Thema: Backpacking in Patagonien bis nach Kap Hoorn: von S ->N oder N -> S?  (Gelesen 796 mal)

Jakob97

Hi,
Ich habe vor ab Oktober/November diesen Jahres für ca. 4-5 Monate hauptsächlich entlang der Westseite des südamerikanischen Kontinents Backpacking zu gehen.
Mein Ausgangspunkt wäre dabei Buenos Aires, von wo aus ich unverzüglich über den Landweg Patagonien/Feuerland erreichen und bereisen möchte, bevor ich in den tropischen Teil der Anden (Peru & Ecuador) Reisen würde.
Ich bin mir unschlüssig, ob ich zuerst mit dem Bus und der Bahn auf der Ostseite Argentiniens am Stück in möglichst kurzer Zeit bis ganz nach Süden fahren soll, um mich dann auf der Westseite mitten durch die Anden über mehrere Wochen gen Norden Richtung Bariloche oder Puerto Montt zu bewegen,
oder ob es nicht geschickter wäre, mit Bus/Bahn von Buenos A. Bariloche anzusteuern, und von dort aus langsam und erlebnissreich das ganze in umgekehrter Richtung mit dem Ziel Ushuaia zu machen, um dann von Punta Arenas in eine Tropische oder wechselfeuchte Andenregion in Peru, Ecuador oder dem nördlichen Chile zu fliegen.

Oder wäre für mein Vorhaben Santiago als Anflugsziel aus Deutschland besser geeignet?
Danke für eure Tipps!
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Vombatus

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Du möchtest also Okt/Nov in Argentinien starten, bis runter nach Ushuaia und in den folgenden 4 bis 5 Monate hoch nach Ecuador.

Soweit so gut, in 4-5 Monaten ist die Strecke zu meistern, wenn du pro Land (ARG, CHI, PER, ECU) einen Monat rechnest. Und wie immer empfehle ich unbedingt Bolivien! Günstig, umwerfende Natur, ursprünglicher, indigener ...

Hast du dich schon um das Reisewetter gekümmert? Je nach Vorhaben ist das schon wichtig, evtl. wäre das dann auch ein Grund, Länder oder Regionen vor zu ziehen? Es macht schon einen Unterschied, ob du während der Regenzeit an der Küste, im Regenwald oder im Hochland bist.

Im Internet oder Reiseführer gibt es ja Klimatabellen und Ratgeber zur optimalen Reisezeit, wobei das Wetter nie 100% vorhersagbar ist. Grob sollte man sich aber schon orientieren.
http://weltreise-info.de/route/reisezeiten.html

Und je nachdem welche Strecke du dir aussuchst, sitzt du lange im Bus, hast gute Wege oder schlechte, bist auf Fähren angewiesen oder Touren. Was meinst du denn mit "Langsam und Erlebnisreich?" Das Busnetz ist in Arg und Chile recht gut ausgebaut, wenn du dich auf den alltäglichen Routen bewegst ist das nicht sehr erlebnisreich (in Form von Abenteuer). Wenn du Trampst, mit kleinen lokalen Unternehmen von Ort zu Ort fährst schon eher.

In Chile könntest du irgendwann vom Bus auf Fähre/Schiff bzw. Flugzeug steigen müssen, weil es keine Straßen mehr gibt.


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Jakob97

Zitat
in Argentinien starten, bis runter nach Ushuaia
Ja, entweder so, oder ebenfalls mit Zug und Bahn und ohne Zwischenziele direkt nach Bariloche. Ich bin mir da echt unsicher: man könnte zwar meinen: Wenn ich mir den Kontinent insgesamt von Süden nach Norden bewegend vornehmen will, wäre es dann ja logisch, unten in Feuerland zu starten. Allerdings denke ich, dass man Patagonien & Feuerland vielleicht intensiver erlebt, wenn man am Anfang nicht gleich schon mitten drin ist, sonder dieses Ziel vom Kap Hoorn vor Augen hat und mitbekommt, wie die Landschaft immer subantarktischer wird, je weiter nach Süden man kommt, oder? ;)

Zitat
Und wie immer empfehle ich unbedingt Bolivien!
Ja, da bin ich auch schon bei der Überlegung, ob ich das mit einbauen sollte. Ich habe aber auch gelesen, dass das Busfahren dort nicht ganz so sicher wie in den Nachbarländern sein soll. Es ist jetzt schließlich auch meine allererste, alleinige Reise, selbst in Europa war ich noch nicht alleine unterwegs. ;) Aber die Natur würde mich auf alle Fälle dort reitzen.

Zitat
Hast du dich schon um das Reisewetter gekümmert?
Noch nicht wirklich, außer für Patagonien, da ist es wohl ab November OK. Für Zentral-& Nordchile bin ich grade dabei, da ist der Breitengrad natürlich sehr entscheidend.

Zitat
Was meinst du denn mit langsam und erlebnisreich?
Zum einen möchte ich, ähnlich wie von dir beschrieben, dort einfach von Ort zu Ort reisen, mal trampen, mir die ganzen Nationalparks mit den Gletschern anschauen oder einen längeren WWOOF (Farmarbeit) -Aufenthalt einplanen. Außerdem bin ich bei der Überlegung, mir vor Ort ein Fahrrad zu kaufen und einige Streckenabschnitte so zu bewältigen, in meinem mitgebrachten Ein-Mann-Zelt auf Zeltplätzen oder (wenn das geht/erlaubt ist) einfach mitten in der Natur zu übernachten.

Mich würde mal interessieren, ob es zwischen Puerto Montt bzw. Bariloche und Feuerland günstiger wäre, sich durchgehend auf dem schmalen "Schlauch" von Chile-Boden zu bewegen, oder auf der argentinischen Seite. Auf der chilenischen ist es wohl landschaftlich schöner, oder? Da fallen  die Anden ja steil ab, während sie drüben flach absinken. Oder ist die Überlegung unbedenklich und spontane Grenzübergänge (wenn für beide Länder ein Visum läuft) kein riesiger Bürokratieaufwand?

Zitat
In Chile könntest du irgendwann vom Bus auf Fähre/Schiff bzw. Flugzeug steigen müssen, weil es keine Straßen mehr gibt.
Wäre es denkbar, mit einem Mountainbike abseits von Verkehrsstraßen auf kleineren Pfaden mitten durch die Wildnis (so lange man nicht in einem Nationalpark oder geschützten Gebiet ist) zu reisen?
Danke für die Empfehlungen bislang!

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Vombatus

Im Netz gibt es einige Berichte zu Patagonien/Feuerland mit dem Fahrrad, habe nicht auf englisch gesucht, dann gibt es bestimmt mehr.
http://www.bikeamerica.de/panamericana/tour14
http://2radler.de/2014/02/20/feuerland-von-porvenir-bis-nach-ushuaia-chile-argentinien-februar-2014/
http://thomasundheinerontour.blogspot.de/2014/06/ruckblick-mit-dem-rad-durch-patagonien.html

Die Gegend um Bariloche ist schon schön, wenn du im Alpenraum lebst wird es dich aber nicht "umhauen". Von Bariloche aus kann man Stück für Stück runter reisen, irgendwann ist dann aber nichts mehr, ausser relativ teure "Ölstädte". Auf den letzen 1500 Kilometer sind nur Büsche zu sehen, die mit der Zeit immer kleiner werden, dazwischen Ölpumpen und Weidezäune. So spannend ist das nicht, kannst ja Bilder Googlen (Stichworte wie "Pampa patagonien", "patagonien ruta 40" oder "patagonien steppe"). Wie es am Rand der Anden oder in Chile aussieht weiß ich nicht. Vielleicht schreibt ja noch jemand anderes was?

Mach dir keine Sorgen über die Busse in Bolivien. Ja, es gibt unfassbare Schrottkisten und untragbare Fahrer, aber auch das Gegenteil. Ich habe komischerweise keinen einzigen schlechten Bus erlebt. Andere hingegen schon. Unfälle passieren überall, das ist aber kein Grund ein Land nicht zu bereisen.
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Jakob97

Ich war dort zwar noch nie, habe mich aber soeben über das Klima und die Vegetationstypen informiert und bin der Auffassung, dass es auf der Andenwestseite viel mehr Niederschlag gibt, mit teils üppigen Urwäldern, zumindest im Norden von Patagonien. Wohlmöglich ist es auch ganz im Süden auf der chilenischen Seite nicht so trocken und etwas vegetationsreicher.
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