Thema: Zeitplanung und "must do" in Patagonien  (Gelesen 1632 mal)

northcape

« am: 26. August 2008, 11:52 »
Hallo liebe Weltreisende,
meine Anfrage richtet sich an Leute, die sich in Patagonien und Feuerland auskennen.
Wir beginnen unsere Tour am 20. Oktober in Chile und aufgrund der Riesendistanzen und der teils komplizierten Verbindungen vor allem in Feuerland bin ich mir sehr unsicher, wie unsere Zeiteinteilung aussehen muss, was wir bei der planung beachten müssen. Wenigstens habe ich schon einmal von "footprint" einen Reiseführer gefunden, der den argentinischen und chilenischen Teil Patagoniens abdeckt.

Aber ganz konkret: Wir haben sechs Wochen zur Verfügung, wollen die ersten zwei bis drei Tage in Santiago bleiben und haben dann knapp fünf Wochen für Patagonien Zeit, bevor es von Punta Arenas mit dem Flugzeug nochmal nach Iquique geht, weil wir die letzten vier Tage noch in die Atacama wollen.
In Patagonien sind wir mit dem Bus unterwegs, wollen von Santiago aus zunächst einmal Richtung Puerto Montt fahren und uns diese Ecke mit Chiloe ansehen. Soweit die bisherig Planung. Klar, ein paar weitere Eckpunkte stehen auch schon grob fest, aber noch nichts konkretes, deshalb meine Frage an Erfahrene:

+ Was sollten wir unbedingt machen, worauf kann man durchaus verzichten?
+ Wofür sollte man wie viel Zeit einplanen?
+ Wie sieht es mit Verbindungen in Feuerland aus? Konkret möchten wir vermeiden, dass wir unten ankommen und feststellen, dass 4-5 Tage nicht reichen und wir mehr oder weniger nur noch auf den Flug warten müssen, weil bestimmte Busse / Fähren nur 2x pro Woche fahren; wir möchten aber auch nicht zu viel Zeit an anderen Orten "abknapsen" müssen
+ Sollten Unterkünfte für die Zeit Oktober / November vorgebucht werden (möchten wir eigentlich nicht, denn vieles ergibt sich ja vor Ort) oder ist das unproblematisch
+ Welche weiteren Erfahrungswerte gibt es, die wir in unsere Planungen mit einbeziehen sollten?

Ich hoffe schon einmal auf möglichst viele Antworten   ;)
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karoshi

« Antwort #1 am: 26. August 2008, 12:48 »
Wenn Ihr von Puerto Montt weiter nach Süden wollt, ohne zu fliegen, werdet Ihr nicht an der Navimag-Fähre vorbei kommen. Die sollte nach Möglichkeit vorher reserviert werden, weil es ein echter Flaschenhals ist. (Wenn die Fähre voll ist, hängt Ihr fest, und der erste offene Andenpass nach Argentinien rüber kann sehr weit im Norden sein.)

Die Hauptreisezeit ist eher Dezember/Januar, dann sind auch viele Chilenen und Argentinier unterwegs. Vorher sind langfristige Reservierungen in Hostels nicht unbedingt erforderlich, allerdings ist es eine gute Idee, telefonisch zu reservieren, sobald Ihr den Transport (Bus) in die nächste Stadt gebucht habt. Für Trekking-Ausflüge im Parque Nacional Torres del Paine müssen die Refugios vorher gebucht und bezahlt werden (geht über die Guesthouses in Puerto Natales).

Busverbindungen gibt es auf den meisten Strecken täglich oder sogar mehrmals täglich, manche Verbindungen erfordern aber einen weiten Umweg, z.B. Punta Arenas-Ushuaia.

LG, Karoshi
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northcape

« Antwort #2 am: 26. August 2008, 21:04 »
Hallo Karoshi,

erstmal vielen Dank für die superschnelle Antwort. Habe gleich mal meinen Reiseführer zur Hand genommen und bin nun unsicher. Meinst du den weiten Fährweg zwischen Puerto Montt bis nach Puerto Natales, der einen Haufen Geld kostet? Einen anderen sehe ich auf der Karte nicht bzw. kann ich den Infos nicht entnehmen. Außerdem entgeht uns doch da zwischendurch einiges (z.B. Perito Moreno). Wäre es da nicht sinnvoller, bereits ober- oder unterhalb von Puerto Montt auf die argentinische Seite zu wechseln und dort die wahrscheinlich besseren Busverbindungen zu nutzen, also etwa von Osorno nach Bariloche und von dort aus gen Süden zu fahren? Aber wie kommt man dann in den Torres del Paine? Ich bin  hier ziemlich am Haareraufen, möchte einerseits möglichst viel vorplanen, uns aber auch genügend Raum für spontane Entscheidungen und Tipps lassen.

LG northcape
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karoshi

« Antwort #3 am: 27. August 2008, 08:41 »
Ha, jetzt bin ich selber unsicher geworden und habe noch mal nachgeschaut: es sieht so aus, dass es auch südlich von Puerto Montt noch Möglichkeiten gibt, nach Argentinien rüber zu fahren. Die Verbindung von Osorno über den Puyhue-Pass ist also nicht die einzige Alternative (die kann nämlich je nach Schneelage gesperrt sein).

Du hast natürlich Recht, dass es Sinn macht, schon auf dem Weg nach Süden solche Dinge wie Perito Moreno zu sehen, weil Ihr ja von Punta Arenas aus direkt nach Iquique fliegen wollt. Wegen Torres del Paine brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, man kann mit dem Bus direkt von El Calafate nach Puerto Natales fahren, und wenn ich richtig informiert bin gibt es sogar eine Verbindung direkt zum Park -- da würde es aber schwierig, sich vorher irgendwo Ausrüstung zu leihen bzw. Refugios zu reservieren (obwohl ich es nicht für ausgeschlossen halte). Einfacher ist es, Puerto Natales als Basis zu nehmen, da kann man dann auch ein paar Sachen lassen, die zum Trekken nicht gebraucht werden.

LG, Karoshi
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riesiries

« Antwort #4 am: 22. Oktober 2008, 10:23 »
Hallo northcape :-)!
Ich bin zwar etwas spät mit meiner Antwort und ihr seid schon auf Tour, aber vielleicht hilft dir ja doch noch das ein oder andere weiter.
Vorausbuchen brauchst du eigentlich nichts. dafür seid ihr noch vor der Hauptsaison. Wir waren 2007/2008 in der Hauptsaison in Patagonien unterwegs und haben überall problemlos die gewünschte Unterkunft bekommen. O.K. zugegeben, teilweise haben wir ein oder zwei Tage im Vorhinein online oder telefonisch reserviert. Aber auch wirklich nur weil Hochsaison war.
Eine Ausnahme stellt der Torres del Paine Nationalpark dar. Was genau habt ihr dort vor? Wollt ihr zelten oder in den Cabanas übernachten? Cabanas würde ich gegebenfalls reservieren. Sicher ist sicher.
Busverbindungen in Patagonien sind besser als man denkt. Wenn ihr von Nord nach Süd reisen wollt könnt ihr ohne Probleme von Calafate aus in den Torres starten. Verbindungen gibts täglich mehrere.
Und eure Zeit ist auch mehr als ausreichend für den Trip. Wir sind ebenfalls von Punta Arenas aus hoch in die Atacama geflogen. Damals mit Aerolineas del Sur nach Calama. Ist der nächstgelegene Flughafen um nach San Pedro zu gelandgen. Dort MÜSST ihr unbedingt die 4-tägige Tout zum Salar de Uyuni nach Bolivien mahcen. DAS Highlight!
Schau doch einfach mal bei uns auf der Page http://wwwin121tagenumdiesuedhalbkugel.jimdo.com vorbei. Vielleicht findest du noch ein paar weitere Tips zur Route und Links zu Unterkünften. Bei weiteren Fragen melde dich einfach über unsere Page.

Grüße aus Mainz
Johannes
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