Thema: An schönen Orten Sprachschulen besuchen  (Gelesen 1004 mal)

reisende

« am: 10. Juni 2015, 23:13 »
Hallo allerseits,

Aktuell habe ich die Idee, irgendwo in Lateinamerika zu überwintern und dabei Spanisch zu lernen (macht mir gerade trotz stetigem Anfängerdasein irre viel Spaß und will mich noch extrem verbessern).

Bin gerade auf diesen tollen älteren Beitrag gestoßen:
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=10514.msg70597#msg70597


Darin wurde auch erwähnt, wenn ich das richtig verstanden habe, dass es in Südamerika, z.B. Bolivien, Peru, Ecuador, total einfach sei, sich vor Ort einen privaten Lehrer oder Gruppenunterricht zu suchen, man dies nicht im Voraus buchen müsse und auch keine Verpflichtung für einen bestimmten Zeitraum eingehen müsste. Ein paar Tipps für Orte sind darin auch erwähnt.

Das klingt ja fantastisch und animiert mich dazu, noch einmal nachzufragen, was eure Erfahrungen beim Sprachelernen in Lateinamerika waren und welches schöne Orte dafür sind. Vielleicht auch ein paar Orte direkt am Meer?

Und macht das aus eurer Sicht Sinn, den Sprachurlaub auf mehrere Orte zu verteilen, z.B. Nach jeweils zwei oder dreiWochen weiter zu reisen und am nächstschönen Ort wieder neu anzufangen?

Ich überlege, ob ich darüber hinaus auch noch mit Portugiesisch anfange. Ist vielleicht zu viel für einen Winter und der brasilianische Dialekt soll schon sehr anders als sein. Meine Idee ist nämlich, im Frühjahr nach Spanien und Portugal zu gehen. Und das wäre cool, wenn ich dann nicht nur Spanisch, sondern auch schon etwas Portugiesisch sprechen könnte.

So viel zu meinen Träumen von heute Abend.

Liebe Grüße,
Die zu Hause sitzende träumende Reisende


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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 11. Juni 2015, 01:12 »
Spanisch und Portugiesisch auf einmal zu lernen halte ich nicht fuer so gut. Die Sprachen sind einander sehr aehnlich, sodass eher ein Durcheinander entsteht als eine Doppelkompetenz - oder wie viele Spanischsprechende sagen die viel in portugisischsprachigen Laendern zu tun haben: 'Mi  Portuñol é fantás-chico!'

Entscheide lieber was Du damit machen willst. Wenn Spanisch und Portugiesisch bei Dir beide das gleiche Interesse hervorrufen, und Du Dich in erster Linie mit der weiteren Fremdsprache auf dem deutschen Arbeitsmarkt von anderen abheben oder Lusitanien-Forschung betreiben willst, lern lieber nur  Portugiesisch, aber richtig gut - gibt weniger Leute die das koennen als Spanisch. Am besten in Portugal selbst - oder von mir aus in Brasilien aber in Curitiba oder Campinas, oder so.

Wenn Du Dich flexibel halten willst, lern Spanisch (Castellano); am besten irgendwo zwischen Madrid und der Atlantikkueste - oder von mir aus in einem modernen Bueroglapast in Mexiko DF oder Santiago de Chile, oder Lima/Arequipa/Cuzco. Nicht umsonst gibt es unter philologisch gebildeten Spaniern den Witz, der wesentliche Unterschied sei, dass alles was auf Castellano mit -ión ende, auf Portugiesch -ao heisse, Portugiesisch demzufolge 'Español mal hablao' sei. Ist zwar eine ziemlich freche und nur Teil-Wahrheit, aber etwas ist auch dran. Ist wahrscheinlich einfacher, erst Spanisch zu lernen und dann in Brasilien oder Portugal auf portugiesisch 'umzulernen'  als andersherum. Entfernt vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Spanisch und Portugiesisch, aber etwas groesser, ist der Unterschied zwischen Deutsch-Hollaendisch.

Das Brasilianische unterscheidet sich im Schriftbild und Vokabular kaum bis gar nicht vom Portugal-Portugiesisch. Es hat aber vor allem eine extrem abweichende Aussprache, und anders gepraegte Kommunikationsgepflogenheiten.

Letzteres ist uebrigens in ganz Lateinamerika so, auch mit Spanisch. Da bist Du nicht in Deutschland und seinen Nachbarlaendern, auch nicht in der EU, und selten in einem modernen Buero einer Millionestadt wo alles eh global gleichgeschaltet ist. Ausserhalb solcher Inseln sind die linguistischen Sprachtechniken gar nicht das groesste Kommunikationsproblem - sondern die unterschiedlichen Lebensumstaende und mit ihnen die Bezugs- und Vorstellungswelten.

Groesser als sprachliche sind kulturelle Unterschiede zwischen spanisch und portugiesisch gepraegten Laendern; das liegt wahrscheinlich an geschichtlichen Unterschieden zwischen Spanien und Portugal.

Zur konkreten Durchfuehrung der Lerntaetigkeit in Lateinamerika: Klar kannst Du in fast jeden Ort gehen und fast einem X-beliebigen Bewohner mit lokaler Hochschulzugangsberechtigung oder Schullehrer ein Zubrot anbieten wenn sie Dir Privatunterricht geben. Die koennen ihre eigene Sprache gut genug, teilweise sehr sehr  gut - haben aber selten grosse Erfahrungen oder Kenntnisse im Bereich Fremdsprachenerwerb; selbst Leute mit Universitaetsabschluss, Englischzertifikat und Postgrade in Paedagogik werden u.U. denken dass Du irgendwie krank bist weil Du so komisch gringohaft sprichst. Viele Sprachschueler gehen deshalb an Unis in Grossstaedten wo's mehr Formalitaetenbetonung und  internationales Umfeld gibt - kriegen aber dafuer weniger landestypische Eigenheiten mit und sind nicht in einer nahezu ausschliesslich lokalsprachlichen Umgebung.
Wenn Du nicht gerade in Grosstadtslums bist und agesichts von rohen Ziegelsteinmauern und Zinkbedachten Haeusern keine aesthetisch bedingten Nervenzusammenbrueche bekommst, ist beinahe jeder Ort in Lateinamerika schoen - gibt fast immer einen zentralen Baum auf dem Kirchplatz und irre weite, exotische Landschaften gleich nach dem letzten Haus.
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tanileha

« Antwort #2 am: 11. Juni 2015, 11:14 »
Ich empfehle wieder einmal "meine" Sprachschule in Arequipa, in Casa Maria :-)

Maria hat zwei wunderschöne Teenagertöchter, wohnt relative Zentral in Arequipa in einem bewachten Quartier. Parterre = essen, chillen, schwatzen, lustig haben, 1. Stock Spanischschule (ich war zu dieser Zeit die einzige, aber sie nimmt glaube ich bis zu 6 Personen auf). 2. Stock hat es zwei wunderschöne Zimmer. Meines war mit Ausblick direct auf den Vulkan Misti...wow!!! Da oben auf dieser Terrasse gemütlich etwas trinken, die Sonne geniessen, einfach gigantisch!

Jeden Morgen gab's frisch gemachten Mango-Papaya-Drink, Eier, Müesli, was das Herz begehrt.

Ich war 6 Wochen da und absolut begeistert!

Hier der Link für die Sprachschule.

http://www.arequipaspanish.com/

LG
Nathalie

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tanileha

« Antwort #3 am: 11. Juni 2015, 11:16 »
Ah nochwas! Wenn man die Schule auf Google eingibt, sieht man auch Fotos vom Haus und vom Umschwung mit eben abgesicherter Anlage...und ein paar Schulfotos:-)

Ich hab dann auch an der Firmung der Tochter teilnehmen dürfen, war also richtig in die Familie integriert. Das war super! Sind auch oft zusammen in die Stadt auf den Mercado gefahren...einfach toll!

Ach schwärm, möchte gerade in Arequipa sein:-)
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Floppyjones

« Antwort #4 am: 11. Juni 2015, 14:12 »
Hallo Tanileha,

was hast du denn mit Zimmer / Essen und Kurs zusammen bezahlt und wie lange warst du da?
Ich habe deinen Post über die Schule schon vor einiger Zeit gelesen und interessiere mich echt dafür:)
Muss man dort im weit im Voraus anfragen oder kann man von heute auf morgen anfangen?

Vielen Dank schonmal:)
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tanileha

« Antwort #5 am: 11. Juni 2015, 15:52 »
Hallo Floppyjones

Hier mal der Link meines Eintrages vor ein paar Wochen...

http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=11950.msg79840#msg79840

War damals in Kanada und hab von dort aus gebucht...weiss aber auch nicht mehr wieviel im Voraus. Aber Maria kann gut Englisch und du könntest ihr sicherlich mal eine Mail schreiben (mit Bitte um Gruss von mir) :-)
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Floppyjones

« Antwort #6 am: 12. Juni 2015, 08:17 »
Ich Depp hatte ja schonmal deswegen geschrieben^^
Tut mir leiddddd;)

Werde ich aber definitiv ausrichten!

Gracias
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