Thema: Alleine in Nepal von Oktober bis November- was tun?  (Gelesen 940 mal)

Glückspanda

« am: 01. September 2015, 23:08 »
Hallo ihr Lieben,

ich fliege ab Mitte Oktober für einen Monat nach Nepal. Ich habe über Freunde eine Empfehlung für einen Guide bzw. eine Trekking Agency bekommen. Bin seit längerem mit dem Organisator in Kontakt, unter anderem auch wegen dem Erdbeben.
Jetzt habe ich mal bei ihm wegen dem Annapurna Circuit Trek angefragt und er meinte, dass er mir ein Angebot für mich alleine machen könnte. Es hat sich nämlich anscheinend noch niemand sonst für Oktober bei ihm gemeldet. Ich habe schon seit dem Erdbeben schon befürchtet, dass viele Backpacker ausbleiben werden..
Ich finde eine ca. 2 wöchige Trekking Route nur mit Guide (und evtl. Träger) etwas einsam :/

Nun meine Frage an euch: habt ihr schon mal eine Trekking Tour in Nepal alleine gemacht, bzw. würdet ihr mir sowas empfehlen?

Idealerweise wäre es, wenn jemand von euch auch in der Zeit in Nepal wandern möchten :)
Ich bin Studentin und 21 Jahre alt, würde mich über ungefähr Gleichaltrige freuen!

Ansonsten wäre ich auch nicht abgeneigt, bei einer Hilfsstation im Zusammenhang mit dem Erdbeben Unglück mitzumachen. Wenn da jemand von einer Organisation o.ä. weiß, bei der man ohne große Vorplanung einsteigen kann, wäre ich dankbar.

Tipps für sonstige Aktivitäten, die ich in Nepal machen könnte/sollte, dürfen Erfahrene auch gerne teilen!

Liebe Grüße und schonmal Danke für Tipps!
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pad

« Antwort #1 am: 01. September 2015, 23:30 »
Mach dir nicht zu viele Sorgen, du findest beim Wandern gut Anschluss. Ich hatte damals auch grosse Bedenken und weiss, dass es etwas Überwindung braucht, einfach mal alleine zu starten. Die Sorge ist allerdings unberechtigt.

Auf dem Annapurna-Circuit sind im Herbst sehr viele Wanderer unterwegs. Ich bin im Frühling 2014 allein gestartet und hab bereits nach wenigen Stunden mehrere Leute kennen gelernt (und ich gehöre nicht zu den Typen, die immer extrem schnell Anschluss finden und alle anquatschen). Manchmal ging man bloß einige Stunden, eine Tagesetappe zusammen, manchmal mehr. Ab etwa der Hälfte bin ich dann immer mit der gleichen Person gewandert, wobei sich immer wieder andere Leute dazu gesellt haben. Auch im Bus zum Ausgangsort waren bereits diverse andere Wanderer, aber ich ging erstmal alleine los.

Wenn du möchtest, kannst du bereits in Pokhara andere Leute treffen, aber das finde ich gar nicht nötig. Unterwegs findest du viel besser heraus, wer etwa dein Tempo geht, wie lange die Tagesetappen sein sollen etc. Je Höher du kommst, desto geringer wird auch die Anzahl an Lodges, entsprechend ist auch die Konzentration an Wanderern am gleichen Ort höher. Man sitzt so automatisch zusammen, unterhält etc. Da kann praktisch nix schief gehen.

Falls durch das Erdbeben sehr viel weniger Leute unterwegs sein sollten, findest du das bereits in Pokhara heraus.

Klar raten Reiseführer / Wanderführer dazu, dass man nicht alleine gehen soll, aber du bist auf dem Weg wirklich nicht allein und wenn etwas passieren sollte wirst du sicherlich schnell entdeckt (vielleicht kaufst du dir noch eine lokale SIM-Karte und speicherst die Notrufnummern, grosse Teile beider Täler haben Netzabdeckung). Bei wenig begangenen Routenvarianten, Tagestouren zur Höhenanpassung etc. macht es Sinn, gemeinsam zu gehen. Über den Pass sind sowieso sehr viele Leute unterwegs, auch Gruppen mit Bergführern und Trägern.

Ich finde, wandern über mehrere Tage (auf einigermaßen beliebten Routen) ist mit die einfachste Variante, andere Leute kennen zu lernen (sogar einfacher als in belebten Hostels etc.)

Einen Guide brauchst du für den Annapurna-Circuit übrigens nicht, wenn du deinen Rucksack selber tragen kannst. Der Weg ist einfach, weitgehend klar markiert und nicht besonders schwierig. Die Länge der Tagesetappen kannst du oft gut steuern, da es viele Lodges gibt. Eine Wanderung in den Alpen über Stock und Stein ist technisch meist anspruchsvoller. Ob du Probleme mit der Höhe hast, kann dir niemand im Voraus beantworten. Du solltest dich allerdings gut informieren, gerade auch zum Thema Höhenanpassung. Es gibt diverse gute Bücher für den Annapurna-Circuit (vor Ort weitgehend auf Englisch). Einfach mal ein bisschen stöbern hier im Forum.

Wenn du alleine mit einem Guide unterwegs bist, ist es vielleicht sogar etwas schwieriger, Anschluss zu finden. Du bist dann praktisch mit dem Guide "zusammen" und kannst dich nicht einfach so trennen. Ich war damals froh, dass ich mich gegen einen Guide entschieden habe. Auch weil so viele andere junge Leute ohne unterwegs waren.

Google noch etwas zum Thema, du findest viele Erfahrungsberichte von anderen Reisenden, Beschreibungen zu den Tagesetappen, Fotos, Kostenübersichten, Checklisten zur Organisation uvm.

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Miku

« Antwort #2 am: 02. September 2015, 14:03 »
Ich würde mir an deiner Stelle auch keine allzugroßen Sorgen darum machen, 2 Wochen alleine wandern zu müssen. Ich bin zwar nicht den Annapurna Circuit gelaufen, sondern "nur" zum Annapurna Base Camp, aber das im Juni was so gar nicht die Hauptsaison ist. Es waren zwar garantiert nicht so viele Leute unterwegs wie im Oktober/November, und trotzdem habe ich am zweiten Tag gleich ein paar Leute kennengelernt mit denen ich dann die nächste Woche zusammen gewandert bin... Geendet ist dass dann mit ner Geburtstagsparty am Base Camp mit 8 Leuten und geselligem Wiedersehen an den Hot Springs auf dem Rückweg.

Ich würde es dir also definitiv empfehlen auch alleine loszugehen, wenn du im Vorhinein niemanden finden solltest - Anschluss findet sich immer, insbesondere auf einer Tour, die immer gerne von vielen gewandert wird.

Zum Thema Träger: Wenn du zu viel dabei haben solltest, um es alleine gemütlich tragen zu können, gibt es in den meisten Hostels in Pokhara die Möglichkeit sein Gepäck für die Zeit der Wanderung stehen zu lassen. (Wertsachen würde ich aber nicht unbedingt da alleine rumstehen lassen, aber das weißt du sicher auch selbst  ;) )
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Jessy83

« Antwort #3 am: 02. September 2015, 14:39 »
Huhu!
Ich war auch im Oktober/November alleine auf der Annapurna Circuit unterwegs. Bin von Anfang bis Ende und mit diversen Sidetrips 20 Tage unterwegs gewesen und es war überhaupt kein Problem. Auch nicht als Frau alleine. Auch wenn ich anfangs natürlich tierisch Bammel hatte ;).
Aber wie meine Vorredner schon sagen: du bist nicht alleine, es sind soooo viele unterwegs!
Nepal ist toll!  ;D
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dirtsA

« Antwort #4 am: 03. September 2015, 20:52 »
Kann mich den Vorrednern nur anschließen! War zwar nicht alleine, sondern mit meinem Dad unterwegs, aber ohne Träger oder Guide und wir haben auch echt dauernd Leute kennengelernt. Das geht ganz schnell :)

Du solltest mit oder ohne Guide ohnehin nur auf den Trek mitnehmen, was du unbedingt benötigst und den Rest in Kathmandu lassen. Pokhara finde ich eine merkwürdige Wahl @pad? Da kommt man doch erst am Ende der Runde hin... oder bist du sowohl von dort gestartet, als auch geendet? Denn in die andere Richtung zu laufen, macht ja (fast) niemand und empfiehlt sich nicht... Der normale Startpunkt ist eher Besi Sahar, daher haben wir unsere Sachen in Kathmandu gelassen, wo man ohnehin zurück muss zwecks Flug oder sonst was...

Wie auch immer - mach es allein und mach es ohne Guide/Träger! Auch wenn es natülich gut ist, wenn Leute einen Guide/Träger nehmen, da die ja auch etwas verdienen müssen... Aber wenn du vom Budget her eingeschränkt bist, was ich als Studentin annehme, dann würde ich darauf verzichten. Finde ganz abgesehen von allem anderen auch, dass man doch ein viel größeres Erfolgserlebnis hat, wenn man alles selbst getragen hat  ;) 8)
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pad

« Antwort #5 am: 03. September 2015, 20:59 »
Ich hab alles in Pokhara organisiert, mein Gepäck dort gelassen und dann in Benisahar gestartet.

Klar, man fährt etwas zurück in Richtung Kathmandu, aber ich wollte nach der Runde noch weitere Ziele in Nepal besuchen und mein Zeug daher nicht in Kathmandu lassen.

Natürlich kann man auch von Kathmandu aus direkt nach Benisahar. Beides ist sehr verbreitet.

Dann gibt es auch noch Leute, die von Indien her kommen oder nach Indien weiter ziehen. So verkehrt ist Pokhara als Basis m.E. nicht.
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dirtsA

« Antwort #6 am: 04. September 2015, 13:15 »
Hmmm ja kommt wohl wirklich darauf an, was danach/davor geplant ist. Wir sind in Kathmandu gelandet, Permits besorgt und dann nach Besi Sahar, von dort den Circuit mit Ende in Pokhara. Wobei mir persönlich Pokhara (im Gegensatz wohl zu den meisten hier) nicht sonderlich gefallen hat und ich es für Nepal sehr überteuert fand. Von Pokhara wollten wir dann erst noch in den Chitwan Nationalpark, dazu muss man ja auch nicht das ganze Gepäck mitschleppen, bzw. kann eigentlich die gleiche Ausrüstung verwenden... haben wir dann aber doch nicht gemacht, sondern uns stattdessen die ganzen Städte im Kathmandu-Tal angeschaut - einfach toll! :) Frage ist natürlich, wie es dort jetzt aussieht und wie viel von den tollen Gebäuden wirklich übrig geblieben ist...  :( Jedenfalls lag unser Schwerpunkt so ganz klar auf Kathmandu Region und Annapurna und Hin/Rückflug aus Kathmandu.
Also falls es bei dir, Glückspanda ähnlich geplant ist, würde ich dir eher Kathmandu als Base vorschlagen um das Gepäck zu lagern.
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Glückspanda

« Antwort #7 am: 04. September 2015, 23:56 »
Ihr Lieben, vielen vielen Dank für eure hilfreichen und ausführlichen Antworten!! Ich habe leider noch nicht so viel geplant, weil ich grade keine Zeit dafür habe.. Aber nach euren Berichten scheint es ja auch ohne große Vorausbuchung des Treks mit einem Guide zu funktionieren :)

Ja, was eben ungewiss ist, sind die Zustände nach dem Erdbeben. Ich weiß nicht, ob es noch genauso viele Lodges etc. überall gibt... Aber das werde ich ja sehen. Ich hoffe einfach, dass ich einfach noch andere nette Backpacker finde :D

Das mit dem Gepäckabstellen wusste ich gar nicht, das ist ein guter Tipp. Ich werde es wahrscheinlich in Kathmandu lassen, da ich von dort auch weiter reise (nach Vietnam).

Falls noch jemand hier etwas beizusteuern hat, ich freue mich über jede Antwort :)

Interessant wären natürlich auch Berichte von Leuten, die nach dem Erdbeben dort waren...
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