Thema: Wieso reist eigentlich fast jeder nach Südostasien?  (Gelesen 1309 mal)

Oliver13

« am: 22. November 2015, 13:32 »
Hallo zusammen,

Schon seit ich mit dem Reisen angefangen habe, mache ich mir hierüber Gedanken. Es geht mir hier einfach um eure Meinungen und Gedanken dazu.
Vorweg: Ich möchte mit diesem Thema keinesfalls behaupten, dass das eine besser ist oder das andere schlechter.

Wieso reisen eigentlich alle immer an die gleichen Orte? Insbesondere meine ich hiermit Südostasien, also die klassischen Runde, Thailand, Laos, Kamboscha und Vietnam.

Selbst war ich auch schon in der Region und es war wirklich schön, ich möchte die Erfahrungen nicht missen. Aber manchmal, wenn man ins Forum schaut scheint es, als würden 95% der Leute ihre Reisen dorthin antreten.

Mir sind durchaus die Vorzüge der Länder bewusst. Es ist recht günstig, sehr sicher und einfach zu reisen und trotzdem ist es exotisch und völlig anders als Europa. Genauso gibt es dadurch bedingt doch aber viele Nachteile. Der intensive Kontakt mit Einheimischen ist deutlich geringer bzw. einfach schwere herzustellen (Wenn auch nicht ausgeschlossen). Man wird ständig übers Ohr gehauen und nur als wandelnder Goldesel angesehen, da die Leute, welche mit dem Tourismus ihre Brötchen verdienen, einfach erkannt haben wieviel Geld sie aus uns herausuetschen können. Man ist ständig Teil eines rießigen Stroms an Reisenden. Selten hat man dieses "Entdeckergefühl" einen Ort für sich selbst zu haben oder gar Einer von wenigen zu sein, die hierher reisen.

Allgemein denke ich mir oft , Reisen ist doch etwas individuelles und man möchte besondere Erfahrungen machen. Jedoch ist man sicher nicht mehr all zu individuell wenn man nach Südostasien reist. Gerade in Deutschland macht das ja mittlerweile gefühlt jeder zweite nach dem Abi. Und hiermit möchte ich wieder nicht behaupten es wäre meine Hauptmotivation, dass ich an möglichst außergewöhnliche Orte reise, nur um Aufsehen zu erregen und etwas Besonderes zu sein. Nein, im Gegenteil. Ich will einfach nur schöne Orte sehen und schöne Erlebnisse haben. Aber trotzdem wieso fährt einfach gefühlt fast jeder dort hin?

Ich meine, es gibt viele andere günstige, sichere Länder. Und schön kann es sicher fast überall sein. Der Preis im speziellen sollte ja sowieso nicht das Hauptkriterium sein, dann bin ich eben lieber ein, zwei Monate weniger unterwegs.

Was ist den z.B. mit Ländern wie dem Iran, der Türkei oder Armenien? Ich nehme diese Beispiele, da ich hier aus Erfahrung sprechen kann. Hier ist es auch recht erschwinglich, mehr als sicher und es gibt genauso wahnsinnig viele, nette Menschen, die sich unglaublich über jeden einzelnen Touristen freuen der hierher kommt. Man kann meiner Meinung nach auch nicht behaupten, dass es hier zu schwer sei zu reisen. Ganz im Gegenteil gibt es z.B. im Iran ein unglaublich kofortables, gut ausgebautes Busnetz.
Sicher gibt es auch noch zahlreiche weitere günstige Länder, die ebenso für eine erste große Reise geeignet sind. Und trotzdem zieht es alle in die selbe Richtung...

Gerne höre ich was ihr so dazu denkt.

Einen schönen Sonntag
Oliver

Achso... hier noch ein schöner Blogeintrag der mich auch sehr nachdenklich stimmt:

http://www.travelepisodes.com/reise/lost-in-vietnam/
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Vombatus

« Antwort #1 am: 22. November 2015, 14:23 »
Hmmm … spontan fällt mir folgende Antwort ein:
"Mir sind durchaus die Vorzüge der Länder bewusst. Es ist recht günstig, sehr sicher und einfach zu reisen und trotzdem ist es exotisch und völlig anders als Europa."

Hinzu kommen Empfehlungen von Freunden/Verwandte/Arbeitskollegen. Man weiß halt was man hat. Bei vielen Langzeitreisenden ist SOA nur ein Punkt der Reise. Viele Reisende (Urlauber) haben aber eben gerade wenn sie "nur" Urlaub haben, 2, 3, 4 Wochen Zeit im Jahr für Fernreisen. Dann will man, also manche, (nicht jeder) eben keine Experimente, sondern preiswerte Sonne, Strand und ausgebaute Infrastruktur, einfache Kommunikation und das sehen, was andere schon gesehen haben. Vielleicht auch um sagen zu können. Ich war auch da. … Wir wollen Postkartenmotive live sehen. Me too. Und wenn man will, findet man Kontakt zu seinesgleichen (Rudelverhalten). Natürlich noch um anzugeben, ich in der Sonne von SOA, du am Baggersee oder im grauen Winter im Schwimmbad. HA!

Und natürlich hat SOA einiges zu bieten, hat ein gutes Image, ist einfach zu bereisen, kurze Wege, billige Flüge dorthin. In den frühen Jahren waren alle in Italien, Spanien und Griechenland. Jetzt ist ein Flug nach SOA vielleicht doppelt teuer und dauert nicht länger als eine Zugfahrt durch halb Europa.

Noch viel schlimmer ist es, glaube ich, mit Australien und Neuseeland. Nochmal zurück zum Rudelverhalten. Verallgemeinert und vereinfacht wollen "alle" das was gerade "in" ist. Ob es jetzt der Urlaub auf Bali ist oder ein iPhone, die Jeans mit Schlitz am Knie, einen VW Golf, einen Flat-TV oder Thermomix … oder was sonst noch gerade alle anderen haben (wollen). Und jeder findet dort seine Nische, den Platz an dem man sich wohl fühlt.

Über das "Konsumverhalten" und damit verbunden Glück oder Unglück wurde ja auch schon im Forum diskutiert. Das Thema möchte ich gar nicht aufmachen.

Also, was für Erwartungen habe ich wenn ich Urlaub machen will? Welche wenn ich Reisen will? Das fängt ja schon bei der Planung an.

Man liest ja immer wieder von dem Motiv "Land und Leute kennen lernen". Tatsächlich ist man Teil des Stroms. Und wenn jetzt die Türkei und Armenien das bieten würden, was dem "Reisenden" gefällt, ein gutes Image hat, dann wären alle eben dort.

Und oft liegt es vielleicht auch an der eigenen Komfortzone, am Mut und Neugierde. Vorurteilen und Angst vor unbekannten. Wenn ich schon Geld ausgebe, dann will ich wissen was ich bekomme. Wenn nicht verklage ich den Reiseveranstalter.  ;)
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thrones_of_blood

« Antwort #2 am: 22. November 2015, 14:58 »
Hey Oliver

ich sehe das ähnlich wie Vombatus, und gewissermassen hast du dir die Frage ja zu einem Teil schon selber beantwortet: Meiner Meinung nach hat die Kombination aus "günstig, sicher, einfach, schön und vielseitig" halt einen gewaltigen Reiz.
Wenn du nun nur wenig Zeit hast (wenige Wochen / 1-2 Monate) eignet sich diese Region halt wirklich sehr gut. Wenn es nun auch noch dein erster Backpacking-Trip ist, zum Beispiel nach dem Abi, willst du viellecht mit dem Strom schwimmen können - Viele Gleichgesinnte mit dem selben Ziel.
Ausserdem: Wenn dir alle sagen, wie geil Angkor Wat ist und dir die Bilder zeigen, ist es ja auch verständlich, es mit eigenen Augen sehen zu wollen!
Wenn du nun mehrere Monate hast, kannst du SOA in einen grösseren Trip einbauen, kombiniert mit "abenteuerlicheren" Destinationen wie zum Beispiel den Iran oder Armenien: Dann hast du beides!

Ich befinde mich im Moment in China und habe hier die letzten paar Tage keinen einzigen (westlichen) Touristen gesehen, was natürlich total spannend ist, und mich wirklich wie ein Entdecker fühlen lässt. Trotzdem werde ich auf meinem Trip auch noch nach SOA gehen, und die "klassische" Route machen. Wieso? Ganz einfach - Weil ich die Region halt sehen will, so wie viele andere halt auch ;)

Ich denke, viele Reisende, welche mit SOA ins Reisen einsteigen, wagen sich dann mit der Zeit an abenteuerlichere und weniger frequentierte Ziele, wenn sie das Reisefieber gepackt hat!

Liebe Grüsse aus Quanzhou

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Oliver13

« Antwort #3 am: 22. November 2015, 15:11 »
Ja ich kann euch beiden zustimmen. Es sind wirklich interesannte Ansichten.

Ich möchte nochmal klarstellen: Ich möchte hier nichts schlecht reden. Ich denke selbst oft an meine schöne Zeit in Südostasien. :) Außerdem suche ich hier keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, sondern einfach nur nach Meinungen.

Ich wollte einfach nur mal ein paar andere Gedankengänge hören. Und vermutlich ist es wirklich für mich das "Mit dem Strom schwimmen" was mich etwas gestört hat. Was natürlich eine rein persönliche Sache ist. Ich reise gerne an unbekannte, etwas abenteurlichere Ort. Anstatt auf einer Festen Route mit den Massen zu trotten.

Trotzdem jedem das seine.

Gerne würde ich noch weitere Ansichten hören :)

Vg
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Vombatus

« Antwort #4 am: 22. November 2015, 15:24 »
Nachtrag.
Wie oben schon geschrieben, denke ich, (und man hört ja z.B. von vielen Deutschen in AUS/NZ), dass dort das Image, "am anderen Ende der Welt, tolle Landschaft, nette Leute" … noch viel stärker zieht. Viele Eltern schicken ihre Sprösslinge sicher lieber nach AUS, statt alleine nach SOA? Weil AUS/NZ trotzdem noch 1.-Welt ist und englisch die Amtssprache.

Obwohl man tolle Natur und nette (englisch sprechende) Menschen auch für die hälfte des Geldes woanders haben kann. Ich stelle mir dann auch oft die Frage, warum wollen alle nach Australien? Natürlich möchte ich dort auch irgendwann mal hin … noch reizt es mich nicht. … Und warum fällt immer das Wort Bali bei Indonesien. Und warum wollen alle Asiaten immer nach Heidelberg, ins Schloss Neuschwanstein, zum Brandenburger Tor und Hofbräuhaus. etc …

Ich glaube, seine eigenes Interesse und dann noch die von "ToB" angesprochene Horizont-Erweiterung wenn einem das Reisefieber gepackt hat, ändern die Ziele (und Neugierde) sicher auch in andere Regionen.
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Blume

« Antwort #5 am: 22. November 2015, 17:35 »
Ich bekenne mich als Stammgast in Thailand. Dort werde ich nicht übers Ohr gehauen und fühle mich überhaupt nicht als wandeldner Goldesel. Es gibt schon ein paar Ausnahmen wie die Taxi Mafia in Phuket oder Koh Samui, aber das sind auf jeden Fall Ausnahmen. Ansonsten finde ich die Preise transparent und günstig. Das Essen ist lecker und schön scharf, ich mag total gerne Thai Massagen für ca. 6 Euro, fühle mich als Kundin immer gut umsorgt und genieße es, als Frau Kleidung tragen zu können, die ich gerne an einem warmen Tag trage. Ich fühle mich gleich willkommen, wenn ich bei der Einreise eine kostenlose Aufenthaltsgenehmigung für 30 Tage eingestempelt bekomme. Es ist unkompliziert und schön, deshalb fliege ich immer wieder gern dorthin.
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serenity

« Antwort #6 am: 22. November 2015, 18:52 »
SOA - das sind eben die klassischen "Einsteigerländer", aus genau den Gründen, die du genannt hast. Leicht erreichbar, billig, exotisch, relativ sicher und einfach zu bereisen. Und man kommt überall problemlos mit Schul-Englisch durch.

Die von dir als Alternative genannten Länder Iran, Türkei, Armenien fallen aus verschiedenen Gründen nicht in diese Kategorie - unter andererm eben auch, weil viele fürchten, sich dort nicht zu verständigen können. Und auch, weil sicher viele mit der Kultur dieser Länder etwas fremdeln.... (Wobei es ja vor allem Pauschalurlauber schon lange immer wieder in die Türkei zieht!)

Zitat
Man wird ständig übers Ohr gehauen und nur als wandelnder Goldesel angesehen, da die Leute, welche mit dem Tourismus ihre Brötchen verdienen, einfach erkannt haben wieviel Geld sie aus uns herausuetschen können. Man ist ständig Teil eines rießigen Stroms an Reisenden. Selten hat man dieses "Entdeckergefühl" einen Ort für sich selbst zu haben oder gar Einer von wenigen zu sein, die hierher reisen.

Die erste Aussage kann ich nicht nachvollziehen - bin seit rund 20 Jahren ständig immer wieder in SOA unterwegs und hatte noch nie das Gefühl, als Goldesel angesehen zu werden - vielleicht auch, weil ich die klassischen Backpacker und/oder Pauschi-Sachen (Ziplining im Dschungel, Bungee Jumping, Elefanten-Reiten, geführte Touren usw.) noch nie gemacht habe, sondern immer auf eigene Faust (bzw. mit Partner) alles erkundet hab und solche Bespaßungen einfach nicht machen wollte. Und auch noch nie mit einem Lonely Planet in der Hand gereist bin bzw. mich nach dessen Empfehlung gerichtet habe.

Und klar - für jemand, der zum ersten Mal dort ist, ist es extrem schwer, sich abseits der Touristen-Trampelpfade zu bewegen - aber wer's dennoch macht, kann auch in Thailand, Laos usw. jede Menge Einsamkeit entdecken.

Da hilft es oft schon, sich antizyklisch zu bewegen oder mal nicht die absoluten Highlights zu besuchen - da kannst du schon noch "Entdecker-Gefühle" haben. Geh mal in Nordthailand NICHT nach Pai, sondern nach Mae Sariang, geh NICHT nach Chiang Khong sondern nach Chiang Saen - da findest du das, was du vermisst hast.

Bleib in Bangkok mal NICHT in der Khao San Road bzw. auf dieser Fluss-Seite, sondern geh mal nach Thonburi oder fahr mit dem Expressboot bis Nonthaburi und dann noch ein Stück weiter - da wirst du als "Farang" noch von Kindern angestaunt.

Fahr nicht mit dem Tuktuk, sondern mit Bahn und Boot - und NICHT mit dem Touristenboot, sondern dem ganz normalen - da zockt dich niemand ab. Und geh mal am frühen Morgen oder späten Nachmittag in den Wat Po - da wirst du dich wundern, wie einsam du da bist ...

Und genau so könnte ich dir das noch für viele andere Ziele in SOA auflisten. Aber zum Glück wissen das viele nicht, oder wollen es auch gar nicht wissen, sondern lieber dort sein, wo alle sind ....  ;)
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pad

« Antwort #7 am: 22. November 2015, 20:06 »
Meines Erachtens beschränkt sich die Touristen-Abzocke, wenn man es denn so nennen will, auf wenige Brennpunkte, die sich eigentlich leicht vermeiden lassen. Tuktuk-Mafia in Bangkok oder auf Phuket etc. Sobald man sich nur ein ganz klein wenig von den ausgetretenen Pfaden entfernt, ist ist wie bereits erwähnt ganz anders.

Ich denke, die Beliebtheit von Südostasien kommt schon nicht von ungefähr. Ich liebe es, neue Länder zu erkunden, aber bei vielen Zielen reicht es mir dann auch, wenn ich sie einmal bereist habe und dann vielleicht in 10 oder 20 Jahren wieder. In Südostasien triffst du neben den ganz jungen Leuten, die zum ersten Mal da sind, auch jede Menge sehr vielgereiste Personen, die trotz ihrer Erkundungslust immer wieder gerne zurückkommen. So manch einer quartiert sich dann auch mal für ein paar Monate ein oder kommt gar fast jeden Winter. Das spricht sich natürlich rum und macht die Region noch bekannter. Diese Länder faszinieren also nicht nur Einsteiger, sondern haben viele treue Stammgäste.

Nebst den vielen bereits erwähnten Punkten ist es halt auch schön, auf gewisse Dinge, die man aus dem Westen kennt, nicht verzichten zu müssen. Die tolle Mischung aus sehr leckerer und günstiger lokaler Küche und die Verfügbarkeit von westlich geprägten Restaurants und Cafés kommt bei vielen Reisenden gut an. Ab und zu mal was billiges am Strassenrand kaufen, dann wieder in einem richtig schön dekorierten Restaurant schlemmen und dennoch nicht viel Zahlen zu müssen. Gleiches gilt für die Unterkunft. Von der billigsten Strohhütte bis hin zum immer noch erschwinglichen 4-5 Sterne Hotelzimmer mit Pool und allem drum und dran kriegst du alles. In anderen Ländern ist das oft anders, die Infrastruktur ist auf einen gewissen Standard begrenzt, die wenigen verfügbaren besseren Hotels sind dann oft überteuert und dennoch nicht besonders gut.

So sehr ich es liebe, den ausgetretenen Pfad regelmässig zu verlassen, es ist halt auch schön, nach Lust und Laune innert kurzer Zeit Zugriff auf eine ausgebaute Tourismusinfrastruktur mit breitem Angebot zu haben. Wo viele Alleinreisende unterwegs sind, findet man auch schnell Anschluss und lernt Leute kennen. Du kanst dich am Abend einfach in irgendeine Bar setzen und kommst schnell ins Gespräch mit anderen Reisenden. In Südamerika ist das beispielsweise schon deutlich schwieriger.

Nicht zuletzt profitiert SOA wahrscheinlich auch vom Verkehr nach Australien und NZ. Ein Zwischenstopp bietet sich geradezu an, da sich bei geschickter Buchung der Flugpreis praktisch gleich halten lässt.
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Oliver13

« Antwort #8 am: 22. November 2015, 20:43 »

Die erste Aussage kann ich nicht nachvollziehen - bin seit rund 20 Jahren ständig immer wieder in SOA unterwegs und hatte noch nie das Gefühl, als Goldesel angesehen zu werden - vielleicht auch, weil ich die klassischen Backpacker und/oder Pauschi-Sachen (Ziplining im Dschungel, Bungee Jumping, Elefanten-Reiten, geführte Touren usw.) noch nie gemacht habe, sondern immer auf eigene Faust (bzw. mit Partner) alles erkundet hab und solche Bespaßungen einfach nicht machen wollte. Und auch noch nie mit einem Lonely Planet in der Hand gereist bin bzw. mich nach dessen Empfehlung gerichtet habe.


Das stimmt hiervon habe ich auch nichts gemacht. Auch wenn das ein oder andere sicherlich ganz spaßig ist, ist es doch wirklich eine Bespaßung für Touris und das markt man dann auch deutlich am Preis.
Und klar - für jemand, der zum ersten Mal dort ist, ist es extrem schwer, sich abseits der Touristen-Trampelpfade zu bewegen - aber wer's dennoch macht, kann auch in Thailand, Laos usw. jede Menge Einsamkeit entdecken.

Da hilft es oft schon, sich antizyklisch zu bewegen oder mal nicht die absoluten Highlights zu besuchen - da kannst du schon noch "Entdecker-Gefühle" haben. Geh mal in Nordthailand NICHT nach Pai, sondern nach Mae Sariang, geh NICHT nach Chiang Khong sondern nach Chiang Saen - da findest du das, was du vermisst hast.

Bleib in Bangkok mal NICHT in der Khao San Road bzw. auf dieser Fluss-Seite, sondern geh mal nach Thonburi oder fahr mit dem Expressboot bis Nonthaburi und dann noch ein Stück weiter - da wirst du als "Farang" noch von Kindern angestaunt.

Fahr nicht mit dem Tuktuk, sondern mit Bahn und Boot - und NICHT mit dem Touristenboot, sondern dem ganz normalen - da zockt dich niemand ab. Und geh mal am frühen Morgen oder späten Nachmittag in den Wat Po - da wirst du dich wundern, wie einsam du da bist ...

Und genau so könnte ich dir das noch für viele andere Ziele in SOA auflisten. Aber zum Glück wissen das viele nicht, oder wollen es auch gar nicht wissen, sondern lieber dort sein, wo alle sind ....  ;)

Hier kann ich auch nur zustimmen. Leider war ich nicht wirklich in Thailand, sondern wir haben Bangkok nur als Startpunkt genutzt und sind recht schnell nach Laos. Und ja wir haben weit weit weg von der Khao San Road übernachtet in einem wirklich netten kleinen Hostel, welches das Einzige weit und breit in unserem Viertel war. Es war wirklich schön in einem solchen Einheimischenviertel.
Auch all die von dir genutzten Formen des Transports haben wir genutzt. Ich muss immer wieder schmuntzeln wie uns ein übereifriger Thai, sein "Touristenboot" für umgerechnet 15 Euro angeboten hat und meinte wir wären weit weg vom öffentlichen Bootsanleger. Keine zwei Minuten später konnten wir dann mit dem regulären Boot für nur 5 Cent fahren. :D

Es ist wirklich schade nicht mehr von thailand gesehen zu haben.


Und es stimmt. Die Abzocke ist wirklich an manchen Punkten enorm. Allgemein war meine Aussage natürlich bewusst etwas überspitzt, um auch eine Diskussion anzuregen. Aber z.B. in Hoi An empfand ich es als sehr schlimm, aber trotzdem finde ich die Stadt sehr lohnenswert. :) Und auch allgemein hatten wir z.B in Vietnam einmalige Erlebnisse. Ein buddhistisches Festmahl mit Mönchen und Einheimischen und wir mitten drin als einzige Touristen. Oder ein paar nette Leute von Couchsurfing die uns Hanoi von einer ganz anderen Seite gezeigt haben.

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Radlerin

« Antwort #9 am: 24. November 2015, 18:30 »
Hallo Oliver,

du wolltest ja Meinungen.... wir waren vier Monate in SOA unterwegs, das hatte mehrere Gründe:

- für vier Monate im Winter bietet die Region viel zu sehen und es ist eine gute Reisezeit
- da wir mit dem Rad unterwegs waren, konnten wir dort ohne Zusatzflug rumreisen und nach Belieben die Strecke anpassen
- es gibt viel zu sehen, ein paar Tage Strand und schnorcheln sind auch mit drin, Kultur, Tempel, Landschaft, Begegnungen mit netten Menschen....
- mit dem Rad gibt es viel zu entdecken auch abseits der Touristen-Hotspots, aber nach ein paar Tagen "Pampa" geniesse ich auch mal wieder einen Ort mit mehr Infrastruktur....
- es ist günstig
- das Essen ist lecker
- es ist exotisch
- es ist sicher
- ich wollte immer schon mal hin ;)

Da es viele dieser "da wollte ich immer schon mal hin" - Ziele gibt, was es aber auch nicht mein erster Trip  8)

Ursprünglich wollten wir Mittelamerika bereisen, haben uns aber vom Auswärtigen Amt ins Bockshorn jagen lassen.
Für die Seidenstrasse war nicht die richtige Reisezeit.
Und ich fand es eine geniale Erfahrung (wir waren in Laos, Kambodscha und Thailand). Und gerade in Thailand fand ich den Unterschied zwischen Orten mit und ohne Touristen sehr gross, das waren zwei Welten. Na gut, Kambodscha hat mir auch erst gefallen, als wir Siem Reap und PP hinter uns gelassen hatten (abgesehen natürlich von Angkor Wat).
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pantitlan

« Antwort #10 am: 22. Dezember 2015, 22:07 »
Das hängt meiner Meinung nach mit den Infos zusammen, denen man ausgesetzt ist. Ich meine: Wie es in Thailand aussieht, das kann sich jeder irgendwie vorstellen. Vielleicht kennen jemand, der schon dort war und vor allem bietet die Region für fast alle Arten von Reisenden war.

Aber mal Hand aufs Herz: Weisst du, wie es in Georgien, Taiwan oder Äthiopien aussieht? Alles drei tolle Länder für Backpacker, die günstig, sicher und schön sind und wo man mit Englisch ziemlich weit kommt. Ich wusste vor meiner Reise zum Beispiel nicht, dass Äthiopien so grün ist.
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