Thema: Malariaprophylaxe - eure Erfahrungen?  (Gelesen 11712 mal)

Lea

« am: 16. März 2014, 01:11 »
Hallo,
mich interessiert, wer von euch schon mal eine Malariaprophylaxe gemacht hat (mit Malarone o.ä.) und was eure Erfahrungen damit sind. Welches Medikament habt ihr genommen? Habt ihr es gut vertragen, oder gab es Nebenwirkungen? Über welchen Zeitraum habt ihr es eingenommen? Interessant wäre auch, für welche Länder ihr die Prophylaxe genommen habt?

Mir persönlich wiederstrebt es ziemlich, ein doch eher starkes Medikament nur zur Vorbeugung zu nehmen. Zumindest gefühlsmäßig - rein rational ist mir natürlich klar, dass es eben in manchen Ländern das Vernünftigste ist.

Aktueller Anlass für meine Frage ist, dass wir im Herbst in Afrika (Caprivi-Streifen und Botswana Mitte/ Ende Oktober sowie Krüger Park Anfang November) sein werden. Von der Jahreszeit sind wir dann schon an der Grenze zur Regenzeit. In dieser Zeit wird für die Region eine Prophylaxe empfohlen. Jetzt überlege ich hin und her...richtig Regenzeit ist wie gesagt noch nicht, aber man weiß ja nie...
Habe halt auch noch nie eine Malaria-Prophylaxe gemacht und kann Kosten/Nutzen-Verhältnis deshalb schwer abschätzen. Daher würden mich eure Erfahrungen interessieren!
0

Raus2013

« Antwort #1 am: 16. März 2014, 06:49 »
Wir (37, 11) haben während unseres Keniaurlaubs Malarone (Junior) für ca. 30 Tage eingenommen und hatten keine Nebenwirkungen. Als meine Tochter plötzlich hoch fieberte, war ich froh zumindest Malaria einigermaßen ausschließen zu können. Es war dann nur eine Angina.

Ich war allerdings auch nicht unglücklich als die Einnahmezeit vorbei war, auch wenn ich jetzt keine konkreten Nebenwirkungen beschreiben könnte.
Zusätzlich haben wir uns mehrmals am Tag mit DEET besprüht und blieben gesund.

Letztes Jahr waren wir 3 Monate in SOA, haben natürlich nicht vorbeugend Malarone genommen, wurden unzählige Male gestochen (trotz Mückenspray und Antistichkleidung  >:() und blieben auch gesund. Wohl war mir dabei allerdings nicht immer.

Nächstes Jahr geht es nach Namibia und ich werde wohl wieder Malarone nehmen.

LG
0

Fidelino

« Antwort #2 am: 16. März 2014, 06:55 »
Ich habe als Kind 2 mal Prophylaxe genommen. Einmal für Afrika, beim anderen mal weiß ich es nicht mehr. Ich glaub das war damals Lariam, was ich bekommen habe.
Bin halt jemand, der eigentlich alles an Medikamenten gut verträgt. Deswegen hatte ich damals auch 0 Probleme. Das waren 2 Wochen Aufenthalt + eben die Tage, wo man vorher anfangen muss.
Im Sommer geht es mit Malarone mehrere Wochen durch Amazonien, da habe ich noch Riamed als standby dabei.


Alles in allem versuche ich zwar möglichst wenig Medikamente zu nehmen, aber wenn das empfohlen wird, hat das oftmals seine Gründe.
0

Wandelstern

« Antwort #3 am: 16. März 2014, 11:39 »
Ich hielt mich acht Wochen in Botswana, Sambia, Malawi und Mozambique auf (Juli/August) und als Malaria-Prophylaxe für diese Reise nahm ich Mephaquin (Generika für Larium).

Vor der Einnahme war ich unsicher, die in der Packungsbeilage aufgeführten Nebenwirkungen schienen haarsträubend zu sein und ich wusste von Leuten, die effektiv Probleme, vor allem psychischer Art, mit dem Medikament hatten.

Bei mir wirkte es gut. Die einzige Nebenwirkung, die ich spürte, waren nach den ersten 2 - 3 Einnahmen nachts ein wenig intensivere Träume. Vorteile waren, dass  nur einmal wöchentlich eine Tablette eingenommen werden muss, deshalb auch weniger mitgenommen werden muss und es gegenüber anderen Wirkstoffen deutlich günstiger ist.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich frühzeitig Gedanken zu machen und die Medikamente frühzeitig zu besorgen, damit man allenfalls noch wechseln könnte, wenn die Verträglichkeit nicht gegeben ist.

0

Rapunzel

« Antwort #4 am: 16. März 2014, 12:33 »
Hallo Lea,
ich habe auf einer Reise in den Krügerpark im September 2012 zwei Wochen Malerone genommen. Da es in dem Jahr früh viel geregnet hat, war ich darüber auch froh, weil es schon viele Mücken gab.
Nebenwirkungen hatte ich keine, wenn man mal davon absieht, dass ich häufiger zur Toilette musste...
Die Kosten hat meine Krankenkasse (Knappschaft) komplett übernommen, daher war für mich das Kosten/Nutzen-Verhältnis auf jeden Fall positiv.
LG!
0

Rapunzel

« Antwort #5 am: 16. März 2014, 12:56 »
Hallo Stecki,
laut Packungsbeilage soll man die Einnahme 48 Stunden vor Einreise in das Malariagebiet beginnen und eine Woche nach Verlassen des Gebiets fortsetzen. Da wir eine knappe Woche im Park waren, kommen die zwei Wochen Tabletteneinnahme also hin.
Vielleicht hätte ich den zeitlichen Ablauf deutlicher machen sollen.
LG!
0

Stecki

« Antwort #6 am: 16. März 2014, 12:57 »
Sowas in der Art habe ich mir dann auch gedacht, deshalb habe ich den Beitrag schon vorher wieder gelöscht. Nix für ungut.
0

Jenny_far_away

« Antwort #7 am: 16. März 2014, 15:00 »
ich habe letztes Jahr zwei Wochen lang Malarone genommen, als ich in Indonesien (östlich von Bali) unterwegs war. Muss sagen, dass ich auf Grund fehlender Mücken das etwas bereut habe, allerdings habe ich niemanden getroffen, der nicht völlig uninformiert nach Flores etc. gereist ist und keine Prophylaxe genommen hat. Vertragen habe ich es auch super. Meine Krankenkasse hat es auch übernommen. In Holland gibt es Malarone übrigens ungefähr zum halben Preis im Vergleich zu Deutschland.

Wie wärs wenn du vorher in der von dir gebuchten ersten Unterkunft anrufst (emailst) und fragst, wie es zur Zeit mit Malaria aussieht und, ob sie empfehlen würden eine Prophylaxe zu nehmen. Das würde dir einen Einblick in die aktuelle Lage geben, Saisons unterscheiden sich da ja oft drastisch. Vielleicht kannst du es dann besser abschätzen.
0

Lea

« Antwort #8 am: 19. März 2014, 07:51 »
Danke für eure Antworten! Scheinbar habt ihr ja alle ganz gute Erfahrungen mit den unterschiedlichen Medikamenten gemacht - das ist ja schonmal gut zu wissen. Vielleicht sollte man sich die Nebenwirkungen in der Packungsbeilage auch lieber gar nicht erst lesen, sondern das Medikament einfach nehmen.  ;)
Ich werde mich jetzt wohl nochmal beim Tropenarzt beraten lassen und dann entscheiden.
0

Fidelino

« Antwort #9 am: 19. März 2014, 08:02 »
Lesen würde ich die schon, nur würde ich mir selbst keine Panik machen. Wenn Du das liest und dann anfängst Symptome zu suchen, dann findest Du bestimmt was. :)

Ich bin echt kein Freund von zu viel Chemie aber:

-Bevor ein Medikament in Deutschland zugelassen wird, wird es ausgiebig auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet
-Die Vorschriften zur Zulassung sind sehr streng
-Pharmakonzerne  bringen nicht freiwillig ein medikament auf den Markt, bei dem hohe Entschädigungszahlungen drohen, weil was schief läuft
-Dein Arzt berät Dich hoffentlich ausgiebig und auch richtig
-Die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel haben auch die Häufigkeiten des Eintretens da stehen (1 von 10.000 usw.), schau Dir das mal an und dann überlege ob Du mit oder ohne Helm im Straßenverkehr unterwegs bist und wie gefährlich das ist.

Nicht im Vorfeld schon Panik machen. ;)

P.S. das mit dem Helm isn Schuss ins Blaue :)
0

Jenny_far_away

« Antwort #10 am: 19. März 2014, 08:43 »
Also ich muss sagen, dass ich sehr viele Backpacker getroffen habe, die massive Probleme durch Malariatabletten hatten. Allerdings waren das allesamt Engländer und die nehmen fast alle Doxycyclin. Vor allem Mädels haben sich nach der Einnahme sofort übergeben müssen, andere hatten eine Sonnenempfindlichkeit entwickelt. Weiterhin hatten viele heftige Träume, einer meinte zu mir, dass er sich so wenigstens die Drogen spart :P In England geht man mit der Sache glaube ich aber auch viel lockerer um. Viele nehmen die Tabletten z.B. über Monate und in ganz SOA, was absoluter Schwachsinn ist. Aber jedem das seine...
Ich habe aber niemanden getroffen, der Nebenwirkungen bei Malarone hatte. Dort ist die Liste mit möglichen Nebenwirkungen auch nicht ganz so lang ;)
0

Fidelino

« Antwort #11 am: 19. März 2014, 13:35 »
Doxicyclin ist auch n Teufelszeug...
Jetzt wo ich das lese fällt mir das auch wieder ein...
Ich hab das mal nehmen müssen, weil ich ne fiese Entzündung im Hals hatte.
Am ersten Tag ging es ohne Probleme, danach wurde es immer schlimmer und ich musste auch kämpfen, das nicht gleich wieder auszukotzen.
Da hing ich echt gekrümmt aufm Boden und neben mir der Eimer.
Dazu verfärbt sich manchmal der Urin ins rotbraune...

bäh!
0

claxmax

« Antwort #12 am: 20. März 2014, 11:16 »
Hi, bei unserem Trip durch den Krüger-NP (während der kritischen Zeit) hatten wir (vier Personen im Alter von zw 30 und 60) zwei Wochen lang Malarone genommen und hatten alle keine Nebenwirkungen. LG Clax
0

karoshi

« Antwort #13 am: 20. März 2014, 22:54 »
Ich habe früher mal Lariam als Prophylaxe genommen. Die einzige Nebenwirkung, die ich an mir beobachtet habe, war, dass ich mich morgens an meine Träume erinnern konnte (was ich sonst eher selten kann). Von daher kann mir aber vorstellen, dass es bei manchen Leuten auf die Psyche geht.

Inzwischen nehme ich (für Asien) nur noch Malarone als Standby mit.
1

Reisender215

« Antwort #14 am: 21. März 2014, 12:37 »
Was für asien mMn auch vollkommen hin reicht.
Seit 15 monaten liegen die malarone pillen nun ungebraucht im rucksack.
weiß auch gar nicht mehr ob die noch gut sind.
irgendwie werde ich auch immer leichtsinniger mit der zeit. Ich creme auch nur noch im dschungel ein.
oder wenn mir locals ausdrücklich sagen ich solle es machen.
ich nutze dann immer soffel.
selbst komodo oder flores, habe ich nicht gecremt.
das kann man nun sehen wie man möchte.
jedoch nehme ich keine dieser pillen jeden tag ein.

mir zu viel des guten.
Manschmal creme ich auch wenn mir die mücken zu viel werden.

grûße

0

Tags: