Thema: Route für 2jährige Weltreise  (Gelesen 1836 mal)

french_fry

« am: 16. November 2015, 18:41 »
Hallo liebe Weltenbummler!

Ich bin neu im Forum und möchte euch hier den Masterplan für meine 2-jährige Weltreise vorstellen. Ich bin bereits viel gereist (vor allem in Europa, dem Nahen Osten, SOA und den Inseln des indischen Ozeans) und bin daher reisefest ;D

Ich möchte Länder und Regionen bereisen die ich in einem „klassischen“ 3 Wochen Urlaub neben dem Job nicht ohne weiteres erleben kann (z.B. auf Grund der Größe). Ich möchte gerne weite Distanzen über Land zurücklegen um zu sehen wie sich Landschaften und Menschen verändern.

Ich werde größtenteils alleine reisen und möchte, wann und wo immer möglich, Couchsurfing nutzen um Kontakte zu knüpfen.

Mein Budget für die Reise liegt bei schmalen 28.000 Euro (Ausrüstung, Impfungen, Krankenkasse, laufende Kosten zu Hause muss ich davon nicht bezahlen). Ich denke es wird ein hartes Stück Arbeit mit dem Geld die Route zu machen, aber ich schaue einfach wie weit mich mein Bankkonto reisen lässt.

Hier mein Masterplan im Detail:

2016

März 2016: 3 Wochen Namibia (kein Visa nötig)

März/April: mit dem Zug/Bus von Istanbul nach Georgien, 3 Wochen (kein Visum Nötig)

April/Mai: auf dem Landweg von Georgien über Armenien in den Iran, 4 Wochen (Visum nötig)

Mai: gezwungenermaßen 3 Wochen Heimaturlaub um Visa zu beantragen für Russland und China

Juni: hier ziehe ich im Schnellverfahren Russland und die Mongolei (kein Visum nötig) durch: in 5 Wochen von Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn (fahre 3. Klasse und lerne gerade Russisch) zum Baikalsee, weiter nach Ulaanbaatar mit anschließender Tour durch die Wüste Gobi

Juli und August: über Land weiter nach Peking, chinesische Mauer ansehen, mit dem Zug nach Shanghai und dann 2 Monate Südchina und (hoffentlich) Tibet. Möchte auf der Weltreise unbedingt das Himalaya Gebirge sehen. Sollte es mit Tibet nicht klappen, werde ich 4 Wochen Nepal im Oktober einschieben. Werde versuchen das China Visum im Land zu verlängern. Sollte das nicht klappen sind 4 Wochen Taiwan meine Alternative

Ende August/Anfang September: 2 Wochen Bangkok zur Visabeantragung Myanmar und Indien

September: 4 Wochen Myanmar

Oktober: 4 Wochen Laos (Visa on-arrival)

November/Dezember/Januar: 3 Monate Indien (Rajasthan/Südindien/Andamanen (eines meiner absoluten Sehnsuchtsziele)

2017

Februar: 4 Wochen Sri Lanka (e-Visa bzw. Visa on-arrival möglich)

März/April: kurzer Stop in Singapur (Visa on-arrival) und dann 2 Monate Indonesien (Visa on-arrival + 1x Verlängerung im Land) inkl. Malaysia auf der Insel Borneo (kein Visa nötig)

Mai – Oktober: kurzer Stopp in Sydney (1 Woche ca.) und dann weiter nach Neuseeland, hier dann Working Holiday für ca. 4 Monate + 1 Monat reisen. Im September kurzer Sprung nach Tonga (kein Visa) (3 Wochen) um die Buckelwale zu sehen ;)

November – März: 5 Monate Südsee (Neukaledonien, Samoa, Vanuatu, Cook Island, Französisch Polynesien)

April: Kalifornien (meinen Bruder besuchen)

Mai: Costa Rica

Juni: Ecuador + Galapagos Inseln

Juli: Peru

Was mich vor allem interessiert: denkt ihr das ist machbar mit dem oben genannten Budget oder eher unrealistisch? Habe ja einige teure Sachen drin (Namibia, Gobi Tour, Tibet, Galapagos Inseln, Buckelwale, Pazifik Überquerung), möchte dafür aber z.B. nicht Tauchen auf der Reise. Ich hoffe in Neuseeland etwas Geld zu verdienen, um damit mindestens die 4 Wochen Reisen vor Ort zu finanzieren.

Freue mich auf euer Feedback!

Viele Grüße
Lisa
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pad

« Antwort #1 am: 16. November 2015, 20:02 »
Ich finde es schon knapp aber nicht total unrealistisch. Wenn du schon sehr reiseerprobt bist kennst du ja deinen Wohlfühlbereich und kannst etwas abschätzen, was du pro Monat brauchst.

Viele deiner Länder sind kostengünstig und du bringst auch viel Zeit mit.

Die teuren Positionen wie Tibet, Galapagos usw. gibt es oft auch in der abgespeckten "Günstigvariante", halt mit kleineren Abstrichen.

Zu Afrika und zur Südsee kann ich allerdings keine hilfreichen Einschätzungen abgeben.

Wenn dich die fünf Monate in NZ nix kosten und du in Kalifornien sehr günstig unterkommen kannst, sind zwei teure Positionen bereits gedeckt. Falls es in NZ mit der Arbeit gar nicht klappen würde, könntest du ja auch früher weiterziehen. Vorausgesetzt, die diversen Südseeflüge sind nicht schon fix.

Den letzten Teil mit Costa Rica, Ecuador und Galapagos sowie Peru könntest du ja notfalls auch weglassen, sollte dir das Geld ausgehen.

Ich würde es jedenfalls probieren. Klingt unheimlich spannend mit vielen tollen Zielen. Und wenn es dann nicht ganz zwei Jahre werden sollten, wen kümmerts? Das ist ja nur mal eine erste Grobplanung, die du unterwegs mit grosser Wahrscheinlichkeit noch ein paar Mal umdenken wirst.

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arivei

« Antwort #2 am: 17. November 2015, 00:43 »
Schöne Route und mit Disziplin wohl schon mit dem Budget zu machen.
Aber was mir sofort ins Auge springt ist der eine Monat in den USA - der wird deine Versicherungskosten/Monat min. verdoppeln - bei 2 Jahren Reisezeit ist das schon nicht so wenig Geld... Es gibt Tarife die 2 Wochen in den USA einschließen, aber sonst wird's teuer.  Hast du dich da schon informiert?

Und hast du dich schon informiert wie es aussieht Visa von unterwegs zu beantragen? Bzw. wieder die Frage nach der KV während des Heimaturlaubs - auch hier gibt es welche, die das einschließen (dann sind aber im günstigen Tarif die USA wieder nicht mit drin...)

Viel Spaß auf jeden fall noch mit der Planung - ich bin ja sooo neidisch ;)

Trabbee

« Antwort #3 am: 17. November 2015, 08:48 »
finde die Route mega, aber das Budget knapp. Ich hatte z.B. in 3,5 Monaten in Ozeanien fast mehr Geld ausgegeben als in 6 Monaten Asien. Die 5 Monate im Südpazifik werden meiner Meinung also deutlich reinhauen. Vllt kannst du das - wie einer meiner Vorredner schon angesprochen hat - abfedern, durch Arbeiten in NZ. Galapagos is auch mega teuer.
Mein Vorschlag is, damit du dich nit so stresst: reise einfach so wies dir Spaß macht, geh verantwortungsvoll mit dem Geld um und schau einfach wie weit du kommst. Wenn du gegen Ende merkst, du musst dir alles abzwacken und kannst das Reisen dann nicht mehr richtig genießen, kann man ja einen Schlussstrich ziehen und die Reise ausklingen lassen :).
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waveland

« Antwort #4 am: 17. November 2015, 09:13 »
Die 3 Wochen Namibia am Anfang würde ich wohl weglassen, da man dies auch sehr gut in einem 3-wöchigen Urlaub machen kann. Den Rest der Route finde ich auch sehr gut. Südsee kannst ja evtl. bei Bedarf kürzen und vielleicht Südamerika am Ende weglassen, sollte dir das Geld (oder die Reiselust) ausgehen.
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Vombatus

« Antwort #5 am: 17. November 2015, 20:24 »
Jeder tickt da anders, aber wenn ich mir vorstelle, genug Geld und Zeit zu haben, dann würde ich mir eher Regionen (grobe Ankerpunkte) heraussuchen und diese, nach und nach, bereisen, Vorort dann entscheiden wo (und vielleicht mit wem) und wie lange es hin/weiter geht. Über so lange Zeit im voraus, wochengenau einen "Masterplan" zu erstellen halte für nicht oder sehr schwer umsetzbar.

Wie oft hat man schon erlebt, dass sich Pläne, Umstände, Wünsche ändern? Warum sollte das auf einmal anders sein? Und zudem ist es doch auch ein Druck, einen Plan hinterher zu rennen, evtl. Geld zu sparen. Gerade wenn man "reiseerfahren" ist und Kontakte knüpfen will, dann sollten die Kontakte doch länger halten, als 4 Wochen, oder ein paar Tage, weil man gleich wieder weiter muss. Oder dienen die "Kontakte" nur dem preiswerten Unter- oder Vorwärtskommen?

Hmm …
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french_fry

« Antwort #6 am: 18. November 2015, 10:17 »
Hallo ihr Lieben!

Vielen Dank für euer nettes Feedback :)

Bzgl. Versicherungen habe ich mich bereits informiert und die Kosten vom Budget abgezogen. Leider ist es nach meinem derzeitigen Kenntnisstand nicht möglich Visa für Russland und China in einem anderen Land als dem Heimatland zu beantragen.

Namibia werde ich streichen. Du hast recht waveland, das kann man neben dem Job problemlos mal machen.

@ Vambatus: Dir auch vielen Dank für dein Feedback. Ich gehöre zu der Fraktion die "Pläne machen" schätzt und auch viel Spaß daran hat. Da ich allein 4 Länder mit strengen Visaregularien bereisen will (Iran, China, Russland, Neuseelands WHV) ist etwas Planung von Nöten. Ganz abgesehen davon, dass es mir viel Spaß macht ;D und trotz der Idee für die Route ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass ich unterwegs irgendwo hängen bleibe ;)

Couchsurfing bedeutet für mich vor allem kurzweiliger Kontakt mit Locals. So war bisher meine Erfahrung mit Couchsurfing in Europa. Man hat 2 - 3 entspannte Abende miteinander, schreibt am Schluss was nettes ins Gästebuch und zieht weiter.

Ich möchte diese einmalige Gelegenheit vor allem nutzen um all die Länder und Regionen zu sehen, die mich schon seit einer gefühlten Ewigkeiten faszinieren. Mit Iran und China befasse ich mich z.B. seit über 10 Jahren, war aber leider noch nie dort.

Viele Grüße
Lisa
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Blume

« Antwort #7 am: 18. November 2015, 11:40 »
Ein Visum für China soll nach wie vor in Hong Kong zu bekommen sein. http://www.fbt-chinavisa.com.hk/services.html
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thrones_of_blood

« Antwort #8 am: 18. November 2015, 12:36 »
Ein Visum für China soll nach wie vor in Hong Kong zu bekommen sein. http://www.fbt-chinavisa.com.hk/services.html

Ja: Single / Double Entry (450 / 550 HKD) mit 30 Tagen pro Einreise in 4 Arbeitstagen ist bei dieser Agentur kein Problem.

Habe jetzt dieses Jahr schon zwei Mal dort ein Visum geholt. Super Service, sehr zu empfehlen! Und Hong Kong ist ja auch eine klasse Stadt für ein paar Tage!
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french_fry

« Antwort #9 am: 18. November 2015, 12:52 »
Hallo ihr beiden!

Vielen Dank für den Hinweis! Hatte nur die Info von der Seite des auswärtigen Amtes, laut der das nicht möglich sein soll:

Für die Einreise in die Volksrepublik China ist ein Visum erforderlich [...] Hierbei ist zu beachten, dass nach geltendem chinesischen Einreiserecht der Visumantrag im Land der Staatsangehörigkeit oder des gewöhnlichen Aufenthalts (der im Visumverfahren nachgewiesen werden muss) eingereicht werden muss. Dies bedeutet, dass ein Ausweichen in Drittländer (auch Hongkong) nur dann möglich ist, wenn dort ein dauerhafter, legaler Aufenthalt besteht.

Interessant, dass es doch geht 8)

@ thrones_of_blood: musstest du bei der Beantragung in Hongkong ein Flugticket für die Ausreise aus China vorweisen?

Danke!!

Viele Grüße
Lisa

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thrones_of_blood

« Antwort #10 am: 18. November 2015, 14:30 »
Hallo Lisa

kein Flugticket, kein Reiseplan ;)

Grüsse aus China
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Taemaera

« Antwort #11 am: 18. November 2015, 18:03 »
Hallo,
vor drei Monaten war das mit dem China-Visum noch problemlos von der Mongolei aus möglich! Würde dann ja auf deiner Route liegen...
Und bzgl. Russland-Visum: dürfte kein Problem sein, vorher schon zu beantragen, insofern du dich an deinen Zeitplan hältst! Ich habe das ganze über eine Agentur, die auch im Forum schon genannt wurde, abgewickelt und das lief alles reibungslos!
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pad

« Antwort #12 am: 18. November 2015, 20:00 »
Und auch in Bangkok ist es kein Ding.
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Claudia-to-go

« Antwort #13 am: 19. November 2015, 02:14 »
Zum Ablauf China-Visum in Ulan Bator hat Mesi erst vor wenigen Wochen einen aktuellen Post verfasst. Guck mal hier:

http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=6524.msg82769#msg82769
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Jessy83

« Antwort #14 am: 19. November 2015, 14:14 »
Hallo Lisa,
soweit ich weiß, kann es zwar es etwas komplizierter sein, unterwegs ein Visum für China zu bekommen, aber es geht. Ich hatte es in Hongkong beantragt, aber möglich ist es auch in Zentralasien und im Iran. Check mal die Seite www.caravanistan.com. Für Visas ist das meiner Meinung nach die beste Seite für diesen Teil der Welt.
LG Jessy
PS: wenn du Fragen zum Iran/Armenien/Georgien hast, dann melde dich gerne, ich war im Sommer auch in diesen Ländern :-)
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