Thema: Mediziner sucht Ideen  (Gelesen 1152 mal)

Jensen

« am: 22. März 2014, 15:48 »
Hallo,
das ist jetzt ziemlich off-topic, aber ich hoffe es kann mir hier jemand helfen. Ich studiere Medizin, bin im nächsten Jahr fertig und möchte nicht sofort im Anschluss daran eine jahrelange Facharztausbildung in einer deutschen Klinik angehen. Es wächst in mir mehr und mehr der Wunsch, erst einmal etwas Sinnvolles zu tun, mich vielleicht in ein Projekt einzubringen bei dem Menschen geholfen wird, die wirklich Hilfe benötigen, ein Projekt bei dem noch Ärzte gebraucht werden.
Ich reise unglaublich gerne und bin auch schon relativ viel rumgekommen und möchte deshalb das Reisen mit dem Arbeiten verbinden. Auf einer Reise durch Südostasien bin ich mal auf ein interessantes Krankenhaus in Kambodscha aufmerksam geworden, in eine solche Richtung denke ich in etwa. Es muss aber kein Krankenhaus sein, jegliche Projekte bei denen Ärzte etwas sinnvolles tun wäre erstmal interessant.
Ist vielleicht irgendjemandem mal auf einer seiner Reisen etwas über den Weg gelaufen, hat jemand eine Idee wie man als Arzt vielleicht das Reisen und das Arbeiten verbinden kann?
Natürlich gibt es Ärzte ohne Grenzen und das ist auch noch eine Option die ich habe, aber mal abgesehen davon..
Falls ihr vielleicht eine Idee habt, vielleicht auch etwas, was man selber aufziehen kann, dann würd ich mich über Reaktionen echt freuen. Danke schonmal!
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knuffels

« Antwort #1 am: 22. März 2014, 18:30 »
Schau mal hier:

www.cimonline.de

vielleicht ist da was für Dich dabei. Ist sicher einen Versuch wert. Probieren ist kostenlos ;-)
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icybite

« Antwort #2 am: 22. März 2014, 19:15 »
In Uni's bieten sie manchmal auch so ein Austausch an... In der Charite habe ich sowas schonmal gesehen..
Vielleicht nimmst du mal Kontakt mit deiner Uni auf, oder andere große in Deutschland.
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Jensen

« Antwort #3 am: 22. März 2014, 19:28 »
Das CIM klingt echt gut, danke dafür schonmal! :)
Die Angebote an der Charité (die von denen ich weiß) entsprechen nicht so ganz meinen Vorstellungen, aber danke trotzdem!
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Radlerin

« Antwort #4 am: 22. März 2014, 19:35 »
Mein Hausarzt hat mal erwähnt, dass er in England studiert hat und dass es dort weit verbreitet ist, nach dem Studium eine Zeit im Ausland zu arbeiten. Er war irgendwo in Polynesien glaube ich.
Vielleicht findest du über englische Unis mehr Infos (?)

Dann kann man auch Urlaubsvertretungen machen, hat ein Bekannter mal gemacht, für 3-4 Wochen auf den Kanaren. Weiss aber nicht, wie er da dran gekommen ist, ob über Mundpropaganda oder ob es da auch eine Art Stellenbörse gibt.
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karoshi

« Antwort #5 am: 22. März 2014, 20:45 »
Kommt vielleicht für Dich zu spät, aber ich habe mal jemanden getroffen, der sein Praktisches Jahr im Ausland gemacht hat, und zwar verteilt auf 4 Stationen zu je 3 Monaten, in: Afrika, Australien, Fiji und Südamerika.
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Jensen

« Antwort #6 am: 23. März 2014, 09:35 »
Ja, das PJ kann man recht bequem im Ausland machen, machen auch wirklich viele, aber das müssen dann Kliniken sein, die vom zuständigen Landesgesundheitsamt akkreditiert werden, sprich also Kliniken die nach westlichem Standard arbeiten und sich nicht unbedingt an wirklich Bedürftige richten. Zudem muss es ein Lehrkrankenhaus sein und man muss sich an der jeweiligen Uni einschreiben- was dann kostet! Nein, es soll schon um die Arbeit nach dem PJ gehen. Trotzdem danke, auch für den Tipp mit England, auch wenn auch das nicht ganz das ist, was ich suche.
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Mangolassi

« Antwort #7 am: 23. März 2014, 15:02 »
Also ich bin auch seit zwei Jahren Ärztin.
Hab zwei Famulaturen (Indien & Kenya) und ein Teil des PJs im Ausland gemacht (Peru).
Rückblickend war das auf jeden Fall cool für mich und ich hab viel gelernt, aber den Patienten hat meine Anwesenheit nicht groß geholfen. Man kann im Studium halt einfach noch echt wenig, die richtige praktische Medizin lernst du dann doch erst beim Berufsstart.
Deshalb nehmen zum Beispiel Ärzte ohne Grenzen einen erst mit 18 Monaten Berufserfahrung. Außerdem muss man zuvor eine extra Ausbildung absolvieren, in der man nochmal Tropenmedizin lernt und wie du mit den spärlichen Ressourcen vor Ort arbeitest. Laut einer guten Freundin von mir, die im Dezember als "Arztanfängerin" auf den Philippinen war, ist der ASB noch zu empfehlen, da wird man auch gut ausgebildet und im Einsatz dann auch psychologisch betreut.
Klar gibt es auch Organisationen, da darf jeder mit…DONT!
Auf jeden Fall nicht, wenn du wirklich vor Ort in der Verantwortung stehen würdest, dafür brauchst du einfach etwas Arbeitserfahrung. Sonst wird's sich einfach schrecklich anfühlen, wenn jemand stirbt und du dich fragst, ob dus nicht hättest besser machen können.

Wenn du das ganze eher so siehst, dass du was lernen möchtest, dann denke ich, kann man Kliniken einfach direkt anschreiben. Haben wir damals bei Kenya auch so gemacht. Halt dann Kliniken, die in kleinen Städtchen sind, das sind häufig dann schon die Anlaufstationen für die bedürftige Landbevölkerung. Allerdings wirst du dann dort eher "Praktikum" machen, weil die dich ohne Arbeitsvisum ja nicht anstellen können. Und man muss sich dann einfach bewusst sein, dass man nicht der Held aus Europa ist, der dort alles verändert, man muss sich den Gegebenheiten unterordnen und jeder dort wird mehr Ahnung haben als du.

Aber im Generellen ist das ja das tolle an der Medizin, dass man überall auf der Welt damit arbeiten kann.
Und im Ausland wirst du so viel häufiger das Gefühl haben, was Sinnvolles zu tun, als hier in Deutschland!  :)

Jensen

« Antwort #8 am: 23. März 2014, 17:34 »
Ja, in Kenia hab ich auch schonmal ne Famulatur gemacht, war auf jeden Fall interessant, vor allem verstehe ich danach sehr gut was du meinst.
Das mit der Berufserfahrung bei ÄoG wusste ich auch schon. Aber ja, du hast sicher Recht mit den Kliniken. Ich kann mir auch gut vorstellen an einer Klinik im Ausland zu arbeiten, aber eben nicht in Schweden oder so, sondern eher in bedürftigeren Regionen. Und es wäre natürlich klasse, wenn Teile davon der Facharztweiterbildung angerechnet würden, da muss ich mich zu gegebener Zeit nochmal bei der Ärztekammer schlau machen.
Toll wäre aber eben auch ein Projekt bei dem man angeleitet wird und aber eben auch (schrittweise mehr) Eigenverantwortung übernimmt. Ich hab mal von einem Projekt gehört, bei denen Ärzte auf dem Amazonas mit einem Schiff die Dörfer ansteuern und die Menschen behandeln. Sowas wäre großartig, allerdings müsst ich dafür erst noch spanisch lernen. Na mal gucken.
Wie auch immer, vielen Dank erstmal
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