Thema: Hilfe! Touri-Falle Kolumbien... Wohin mit mir? Zentralamerika?  (Gelesen 1577 mal)

reisende

Hallo Leute,
Ich bin gerade super genervt, dass ich mir mit hundert anderen Leuten den common room teilen muss, dass jede Bar, jedes Restaurant eine Touri-Bar, ein Touri-Restaurant ist, und dass ich für die Taxi-Fahrer eine wandelnde Geldmaschine bin.

Hallo aus Medellin, mein siebenter Ort in Kolumbien, an dem ich übernachte. Die anderen waren: Palomino, Taganga, Tayrona (hier war ich mega genervt vom Massentourismus), Cartagena (seeehr touristisch), Isla Grande (Frechheit, so viel Geld abzuknöpfen für ein Hostel, in dem nichts funktioniert), Cabo de la Vela (hier Aufatmung, obwohl mehr als jedes zweite Haus ein Hostel ist und die restlichen sind Restaurants und Shops; weniger besucht wegen dem weiten Weg), Punta Gallina.
Und nun? Ich hab die Nase voll von Kolumbien! Dummerweise sind mir durch kriminelle Energien beide Kreditkarten abhanden gekommen, und ich muss irgendwo in Kolumbien oder aber im mit Bus erreichbaren Nachbarland ausharren, bis die neuen angekommen sind...
Mein nächstes Ziel ist Guatape, nun lese ich aber "Holiday town".... Na toll, noch mehr Touris!
Gibt es denn irgendwo noch authentische Orte???

Ursprünglich wollte ich eigentlich auch nach Zentralamerika, aber da ... Ist es wohl noch touristischer?? (Costa Rica, Nicaragua).... Und die Regenzeit fängt gerade an.

Ich kann mein Touri-Dasein nich mehr ausstehen. In der DomRep war ich viel zufriedener, obwohl ich da eigentlich auch Touri war, vielleicht, weil da Backpacking noch nicht so weit fortgeschritten ist.  Aber deswegen wieder zurück? Es muss doch noch andere Orte geben auf der Welt, wo man noch als Mensch betrachtet wird und nicht als wandelnder Rucksack? Und die man sich auch leisten kann, zu besuchen?

Wäre sehr dankbar für Tipps....

Habe den Eindruck, dass ich radikal die Richtung wechseln muss. Backpacking ist es einfach nicht mehr. Ich fühle mich wie eine Ameise. Nur in Cabo de la Vela konnte ich trotz des staubigen Windes noch frei atmen dank der Wüste abseits der Touri-Straßen, die außer mir nur Einheimische bewandern.
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pad

« Antwort #1 am: 03. März 2016, 12:29 »
Ich bin sehr erstaunt ab deinem Bericht und habe Kolumbien GANZ ANDERS wahrgenommen. Kolumbien ist nun wirklich kein besonders touristisches Land, natürlich gibt es aber regionale Unterschiede. Liegt es vielleicht an der Auswahl deiner Ziele? Ich war an vielen Orten ziemlich der einzige Backpacker und hätte mir manchmal sogar etwas mehr Gesellschaft gewünscht. Klar, Cartagena ist touristisch, aber das ist ja nun wirklich keine Überraschung. Hier kommen so viele Boote an, die Altstadt ist sehr schön und bekannt.

Daher ein paar Fragen und Tipps an dich:
a) Warum übernachtest du nicht mal in einem normalen, kleinen, familiengeführten Gästehaus? Da ist kein Backpacker-Rummel. Das eigene Zimmer, sogar mit Bad, kriegst du ggf. sogar günstiger als ein Dormbett, dass du via Hostelworld gebucht hast. Als Einzelperson zahlst du in Kolumbien normalerweise nur den halben Preis des Doppelzimmers, auch wenn dort ein grosses Bett drin steht. Ich habe in Kolumbien selten in Hostels und nur einmal in einem Dorm geschlafen.

b) Kannst du Spanisch? Ich hatte in Kolumbien mit vielen sehr freundlichen Einheimischen wirklich schöne Gespräche, im übrigen auch mit Taxifahrern, die mir in den allermeisten Fällen einen ganz normalen Preis offeriert haben, ohne erst zu verhandeln. Deine Sprachkenntnisse machen einen riesen Unterschied beim Reisen. Falls du noch kein oder nicht so gut Spanisch kannst, würde ich dir empfehlen, daran zu arbeiten und den Kontakt zu Einheimischen zu suchen. Versuch doch auch mal Couchsurfing, gerade in den grossen Städten klappt das sicher sehr gut!

c) In Kolumbien gibt es jede Menge Regionen, in denen extrem wenig Tourismus herrscht. Die Strände / Karibikküse im Norden gehört klar nicht dazu, hier sind auch die Preise recht hoch. Geh doch mal woanders ist. Es gibt echt viel zu sehen!

d) Zur Wahl des Restaurants: Warum gehst du nicht einfach in ein Restaurant, wo normale Tagesmenüs serviert werden und die allermeisten Gäste Locals sind? Der Preis ist fix und tief, das Menü so gross, dass man es kaum aufessen kann und die Qualität absolut in Ordnung.

Reisende, ich hab den Eindruck, du hast in Moment einfach etwas ein Tief, da ist wohl einiges zusammen gekommen. Das gibt’s und ist gelegentlich normal. Wer schon mal ein paar Monate unterwegs war, kennt das Gefühl wahrscheinlich. Daran ist aber nicht das Land schuld. Denke daran, dass DU es in der Hand hast, wie du deine Reise gestalten willst. DU wählst die Destinationen aus, die Unterkunft, das Restaurant und die Transportmittel. All das kann man in Kolumbien so gestalten, dass man tage- oder gar Wochenlang nicht mehr als eine Hand voll andere Backpacker sieht.

Und wenn's dir dennoch überhaupt nicht gefallen sollte, kannst du ja einfach weiter ziehen. Länder und Destinationen gibt es weltweit genug :) Hast du deine Kreditkarten getrennt aufbewahrt? Klar, passieren kann immer was. Ich hab selbst immer mindestens drei Karten dabei (2x KK und ein mal Maestro) und bewahre die alle an verschiedenen Orten auf. Da müsste schon viel passieren, dass alle wegkommen.

Bei solch 'negativen' Beiträgen sollte man nicht vergessen, dass man anderen Leuten, die vielleicht gerne demnächst nach Kolumbien reisen möchten, etwas die Laune verderben kann. Natürlich sind solche Eindrücke immer persönlich und subjektiv, jeder darf seine Meinung haben und äussern. Dennoch widerspiegelt dein Bericht nun wirklich nicht dem Bild von Kolumbien, dass ich aus persönlicher Erfahrung und aus Gesprächen mit vielen anderen Backpackern kenne.

Kopf hoch! Ich würde an ein paar Stellschrauben drehen, deinen Reisestil etwas anpassen und dann klappt das sicher! Hier in Europa ist's übrigens kalt und unappetitlich, viele beneiden dich um deine Destination :)
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GschamsterDiener

« Antwort #2 am: 03. März 2016, 12:39 »
Ich bin jedes Mal froh, wenn ich etwas Negatives über Kolumbien lese, da auch ich den Hype gar nicht nachvollziehen kann (wenn auch aus anderen Gründen).

Zu deinen Anforderungen würde mir einfallen: Mexiko nördlich von Mexico City minus San Miguel, das verseucht ist mit US-Expats. Ich war da in 10 Tagen glaub' ich 4 Nächte alleine in einem Dorm, so wenig ist touristisch los. Menschen sind freundlich, Infrastruktur gut, keine Abzocke. Man muss halt auf historische Städte stehen. Du müsstest auch fliegen.

Ansonsten: Brasilien abseits der Hot Spots hat viel zu bieten und ist noch recht unverdorben.

Zentralamerika: Das Problem ist, dass es entweder sehr touristisch ist (Costa Rica, Guatemala, zum Teil auch Nicaragua) mit all den negativen Ausartungen, die du bereits beschrieben hast (der Tourist als wandelnder ATM) - oder es ist relativ gefährlich und/oder der Besuch lohnt sich nicht wirklich, wenn man wirklich etwas Atemberaubendes sehen möchte.
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dirtsA

« Antwort #3 am: 03. März 2016, 14:13 »
Mach Couchsurfing statt Hostels! Mir hat Kolumbien nur durch/wegen Couchsurfing gefallen, weil ich wirklich extremst viele nette Locals kennen gelernt habe und dadurch eben auch abseits von der üblichen Route unterwegs war.

Mir ging es wie pad, hätte mir damals in Kolumbien oft gerne ein paar Backpacker mehr gewünscht, oft war ich alleine (wenn ich mal nicht CS gemacht habe). Sehr untouristische Orte an die ich mich erinnern kann: Mompox, Barichara, Villa de Leyva, Bucaramanga. An alle diesen Orten habe ich max. 3-5 andere Backpacker getroffen. In Villa de Leyva dafür ein paar einheimische Touristen, scheint wohl ein begehrter Ausflugsort.

Oder: Mach einen Sprachkurs irgendwo in einem kleineren Dorf, oder wo du bei einer Familie unterkommst. Dann bist du länger an dem Ort, kannst dort die paar Wochen auf deine Kreditkarte warten (hast auch gleich ne Sendeadresse), Zeit tiefere Kontakte zu knüpfen etc.

Oder so was wie Woofing/HelpX etc.

Oder geh in Länder, über die man nichts weiß, eben weil dort nicht viele hinfahren, z.B. Surinam wäre in deiner Nähe. Dass Kolumbien heiß begehrt unter Backpackern ist, überrascht dich doch nicht wirklich!? Ist ja voll das "in"-Land, wo wirklich jeder hin will. Persönlich hat mir das Land auch nicht so gefallen, aber auch aus anderen Gründen. Eben nur durch CS fand ich es dann doch super!!

Möglichkeiten gibts viele und du hast momentan wirklich ein Luxusproblem! Ich finde es ehrlich gesagt etwas arrogant, selbst als Backpacker unterwegs zu sein, aber sich dann aufzuregen, dass man nicht der einzige mit der Idee war... ::) Sorry, aber genieße deine Zeit, Reisen ist Hammer und du hast keine Ahnung, wie gut du es gerade hast. Andere stecken wie gesagt hier in der Kälte und im Alltag fest.
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Susu

« Antwort #4 am: 03. März 2016, 14:36 »
Hallo Reisende,

Schade, dass du so eine Meinung hast. Kann ich gar nicht nachvollziehen.

Wir sind seit knapp drei Monaten in Kolumbien unterwegs und seitdem die Ferienzeit der Kolumbianer vorbei ist, ist es an vielen Orten total ruhig.

Du bist wahrscheinlich gerade in Medellin im Backpackerviertel Poblado, oder?

Geh mal raus aus den klassischen LonelyPlanet-Gegenden. Und wie Pad schreibt: Buch dir via booking.com ein kleines, idealerweise familiengeführtes Hotel. Das ist oft nicht nur günstiger als ein Hostel sondern bist du da auch oft der einzige Gringo und netter und besser ausgestattet ist es auch noch.

Geh dorthin wo die Locals essen: Mittagsmenues zum Festpreis von 6.000 Peso sind doch überall ausgeschrieben.

Auf der Route Mompos, Bucaramanga, Villa de Leyva, San Agustin, Popayan waren wir in den letzten Tagen unterwegs, da ist zur Zeit der Hund begraben, übertrieben gesagt.
In Bucaramanga habe ich drei Tage lang überhaupt keinen "Weißen" gesehen.

Wir sprechen auch nur "10 Minuten Spanisch" und hatten viele tolle kleine Unterhaltungen mit Locals und Taxifahrern.
Die meisten Taxis fahren doch mit Taxameter, dass zwar nicht den Preis aber Einheiten anzeigt. Und jedes Taxi hat hinten oder am Fenster die Preis-Tabelle aushängen.
Ich hatte hier in Kolumbien bisher äußerst selten das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden.

Ich glaube, dein "Problem" ist, dass du in den falschen Gegenden unterwegs bist, nicht zwangsläufig im falschen Land.

Viele Grüße, Susu
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reisende

« Antwort #5 am: 03. März 2016, 15:10 »
Danke für eure Antworten.

Ja, irgendwie stecke ich in einem Tief. Das besagte allein reisen und sich über andere Reisende freuen, das war bei mir wie gesagt nur in Cabo de la Vela so. Da hatte ich auch den Eindruck, dass ich mit meinen Spanisch irgendwie zurecht kam. Jetzt aber habe ich den Eindruck, dass ich gar kein Spanisch kann, und man antwortet mir sowieso auf Englisch. (in Medellin) ja, wegen dem Spanisch bin ich auch ursprünglich hergekommen und habe zwei Wochen Sprachkurs in Cartagena gemacht.

@pad Wann warst du in Kolumbien und wo? Ich habe mir sagen lassen, dass Cartagena allein in den letzten zwei Monaten extrem viel touristischer geworden ist, jetzt gibt es sogar Dollarpreise etc.
Bei großen Städten wie Medellin traue ich mir nicht wirklich, hinzureisen, ohne vorher eine Unterkunft gebucht zu haben. Ok, ich kann das mal mit booking.com und Einzelzimmer probieren, darüber habe ich auch schon nachgedacht.

Bei Guatape kann ich es versuchen, einfach anzukommen und zu gucken, was ich da finde. Obwohl mir natürlich schon längst ein Hostel empfohlen wurde, von verschiedenen Leuten das gleiche.

Mich würde interessieren, was den anderen an Kolumbien nicht so gefallen hat. Ich bin im Moment auch sehr negativ beeindruckt vom fenomeno del niño. Die Natur ist halt super trocken, gerade im Norden, da haben viele Bäume gar keine Blätter mehr, zwischen Barranquilla und Cartagena gibt es komplett ausgetrocknete Wälder.... Und so ein richtig schönes grün habe ich hier bisher noch nicht gesehen, vielleicht in Salento... Eigentlich will ich da gar nicht richtig hin, nachdem da ja scheinbar eh alle hinfahren. Vielleicht ist auch mein Problem, dass ich mich lieber an der Küste aufhalte als im Inland, und Kolumbien scheint eher im Inland was zu bieten zu haben als an der Küste (die fand ich nicht so toll, und andere sahen das auch so). Insofern ist es eigentlich das falsche Land für mich. Aber ich will ihm noch eine Chance geben mit dem Süden und kleine Orten.

Mein anderes Problem ist das Essen. Ich bin halt Vegetarier  (zudem einer, der gerne isst) und bin hier relativ angewiesen darauf, eine Küche zu haben, wenn ich nicht jeden Tag Reis mit Bohnen oder Reis mit Patacones essen will. Gerade deswegen dachte ich, würde es mir in Medellin mit all den Restaurants gut gefallen. Hier in Poblado sind die aber relativ eindeutig fast nur für die Touristen da. Immerhin habe ich einen leckeren Mexikaner-Imbiss gefunden. Beim Bezahlen wurde ich dezent darauf hingewiesen, dass im Preis kein Trinkgeld enthalten ist. Beim Umsteigen vom Flughafenbus in ein Taxi wollte auch jemand Trinkgeld von mir. Ich gebe dann immer aus Schuldgefühlen. In Asien, wo kein Trinkgeld erwartet wird, fand ich es irgendwie angenehmer.
Hier in Medellin gibt es auf jeden Fall niemanden mehr, der noch traditionelle Kleidung trägt. Das ist in Deutschland zwar auch so, aber ich finde es trotzdem befremdlich, dass hier alle Leute billige Westliche Kleidung aus China tragen - oder auch die teure Kleidung aus den teuren Shoppingmalls, aber gleicher Stil. Auf jeden Fall muss es eine lange Hose sein und möglichst schick, kürzere Hosen sind ganz schlechter Stil. Im Norden war es irgendwie angenehm, noch Indigene in ihrer traditionellen Kleidung zu sehen. Aber ich bin sowieso kein Fan von Städten...

Hostels gibt es hier auf jeden Fall wie Sand am Meer. Vor ein paar Jahren war das sicher noch nicht so.

Tut mit leid, dass ich mich über Backpacker aufrege, das war wirklich nicht arrogant gemeint, eigentlich rege ich mich mehr darüber auf, dass mein Hostel komplett überfüllt ist (kleiner common room aber 50 Leute im Haus; winziger Kühlschrank und Wifi geht nicht, ich nutze das vom Nachbarhostel, und mir wurde dieses Hostel als Nicht-Party-Hostel empfohlen) und ich keine Luft zum Atmen habe, und über dir Auswirkungen des Tourismus auf das Stadtbild. Hier gibt es zum Beispiel eine riesige Touri-Bar neben der anderen. Jetzt versteh ich auch, warum immer alle sagen, sie wären in Medellin nur feiern gewesen und mussten weiterreisen, um mit dem Feiern aufzuhören. Für mich ist das aber keine attraktive Freizeitbeschäftigung, mit hundert anderen Touris feiern zu gehen.
Zum Thema Abzocke: auf Isla Grande habe ich 50.000 pesos für ein Hostelbett bezahlt in einem Hostel, wo nichts funktioniert hat... Es gab eine Küche, in der man mangels Gas nicht kochen konnte (ansonsten fehlte es auch an allem anderen), aircon kaputt, alles verfallen und kaputt, unfreundlich behandelt worden etc... Da fing meine Depression mit Kolumbien an. Bettelnde Kinder etc.
Außerdem mag ich selbst gar kein Touri mehr sein. So geht es mir seit meiner Ankunft in Kolumbien. In der Dom Rep und sogar und Puerto Rico habe ich mich noch nicht so gefühlt. (Vielleicht ein bisschen in Puerto Rico).
Ich habe den Eindruck, dass ich eigentlich auf der Flucht bin und nicht am Reisen. Ich weiß nur nicht, wohin fliehen... Estmal nach Guatape...

Couchsurfing... Ja, ich vermisse das und würde es gerne machen, aber im Moment fühle ich mich wohl zu schüchtern dazu, und weiß auch nicht, was ich den Leuten sagen soll, dass mir ihr Land bisher nicht so gut gefallen hat? In die Situation will ich gar nicht kommen. Ich war vor zwei Tagen bei einem Meetup, da war ich auch schon in der Situation, dass ich aus Höflichkeit nur die halbe Wahrheit erzählt habe. Zwickmühle.

Sorry, dass ich jetzt noch mehr gejammert habe. Ich habe aktuell auch niemandem zum Reden...

Die Kreditkarten sind getrennt voneinander verloren gegangen: die erste durch Skimming (Kopiert und in Taiwan probiert worden), die zweite durch Diebstahl im Bus durch Durchschneiden des Trägers meines versteckten Geldtäschchens. Erst bemerkt, nachdem ich ausgestiegen bin und der Bus gerade weiterfuhr. Beides innerhalb einer Woche passiert. Das hat mich sicherlich zusätzlich negativ gestimmt.
In der Tat habe ich noch eine Maestro-Karte, und nach einigen sorgenvollen Tagen in Cabo de la Vela bin ich zurück nach Palomino und konnte im Nachbardorf herausfinden, dass die Maestro-Karte in Kolumbien funktioniert. Das ist mein einziges Glück in diesem Fall.

Ich reise übrigens zum ersten Mal ohne Lonely-Planet, sondern nur auf Empfehlung. Vielleicht sollte ich lieber an Orte fahren, die NICHT oder selten empfohlen wurden. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr backpacken, das wollte ich nur so lange machen, bis ich einen Ort finde, an dem ich bleiben will. Leider habe ich diesen Ort noch nicht gefunden, und nun habr ich gar keine Lust mehr, weiter zu reisen, habe gerade zu heimweh und würde mich vielleich an den kalten Temperaturen gar nicht so sehr stören? Die Hauptsache wieder was stabiles....
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reisende

« Antwort #6 am: 03. März 2016, 16:46 »
Kurzes Update...

Bin vom 13-Bett-Zimmer in 4-Bettzimmer (alle Matrazen auf dem Boden!) gewechselt, das Wifi wurde für mich rebootet und funzt jetzt, habe einen Deutschen verabschiedet, der in ein anders Hostel wechselt, weil er es hier auch nicht so toll findet (Bestätigung fühlt sich gut an), und habe mir überlegt, mir nach Kolumbien in Costa Rica oder einem Nachbarland was für mindestens zwei Wochen zu suchen, damit ich mal an einem Ort bleiben und ein zu Hause Gefühl entwickeln kann.
All das erleichtert mich schon erheblich... Große Städte ab jetzt nur noch für Ankunft und Abflug und Ausschlafen nach Flug.... Sightseeing wird auf das Wesentliche beschränkt...
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Stecki

« Antwort #7 am: 03. März 2016, 17:05 »
Wenn Du gar keinen Massentourismus willst, warum soll es dann Costa Rica sein? Wieso da wo es viele Amerikaner hat? Warum nicht Nicaragua, El Salvador oder Honduras? Sorry wenn es den Einwand schon gab, ich habe nicht jeden Beitrag im Detail durchgelesen.

Ich fand Kolumbien auch eher untouristisch, war aber meist mit Locals unterwegs. Gegessen habe ich auch fast nur in den günstigen Buden (Mittagsmenü für 5000-6000 Pesos) oder in Studentenlokalen.
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Vombatus

« Antwort #8 am: 03. März 2016, 17:32 »
Eigentlich wurde ja schon alles gesagt, darum hau ich nicht mehr drauf  ;) Aber hier noch mal ein Tipp für alle anderen. NICHT in "Poblado" wohnen. Ausser man will eben Touristenkneipen, Touristenpartys und Touristenpreise. Für ein Tagesausflug kann man sich die Gegen mal ansehen, ansonsten empfehle ich: www.wanderingpaisahostel.com/ Ist schon Jahre her, fand es dort sehr toll dort, weg vom Packpackerzentrum, nahe an den Menschen/der Stadt mit super Veranstaltungen und tollen Räumen, mit dem Hostelpersonal ging es auch in Clubs mitten in der Stadt (nicht im Touristenviertel). Interessant war, dass dort die "Locals" in die Bar kamen, um  mit den "Touris" zu feiern. Einige kleine Restaurants, garantiert ohne englisch sprechendes Personal. Gute Anbindung an die Hochbahn und ein paar Straßen weiter auch ein bisschen mehr Internationale Küche.

Natürlich kann sich in den Jahren viel verändert haben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der kürzlich dort war?
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dirtsA

« Antwort #9 am: 03. März 2016, 18:44 »
Gib doch dem Landesinneren eine Chance. Klar, die Küste ist extrem touristisch. Mag ja stimmen, dass es manchmal gut ist, ohne Lonely Planet unterwegs zu sein - andererseits stünde so etwas dort auch drin und du hättest es von Anfang an gewusst. Es wurden ja hier nun schon einige Orte im Landesinneren aufgezählt, wo du anfangen könntest.

Cartagena hat mir auch nicht gefallen und war mir schon damals zu touristisch (2012). Mit der Meinung stehst du also nicht alleine da. Genauso der Rest der Küste, wobei ich Tayrona trotzdem schön fand. Schade, dass du den Abstecher nach Mompox nicht gemacht hast auf dem Weg.

Für mehr Grün müsstest du wohl eher ins Amazonas Gebiet. Hast du darüber schon nachgedacht? Ansonsten habe ich Kolumbien jetzt auch nicht als besonders grün in Erinnerung - aber die kleinen Kolonialstädte sind trotzdem sehr süß, auch wenn die Hügel rundherum etwas braun sein sollten. Dann hättest du eben in der Regenzeit kommen müssen (von dem her Zentralamerika zur Regenzeit - wobei die jetzt ja noch nicht ist - gar keine so schlechte Idee für dich).

Von Costa Rica würde ich wirklich Abstand nehmen. Nicht, dass ich selbst dort war. Aber selbst Leute, die gerne in den Massen unterwegs sind, fanden das krass touristisch. Wenn dir Kolumbien schon zu viel ist, dann wirst du dich in Costa Rica fühlen wie am Oktoberfest wo sich die Massen schieben ;)

Zwecks Essen: Ich war damals auch Vegetarier, hatte also das gleiche Problem. Südamerika gibt leider wirklich nicht viel her, wenn man Vegetarier ist. Da hat mir allerdings auch Couchsurfing sehr geholfen - die Locals haben dann schon ein paar Vorschläge, was es so an vegetarischem kolumbianischen Essen gibt oder man kocht eben zusammen.

Wegen CS würde ich mir keine Gedanken machen. Ich hab damit in Kolumbien auch nach der Küste angefangen - wo ich auch nicht sehr beeindruckt vom Land war und schockiert von den hohen Preisen. Sooo viele Fragen kamen dann gar nicht, wie mir Kolumbien gefällt. Natürlich am Anfang kurz, aber dann weicht man eben etwas aus und fragt gleich gegen, was ihnen denn selbst an Kolumbien am besten gefällt. Bestimmt gibt es ja auch irgendetwas, was du bisher zumindest "nett" fandest ;) Dann konzentriere dich doch einfach darauf in der Erzählung! Nachdem ich dann 1-2mal CS gemacht hatte, konnte ich die Frage, was mir am Land am besten gefällt gleich mit "die Menschen" beantworten, was der Wahrheit entsprach und dazu natürlich als schönes Kompliment aufgefasst wurde. Geht also alles... ich glaube du suchst nur zwanghaft nach Ausreden warum du dies und das nicht probieren kannst, anstatt es einfach mal zu machen! Was wäre denn, wenn du in Medellin ohne Hostel ankommst? Laufst du eben ein bisschen rum, fragst an ein paar Ecken und hast dann was, das du auch vorher selbst prüfen konntest. So hättest du das Umgehen können, in einem zu vollen Hostel zu landen...
Apropos zu volles Hostel. Ist schon auch etwas arrogant, sich ein halb leeres zu erhoffen!? Die Menschen dort müssen ja auch überleben, ist doch toll für sie wenn das Business läuft. Und wenn ein und das selbe Hostel mehrfach empfohlen wird...nun ja dann sollte wohl klar sein, dass es entsprechend voller sein wird.

Zu den Menschen... ja sie sind moderner und weiter entwickelt als in anderen Ländern in der Region. Aber willst du ihnen das vorwerfen? Das ist ja schon komisch. Darf sich ein Land nicht entwickeln, sollen weltweit alle weiterhin in ihren lokalen Trachten herumlaufen und nicht den Wunsch haben, sich modisch etwas auszustatten? Du selbst tragst ja wohl kaum die Kleidung von deiner Oma.
Ich fand es übrigens sehr positiv, dass die Menschen dort schon gebildeter und westlicher sind. So konnte ich Gespräche auf dem gleichen Niveau wie mit meinen Freunden zuhause führen. Gleiche Freuden, gleiche Probleme, Interesse an den selben Bands oder Themen. Mit einem einfachen Indigeno in seiner traditionellen Kleidung geht da nicht viel (obwohl die Menschen natürlich trotzdem oft sehr nett sind - aber es liegen eben Welten dazwischen und man kommt oft vom einfachen "where are you from" nicht viel weiter...)

Nun ja, so meine Gedanken dazu. Letztendlich ist es dir überlassen, was du aus deiner Reise machst. Finde es nur schade, wenn du so eine Möglichkeit zum Reisen hast, und sie dann nicht genießen kannst.
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dirtsA

« Antwort #10 am: 03. März 2016, 18:51 »
Zitat
Mich würde interessieren, was den anderen an Kolumbien nicht so gefallen hat.

Hatte ich vergessen, zu schreiben. Bei mir waren das die Sehenswürdigkeiten selbst - während ich in anderen Ländern viele "Wow-Effekte" hatte, hat das in Kolumbien einfach gefehlt. Ich fand das meiste eher mittelmäßig/ganz nett, aber nicht besonders spektakulär. Ausnahmen waren Valle de Cocora, Barichara und Mompox.

Wie gesagt, erst die Menschen selbst haben das Land für mich toll gemacht.
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GschamsterDiener

« Antwort #11 am: 03. März 2016, 19:01 »
Zitat
Mich würde interessieren, was den anderen an Kolumbien nicht so gefallen hat.

Hatte ich vergessen, zu schreiben. Bei mir waren das die Sehenswürdigkeiten selbst - während ich in anderen Ländern viele "Wow-Effekte" hatte, hat das in Kolumbien einfach gefehlt. Ich fand das meiste eher mittelmäßig/ganz nett, aber nicht besonders spektakulär.

Ich kann das so unterschreiben. Kolumbien war mein Einstiegsland auf meiner Lateinamerikareise, hätte also alle Chancen gehabt, mich auch mit "Latinostandards" zu überzeugen. Ich habe im Vorhinein auch viel sehr Positives über das Land gelesen. Leider hat mich dann in Kolumbien nichts wirklich gereizt.

Am ehesten positiv in Erinnerung blieben mir die sehr herzlichen Besitzer im Hostel in Cartagena und die schönen Museen in Bogota.
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reisende

« Antwort #12 am: 04. März 2016, 01:42 »
Danke für die vielen Antworten.
Mir geht's heute schon besser, bin mit dem Metro-Cable gefahren bis nach parque Arví, was an sich schon extrem beeindruckend war. Was ich besonders angenehm fand, dass es dort schlappe 24 Grad hatte und die Leute wirklich sehr freundlich und die Preise ungewöhnlich niedrig waren, vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Ort ja viel von Touris besucht wird. Auf dem Heimweg sind mir 6 Leute vom Hostel begegnet, die auch da waren und die ich dort gar nicht gesehen habe!
Warum ich mir Costa Rica in den Kopf gesetzt habe? Wegen der Landschaften.... Ich steh einfach auf sattes Grün. Und weil angeblich das Essen toll sein soll. Das kann natürlich sein, dass Nicaragua ganz genauso tolle Landschaften hat. Und Nicaragua steht auch auf meiner Liste. Es muss doch in Costa Rica einen weniger touristischen Ort geben? Ich würde dort auch wegen der hohen Preise tendenziell eher nur zwei Wochen verbringen wollen. Von Belize habe ich Leute schwärmen gehört.
Der Vorschlag mit Mexico, den fand ich auch ganz spannend. Ich hatte Mexico bisher nicht auf meiner Liste.

Und...ja... falls ich noch länger in Medellin verweilen will, sollte ich wohl dringend umziehen. Von Poblado weg und irgendwohin, wo mehr Platz ist für die vielen Leute. Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Ich breche einfach in Tränen und Depressionen aus, wenn ich Platzangst bekomme. Wie gesagt, fühle ich mich bei weiten Landschaften wie Wüsten am wohlsten.

Vielleicht begegnet mir dann ja auch mal ein Mittagsmenu für 5-6000 Pesos. Das habe ich bisher nur beim Hare Krishna Tempel in Cartagena erlebt. Ansonsten war mein günstigstes Mittag-/Abendessen in Cabo de la Vela mit 7-10000 Pesos, bzw. Taganga, ebenfalls 7000 für einen vegetarischen Teller.

Ich glaube, ich habe Mompox ausgelassen, weil mich Städte nicht so interessieren wie Landschaften. Das war früher mal mit Städten. Jetzt ist Natur angesagt. Und weil es nicht ganz auf dem Weg lag. Und weil alle immer sagen: Kauf dir nen Flug! Ist bequemer und kostet genauso viel wie Busfahren.

Und das mit den traditionellen Trachten: ich habe nichts gegen Entwicklung, finde nur, dass diese nicht dazu führen muss, dass überall die gleichen Sachen verkauft werden. Ist aber so. Egal, welche Shoppingmall auf dieser Welt, es sind immer die gleichen Marken dort zu finden in unterschiedlicher Verteilung. Das finde ich nur halbgut. Bei Indien finde ich es z.B. gut, dass die Frauen oft noch in ihren traditionellen Kleidern herumlaufen. Das ist schön. Deswegen müssen sie nicht weniger gebildet sein.
Ich fand es in Tanzania mal sehr beeindruckend, dass ein Freund Michael Jackson nicht kannte. Ich finde, muss er auch nicht. Auch wenn ich selbst als Teenie ein riesiger Fan war.

Und das mit dem Vorher-nichts-buchen in einer Millionenstadt... In kleinen Plätzen, ja, ok. Da muss man auch nicht so viel rumlaufen, bis man was gefunden hat. In großen? Ich kenn das auch von Afrika so, dass man in großen Städten nicht mit seinem Gepäck rumlaufen soll, vor allem, wenn man die genaue Sicherheitslage nicht kennt. Es sei denn, man will sein Gepäck los werden. Stand in Windhoek groß im Hostel : Is your bag to heavy? Take it into town and get rid of it... Vielleicht etwas drastisch, ist dort aber wirklich passiert (nicht mir, anderen, die dort übernachteten). Deshalb bin ich bei einem neuen großen Ort eher vorsichtig.

Über meinen Lieblingsort bis jetzt - Cabo de la Vela - steht im Lonely Planet übrigens nicht viel drin.

Danke nochmal für die vielen Antworten!








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traveldey

« Antwort #13 am: 04. März 2016, 02:53 »
Liebe Reisende - nichts fuer ungut, jeder soll bitte seine Meinung aeussern wie es ihm/ihr beliebt. Aber hier im Spiegel das ECHO:
''Boah was bin ich die Deutschland-Hype satt ey! Alle woll'n da hin ey, alle! Unddann rzaehln se immer von Bier, Wein, Met, Sauerkraut und Currywuast, und Siegfried und grosser Geschichte mit grosser Kultur und grossen Kriegen. Aber irgenwie, nee also, ich hab das da nich... Weil ein para Leute sagen das waer voll cool/das im LP gelesen haben, hab ich das so gemacht jetz:
*in Berlin Linie Hundert (immer auf der Achse ZOO-Alex, Alex-Zoo hin und hergefahrn). Ick fahr imma jradeus, und jeh ick einsta raus, jleich jeradaus ins haus der hundet Biere! Det war ooch… ick sach mal, jut, wa.
*in  Hamburch und ssspazierte ueber den Jungfernssstieg und anschliesend S-Bahn zum Hafen
*dann in Breymn und nochmal raufund rundae mide Ssstadtmusikanten
*in Oldenburg im Einkaufszentrum klaut mir so'n langhariger Soziologiestudent die Kreditkarte, weiler meint er als Arbeiterkind braucht mich nicht auf Englisch zu fragen opper dat darf, und am Bahnhof faellt mir die andere auf die Geleise weil mich Frau Trampel Ladykrcher angerempelt hat!
*fahre dann noch ab nach Amrum zum Strand, aber Ausbilda Schmidt war wohl  in seiner Kaserne, nich mit Lehnchen anner Laterne!
*esse immer Fischbroetchen bei KDW/Alsterhaus... und Erdbeertoertchen bei Tchibo zum Nachtisch*jedenfalls mit Madelntrachten und Lederhos'n hat's a nex gebba!';  Oberfoerster Rombach und Margot Hellwig ware'n wohl bloss Werbeattrappen im Reise-TV  genauso wie der Alptraum von Altstadt am Strassenfass – aeh, der schoene Maerchentraum von Neustadt an der Weinstrassee. Das war anders:  was ich stattdessen sehe sind ungermanisch aussehende Fluechtlinge mit ein paar Langharigen, und ein paar saechselnde,berlinernde und ruhrpottdialektsprechende Skinheads'
*und die Ur-Germanen in der Hoehle auf dem Baerenfell oder mit Keule und Hauswolf auf Baerenjagd waren auch nich da. Und und -  gefahren sind die ins ganz normale Autos, nur halt mit so komischen Zeichen, V und Doppelvau, und so vier Ringe undirgendwas mit A, undn Dreistern und irgend son Kreis mit badischer Maschinenfabrik oder so - mit so festen Tueren und strammen Sportsitzen, stabil, raketenbeschleunigung, und leise warn die so, und ham nich so viel Benzin gebraucht. Aba sonst genauso wie bei uns auch! Und wieg in Afrika auch, und in Asien auch damals! Als ich in Kota-Beri-Boboptas war, und in Dumvirotransdedong.
Und in den Hotels und Jugendherbergen -  das warn ja alles Leute die nicht aus der betreffenden Stadt kamen, da gar nich hingehoerten! Stell dir das mal vor, wie bescheuert, und vor allem: wie frech! Irgendwo bei einer Sehenswuerdigkeit zu naechtigen und anstatt bei sich zu Hause in der Miet- oder Eigentumswohnung lieber in einer gastgewerblichen Unterkunft oder wenigstens im Zelt oder bei Bekannten zu schlafen, und nicht von da herzustammen, ey! Wirklich, Berlin City Haburch City, Bremen City, Oldeburg City und Amrum am Strand - ueberall voller Urlauber von woanders her!  Woher ham die ueberhaupt den Passierschein? Nur ich darf eigentlich reisen denn ich verfuege ueber einen vielstimmigen und mehrsilbigen Bildungsabschluss und bin also politisch korrekt und kein primitiver Rassist, Sexist oder Religionsverratatiker wie diese andern hier, die hier erwaehnt sind und z.B. zu kurz waren meine Liebslingsstars zu kennen obwohl’s ein huebscher Junge aus dem gruenen Suednorwegen aus Stockokisbangi war. Der hat mal spaeter auch nix zu lachen, den Passierschein kriegt dann ein anderer, und er darf zusehen.

=>  bah, ich bin so geneearvt! Ist D. ein krass langweiliges Land ohne interesante Abwechslung, voll vermasst, kein kulturelles Angebot, null Individualitaet ey! Das geht ja gar nicht.
=> ick fahr jetz nach Oesterreich ins Salzkammergut oder in die Schweiz, oder nach Holland oder nach Mallorca oder nach  Griechenland, weil ick will keine Touristen mehr sehn jetzt erst mal – und keinen Tropfen Regen mehr sondern endlich Schnee! Da fahr ich doch besser gleich nach Miami!’’

Und dann ersetze man 'Ich/ick' und 'Touristen'/'Reisende'... durch das Wort 'Backpacker' - dann bleibt der Rest des Textes genauso gueltig. Also: das Backpacken ist auch nicht schuld.
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reisende

« Antwort #14 am: 04. März 2016, 02:58 »
Wenn du dich auf den Schlips getreten fühlst, warum sagst du das nicht einfach direkt.
Finde, dein Beitrag hat nichts mit dem Gefühlszustand zu tun, den ich versucht habe, durch Beschreiben loszuwerden. Und das hätte wahrscheinlich in jedem anderen Land passieren können. Man fühlt sich halt nicht immer überall gleich oder gleich wohl. Fahre doch mal nach Tayrona und übernachte in Cabo San Juan in der Nebensaison 2016, oder in ein überstopftes Hostel in Poblado, und versuch zu schlafen, wenn draußen die ganze Zeit Elektromusik läuft, vielleicht verstehst du dann, was ich mit Massentourismus meine. Das ist eine weltweite Entwicklung, und ich weiß, dass ich leider auch dazu beitrage. Trotzdem wünscht sich doch jeder, ein Fleckchen Erde zu finden, wo man für sich sein kann, oder? Und vielleicht hast du es überlesen, aber ich habe auch geschrieben, dass ich mein eigenes Touri-Dasein nicht mehr ertragen kann...
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