Thema: Backpacking Südostasien vs. Südamerika  (Gelesen 830 mal)

Fernweh89

« am: 04. März 2016, 00:38 »
Ich sitze gerade am Flughafen und warte auf meinen Flieger nach Deutschland, nach dem ich meine erste backpacking Reise durch Südostasien nach 5 Monaten beende.
Da ich nachhause muss und aber jetzt schon wieder an meine nächste Reise denke, frage ich mich, wo es hingehen soll.

Ich interessiere mich sehr für Südamerika, möchte was neues, anderes sehen, andererseits hat mir die Art des reisens durch SOA so gefallen zB mit dem Roller die Landschaft erkunden, nachts nackt ins Meer springen oder auch nachts alleine zum Hostel laufen können ohne Angst zu haben überfallen zu werden...
Ich denke, manche Djnge die man in SOA machen kann, sind in Südamerika nicht möglich...

Was sind eure Erfahrungen?
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pad

« Antwort #1 am: 04. März 2016, 07:47 »
Diese Frage stellen sich viele, entsprechend dürftest du via Suche einiges finden.

Die Kurzfassung: Nein, in Südamerika wirst du nicht alles so machen können, wie in SOA. Du kannst ganz selten einen Roller mieten, dann auch eher teuer. Du musst dich etwas mehr um Themen wie Sicherheit kümmern, es ist aber absolut machbar. Mit dem ÖV kommst du nahezu überall hin und Langstreckenbusse bieten teilweise (aber längst nicht immer) eine Qualität, von der man in Europa nur träumen kann.

ABER: Es gibt eben auch ganz viele Dinge, die du in Südamerika machen kannst, in SOA eher weniger. Zum Beispiel eine Sprache lernen, um dich nachher mit fast allen Einheimischen verständigen zu können. Grandiose Landschaften sehen und fantastische Wanderungen machen. Mehr "local" leben, als es in Asien aufgrund der ganz anderen Kultur und Sprache möglich wäre. Tiere und Vögel beobachten. Und vieles mehr ...

Ein direkter Vergleich macht einfach wenig Sinn. Du hast jetzt deine tollen Erlebnisse aus SOA im Kopf und möchtest diese auf Südamerika übertragen. Das ging mir genauso, es funktioniert so aber nicht. In Südamerika erwarten dich andere Dinge, die du jetzt (noch) nicht kennst.

Ich war sowohl in SOA als auch in SA für jeweils ca. 10 Monate (in SOA zuerst). Mir haben beide Regionen auf ihre Art sehr gefallen. Recht lange hatte für mich SOA "die Nase vorne", inzwischen sehe ich es sehr ausgeglichen.

Was man sicher sagen kann: Asien ist insgesamt für den Europäer deutlich "fremder", weil es eben ganz andere Sprachen und Schriften, Religonen, Bräuche und Essgewohnheiten gibt. Südamerika hat, je nach Region, eine spürbare indigene Komponente mit eigenen Traditionen und Bräuchen, ansonsten ist der europäische Einfluss vorherrschend.

Wenn dir Strand, Sonne und Meer wichtig sind, bist du insgesamt in SOA deutlich besser aufgehoben - Brasilien ist hier die grosse Ausnahme. Dafür hat Südamerika eben bei den Landschaften eine riesige Palette anzubieten.

Insgesamt herrscht in Südamerika deutlich weniger Rummel, es geht ruhiger zu und her. Keine 24/365 Gesellschaft, sondern Öffnungszeiten. Tiefere Bevölkerungsdichte, mehr offene Flächen und weites Land, weniger Lärm und Trubel und insgesamt weniger Backpacker. Das hat Vorteile und Nachteile gleichermassen und ist irgendwo auch Geschmackssache.
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Vombatus

« Antwort #2 am: 04. März 2016, 09:31 »
Wie lange möchtest du denn dann in Südamerika bleiben? Würde sagen, wenn du nicht nur eine Region/Land (besuchen im Jahresurlaub), sondern mehrere Länder erkunden möchtest, solltest du genug Zeit mitbringen. Man braucht Zeit um sich einzugewöhnen.

Wenn du dir die Zeit nimmst wird es ein ganz anderes Erlebnis und Brainfuck als SOA. Du musst dir aber echt Zeit nehmen und evtl. auch mit Widerständen (Kulturschock) rechnen. ;-)

Hier die Links von denen Pad sprach, zum Stöbern:
Südostasien vs. Südamerika
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=11967.msg79942#msg79942

3 Monate Auszeit: SOA oder SA?
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=6555.msg38668#msg38668

Südamerika oder Asien
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=7399.0

Zum ersten mal 'ne "Weltreise"
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=10381.msg68017#msg68017

Erschlagen von den unbegrenzten Möglichkeiten
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=11808.msg81785#msg81785

HILFE! Enttäuscht von Zentralamerika- Was jetzt??? Zurück nach Asien??
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=6690.0
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traveldey

« Antwort #3 am: 04. März 2016, 15:51 »
Was man sicher sagen kann: Asien ist insgesamt für den Europäer deutlich "fremder", weil es eben ganz andere Sprachen und Schriften, Religonen, Bräuche und Essgewohnheiten gibt. Südamerika hat, je nach Region, eine spürbare indigene Komponente mit eigenen Traditionen und Bräuchen, ansonsten ist der europäische Einfluss vorherrschend.[/b]
Das sieht so aus aber es ist viel weniger so als es aussieht. Ja, Du hast eine Mischkultur mit offensichtlichen iberisch-romanischen Elementen. Aber in riesigen Teilen des Kontinents, vor allem in den tropischen Bereichen - und zwar auch da wo die Leute aeusserlich gar nicht extrem exotisch aussehen - hat sich europaeischer Einfluss ueberhaupt nicht durchgesetzt.
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Vombatus

« Antwort #4 am: 04. März 2016, 16:02 »
@ Travelday
Und was willst du uns damit sagen? Dort wo sich die europäische Kultur nicht duchgesetzt hat, ist sie nicht europäisch?

Darum meinte Pad auch, dass es auf die Region ankommt, die man bereist. Und die meisten Reisenden bewegen sich nicht hauptsächlich in tropischen Gebieten oder Dörfern weit weg vom Schuß. Sondern hauptsächlich dazwischen, hier und da ... mit relativ viel (je nach Region) europäischen/kolonialen Einfluss.

@ Travelday, vielleicht solltest du mehr konstruktive Beiträge liefern, als nur die Beiträge anderer zu bewerten? Was würdest du dem TO antworten?
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traveldey

« Antwort #5 am: 04. März 2016, 16:56 »
Ja genau, wo der europeische Einfluss sich nicht durchgesetzt hat ist er nicht europaeisch. Gar nicht un-asiatisch, nur weniger Leute und weniger eifrig.
Zum TO kann ich nichts sagen, weil: ''die meisten Reisenden bewegen sich nicht hauptsächlich in tropischen Gebieten oder Dörfern weit weg vom Schuß. Sondern hauptsächlich dazwischen, hier und da ... mit relativ viel (je nach Region) europäischen/kolonialen Einfluss. ''
Tja - da bringen konstruktive Vorschlaege dann nicht viel. Deshalb ist es ja auch (bestenfalls) zum Lachen wenn dieselben Leute sich dann darueber beschweren.
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Fernweh89

« Antwort #6 am: 05. März 2016, 08:52 »
Erstmal vielen Dank für eure Antworten :)

Im Moment ist mein Plan, für nur 2 Monate zu reisen.
Habe mir, da ich ja bis gestern in SOA war und diese Reise genießen wollte, noch nicht so viele Gedanken gemacht.

Ich habe Freunde in Brasilien, von daher käme dieses Land für mich in Frage. Außerdem finde ich Peru interessant.
Ein paar Leute auf der Reise haben mir aber auch Kolumbien empfohlen... Echt schwierig.
Ich vermute, man muss halt auch viel mehr Geld ansparen, da es teurer ist und nicht so einfach die länder zu wechseln und nicht einfach mal wie in SOA einen Flug für 50€ zu buchen

Sollte sich mein Plan ändern und ich reise länger als die 2 Monate, würde ich aber vermutlich zurück nach SOA gehen, da ich mir vorstellen könnte, für eine Zeit in chiang Mai zu leben/zu arbeiten :)
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traveldey

« Antwort #7 am: 05. März 2016, 14:34 »
Super, Fernweh89, finde ich toll dass du eine laengere Zeit in Chiang Mai leben willst - wie auch immer das gehen soll bei den heutigen Langzeit-Aufenthaltsbeschraenkungen.
Konstruktiver Vorschlag von mir: geh nicht direkt nach Chiang Mai, sondern in ein unbekanntes Dorf irgenwo im 100km Umkreis.     Und mache so was Aehnliches auch dann mal in Lateinamerika. Das geht genauso, von der Sprache her noch einfacher, man muss halt nur Verbrechernester und Drogenanbau-Taeler vermeiden, aber das kann man organisieren.
Damit ist den Backpackern die sich ueber den Massen-Backpacker-Tourismus aufregen am besten geholfen, und der Lokalbevoelkerung, die nicht direkt auf touristischen Highlights wohnt, ebenfalls.
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