Thema: Geeignet für 1-jährige Weltreise?!  (Gelesen 1849 mal)

Sebastian97

« am: 27. Januar 2015, 21:03 »
Hallo,

ich werde in wenigen Wochen 18 und hab in ungefähr 4 Monaten mein Abitur. Ich spiele schon seit ca. einem halben Jahr mit dem Gedanken danach in Jahr lang zu reisen. Meine favorisierten Reiseziele lägen in Südamerika und dem indischen Subkontinent.

Meine Eltern (und manchmal auch ich) haben allerdings Bedenken ob ich das allein schaffen kann. Ich war vorher noch nie mit dem Rucksack unterwegs, würde mich selbst aber als durch aus selbstständig beschreiben und traue mir diese Reise auch zu!

Meine Frage(n) an euch:
 
-Wie steht ihr dazu? Mit 18 noch  zu jung oder machbar?
-Sicherheit in Südamerika? (ich habe dazu eigentlich eher weniger Bedenken, mehr meine Eltern ;))

Danke schon mal im Vorraus!  :D
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huskyeye

« Antwort #1 am: 27. Januar 2015, 21:27 »
Hallo Sebastian,

ich finde es toll, dass du dir die Reise zutraust - es scheint ja auch kein Strohfeuer zu sein, wenn du schon seit einem halben Jahr mit dem Gedanken spielst. Klar bist du noch jung, aber ich glaube nicht, dass Weltreisetauglichkeit mit dem Alter zu tun hat. Steig doch etwas konkreter in die Planung ein, dann wirst du selbst merken, welchen Herausforderungen und zum Teil nervigen Hürden du dich ggf. stellen musst (Routen- und Finanzplanung, welche Verkehrsmittel, ggf. Visabeschaffung, Impfungen etc.) und kannst deinen Eltern zeigen, dass du bereit bist, verantwortungsvoll und vorausschauend mit deinem Traum umzugehen.

Du könntest dir als erste Etappe auch eine leicht zu bereisende Region aussuchen, dort erstmal andere Backpacker kennenlernen, dich austauschen und vielleicht einen Reisepartner finden.

Viel Glück für deine Planung ... und fürs Abi!
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Kibo

« Antwort #2 am: 27. Januar 2015, 22:14 »
Hey Sebastian,

Dass du dir die Reise schonmal zutraust, ist viel wert! Ich war vor 2 Jahren in einer ähnlichen Situation wie du (außer, dass es bei mir nicht um 1 Jahr ging).

Ich denke, dass man mit 18 sehrwohl geeignet ist, eine große Reise zu machen. Ich habe viele Leute getroffen, die zwar überrascht waren, dass ich erst 18, und trotzdem allein unterwegs war. Aber die meisten von ihnen haben auch zugegeben, dass sie im Nachhinein auch gerne den Mut gehabt hätten, früher loszuziehen.

Zu Südamerika kann ich dir leider (noch) nichts sagen, aber ich denke, dass es dort eine recht gut ausgebaute Infrastruktur gibt, und dir einen perfekten Einstieg in deine Reise geben kann.

Lg
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Sebastian97

« Antwort #3 am: 27. Januar 2015, 22:35 »
Wow danke euch beiden für die so schnellen Antworten, das hätte ich nicht erwartet!

Die bestärken mich auf jeden Fall diesen Traum weiter zu verfolgen und vor allem der Vorschlag in die Reiseplanung tiefer einzusteigen glaube ich könnte sehr helfen meine Eltern zu überzeugen, danke dafür!

Lg
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karoshi

« Antwort #4 am: 28. Januar 2015, 08:37 »
Hallo Sebastian,

das was Du vor hast, ist ein klassisches "Gap Year", also die Lücke zwischen Schule und Studium/Berufsausbildung. Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum ist so etwas in England seit längerer Zeit schon ein Klassiker, sprich: sehr viele Engländer machen das nach der Schule, und die sind alle so jung. Darunter sind welche, die zu zweit oder in noch größeren Gruppen los ziehen, aber auch Einzelreisende. Unterwegs werden sie von manchen Leuten wenig respektvoll "Gap Year Kids" genannt, was sich aber nicht auf das Alter bezieht, sondern eher auf die geistige Reife mancher Teams, die außer Party und Saufen nicht viel im Kopf haben. (Da steht dann weniger das Reisen im Vordergrund als das Ausbrechen aus der Kontrolle des heimischen Umfelds, ich sage das ganz wertfrei.) Es ist aber jeder anders gestrickt, und Du weißt selbst am besten, wie Du Dich einordnest.

Unabhängig davon kommen junge Menschen unterwegs genauso gut oder schlecht klar wie ältere. Und irgendwie muss man ja mal anfangen, Reiseerfahrung zu sammeln. Reisen in Asien und Lateinamerika ist abgesehen von der Sprachbarriere nicht unbedingt schwieriger als in Europa, wenn man sich von den ausgetretenen Pfaden nicht allzu weit entfernt. Mach Dir also keine großen Sorgen! Und wenn Du die Planung/Vorbereitung einigermaßen ernsthaft angehst, wirst Du auch Deine Eltern überzeugen, dass Du das kannst.

LG, Karoshi
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farmerjohn1

« Antwort #5 am: 28. Januar 2015, 20:16 »
Wenn jemand ein bisschen Reisepraxis mitbringt, mind. eine Fremdsprache spricht und im Notfall genug Geld auf dem Konto ist um schnell hin oder zurueckzufliegen, und die betreffende Person nicht allzu unreif ist, dann sollte das schon gehen.
Fuer den jungen Menschen der reist ist das das gringste Problem. Fuer die Eltern ist es auch alles ganz nett solange alles gut geht. Aber je aelter man wird und je mehr man gelernt, gesehen und erlebbt hat, desto mehr draengt sich einem die unweigerliche Erkenntnis auf, dass die Welt nicht hauptsaechlich aus ordentlichen, vernuenftigen, mehr oder weniger tuechtigen Leuten besteht, die sich fuer fremde Kulturen interessieren und ihren Horizont erweitern wollen, umnd die Anderen, welche sich darum bemuehen, Verstaendnis und Unterstuetzung entgegenbringen. Sondern ein grosser Teil der Menschheit im In- und Ausland ist ganz schoen beschissen und unfaehig.
Wenn das eigene Kind im Nachbarort ist und wird dort in der Bahnhofsunterfuehrung von einer aggressiven Gruppe verpruegelt, kann man  ihm als Elternteil noch eher schnell Seite stehen - wenn's in Indien an einer Blutvergiftung erkrankt oder in Rio einen Querschlaeger in den Kopf bekommt, oder in Guatemala bei einem Busunglueck verletzt wird, kann man nicht viel, evtl. gar nichts machen.  Und wenn's dann schief geht, dann werden die Eltern ihres Lebens nicht mehr froh, weil sie sich fragen und antworten werden: 'War das denn nun noetig?' - 'Nein, es war nicht noetig - und wir haetten es vermeiden koennen'.
Klar - das meiste geht gut. Aber es ist halt wie Hannah aus dem Buch Homo Faber: Mortalitaet bei Schlangenbiss nur 8 bis 10%. na toll: wenn ich hundert Kinder hatte, und alle wuerden von einer Gifrschlage gebissen - dann wuerden nur ein  bis zehn Kinder dabei draufgehen, und ja: das waere verhaeltnismaessig wenig. Aber so viele Kinder haben die meisten heute nicht. Immer schoen dran denken.
 
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Vombatus

« Antwort #6 am: 28. Januar 2015, 23:02 »
Unwissenheit verunsichert. Vor allen deine Eltern. Stöbere etwas im Internet nach Blogs und Webseiten mit Reiseberichten von in etwas Gleichaltigen, das hilft die Reisewelt einzuschätzen und Ängste einzuordnen. Zudem ist man ja nicht aus der Welt, mit Internet und den ganzen Apps kann man gut Kontakt zur Familie halten, dann sehen die zuhause, dass es einem gut geht.

Wenn du die Möglichkeit hast die Welt anzusehen solltest du das machen … du wirst nicht lange alleine bleiben.
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Sebastian97

« Antwort #7 am: 28. Januar 2015, 23:18 »
Hallo farmerjohn1,

klar der Aspekt den du ansprichts ist wahrscheinlich der, der meinen Eltern am meisten Angst macht. Auch wenn solche Ereignisse altersunabhängig sind, verstehe ich deine Argumentation, das Eltern von Kindern in meinem Alter bei einer solchen Reise angesichts solcher möglichen Unfällen natürlich noch mehr besorgt sind als z.B. die Eltern eines 25-jährigen Weltreisenden. Aber ich glaube auch, dass gerade das in gewisser Weise den Sinn (und eine meiner, wenn auch eher unwichtigere, Motivation ist)  einer Weltreise in meinem Alter darstellt, die eigene Komfortzone zu verlassen in der man immer wohl behütet von Mama und Papa ist. Um sie davon zu überzeugen wird wohl noch etwas Überzeugungsarbeit nötig sein.

Insgesamt bin ich aber mehr als froh, dass der Konsens der bisherigen Antworten ist, dass eine solche Reise in meinem Alter kein Ding der Unmöglichkeit ist, aber auch mit viel Arbeit etc. verbunden ist.
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crazy_culture

« Antwort #8 am: 29. Januar 2015, 17:54 »
Man ist sein Leben lang das Kind seiner Eltern. Wir sind um die vierzig und unsere Familien machen sich auch Sorgen.
Klar ist es schwieriger, wenn man gerade aus der Schule kommt, dann gleich das Nest verlassen will um ganz weit weg zu fliegen.
Aber mit gesundem Menschenverstand klappt das schon. Vielleicht wäre auch work & travel was für dich? Es ist auf jeden Fall leichter, wenn du die Sprache sprichst. Spanischkurs in Mexiko und dann immer Richtung Süden.
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Miku

« Antwort #9 am: 29. Januar 2015, 18:05 »
Hey Sebastian!
Ich war auch erst gerade 19 geworden als ich 2 Wochen nach dem Abi nach Indien aufgebrochen bin und ein Jahr weg sein wollte. Und klar, die Eltern haben ich natürlich Sorgen gemacht/ den Plan nicht gut befunden, konnten aber auch natürlich nicht allzu viel dagegen ausrichten ;) Das hat sich dann aber recht schnell am Anfang gelegt, als sie gemerkt haben dass man dank Handy, Internet, Skype etc. den Kontakt gut halten konnte (haben meistens einmal die Woche kurz telefoniert) und sie dann immer irgendwie das Gefühl hatten, es klappt gut. Was es ja auch hat  :D
Also keine Sorgen, fang an zu planen und der Rest kommt von selbst!
Liebe Grüße,
Carina
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Jule1995

« Antwort #10 am: 29. Januar 2015, 18:18 »
Hallo!

Ich bin gerade in den letzten Monate meiner Ausbildung. Ich spiele schon sei längerem mit der Gedanke "Weltreise".
Ich habe vor nach der Lehre nächsten Winter ein paar Monate zu reisen, aber habe irg auch die gleichen Bedenken wie du, obwohl ich scho lange davon träume. Mir macht dann immer dieses Zitat mut ;) :

"In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke."
(Mark Twain)

Ich bin auch erst 19...

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Reisekerl

« Antwort #11 am: 31. Januar 2015, 21:25 »
Tu es, du kannst es!
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