Thema: Von Jericoacoara nach Lencois Maranhenses/Paulino Neves?  (Gelesen 1414 mal)

Bobsch

Hallo liebes Forum,

wir befinden uns derzeit in der Umgebung von Jericoacoara und es gefällt uns sehr gut! Der Plan ist jetzt weiter in den Nationalpark Lencois Maranhenses zu fahren. Wir hatten vor die Strecke mit lokalen Bussen zurückzulegen wie es im Lonely Planet geschildert ist, undzwar:

- Bus Jeri nach Camocim
- Bus Camocim nach Parnaiba
- Bus Parnaiba nach Paulino Neves
- Dort die Nacht verbringen, weil kein Transportmittel mehr am selben Tag fährt
- Am nächsten Morgen Paulino Neves nach Barreinhas

Heute wurde mir in einer "Travel Agency" in Jeri gesagt, dass die Verbindung von Parnaiba nach Paulino Neves bzw. genauer gesagt von Tuoia nach Paulino Nevesnicht mehr besteht.

Hat jemand diese Strecke in letzter Zeit gemacht und kann etwas dazu sagen? Die Strecke wurde wohl erst 2014 lahmgelegt. Allerdings traue ich diesen Travelagents nicht ganz, da sie ihren teuren Door to Door Transport verkaufen möchten. Leider haben wir nicht so wirklich die Möglichkeit uns noch groß in Jeri umzuhören, da wir ein ganzes Stück davon weg wohnen und heute nur im Rahmen einer Tour dort waren.

Ich wäre über Erfahrungsberichte sehr dankbar!

Grüße
Boris
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Fidelino

« Antwort #1 am: 29. Juni 2014, 12:49 »
Bin gestern in Jeri angekommen. Die Strecke besteht definitiv noch, ich habe den Bus mit eigenen Augen gesehen.

Ich würde dennoch davon abraten.
Diese Kombination kostet etwas über 120 Real glaube ich.
Die Jeeps bieten eine direkte Tour für 300 an. Die kannst du runter handeln auf 180 (gestern gemacht). Dann sparst du sehr  viel Zeit, es ist deutlich bequemer und du musst unterwegs nirgends übernachten.

Die Angaben gelten für den Weg  B -> J
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Bobsch

« Antwort #2 am: 01. Juli 2014, 03:52 »
Vielen Dank für die Antwort!

Wir sind mittlerweile auch in Barreirhinas und sind mit einem 4x4 gekommen. Ich habe auf dem Weg auch Busse, Vans und Trucks gesehen, die die o.g. Strecken fahren. Allerdings lohnt es sich finanziell vermutlich wirklich kaum.

Viele Grüße
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Fidelino

« Antwort #3 am: 01. Juli 2014, 23:17 »
Wieviel hastn bezahlt?
Wie fandste Jeri?
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Bobsch

« Antwort #4 am: 03. Juli 2014, 01:38 »
Im Endeffekt haben wir 200 bis nach Atins gezahlt inkl. dem Boot.

Jeri fand ich deutlich zu touristisch. Stattdessen waren wir in Prea. Man konnte zwar die gleichen Touren machen, aber dafuer als urspruenglicher und irgendwie netter.

Gruesse aus Sao Luis
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Fidelino

« Antwort #5 am: 03. Juli 2014, 03:17 »
Hähä...  Ja, mir ging es in Jeri genauso. Im Nachhinein ist es die Hölle :)  Aber ich habe dort ein paar Bekannte wieder getroffen, das war nett. Ich habe mich jetzt weiter nach Süden durchgeschlagen und bin in meinem persönlichen Paradies angekommen. Zimmer direkt am Meer / Strand. Ich schlafe mit Meeresrauschen ein, super Zimmer, leckeres Essen, ein entspanntes Dorf, keine vergitterten Fenster. Tagsüber direkter Meerblick, mit Hängematte und der Möglichkeit meine eigene aufzuhängen. Dazu keine Touristen.
Und dazu muss ich nicht überteuert durch die Dünen fahren. Ich weiß nicht, was die Leute an Jeri finden, aber sollen sie dort Spaß haben, ich mach mir hier ein paar entspannte Tage :)
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Vombatus

« Antwort #6 am: 03. Juli 2014, 21:47 »
So wie sich das anhört war es allerdings schon vor fast 10 Jahren als ich dort war. Damals laut Time Magazin einer der 10. schönsten Strände der Welt. Alles war sauteuer und überlaufen. Mag mir gar nicht vorstellen wie es heute ist.

Aber so läuft es nunmal. Vorstellung, Erwartung und die Wirklichkeit stimmen oft nicht überein, andere hingegen finden es genau richtig und wunderbar.

Mir zum Beispiel hat 2 Tage Ankor Wat schon gereicht, andere können es nicht verstehen, ich war insgesamt fast zwei Wochen auf Penang (Malaysia) andere fliehen nach 2 Tagen.

Das Beste ist wirklich ohne Erwartungen und ohne festen Plan durch die Welt zu ziehen, so auch meine Erfahrung. Aber jeder ist da anders. Sinnlos andere zu überzeugen oder zu überreden, Hauptsache glücklich und zufrieden sein, jeder auf seine Art, wo und wie auch immer. :)


EDIT: Ist off-topic, dennoch. Falls sich jemand zu der Zeit irgendwo in der Ecke "Caravelas" (Abrolhos) und Umgebung aufhält. Zwischen Juli und November ist Walsaison. Mehr steht sicher in euren Reiseführer und im Internet. Hatte damals (August/September) supertolle Erlebnisse. Obwohl Seekrankheit sicher nicht dazu gehört. Habe aber viele Wale gesehen, auch ganz nah.
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Fidelino

« Antwort #7 am: 04. Juli 2014, 01:30 »
Naja, der Grund warum ich nach Jeri gefahren bin, war, dass mir schon in Venezuela von Reisenden davon vorgeschwärmt wurde. Und man hörte immer wieder "Hippies, toller Strand, ganz abgelegen, Nationalpark.. bla bla..."

Jeri ist ein völlig überlaufenes Kaff! Und ja, es liegt abgelegen im Nationalpark, nichtsdestotrotz gibt 3 Busse täglich + dutzende Jeeps, Buggys usw.
Die Preise sind astronomisch und es ist vor allem eines: voll.

Der Straand ist meiner Meinung nach völlig überbewertet, ich kenne dutzende(!) schönere Strände als Jeri. Nunja.
Ich habe mich mit jemandem hier im schönen Icarai unterhalten und er hat Angst, dass es mal so wird, wie Jeri. Der halbe Ort dort soll wohl in der Hand ausländischer Investoren sein und nichts mehr wie früher. Wobei früher verdammt lang her ist.

Naja, hier habe ich meine Pousda mit 5 Zimmern, einem garten, einem Strand, Hängematte und gut ist. Morgen soll es Hummer gebeen, wenn sie welchen fangen :) Lecker!
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Bobsch

« Antwort #8 am: 04. Juli 2014, 19:10 »
Also ich fand es nicht so negativ wie Fidelino, aber das hängt neben dem persönlichen Empfinden wohl auch von den Erfahrungen und Erlebnissen dort ab.

Ich fand Prea wirklich sehr sehr schön und den Nationalpark Jericoacoara landschaftlich wirklich wunderschön. Wenn man nur zur Lagoa Paraiso fährt, hat man natürlich nichts vom NP und der umgebenden Landschaft, die auch wunderschön ist (auch wenn sie sich nicht NP schimpft) gesehen. Wir waren einen Tag alleine mit Quads unterwegs und einen anderen Tag haben wir einen Ausflug bis nach Tatajuba gemacht. Tatajuba selbst und die dortige Lagune ist nichts sehenswert, aber die Landschaft auf dem Weg dorthin allemal. Wir waren allerdings auch nur 1,5h in Jeri selbst. Naja, und Jeri hat nunmal wirklich nichts schönes an sich...
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Fidelino

« Antwort #9 am: 04. Juli 2014, 21:51 »
Mir gehts um Jeri selbst. Die Landschaft drum herum ist echt schön, aber dieser Mythos "Jeri", den finde ich total übertrieben.
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fischkopp

« Antwort #10 am: 05. Juli 2014, 15:00 »
Da möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben:
Die Geschichte mit Jeri ist doch wie überall auf der Welt, wenn eine Location touristisch bis zum K... ausgeschlachtet wird. War dort mit meinem Mann 1993, es war himmlisch, leer, billig, toller Strand, Dünen, damals noch Geheimtipp, so wie die Chapada Diamantina auch. Wir haben damals auch in nem Dorf mit fußballspielenden Kindern in nem kleinen Haus mit Blick aufs Meer gewohnt mit Hängematte und gegrilltem Fisch, den es noch in Massen gab. Brasilien hat leider durch den boomenden ( Inlands-) Tourismus viel an Ursprünglichkeit verloren. Das ist dort, wo ich herkomme, auch so, wohne bei Stralsund, kurz vor Rügen. Wir müssen akzeptieren, dass sich die Dinge weiterentwickeln, auch wenn es uns vielleicht nicht gefällt. Beispielsweise ist Brasilien in den letzten 20 Jahren exorbitant teuer geworden.
Abgesehen davon ist es auch eine Frage des persönlichen Reisestils, ob man es voll oder leer mag. Die Inlandstouristen stehen eher auf "agitado", also voll, da ist mehr los, mehr Spaß, mehr zum Ansehen und Abschleppen  ;D
 
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Fidelino

« Antwort #11 am: 05. Juli 2014, 15:22 »
Na ich bin jetzt in Icarai sehr glücklich...
Die meisten Touris stören sich halt an den 5 km entfernten Windrädern... mit denen habe ich kein Problem :)
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fischkopp

« Antwort #12 am: 05. Juli 2014, 16:49 »
Na, solange die Räder nicht so viel Schatten werfen und den ganzen Tag summen.. 5 km geht ja noch, man kann ja auch in die andere Richtung sehen...
Viel Spaß an Deinem Traumplatz, genieße ihn.
Ich habe Maceió verlassen und mich wieder in einen nervige Großstadt begeben, manchmal muss man sowas auf Reisen auch tun.
In einer Woche bin ich zurück zu Hause, an meinem "Traumstrand".
Ich habe immer das Problem des Vergleichs, v.a. der Strände, seit ich in Australien war.

 
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