Thema: Chile - Argentinien - Südbrasilien Nov-Jan  (Gelesen 2301 mal)

pad

« am: 11. Oktober 2015, 04:21 »
Hallo zusammen
Ich möchte ab Anfang November bis etwa Ende Januar Chile, Argentinien und einen kleinen Teil Südbrasiliens bereisen. Bin bereits seit einem knappen halben Jahr ab Kolumbien in Südamerika unterwegs.

Grob gesagt geht es ganz im Norden Chiles los, dann immer Richtung Süden und von Patagonien aus wieder hoch nach Buenos Aires. Wie weit runter es gehen soll habe ich nicht definiert. Genauso ist unklar, ob die Ostküste Argentiniens mit ins Programm soll. In BA möchte ich Weihnachten - Neujahr verbringen und im Anschluss die Iguazu-Wasserfälle besichtigen. Von dort aus weiter bis nach Rio. Heimflug von Rio oder Sao Paulo (hab weder ein Ticket noch ein fixes Datum und möchte mich etwas nach den Preisen richten). Kurze Abstecher nach Uruguay und Paraguay sind denkbar.

Geht das zeitlich in etwa auf (3-3.5 Monate)? Die Distanzen sind ja doch recht happig. Ich kann um die 500 USD für Inlandflüge oder 'luxuriöse' Langstreckenbusse springen lassen, sofern dies einen grossen Vorteil bringen würde. Wie würdet ihr diese einsetzen? Mein Tagesbudget beträgt ansonsten um die 60 USD, ich will allerdings grösstenteils auf Dorms verzichten. Reserven für Besonderheiten wären vorhanden. Bin alleine unterwegs.

Bezüglich Saison und Klima sollte es recht gut aufgehen.

Hat jemand Erfahrungen bez. Unterkünften in BA um Weihnachten? Muss ich mit Engpässen rechnen oder besonders hohen Preisen? Oder würdet ihr gar eine andere Stadt empfehlen? Toll wäre ein kleines Appartment für 7-10 Tage.

Ich spreche ziemlich fliessend Spanisch (und Englisch). Komm ich damit in Brasilien gut über die Runden oder macht es Sinn, noch ein paar Brocken Portugiesisch zu lernen? Zeit und Lust hätte ich schon :)

Ich freue mich auch über allgemeine Tipps und Hinweise zur Route.

Vielen Dank!
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Rasluka

« Antwort #1 am: 11. Oktober 2015, 12:23 »
Hallo,

prinzipiell eine gute Route, in der Zeit auch gut machbar (je nachdem wie lange du dich wo aufhältst), ich würde empfehlen, von Patagonien (z.B. Ushuaia) nach BUE zu fliegen, da die Strecke per Bus wenig spektakulär ist und du mit Verpflegung in den drei Tagen im Bus fast auf den Flugpreis kommst (es fliegen Aerolineas Argentinas, LAN, ....). Von BUE aus kann man ganz gut mit dem Bus in den Norden fahren - evtl. noch einen Abstecher in den Staat Corrientes machen - und dann zu den Iguazu Wasserfällen. Von Iguazu könnte man auch nach Sao Paulo oder Rio fliegen (100 USD mit Gol), da musst du dann schauen, was sich für dich eher rentiert. Die Strecke zwischen Sao Paulo und Rio ist in jedem Fall echt super, vor allem Paraty!

Zur zeitlichen Einschätzung: Ich habe von Santiago bis Ushuaia (Bus; Anfang Okt-Dez), nach Buenos Aires (Flug; Dez), Iguazu (Bus; Dez), Rio (Flug; Dez-Jan), Sao Paulo (Bus; Ende Jan) insgesamt 4 Monate gebraucht, war aber wirklich langsam unterwegs und hab zwischendurch an manchen Orten auch "Urlaub" gemacht ;)

Mit Spanischkenntnissen kommt man mit Händen und Füßen schon irgendwie durch, ein bisschen Portugiesisch schnappt man auch recht schnell auf, trotzdem wirst du merken, dass die beiden Sprachen grundverschieden sind. Kommt halt wirklich drauf an, wie lange du dort bist - ich war ca. 6 Wochen und bei mir hat es ohne Kurs gereicht, mit Spanisch durchzukommen.

Wg. Unterkünften in BA um Weihnachten rum weiß ich leider nichts über die Auslastung, ich selbst war an Weihnachten in Iguazu ;)

Viel Spaß :)
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pad

« Antwort #2 am: 12. Oktober 2015, 00:17 »
Hallo Rasluka
Vielen Dank für deine Antwort. Jede Menge tolle Hinweise! Meine Reisegeschwindigkeit würde ich als mittel bezeichnen, daher sollte das gut aufgehen.

Flüge ab Ushuaia nach Buenos Aires hab ich vor Weihnachten für ca. 200 USD gefunden. Enstpricht das etwa deiner Erfahrung? Wäre mir das Geld auf jedenfalls wert, auch wegen der Zeitersparnis von wie erwähnt drei Tagen.

Zum Thema Portugisisch: Es ist wohl vor allem die Aussprache, die ganz anders ist. Geschrieben verstehe ich es ganz gut, da ist der Unterschied zu Spanisch nicht sehr gross.



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ulmi

« Antwort #3 am: 13. Oktober 2015, 16:31 »
Hallo pad,

Zum Durchwursteln reichen Dir Deine Spanischkenntnisse auf jeden Fall. Aber wenn Du eh Zeit und Lust hast, bietet es sich natürlich auch an, etwas "Brasilianisch" zu lernen. Mit Deinem Spanisch als Basis wirst Du Dir leichter tun, als jemand, der Brasilianisch lernt und keine Spanischkenntnisse hat.

Zur Strecke Feuerland-BsAs gehört bestimmt nicht zu den Sahnestücken und wenn Du irgendwo Zeit sparen und einen Flug setzen willst, kannst Du das auf der Strecke sehr gut machen.

Grüßle
ulmi
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Surfy

« Antwort #4 am: 15. Oktober 2015, 13:23 »
Ich würde Dir zusätzlich zu einer anderen Reiseform raten: Hitch-Hiking / Trampen.

Auch unter Lokals ist das eine gängige Methode des vorankommens, man kommt mit Locals in Kontakt und wird die eint oder andere Nacht bei denen übernachten können.

Auch die Gemeinschaft unter den Hitch-Hiker ist toll da man sich oft wieder trifft. Ich habe so einige tolle Abende mit Reisenden erlebt und ab und an auch auf dem Beifahrersitz befördert.

Welche Kategorie von Trampen Du betreibst - kannst Du ja selber bestimmen, mit deinem Tagesbudget liegt bei deiner Reiseform dann auch Hotels drin.

Ich war in Südamerika als Selbstfahrer unterwegs (http://adventure-overland.blogspot.com) - kann daher nur aus zweiter Hand berichten - und habe selber nicht getrampt. Aber es soll gut funktionieren. Einen kleinen Obulus für das Spritgeld, würde ich persönlich immer anbieten (üblich in Peru / Bolivien), auch in Argentinien.

Speziell in Argentinien sind die Wegränder mit Trampenden Touristen gepflastert ;-)

Surfy

arivei

« Antwort #5 am: 15. Oktober 2015, 23:29 »
Wir sind in Argentinien auch über 5000km per Anhalter gefahren - einmal sogar 1500km am Stück :) von Trelew nach Rio Grande auf Feuerland! Es klappt super und da es nur wenige Hauptrouten gibt und nicht viel dazwischen, hat man auch gute Chancen ans Ziel zu kommen.
Nur auf der RN 40 haben wir manchmal schon ziemlich warten müssen, da kam schon mal nur 1 Auto alle 30 min. und wenn das dann nicht hält ist es schon etwas deprimierend...
Wir waren aber auch Ende Oktober dort, das ist noch vor der Saison, vielleicht sind später mehr Leute und andere Touristen unterwegs.

pad

« Antwort #6 am: 16. Oktober 2015, 23:00 »
Vielen Dank für eure Hilfe. Ja Hitchhiking werde ich sicherlich in Betracht ziehen, haben mir auch viele Reisebekanntschaften in Bolivien für Chile empfohlen. Ich bin diesbezüglich noch ziemlich unerfahren, mal abgesehen von kurzen Distanzen im Heimatland oder selten unterwegs. Wie geht man es am Besten an, um Missverständnissen vorzubeugen?

Ich hätte kein Problem damit, etwas an den Sprit zu zahlen. Natürlich sollte es schlussendlich aber nicht teurer als eine Busfahrt werden. Klärt ihr dies bereits beim Einsteigen ab? In den anderen Andenländern sind ja vorwiegend gewerbliche Fahrzeuge und wenig Privatfahrzeuge unterwegs, da wird Bezahlung erwartet. In Chile ist das sicherlich anders. Malt ihr ein Schild mit eurem Zielort oder einfach Daumen raus?

Mir ginge es vor allem um die Erfahrung, den Austausch mit Locals und weniger um das Finanzielle.
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arivei

« Antwort #7 am: 16. Oktober 2015, 23:58 »
Daumen raus und los geht's... Wenn du an der Hauptstraße in Patagonien stehst willst du wohl in einen der nächsten Orte. Das kann 50 oder 1000km weiter sein. Das Straßennetz ist nicht so verzweigt wie in Europa und ein Schild ist nicht wirklich nötig. Im Norden kann es evtl. schon praktisch sein (da haben wir aber nicht getrampt). Wir hatten meist kein Schild und wenn wer gehalten hat und woanders hingefahren ist, sind wir manchmal trotzdem mitgefahren :) (v.a. in Brasilien, weil wir da noch keinen 'Zeitdruck' hatten). Besonders auf der RN 3 an der Ostküste ist es leicht - zwischen Feuerland und Buenos Aires gibt es viel (LKW-)Verkehr.

In Argentinien haben meist nur 'Besserverdiener' uns mitgenommen (das ergab sich aus den wirklich sehr interessanten Gesprächen; auch zur wirtschaftlichen Situation in Argentinien und so). Wir haben nie angeboten, was zum Sprit beizusteuern und hatten auch nicht das Gefühl, dass es erwartet wurde. Nur bei der Fähre nach Feuerland sind wir bei einem Studenten mitgefahren und da haben wir dann einen Teil übernommen.

Viel Spaß in Patagonien - das war eins der Highlights unserer Reise - und natürlich auch beim Rest!

ulmi

« Antwort #8 am: 17. Oktober 2015, 11:28 »
Stimmt, in Argentinien/ Chile wird beim Trampen i.d.R. kein Geld erwartet.

Grüßle
ulmi
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pad

« Antwort #9 am: 21. Oktober 2015, 20:03 »
Merci für eure Hilfe! Werde es auf jeden Fall ausprobieren und mich später mal wieder mit Feedback melden.
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Surfy

« Antwort #10 am: 03. November 2015, 19:53 »

Da bin ich gespannt auf die Berichte  :) 

Ich bin selber schon wieder im Alltag angekommen - und grübel über dem nächsten "Projekt".  ;D

Surfy

pad

« Antwort #11 am: 03. November 2015, 20:32 »
Die ersten Hitchhiking-Erfahrungen in Südamerika hab ich nun zwischen Bolivien und Chile vom Sajama-NP über die Grenze in den Lauca-Park und weiter nach Putre und Arica gemacht. Hat wunderbar geklappt, alles mit bolivianischen Truckfahrern.
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pad

« Antwort #12 am: 08. November 2015, 18:45 »
Ich bin inzwischen etwas verunsichert, ob mir die Zeit bis Weihnachten reicht, von Arica ganz im Norden bis Feuerland zu kommen (in ca. 43 Tage). Geplant wäre, am 24. Dezember nach Buenos Aires zu fliegen (Weihnachten in BA ist fix). Ich hab den Flug noch nicht, möchte aber demnächst mal buchen, da z.Z. die Preise noch knapp unter 200 USD sind.

Kann jemand einen Anhaltspunkt geben, wie lange man bis ganz runter braucht, ohne dass es zu stressig wird? Sind immerhin mind. 5000km und ich will auf dem Weg natürlich auch etwas sehen. In Patagonien soll es auch eine Mehrtägige Wanderung geben. Wo würdet ihr als erstes Abstriche machen, damit mir die Zeit nicht an den Höhepunkten davon läuft?

Wäre die Zeitersparnis gross, wenn ich ab El Calafate nach BA fliegen würde anstatt von Ushuaia aus? Krieg ich trotzdem noch irgendwo etwas grössere Pinguine zu sehen?

Danke für eure Tipps.
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ulmi

« Antwort #13 am: 08. November 2015, 20:17 »
Also wenn Du Zeit sparen willst für Highligts anstelle von Dingen, die viell. nicht so überragend sind, würde ich alles südlich von Torres del Paine weglassen.
Meiner Meinung nach etwas überbewertet, v.a. verglichen mit anderen Teilen Patagoniens.
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pad

« Antwort #14 am: 08. November 2015, 22:34 »
Das würde dann für einen Flug ab El Chaltén sprechen und wäre ebenfalls recht Preiswert.

Irgendwie ist halt der Reiz da, bis ganz in den Süden zu kommen. Und eben ein paar grosse Pinguine würd ich auch ganz gerne mal sehen.

Kann vlt. noch jemand was zur Dauer sagen (43d für die ganze Strecke ab Arica)? So aus dem Gefühl raus würde ich sagen es reicht bis Ushuaia, wenn ich nirgends zu lange hängen bleibe und auch Nachtbusse nutze. Stressig soll es natürlich nicht werden, etwas straff wäre nicht schlimm, hab in BA Zeit um etwas auszuspannen.
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