Thema: Kolumbien  (Gelesen 1638 mal)

didifee

« am: 30. Dezember 2015, 16:00 »
Wir möchten ab 15.01. 5 Wochen mit lokalen Bussen durchs Land reisen. Route etwa: Bogota-Neiva-San Augustin- Popayan-Tierradentro- Cali-Medellin-Cartagena-Santa Marta- Bogota.
Kann mir jemand generell Tipps über die lokalen Busse geben. Ob man die Route Bogota-San Augustin problemlos für eine Nacht in Neiva unterbrechen kann? Wir möchten keine Nachtbusse nehmen.
Ich würde mich über viele Tipps sehr freuen.
Didifee
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Susu

« Antwort #1 am: 30. Dezember 2015, 17:00 »
Hallo didfee,

wir sind seit dem 9.12. im Land unterwegs, bisher Bogota - Salento - Medellin - Santa Marta - Taganga.
Die Strecke Medellin - Santa Marta (17h, 135.000 Pesos pro Person, kein Umsteigen) sind wir über Nacht gefahren in einem großen, komfortablen Reisebus mit ausreichender Beinfreiheit (mein Freund ist 1,94m) und diversen Pinkel- und Restaurant-/Kioskpausen und keiner einzigen Militärkontrolle. Ab und zu sieht man diese Posten unterwegs aber wir wurden bisher nie kontrolliert. 2010 war mein Freund bereits in Südkolumbien (bis Höhe Medellin) unterwegs. Damals wurden seine Busse andauernd von Militärkontrollen gestoppt und er musste diverse Male sein Gepäck durchsuchen lassen. Wie es aktuell im Süden ist, kann ich nicht beantworten.
Der Eindruck meines Freundes ist, dass die Qualität der Busse seit damals zugenommen hat. Unsere Fahrt von Bogota nach Salento über die Berge hat 8h statt der genannten 5h gedauert weil unglaublich viele LKW auf der kurvigen Bergstraße unterwegs waren.

Das hier ist das Haupt-Busterminal von Bogota: http://www.terminaldetransporte.gov.co/. Da kann man meiner Meinung nach auch alle Routen recherchieren. Hilft dir das bei deiner konkreten Frage?

LG; Susu
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didifee

« Antwort #2 am: 30. Dezember 2015, 17:36 »
Liebe Susu,
vielen Dank. Das war schon mal eine gute Info.
Gruß
Didifee
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federspiel

« Antwort #3 am: 02. Januar 2016, 03:53 »
Mit Bussen, auch Nachtbussen, zu reisen ist ziemlich entspannt. Ich hatte zwar zwei-, dreimal eibe Militärkontrolle, die sich allerdings auf einen Blick in den Pass beschränkte.

Ich würde unbedingt in Neiva einen Stopp einlegen, um die Tatacoa-Wüste zu besuchen. Unterkünfte in Neiva sind zwar etwas schwieriger zu finden und etwas teurer als im Rest von Kolumbien, aber es lohnt sich.

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didifee

« Antwort #4 am: 03. Januar 2016, 10:29 »
Danke für den Tipp. Bist du auch von San Agustin nach Tierradentro bzw. San Andres de Pisimbala gefahren? Es gibt da ja 2 verschiedenen Routen mit Umsteigen an mehreren Orten. Welche ist empfehlenswert? Kann man den Trip an einem Tag schaffen oder muss man unterwegs einen Stop einplanen? Freue mich auf deine Antwort.
Gruss Didifee
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federspiel

« Antwort #5 am: 03. Januar 2016, 16:24 »
Mein Tipp ist gegen Abend in Neiva ankommen, am nächsten Tag in die Tatacoa-Wüste und am übernächsten von Neiva nach San Agustin. Diese Strecke dauert per Bus etwa fünf Stunden. In Tierradentro war ich nicht.
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didifee

« Antwort #6 am: 04. Januar 2016, 11:31 »
Vielen Dank für den Tip. Wir werden allerdings direkt nach San Agustin fahren, da wir auf jeden Fall nach Tierradentro fahren. Falls du jedoch noch andere Tips hast, freuen wir uns darüber.
LG Didifee
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andihamburg

« Antwort #7 am: 12. Januar 2016, 18:20 »
Hallo, meine Route war zwar eine andere, ich war die letzten 6 Wochen in Kolumbien unterwegs aber vielleicht helfen meine Ideen ja trotzdem. Also san Agustin fand ich total toll. Empfehlung Unterkunft wäre Casa de Nelly. Tolle Besitzer, toller garten zum entspannen und sehr sauber.
In Popayan war ich 2 Nächte, der Ort hat mir sehr gut gefallen. Völlig untouristisch. Cali fand ich überhaupt nicht sehenswert, würde ich nur empfehlen wenn ihr total into Salsa seit. In Medellin war ich 3 Nächte. Unbedingt die Free walking Tour machen und Seilbahn fahren gehen. Cartagena ist toll, aber für die Altstadt braucht man nicht mehr als 2 Tage. In Santa Marta war ich nicht, dafür aber im Tyrona NP. Das war ein wahrer Traum. Man kann dort Hängematten oder Zelte mit Matratze mieten. Ich würde dort 2-3 Nächte bleiben und die Strände genießen. Sehr toll fand ich Salento und Jadien in der Kaffee Region. In Bogota war ich 2 Nächte - hat mir gereicht (war in 3 Museen).
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didifee

« Antwort #8 am: 13. Januar 2016, 10:11 »
Vielen Dank für deine Tips. Wir werden auch in Popayan etwas länger bleiben. Cali steuern wir nur deshalb an, weil ein Klassenkamerad meines Mannes in der Nähe wohnt. Von ihm haben wir auch den Tip, uns in Palomino (westl. von Santa Marta) zu erholen, bevor wir wieder ins kalte Deutschland fliegen. Danke für die Tips in Medellin! Ich finde es toll, dass man auf diesem Wege wichtige Hinweise erhalten kann. Wir sind zwar schon in einigen Ländern Südamerikas gereist, aber jedes Land ist anders.
LG Didifee
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moilolita

« Antwort #9 am: 13. Januar 2016, 17:24 »
Hallo Didifee,

soll denn Palomino schöner sein als der Tayrona Nationalpark?
bin auch noch auf der Suche nach schönen Stränden zum Entspannen... :-)
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Susu

« Antwort #10 am: 13. Januar 2016, 21:32 »
Hallo,

Wir sind seit 2 Wochen in Taganga bei Santa Marta und gerade zurück von einem 6 Tagetrip Palomino - Cabo de la Vela - Punta Gallinas - Palomino.
Im Tayrona Nationalpark waren wir nicht weil wir nicht so die Strandtypen sind, es fürs Wandern gerade zu heiß und der Park uns zu voll ist (von anderen gehört; im Dez/Jan ist Urlaubszeit für die Kolumbianer).

Palomino hat einen langen schmalen recht schönen Strand und hellblaues Wasser. Als wir da waren, wehten einmal rote Fahnen und ein paar Rettungsschwimmer haben zusammen mit ein paar Polizisten die Leute drum gebeten, dass wenn sie schon trotzdem reingehen, doch bitte wenigstens nah am Ufer bleiben sollen. Am nächsten Tag waren keine roten Fahnen aufgestellt.

Der Ort scheint (zur Zeit?) so etwas wie ein Zwischending aus regulärem Kolumbianischen Familienurlaubsoet und Hippieort für kolumbianische alternative junge Menschen zu sein. ;-) Man zeltet einfach direkt am Strand oder mietet sich eine Hängematte, das Bier ist kalt und günstig und alle seeehr entspannt. Es gibt leckeres günstiges Local Food und logischerweise viel Fisch&Seafood aber auch Pizzerien und neben der Bakery an der Hauptstraße so ein leicht hippes aber nicht abgehobenes "Fusion"-Restaurant.

Für 18.000 Pesos kann man such einen Tubing-Ring mieten und ein Motortaxi, dass dich 15 Minuten Flussaufwärts fährt. Da dann 30-45 Minuten dem Weg zu Fuß weiter folgen und dann in dem Ring flußabwärts bis zum Meer floaten (Bier mitnehmen!). Sehr lässig.

Wir haben heute gehört, dass man zur Zeit im Tayrona NP nicht baden darf wegen zu starker Strömung.

Ansonsten hat Taganga einen kleinen Strand direkt im Ort (ist aber durch die Beschallung der umliegenden Restaurants kolumbianisch laut; wie schnell kann man eigentlich Akkordeon spielen?? :-))

Und per Boot kann man sich in 10 Minuten zum nahen Playa Grande fahren lassen.

Lg, Su.
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didifee

« Antwort #11 am: 14. Januar 2016, 13:10 »
Hallo Susu, vielen Dank für die Tips. Morgen früh geht es los. Wir sind schon sehr gespannt. In Palomino haben wir auf Empfehlung eines Klassenkameraden meines Mannes, der in Kolumbien lebt, einen Strandbungalow für 6 Nächte reserviert: Hotel Playa Mandala. Sind sehr gespannt, denn Erholung können wir sicher nach den ganzen Busfahrten durchs Land gebrauchen.
Wir sind immer für Tips dankbar und per Mail erreichbar.
LG Didifee
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Susu

« Antwort #12 am: 14. Januar 2016, 15:52 »
Hallo didifee,

wenn ihr so viele Tage in Palomino seid, würde ich auf jeden Fall auch eine (Halb-)Tagestour nach Camarones machen, um Flamingos in der Lagune dort zu sehen. Eine gebuchte Tour von Palomino kostet 135.000 Pesos. Wer darauf nicht steht, kann es ganz einfach selbst machen:

Dazu einfach in Palomino in den Bus nach Riohacha steigen (9000 Peso) und kurz vor der Stadt an der Kreuzung nach Camarones aussteigen (ca 1,15h von Palomino). Da sollten in der Hitze ein paar Mototaxis warten bzw. es dauert nicht lange bis eins vorbei kommt. Für 2000 Peso pro Person fährt es dich durch den kleinen Ort zur Lagune (4km). Dort wirst du schon von den Bootsguides erwartet, die wenn möglich 5,6 Leute in eines ihrer Lanchas organisieren. Die Tour dauert 2-3 Stunden und kostet 20.000 Pesos pro Person.
Auf dem Hinweg habt ihr Rückenwind, der Guide spannt ein einfaches Segel und ihr schippert über die Lagune, wo es ganz viele verschiedene Vogelarten gibt und dann siehst du bald am Horizont den rosa Streifen, der sich beim Näherkommen als 400-500 Flamingos entpuppt. Wunder-, wunderschön.
Falls auf dem Rückweg der Wind zu stark ist, schiebt der Guide das Boot bis zurück zur Anlegestelle. Sonnencreme, ggf. Kopfbedeckung und Wasser mitnehmen!
An der Anlegestelle gibt es auf der anderen Seite einen wilden Strand und einige einfache Fisch-Restaurants, wo man noch etwas Zeit verbringen kann, bevor man sich ein Mototaxi rufen lässt, dass dich zurück zur Kreuzung bringt. Busse zwischen Palomino/Riohacha fahren gefühlt alle 15 Minuten.

Wenn ihr dann nach euren sechs Tagen in Palomino etwas mehr Abenteuer wollt, könnt ihr nach Cabo de la Vela und Punta Gallinas fahren. Die Orte liegen auf der wüstigen, dünn besiedelten Halbinsel La Guijara und werden vornehmlich von den Wayyu bewohnt. Es gibt billiges Bier und Benzin aus Venezuela an jedem Kaktus. Die Kinder der Wayyu haben "Roadblocks" (ein Seil über die Straße gespannt) um Geld oder Süßigkeiten von Touristenautos zu erbetteln. Wenn ihr in den vollbeladenen lokalen Supply-Trucks von Uribia kommt, lassen sie das Seil direkt runter und euch durch ohne, dass euer Fahrer auch nur langsamer werden muss.

Der Standard vor Ort ist ganz einfach (wenn überhaupt Salzwasser-Bottich zum Duschen) und die Anreise lang und mühselig von Palomino nach Riohacha (ca. 10.000 Pesos) bzw. der Kreuzung "4 Vias"  nach Uribia (18.000 Pesos), dort in einen Truck nach Cabo umsteigen; der Truck fährt los sobald genug Personen da sind, 15.000 Pesos).

In Cabo machen aber auch ganz viele Kolumbianer Urlaub (zur Zeit). Wir waren die einzigen Europäer, die wir gesehen haben. Viele Locals haben uns gefragt wo wir herkommen und sich gefreut, dass wir da sind. In Cabo hats auch einen schönen, trockenen Strand in einer langen Bucht. Man kann dort Kitesurfen (lernen) und man schläft auch ganz einfach in einer Hängematte (10.000 Pesos).

Wer dann noch weiter will an den "nördlichsten" Punkt Südamerikas muss nach Punta Gallinas fahren. Dazu "bucht" man sich bei seinem Hängematten-Vermieter einen Transport (150.000 Pesos hin und Rück nach Cabo; egal ob man die Tour an einem Tag machen möchte oder über Nacht in Punta Gallinas bleibt).
Am nächsten Morgen gegen 5/6 Uhr gehts los in einem Jeep für 2h offroad durch die Wüste und Kaktuswälder. Sehr eindrücklich. Auch der ganze Dreck und der Plastikmüll, der sich in den Sträuchern verfängt.
Der Fahrer fährt euch bis zu einem kleinen Anlegestrand von wo aus man mit einem Boot 15 Minuten auf den nördlichesten Zipfel der Halbinsel gefahren wird.

Es gibt dort mehrere Wayyu-Familienclans, die einfache Camps für Gäste (Hängematten-Hütten und ein Restaurant) errichtet haben. Je nachdem welchen Autofahrer man von Cabo hat, fährt steuert der halt seine Familie an. Das braucht man am besten gar nicht zu hinterfragen. ;-) Mit der Buchung in Cabo wird man an die imaginäre Hand genommen und muss sich keine Gedanken machen, ob man noch eine Hängematte und was zu Essenbekommt. Die Wayyu-Frauen haben das alles gut im Griff. In dem Camp kann man erst mal frühstücken und irgendwann an dem Tag gibt es dann noch eine inkludierte Tour mit einem Jeep zum "Leuchtturm", einem wunderschönen Aussichtsbunkt auf die zerinselte Bucht und zu den Taroa-Dünen. Eine 40m hohe Düne, die direkt ins hellblaue Meer übergeht. Sehr besonders, fand ich das. Also für die Tour unbedingt Badesachen mitnehmen und die Düne ins Wasser runter rennen. Sehr geil.
Nach der Tour haben wir den Nachmittag im Camp verbracht und dort eine Nacht in einer Wayyuu-Hängematte geschlafen. Ich fand es trotzdem recht kalt (ich friere schnell) und war froh, dass ich Socken, Tuch und Pulli dabei hatte.
Am nächsten Tag sind wir nach dem Frühstück durch die Wayyu dann irgendwann zurück via Boot und Transport nach Cabo zurück organisiert worden. Übernachtung (20.000 pro Wayyu-Hängematte) und Essen in Punta Gallines kommen oben drauf. Wir sind dann mittags in Cabo angekommen und direkt weiter zurück nach Uribia, Riohacha, Palomino.

Ob diese anstrengende Tour lohnend ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich für mich fand, ja, bin aber auch froh gewesen, da wieder weg zu sein. Ein paar Eindrücke gibts auf unserer Traumweh-Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Traumweh-319743905053/timeline?ref=page_internal

LG, Susu


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didifee

« Antwort #13 am: 14. Januar 2016, 17:42 »
Liebe Susu,
das hört sich ziemlich abenteuerlich an. Mal sehen, ob wir dann dazu Lust haben. Trotzdem ganz lieben Dank für deine tollen Tips.
LG Didifee
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dapoowinnie

« Antwort #14 am: 29. Januar 2016, 02:16 »
Wenn ihr gerne wandern solltet und die Zeit habt, ist der Lost City Trek ab Santa Marta zu empfehlen. Wir waren erst skeptisch, ob die 700.000 Pesos sich lohnen, insbesondere da wir nach Torres de Paine, El Chalten, Salkantay Trek, u.ä. gedacht haben wir haben alles gesehen. War aber tatsächlich eines unserer Kolumbien Highlights. Durch den Dschungel und bei der Hitze läuft es sivh doch anders und es ost supergeil am Rnde des (Wander-) Tages in eines der vielen Wasserlöcher/Flüsse zu springen und sich abzukühlen. Wir sind nachmitt Von den Stränden waren wir mehr oder weniger enttäuscht. Playa Blanca bei Cartagena war ein Graus und auch Cabo el Juan im Tayrona Nationalpark hat uns nicht umgehauen (nach den Philippinen und vor allem 7 Wochen Südpazifik, sind wir aber auvh ein bisschen verwöhnt). Wir sind dann spontan wieder ins Lamdesinnere ind haben Palomino und Guajira ausgelassen, aber guckt es euch einfach selber an! :-)
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