe
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