Thema: Aktuelles Preisniveau Südamerika 2015/2016  (Gelesen 1464 mal)

Jef Costello

« am: 06. Februar 2016, 15:42 »
Ich dachte mal, wir könnten einen Thread erstellen und aktuelle Preise in Südamerika sammeln. Viele der Preisbeispiele aus älteren Diskussionen erscheinen veraltet und wurden oft nicht in €/$, sondern in der jeweiligen Landeswährung angegeben.

Da ich seit August in Argentinien (+ein wenig Uruguay) und Chile unterwegs bin, werde ich zu diesen beiden Ländern Preisbeispiele auflisten.

Uruguay
Ich war in Colonia im September und in Montevideo im November. Preislich total unproblematisch mit 40€ am Tag, war allerdings Nebensaison. Große Kosten hat man in beiden Städten nicht.

Argentinien

Von Argentinien kenne ich die Mitte des Landes und den Süden.

Argentinien Hostelpreise
Die aktuellen Preise kann man sich im Prinzip selbst raussuchen.
Bis Bariloche habe ich generell immer 8-12€ für ein Hostelbett bezahlt. In Puerto Madryn zahlt man um die 15€. Teuerste Ziele waren El Chalten und Ushuaia mit 20€ die Nacht. Wobei es auch in El Chalten Angebote für 10€ die Nacht gibt, diese wurden allerdings nicht im Internet verbreitet.

Extraaktivitäten


Im Folgenden sind alle von mir durchgeführten Extraaktivitäten aufgelistet. Man sollte immer davon ausgehen, dass bei den Minibustouren immer Extraausgaben von 5-10€ für Eintritte o.ä. dazukommen. Die habe ich hier mit einbezogen.

Buenos Aires
140€ - Boca Juniors Topspiel
10€ -> 30€ - Normale Preise für Fußball (San Lorenzo, Racing, Independiente, Nationalmannschaft)
Rosario
20€ - 2 stündige Bootsfahrt auf dem Parana
Cordoba
15€ Bustickets - Lässt sich alles selbst besuchen
San Luis
15€ - Busticket zum Nationalpark Sierras de las Quijadas
Mendoza
40€ - Weintour (3 Bodegas, 1 Olivenöl, 1 Schokolade)
35€ - Puente del Inca + Aconcagua
40€ - Canon de Atuel
21€ - Villavicencio Hotel
Touren in Mendoza kosten eigentlich nie mehr als 40€.
Malargüe
35€ - Caverna de las Brujas + Manquimalal Wasserfälle
23€ - Valle de los Andes
52€ - Reserva Natural La Payunia (Vulkanpark)
30€ - Volcan Malacara
Bariloche
18€ - Fahrradausleihe Circuito Chico
11€ - Fahrradausleihe Los Arrayanes Nationalpark
San Martin de los Andes
40€ - Lanin Nationalpark
35€ - Ruta de los 7 Lagos
Esquel
57€ - Los Alerces Nationalpark
Puerto Madryn
120€ - Tour Peninsula Valdes + Walbeobachtung
102€ - Tour Puta Tombo + Commerson Delfine
14€ - 1 Tag Fahrradausleihe
Los Antiguos
53€ - Cueva de las Manos (Einzeltour im 4x4)
El Chalten
206€ - Eisklettern auf dem Viedma-Gletscher
El Calafate
112€ - Navegation Upsala & Spegazzini Gletscher (Kostet jetzt schon 15€ mehr...)
45€ - Transport und Eintritt Perito Moreno Gletscher
Ushuaia
19€ - Transport zum Nationalpark hin/zurück, Preis für Taxis oder Transport zu Tageswanderungen
53€ - Beaglechannel Tour


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Jef Costello

« Antwort #1 am: 06. Februar 2016, 15:44 »
Chile

In Chile kenne ich bisher nur den Teil in Patagonien.

Hostels

Hostels oder Hospedajes kosten meistens 12-15€, sind aber im Vergleich deutlich bequemer als die Vertreter in Argentinien. In Puerto Rio Tranquilo hatte ich beispielsweise ein Einzelzimmer für 12€, was in El Chalten undenkbar wäre.

Extraaktivitäten Chile

Generell gilt, dass sämtliche Touren in Chile viel billiger sind als in Argentinien! Das liegt oftmals daran, dass interessante Dinge in Argentinien von den Estancia-Besitzern brutal als Luxus-Destionationen vermarktet werden. Der Besuch der Isla Martillo in Ushuaia mit gerade einmal 6000 Magellanpinguinen und ein paar Papua und 2 Königspinguinen kostet 105€, die Isla Magdalena mit zigtausenden Brutpaaren nicht einmal die Hälfte. Selbiges gilt für Kayak, Gletschertrekking, usw.!

Puerto Rio Tranquilo
60€ - Gletscher Exploradores 6h Trekking (Preis beinhaltet Transport, Essen und Ausrüstung)
11€ - Bootsfahrt Marmorhöhlen (ein eigenes Boot würde 50€ kosten)
300€ - 2-Tages Tour der Laguna San Rafael (50€ des Preises sind für Kayak). Ein Eintagsbesuch kostet 180€. Mein bestes Erlebnis in Patagonien.
Puerto Natales
8€ - 1 Tag Fahrradausleihe für die Cueva del Milodon
30€ - Transport und Parkeintritt Torres del Paine
500€ - Navimag Fähre nach Puerto Montt
Punta Arenas
76€ - Kayak mit chilenischen Delfinen auf der Magellanstraße
31€ - Fort Bulnes und Hungerhafen
76€ - Königspinguine (wird als Full Day Tierra del Fuego vermarktet und sind 14h)
45€ - Isla Magdalena mit der Fähre, das Schnellboot, welches auch die Seelöwen besucht kostet 76€

Das ist bisher das, was ich an Touren in Argentinien und Chile gemacht habe. Die Preise sind aktuell aus der Saison 2015/2016. Mein Tagesbudget bis Bariloche betrug 50€, im Dezember und Januar musste ich es aufgrund der krass-teuren Tourpreise auf 60€ anheben. Wer ohne Campingequipment unterwegs ist darf mit einem europäischen Preisniveau rechnen. Man kann Patagonien auch ohne diese Touren machen, aber mit ist es wie immer schöner. :)

Jetzt würde mich von euch interessieren, wie teuer die anderen Länder Südamerikas im Jahre 2016 sind. Lasst mal hören! :)
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GschamsterDiener

« Antwort #2 am: 06. Februar 2016, 16:50 »
Ein Thema, das man bei Argentinien wirklich betonen muss: Die Transportkosten sind sehr deutlich höher als in anderen SA-Ländern mit ähnlichem Entwicklungsstatus (Brasilien, Chile, Uruguay).

Ich schlag mal mein Excel auf mit Durchschnittskosten in EUR/Tag.

KOLUMBIEN (11d):
Hotel: 9 (bessere Dorms)
Essen: 7
Transport (national): 13
Sonstiges: 8

Bei Transport war ein (günstiger) Flug Cartagena-Bogota dabei. Buskosten ca. zwischen Chile und Peru. Bei Sonstiges 9 Stunden Sprachunterricht für die Fisch'.

ECUADOR (18d):
Hotel: 8 (20% Einzelzimmer)
Essen: 7
Transport (nat.): 3
Sonstiges: 14

Ohne Galapagos. Sonstiges = Sprachunterricht in Cuenca.

PERU (21d):
Hotel: 3 (realistisch: 7-8)
Essen: 6
Transport (nat.): 5
Sonstiges: 12

Sehr viele Nachtbusse und sehr viel Zelten (Santa Cruz, Salkantay). Sehr gute Dorms gibt es für 7-8 EUR, geht auch günstiger. Bustransport für mich vom P/L-Verhältnis am besten in Südamerika.

BOLIVIEN (27d):
Hotel: 6 (realistisch: 8-10 für Dorm mit warmer Dusche)
Essen: 5
Transport (nat.): 2 (realistisch: 5-7)
Sonstiges: 21

Bolivien galt lange als supergünstig in Südamerika. Das ist nicht mehr der Fall. Preisniveau aus meiner Sicht auf Höhe von Peru (Ausnahme: Eintritte zu Sehenswürdigkeiten a la Cusco sind kein Rip Off mangels US-Touristenmassen), die Qualität ist teilweise sehr durchwachsen (Transport!). Sonstiges = 4d Uyuni, 3d Huayna Potosi, 12d Spanisch-Unterricht in Sucre.

CHILE (30d):
Hotel: 8 (realistisch: 10-18)
Essen: 9
Transport: 10
Sonstiges: 5

Hotel: 4 Tage Zelten, 1 Nachtbus, 1e Woche bei Freunden gewohnt. Gutes P/L-Verhältnis bei Hostels (gute Auswahl und mit die besten in Südamerika), wenn man nicht gerade in der absoluten Hochsaison reist. Patagonien ist generell teurer als der Rest des Landes. Essen: Auswärts essen ist recht teuer; Selbstversorgung senkt den Preis und ist aufgrund gut ausgestatteter Hostels und günstiger Supermärkte kein Problem. Transport: Ein teurer Flug von Patagonien nach Puerto Montt war dabei. Sonst sehr gutes P/L-Verhältnis bei Bussen.

ARGENTINIEN (17d):
Hotel: 8
Essen: 8
Transport: 26
Sonstiges: 3

Preise und Meinung zu blue€-Kurs, den es ja nicht mehr gibt. Hotel: Recht gutes P/L-Verhältnis bei Dorms. Essen: Gute Qualität ist auch auswärts günstig möglich. Transport: Ein Flug BA-Patagonien war dabei. Ansonsten gilt: Qualität ähnlich wie in Chile, Brasilien oder Peru, meiner Meinung sogar niedriger. Preislich vollkommen überhöht. Eindeutige Preiskartelle bzw. Preismonopole führen zu sinkender Qualität.

BRASILIEN (13d):
Hotel: 8
Essen: 10
Transport: 18
Sonstiges: 4

Hotel: Dorms sind recht günstig, Qualität aber gefühlt niedriger. Gefühlt sind auch die Online-Bewertungen zu hoch für das Gebotene. Essen: Ich habe vor allem am Anfang zu viel auswärts gegessen und bin dort auf diese per/kg-Restaurants reingefallen (man will dann halt alles probieren...). Man kann theoretisch sehr günstig mit Hot Dogs und Strassenküchen-Mittagsmenüs überleben, wenn man weiß, wo man sich das holen kann. Transport: Ein Flug war dabei. Ansonsten busmäßig mit Chile vergleichbar.
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pad

« Antwort #3 am: 06. Februar 2016, 17:12 »
Mein Eindruck zum Preisniveau der Länder (Reihenfolge von günstig nach teuer)

Bolivien
Peru
Ecuador ohne Galapagos
Kolumbien
Brasilien
Chile
Uruguay
Argentinien

Normales reisen mit Backpack und ÖV. Wobei ich in Uruguay nur kurz war. Paraguay nur einen Tag, daher kann ich das Land nicht einordnen. Die restlichen Länder in Südamerika kenne ich nicht.

Innerhalb der Länder gibts natürlich auch grosse Unterschiede. In Kolumbien ist die Karibikküste deutlich teurer als der Rest. In Chile und Argentinien wird es teurer, je südlicher man kommt. In Brasilien kosten alle bekannten Badeorte deutlich mehr als viele Städte im Hinterland.

Sehr günstige Inlandflüge gibts in:
Brasilien, Kolumbien, teils Bolivien

Buspreise:
Geht los bei 0.5 USD pro Stunde in Bolivien, ca. 1 USD/h in Ecuador und Peru, 2-3 USD/h in Kolumbien und Chile, 3-5 USD/h in Brasilien und 5-10 USD/h in Argentinien. Das sind grobe Schätzungen für die einfachen Busse, Cama etc. kostet natürlich entsprechend mehr.

Übernachten:
Kolumbien, Peru, Ecuador und Bolivien verrechnen bei eigenen Zimmern meist pro Person. Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien pro Zimmer, Einzelbelegug gibt kein oder wenig Rabatt. Das heisst konkret, dass man sich als Einzelreisender viel eher ein eigenes Zimmer in den erstgenannten Ländern leisten kann.

Ich schlafe nur wenig in Dorms, nötig wars vor allem in Patagonien, Küstenorten in Brasilien und einigen Städten mit höherem Preisniveau.

Beim Essen sehr praktisch sind die günstige Mittagsmenüs, vor allem in den Andenländern. Am billigsten ist es oft auf dem Markt, wo es in Bolivien schon ab 1.5 USD los geht, ansonsten ca. 2.5 USD. Argentinien ist das teuerste Land zum Essen. In Brasilien sind die pro Kilo Buffets sehr preiswert, da kann man sich teils für 3-4 USD einen sehr netten Teller zusammen stellen.

Bezahlte Touren habe ich wenige gemacht. Die Galapagosinseln sind als Sonderposition zu betrachten, dafür gibts hier ja auch viele Infos. Bei Jungletouren und allg. organisierten Mehrtagestouren gibt es qualitativ eine sehr grosse Bandbreite, was ein Vergleich schwierig macht. Die billigste Amazonastour kostet vlt. 20-30 USD pro Tag, die Luxuslodges mehr als das 10-Fache.

Nicht zuletzt beobachte ich bei mir auch eine Anpassungs der Reisestils je nach Preisniveau im Land. Die billigsten Länder sind oft auch die chaotischsten, da setzt man eher mal auf ein Taxi als auf den Stadtbus. In 'anstrengenden' Ländern ist mir ein Rückzugsort (sprich ruhigere, sichere Unterkunft) auch wichtiger als in einem Land, wo alles sauber, organisiert und geordnet ist.

In den besser entwickelten Ländern funktionieren generell Dinge wie Camping, Hitchhiking und Couchsurfing meist besser als in den ganz günstigen. Das hilft, einen Ausgleich zu schaffen.

Daher kann ich für mich auch nicht einfach einen 'Warenkorb' erstellen und dann sagen, dass ich in Land A halb so viel brauche als in Land B.
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