Thema: Nepal & Indien: Route, Budget, Visa  (Gelesen 853 mal)

White Fox

« am: 02. April 2016, 12:48 »
Der erste Stop meiner geplanten Langzeitreise sollen Nepal und Nordindien (Sikkim & Rajastan/Agra) werden. Insgesamt möchte ich ca. 2,5 Monate in dieser Region verbringen und zwar von Anfang Oktober bis Mitte Dezember.

Geplantes Budget sind 35 €/Tag für Nepal und 25 €/Tag für Nordindien. Kommt das hin? Ich war 2010 schon mal in Indien (Zentrum, Westen und Süden) und bin mit 12 € am Tag knapp hingekommen, aber ich habe gehört das gerade Dehli/Agra/Rajasthan teurer sein soll. Stimmt das?

Die Route:
Start in Kathmandu
2 Wo Trekking (Everest Base Camp oder Annapurna Circuit) - falls ich mich traue!
2 Wo Kathmandu Valley

1 Wo Östliches Nepal (Janakpur, evtl. Koshi Tappu Wildlife Reserve)
1 Wo Darjeeling & Sikkim (am liebsten zum Wandern - hat jemand einen guten Tipp?)

1 Wo Südliches Nepal (Chitwan National Park, Tilaurakot/Lumbini)
3 Wo Dehli, Agra & Rajasthan
Weiterflug von Delhi nach Australien

Alternative könnte ich nach Sikkim auch in Indien bleiben und über Kalkuta und Varanasi (kenn ich beides noch nicht) nach Delhi reisen - ist das empfehlenswert?

Meine Route und der lange Aufenthalt in Nepal machen die Visa-Situation ein bisschen kompliziert, ich habe folgende Lösung gefunden, aber ich würde mich über Feedback freuen falls jemand weis, wie ich das einfacher gestallten kann:

1. Oneway-Ticket Europa-Kathmandu buchen sowie Oneway Kathmandu-Delhi (brauche ich als Nachweis für den Visa-Antrag für Nepal)
2. Nepal-Visum (3 Monate, Multi-entry) schon in der Schweiz beantragen (normales 30 day visa on arrival nicht möglich da zu kurz)
3. In Kathmandu Multi-Entry Visum für Indien beantragen (eVisa nicht möglich da ich überland von Nepal nach Sikkim reisen will)
4. Nepal bereisen
5. Sikkim bereisen
6. Überland Richtung Delhi reisen oder den zuvor gebuchten Flug Kathmandu-Delhi wahrnehmen falls es zeitlich passt

Unsicher bin ich mir noch, ob ich mir den 2-wöchigen Everest Base Camp bzw. Annapurna Circuit zutraue. Als Alternative könnte ich es mir auch vorstellen z.B. für 2 Wochen nach Sri Lanka zu fliegen. Hat jemand sonst noch einen guten Alternativ-Vorschlag?
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GschamsterDiener

« Antwort #1 am: 02. April 2016, 14:33 »
Geplantes Budget sind 35 €/Tag für Nepal und 25 €/Tag für Nordindien. Kommt das hin? Ich war 2010 schon mal in Indien (Zentrum, Westen und Süden) und bin mit 12 € am Tag knapp hingekommen, aber ich habe gehört das gerade Dehli/Agra/Rajasthan teurer sein soll. Stimmt das?

Ich habe in Indien Anfang 2015 in 6 Wochen, in denen ich sehr viel unterwegs war (Kostentreiber!), 18 EUR/Tag ausgegeben. 25 EUR sollte kein Problem sein. Rajasthan ist - abgesehen vom Eintritt fürs Taj Mahal - nicht wirklich teurer als der Rest des touristischen Indiens (Ausnahmen: Goa, Mumbai).

Alternative könnte ich nach Sikkim auch in Indien bleiben und über Kalkuta und Varanasi (kenn ich beides noch nicht) nach Delhi reisen - ist das empfehlenswert?

- Kolkata ist bedingt interessant, für eine indische Großstadt jedoch relativ entspannt und nicht so touristisch.
- Varanasis ist äußerst interessant, jedoch keineswegs entspannt und sehr touristisch. ;)

Du könntest 1-2 Tage in Kolkata bleiben, dann den Nachtzug nach Varanasi nehmen. Und dann - jetzt kommt's - so etwas tun: Nachtzug von Varanasi nach Khajuraho (Porno-Tempel), Zug von Khajuraho nach Orchha (kleines Dorf mit sehr viel toller historischer Architektur). Dann nach Agra. Von dort zwei Möglichkeiten:
1. Delhi und dann die Rajasthan-Runde
2. Rajasthan-Runde in Jaipur starten, unbedingt Bundi mit einbinden, in Delhi verenden und heim fliegen.

Unsicher bin ich mir noch, ob ich mir den 2-wöchigen Everest Base Camp bzw. Annapurna Circuit zutraue. Als Alternative könnte ich es mir auch vorstellen z.B. für 2 Wochen nach Sri Lanka zu fliegen. Hat jemand sonst noch einen guten Alternativ-Vorschlag?

Fürchte dich nicht. Dein Vorhaben wird jedes Jahr von Tausenden Frischlingen erfolgreich umgesetzt.

Sri Lanka ist nett, aber nach Nepal und Indien wäre das ein Anti-Klimax. Strände sind allerdings schön. Dafür ist es bei Eintritten und Wohnen deutlich teurer.
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Taemaera

« Antwort #2 am: 03. April 2016, 17:33 »
Hallo White Fox,
dein Budget ist völlig ausreichend!
Ich bin deutlich darunter geblieben!

Zitat
Fürchte dich nicht. Dein Vorhaben wird jedes Jahr von Tausenden Frischlingen erfolgreich umgesetzt.
Dem kann ich nur zustimmen und spreche aus Erfahrung! ;) Es gibt so viele Leute, die das ganze ohne Trekkingerfahrung erfolgreich bewältigen!

Zitat
Alternative könnte ich nach Sikkim auch in Indien bleiben und über Kalkuta und Varanasi (kenn ich beides noch nicht) nach Delhi reisen - ist das empfehlenswert?
Fände das auf jeden Fall eine Alternative. Habe die Route vor ein paar Monaten in die entgegengesetzte Richtung gemacht: Nachtzug von Delhi nach Kalkutta (hatte Varanasi zuvor schon besucht), Nachtzug nach Siliguri, weiter mit Shared Jeeps nach Darjeeling und Sikkim. Chitwan, Lumbini etc. könntest du von Kathmandu aus besuchen und dann weiter nach Osten reisen oder evtl. nach Kathmandu zurückkehren.
Würde dir die Situation mit dem Visum erleichtern, da du kein Multi-entry benötigst. Willst du dennoch Multi haben, wäre es nicht einfacher, dies in der Schweiz zu beantragen? Wenn du es nämlich in Kathmandu beantragst, ist es sehr fraglich, ob du es bekommst. Hatte gleiches beantragt, aber genauso wie andere Reisende mit denen ich gesprochen habe, nur Single bekommen!
Und wegen dem Visum für Nepal: du könntest das on-arrival-Visum ohne große Probleme in Kathmandu oder Pokhara verlängern; ist ne Sache von ein, zwei Stunden!

Noch ne Anmerkung:
Zwei Wochen Kathmandu-Valley ist meiner Meinung nach viel. Vielleicht könntest du stattdessen mehr Zeit für Sikkim einplanen?

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dirtsA

« Antwort #3 am: 03. April 2016, 21:28 »
Wollte auch nur kurz schreiben, dass ich 2 Wochen Kathmandu Tal zu viel finde. Wir hatten ne Woche und das war uns schon fast zu lang. Sooo viel gibts dann doch nicht zu sehen, und den Stress will man sich auch nicht so lange antun, sondern dann vielleicht lieber wieder irgendwo in die Natur?
2 Tage Kathmandu, 1 Tag Bodnath und Pashupatinath, 1 Tag Bagan, 1 Tag Bhaktapur... lässt sich alles gut als Tagesausflug von Kathmandu machen. Uns sind am Ende echt die Sachen zum Anschauen ausgegangen, auch wenn natürlich alles sehr schön war. Aber für 2 Wochen ne Agenda zu füllen, täte ich mir sehr schwer.

Und ja, ich stimme auch nochmal in den allgemeinen Tenor ein: Auch die langen Treks sind sehr gut ohne Erfahrung zu meistern, v.a. der Annapurna Circuit, weil du schrittweise, in deinem eigenen Tempo etwas höher und höher gehst. Sonderlich anstrengend sind nur 2-max. 3 Tage des Treks (ab ner bestimmten Höhe). Und das kann auch die ganz Fitten treffen, dass es dann anstrengend wird. z.B. hatte mein Vater der topfit ist und Extrembergsteiger mit der Höhe viel mehr Probleme, als ich ;) Du schaffst das bestimmt, wenn du willst!!
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arivei

« Antwort #4 am: 03. April 2016, 22:49 »
Wenn du die Zeit hast ist Nepal auf jeden Fall einen längeren Aufenthalt wert - wir waren nur 1 Monat und das war schade. Für Nepal kriegst du ein Visum on Arrival für 30 oder 90 Tage es gibt auch eine Multi-Entry Option für 20$ mehr (s. http://www.nepalimmigration.gov.np/article/44/visa-info.html) Von einem Weiterreisenachweis steht da auch nichts. Wir hatten damals auch keinen und es hat auch keiner gefragt.

Wie gesagt sind die Treks mit mittlerer Fitness zu machen.

Ich würde für die ersten 4 Wochen von Kathmandu gen Osten reisen. Wenn du dann von Darjeeling wieder nach Westen reist und in der Gegend von Chitwan bist, kannst du ja nochmal einreisen und ggf. noch zum Annapurna. Ich habe jetzt auf die Schnelle nichts gefunden, was dagegen spricht nach ein paar Wochen wieder ein neues VOA zu bekommen.
Hast du dich informiert, wie es mit den Grenzübergängen direkt nach Darjeeling aussieht?


White Fox

« Antwort #5 am: 05. April 2016, 21:31 »
Super, erstmal vielen Dank an alle für die guten Tipps!

Zitat
Für Nepal kriegst du ein Visum on Arrival für 30 oder 90 Tage es gibt auch eine Multi-Entry Option für 20$ mehr
Zitat
wegen dem Visum für Nepal: du könntest das on-arrival-Visum ohne große Probleme in Kathmandu oder Pokhara verlängern; ist ne Sache von ein, zwei Stunden!

Okay, klasse, dann muss ich mir wegen dem Nepal Visum schon mal keine Sorgen machen.

Zitat
Würde dir die Situation mit dem [indischen] Visum erleichtern, da du kein Multi-entry benötigst. Willst du dennoch Multi haben, wäre es nicht einfacher, dies in der Schweiz zu beantragen? Wenn du es nämlich in Kathmandu beantragst, ist es sehr fraglich, ob du es bekommst. Hatte gleiches beantragt, aber genauso wie andere Reisende mit denen ich gesprochen habe, nur Single bekommen!

Mir war nicht klar, dass man in Kathmandu nur ein Single-Visum für Indien bekommt! Danke für den Tipp! Weist du zufällig, ob man nur 30 Tage Visa bekommt oder ist mehr drin? Wenn ich mir dort nämlich nur ein Single entry visa holen kann, dann macht es viel mehr Sinn die Route von Sikkim nach Delhi über Kalkuta und Varanasi zu legen anstatt über Kathmandu. Dafür bräuchte ich aber eher 5-6 Wochen in Indien.

Zitat
Hast du dich informiert, wie es mit den Grenzübergängen direkt nach Darjeeling aussieht?

Ja, das soll in der Nähe von Ilam (Birganj - Raxaul Bazaar) relativ einfach sein.


Danke auch, dass ihr mir wegen dem Everest Base Camp Trek so viel Mut macht. In den Alpen bin ich ein geübter Bergwanderer, aber vor sowas hab ich dann doch Respekt. Aber es macht echt Mut zu hören, wie viele andere (auch im Forum) es schon gemeistert haben.
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Taemaera

« Antwort #6 am: 06. April 2016, 02:04 »
Zitat
Mir war nicht klar, dass man in Kathmandu nur ein Single-Visum für Indien bekommt! Danke für den Tipp!

Normalerweiße bekommst du eins für drei Monate ausgestellt!
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Carola

« Antwort #7 am: 06. April 2016, 11:08 »
Wenn du ein erfahrener Bergwanderer in den Alpen bist, dann ist das Basecamp technisch gar kein Problem für dich! Die Wege sind breit, werden von vielen Menschen begangen, du kannst die Strecke nicht verfehlen, es gibt überall Lodges und kleine Läden (je weiter oben, desto weniger!). Die große Herausforderung ist die Höhe. Da reagiert jeder anders darauf, aber da musst du auf dich selber achten und dich sorgfältig akklimatisieren. Plane auf jeden Fall genügend Zeit ein und bedenke, dass die Flüge nach Lukla öfters wegen Nebels oder Wind ausfallen. Auf jeden Fall war es ein großartiges Erlebnis, den Everest und die anderen Riesen aus der Nähe zu sehen! Wir sind nach dem Basecamp noch ins Gokyo-Tal gequert, da ist wesentlich weniger los und man hat einen noch besseren Blick auf den Everest!
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White Fox

« Antwort #8 am: 06. April 2016, 20:07 »
Zitat
Plane auf jeden Fall genügend Zeit ein und bedenke, dass die Flüge nach Lukla öfters wegen Nebels oder Wind ausfallen.

Wie ist das eigentlich generell mit den Flügen zwischen Kathmandu und Lukla, wie funktioniert das? Ich habe gehört, dass man diese Flüge nicht "normal" im Internet bucht sondern über Agenturen in Kathmandu. Und man soll den Rückflug erst einige Tage vorher (alles während des Treks!) telefonisch bestätigen/vereinbaren. Ist das richtig so? Ich würde ja ungerne den Trek machen und dann deutlich früher/später meinen Flug brauchen als geplant (weil ich z.B. die Höhe nicht vertrage und abbreche oder aber im Gegenteil länger bleiben will weil ich mehr Zeit brauche), von daher klingt das ja ganz gut. Wie habt ihr das mit eurem Rückflug von Lukla nach Kathmandu geregelt?
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Carola

« Antwort #9 am: 06. April 2016, 20:32 »
Wir haben sowohl den Hin- als auch den Rückflug in Kathmandu gebucht, und zwar in unserem Hotel.
Du darfst dir das nicht so vorstellen, wie beim "normalen" Fliegen. Die Flugzeuge fliegen im Shuttlesystem, d.h. die Starts und Landungen sind nicht so exakt von der Zeit, sondern je nachdem, wie lange das Flugzeug braucht. Alles läuft ziemlich improvisiert ab, aber es klappt. Hab leider kein Foto vom Check-In-Schalter!  ;) Deshalb auch keine Online-Buchung.
Bei uns hat alles zeitlich super geklappt, so wie wir es geplant hatten. Ich weiß nicht, wie man von unterwegs einen Flug buchen kann. Es geht auf jeden Fall von Namche Bazaar aus, aber das ist nur 2 Tage von Lukla weg, also eher kurzfristig.
Wichtig ist es, dass du nicht sofort nach deiner geplanten Rückkehr aus Lukla einen Flug hast, sondern Pufferzeit, weil an manchen Tagen nicht geflogen werden kann.



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dirtsA

« Antwort #10 am: 06. April 2016, 21:08 »
Oder du machst den Annapurna Circuit und musst dich um das Thema Flüge nicht kümmern ;)
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White Fox

« Antwort #11 am: 07. April 2016, 06:47 »
Zitat
Wir haben sowohl den Hin- als auch den Rückflug in Kathmandu gebucht, und zwar in unserem Hotel.
Du darfst dir das nicht so vorstellen, wie beim "normalen" Fliegen. Die Flugzeuge fliegen im Shuttlesystem, d.h. die Starts und Landungen sind nicht so exakt von der Zeit, sondern je nachdem, wie lange das Flugzeug braucht.

Na das klingt ja ganz gut :)

Wieviel Geld am Tag habt ihr eigentlich in Nepal gebraucht? Ich dachte so am 35 €/ Tag wie oben erwähnt, kommt das hin? Zu viel/zu wenig?
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Carola

« Antwort #12 am: 07. April 2016, 08:14 »
Das war auch für uns ganz schwer abzuschätzen! In Kathmandu kommt es natürlich darauf an, wieviel du fürs Hotel ausgibst. Aber da gibt's ja massenhaft Banken und Automaten. Auf dem Treck war es schwierig, weil man nur in Namche Geld abheben kann.
Die Übernachtungen in den Lodges kosten ganz wenig, die teuerste ganz oben glaub ich ca. 5€. Essen auch jeweils ein paar Euro. Dann kommt noch Trinkwasser dazu, wird auch teurer, je höher. Genaue Preise kann ich nicht mehr sagen, 35€ haben wir aber auf der Wanderung nicht gebraucht.
Wenn du hinterher aber noch in Nepal bleibst, dann kannst du das eventuell übrig gebliebene Geld ja noch ausgegeben. Rücktauschen geht nur mit Beleg, wenn du das Geld in der Bank getauscht hast, oder schwarz. Wir hatten ziemlich viel übrig, bestimmt 200€, den Rücktausch hat uns der Rezeptionist im Hotel organisiert. Hatten erst etwas Bammel, weil wir ihm das Geld einfach in die Hand gedrückt haben, aber haben alles zurückbekommen.
Kennst du www.trekkingforum.de? Da sitzen die Nepalspezialisten, die dir ganz aktuelle Topinformationen geben können. Damit haben wir unseren Treck auch organisiert, und es hat alles wunderbar geklappt!
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gracy

« Antwort #13 am: 07. April 2016, 12:59 »
Hi White Fox,

ich war gerade 2,5 Monate in Indien unterwegs, überwiegend im Norden. Habe eben ausgerechnet, dass ich im Schnitt 24 Euro am Tag gebraucht habe (alles inklusive außer Flüge). Seit dem 01.04. haben sie die eh schon vergleichsweise teuren Eintrittspreise an vielen Orten auch noch verdoppelt. Z.B. das Red Fort in Delhi war vorher 250 Rupien, jetzt sind es 500! Und Alkohol ist ebenfalls nicht billig (außer in Goa). In dem Budget waren aber auch solche Dinge wie Kochkurse, kleinere Souvenirs und das Porto für ein Paket nach Hause enthalten. Die Preise meiner Unterkünfte lagen grob zwischen 200-700 Rupien am Tag, ausnahmsweise mal über 1.000. Man kann sicher auch günstiger wohnen, aber manchmal mag man es halt mal ein bisschen schön haben...  ;)
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