Thema: Wie weiter: Nepal oder Neuseeland ab Mitte März (von Hong Kong aus)  (Gelesen 1462 mal)

pad

Hallo zusammen
Ich bin gerade in den Philippinen, am 9. März geht's nach Macau und weiter nach Hong Kong, wo ich ein paar Tage bleibe. Stecke mitten in einer einjährigen Reise und weiss nicht so recht, wo ich als nächstes hin soll (habe keinerlei Tickets und bin flexibel).

Eigentlich wollte ich anfangs März Nepal machen und im Anschluss dann nach Neuseeland. Die Philippinen waren mehr so eine spontane Entscheidung (die ich keineswegs bereue) von Malaysia aus. Tja, jetzt habe ich mich halt etwas verspätet (war ja absehbar).

Sowohl Nepal als auch Neuseeland würden von der Reisezeit (ab mitte März für ca. 4 Wochen) her ja noch passen, zumindest was meine Recherchen ergeben haben. Wenn ich Nepal mache, ist's in Neuseeland im Anschluss wohl schon zu kalt und wintrig (?), und ein Backtracking von Neuseeland aus nach Nepal kommt natürlich nicht in Frage. Ich muss mich wohl für eines der Länder entscheiden und kann nicht beide auf diesem Trip machen.

Was mir vorschwebt: Vor allem Natur und Landschaft mit Wanderungen, sei es nun mehrtägig oder mehrere eintägige. Wanderschuhe und lange Klamotten habe ich dabei, jedoch keinen Schlafsack, Zelt, Kocher etc. (will also Hütten und Gastronomie nutzen). Ich bin alleine unterwegs und kann mich weniger für organisierte Gruppenreisen begeistern.

Was für Nepal spricht:
- Grösserer kultureller Unterschied zu westlichen Ländern, was für mich immer ein Plus ist
- Günstiger
- Himalaya reizt mich schon

Was für Neuseeland spricht:
- Kein Backtracking und Nähe zu Australien, Flüge billiger (dafür alles andere teurer)
- Grössere landschaftliche Vielfalt (dank Meer / Küste / Inseln)
- Evtl. Möglichkeit für Roadtrip

Wo ich bisher auf dieser Reise war:
Thailand > Kambodscha > Vietnam > Laos > Thailand > Malaysia > Philippinen

Wie könnte es weitergehen:
Ein Monat Australien (Ende April / Mai), dann nach Indonesien (Juni), schlussendlich weiter nach Südamerika für ca. 5 Monate (ja, auch hier Backtracking nach Indonesien, so geht's aber besser mit der Reisezeit auf. Indonesien könnte ich notfalls auch kippen, hat landschaftlich sicher Gemeinsamkeiten mit den Philippinen. Dafür würden dann Südseestopps im Pazifik einspringen)

Mein Reisestil bisher:
Vorwiegend individuell, bisher oft Motorrad gemietet und Gegend selbst erkundet, einige kleine Trekkingtouren, aber nie mehrtägig. Mag Kultur, tolles Essen, Städte, vor allem aber schöne Landschaften und Fotografieren. Ich würde mich nicht als überdurchschnittlich aktiv einschätzen, gestalte meine Tage oft auch etwas gemütlicher (was halt auch an der längeren Reise liegt). Jetzt ist aber der Reiz nach etwas mehr Bewegung und Wandern da - möchte aber nicht direkt mit einer 10 tägigen Tour einsteigen.

 Meine Fragen an euch:
  • Wer schon in beiden Ländern war: Was reizt euch mehr. Die teils negativen Berichte über Neuseeland zusammen mit dem hohen Preisniveau verunsichern mich momentan etwas. Budget ist für mich nicht das wichtigste, aber in einem günstigen Land kann man sich es natürlich eher gut gehen lassen. Ich geniesse oft etwas Privatsphäre und alleine reisen ist ja eh teurer im Vergleich zu Paaren.
  • Habe ich signifikante Punkte bei meiner Abwägung ausser Acht gelassen? Was spricht besonders für / gegen eines der Länder?
  • Alles über den Haufen werfen und doch ganz anders? Vielleicht gibt's ne tolle Lösung, die ich noch gar nicht gesehen habe. Doch beide Länder machen und weniger Zeit in Australien verbringen?

Klar, die Entscheidung liegt schlussendlich bei mir. Ich würde aber gerne vom enormen Erfahrungsschatz der Community profitieren und bin sicher, dass hier einige tolle Antworten zusammen kommen. Sorry für den überlangen Beitrag, ich hoffe damit die ein oder andere Rückfrage vermeiden zu können.
0

Ika


Was mir vorschwebt: Vor allem Natur und Landschaft mit Wanderungen, sei es nun mehrtägig oder mehrere eintägige. Wanderschuhe und lange Klamotten habe ich dabei, jedoch keinen Schlafsack, Zelt, Kocher etc. (will also Hütten und Gastronomie nutzen). Ich bin alleine unterwegs und kann mich weniger für organisierte Gruppenreisen begeistern.


Ich war noch nicht in Nepal, aber in Neuseeland. Die Landschaft und das Leben ist tatsächlich ziemlich europäisch, was zu Enttäuschungen führen kann, allerdings liegt auch alles näher beieinander als hier in Europa, was es irgendwie wieder schön macht. Ich hatte eine tolle Zeit dort und war zum Fotografieren sehr viel draußen unterwegs: Wandern und Trekking. Ich fand Neuseeland ein klasse Einsteigerland für mehrtägige Wanderungen. Insbesondere bei den Great Walks sind die Wege sehr gut ausgebaut und markiert, man kommt komplett weg von der Zivilisation und fühlt sich dennoch auch als kompletter Einsteiger ohne Führer sicher: Verlaufen kann man sich eigentlich nicht und es sind auch ausreichend andere Leute unterwegs, so dass gegebenenfalls jemand helfen kann, sollte doch einmal was passieren. Allerdings benötigst du in Neuseeland auch für die Hütten einen Schlafsack. Auf vielen Tracks auch einen Kocher, immer aber einen Topf, wenn du nicht dauernd kalt essen willst. 5-tägige Touren sind hier auch für Einsteiger mit Grundkondition problemlos zu meistern. Ob man Schlafsäcke in Neuseeland auch einmal ausleihen kann, weiß ich nicht, da ich meinen eigenen dabei hatte.

pad

Vielen Dank für deine rasche Antwort Ika.

An der Ausrüstung soll es weniger liegen, einen halbwegs bezahlbaren Schlafsack könnte ich mir ja auch vor Ort noch besorgen (ich habe etwas Budget für Anschaffungen unterwegs eingeplant). Ein gutes Seideninlet als Ergänzung zum Schlafsack habe ich bereits im Gepäck.

Deine positive Rückmeldung zu den mehrtägigen Routen motiviert mich natürlich. Mal schauen, was sonst noch so an Feedback zusammen kommt.
0

Carola

Ich war in beiden Ländern, in NZ 3x.

Die Walks in NZ fand ich großartig, ebenso wie die vielfältige Landschaft. Zum Fotografieren ein Traum, alles sehr leicht zu bereisen, europäisches Preisniveau. Für mich Erholung pur. Verpflegen musst du dich bei den Wanderungen immer selber, die Hütten sind nur gewartet, aber nicht bewirtschaftet.

In Nepal waren wir 3 Wochen trekken im Everestgebiet. Diese Gegend kann man fast noch leichter bereisen als die Great Walks, da man nicht vorbuchen muss, sondern sich jeden Abend einfach eine Lodge sucht (März ist nicht Hauptsaison). Die sind aber sehr, sehr einfach, kosten aber praktisch nichts, wenn man die Mahlzeiten dort einnimmt (was man in der Regel sowieso tut). Und nachts wird es bitterkalt. Warmer Schlafsack unbedingt nötig, Ausrüstung gibt es aber alles in Kathmandu. Landschaftlich der Wahnsinn.

Ich finde, man kann sich nicht zwischen den beiden Ländern entscheiden. Es war beides supertoll. Nepal war körperlich allerdings sehr viel anstrengender, da wir viel in großer Höhe unterwegs waren.

LG

Carola
1

flocu

Die beiden Länder können vom Preisniveau und von der Kultur ja kaum unterschiedlicher sein. Ein paar Gedanken:
1. Nepal ist wahrscheinlich im Moment das billigste Land der Welt und Neuseeland sicher unter den teuersten. In Nepal reichen Dir 15 EUR am Tag, in NZ werden Dir 50 EUR pro Tag nicht reichen
2. Kathmandu ist 7-faches UNESCO Weltkulturerbe mit unglaublichen Tempeln, einer reichen Geschichte und Architektur und einer überbordenden Kultur.
3. Da Du wohl noch nie in Südasien warst, wird der erste Tag in Kathmandu ein krasser Kulturschock sein. Kathmandu ist eine wimmelnde, wuselnde, liebenswerte, schmutzige, laute Marktstadt. Nicht so krass wie in Indien, aber auch nicht so harmlos wie in Südostasien.
4. Du musst nichts vorherplanen, kannst alles vor Ort organisieren.
5. Daunenschlafsäcke und Jacken sind nirgendwo so günstig wie in Kathmandu (brauchst Du aber gar nicht)
6. Teehauswandern ist supereinfach, Du brauchst nur einen Tagesrucksack, weil Du immer im Teehaus isst und übernachtest. Tageskosten in den Bergen ca. 10-15 EUR.
7. Von der Landschaft braucht sich Nepal vor keinem Land der Welt verstecken. (NZ sicher auch nicht)

1

MissMojo

Oh das passt ja, gerade hab ich Deinen Kathmandu Blogeintrag an jemanden versendet :D

Hast Du auch hier echt schön beschrieben!

Ich sehe das immer so - mache jetzt, was Du in 20 Jahren nicht mehr machst. Zack. Neuseeland kannste auch mit Kind und Kegel während des 4wöchigen Jahresurlaubs machen. Nepal ... mhm. Klar, kann man auch. Macht man es?
1

pad

Eure Antworten sind super. Kulturschock darf gerne sein und gegen etwas  günstiger hab ich auch nix. Vor allem das Argument mit dem Jahresurlaub überzeugt schon - den Gedanken hatte ich auch schon. Ich werde mich wohl für Nepal entscheiden. Vielen Dank!
0

grenzenlos

Ich werde mich wohl für Nepal entscheiden. Vielen Dank!
Denke, ist eine gute Entscheidung. Ich kenne Nepal und Neuseeland. In Neuseeland lebt unser Sohn schon viele Jahre. Trotzdem würde ich selbst auch den Nepal bevorzugen. Mich haben dort die Landschaften, die Kultur und die Menschen begeistert. Hinzu kam, es war ein recht preiswertes Reiseland.
Ich mag auch Neuseeland, doch mein Herz schlägt mehr für den Nepal.
Kleines Bild als Einstimmung. Im Nepal gibt es ja auch ein Flachland mit hübschen Elefanten ;)


Wünsche schon jetzt, egal wo, eine schöne Tour.
0

koelnerzeilen

In der tat eine Entscheidung zwischen zwei grossartigen aber sehr verschiedenen Plaetzen. Ich war zum trekken mehrfach in beiden Laendern, Nepal im Maerz kann toll sein, schau nur dass du beim Trekken einen warmen schlafsack und gute Regenklamotten dabei hast, die Stores in Thamel machen es moeglich,

uebrigens hat dragonair einen guenstigen Direktflug von Hong Kong nach KTM,

Viel spass

pad

War jetzt in Nepal und habe die Entscheidung keine Minute bereut. Kathmandu hat mir von der Kultur her super gefallen, es gibt unglaublich viel zu sehen. Beim Gehen durch die Gassen braucht man manchmal etwas Nerven, aber das gehört halt auch dazu. Wesentlich ruhiger geht's ja in anderen Orten zu und her.

Habe dann in etwas über zwei Wochen die Annapurna-Umrundung (aber ohne Poon-Hill wegen trüben Wetters zum Schluss) gemacht, landschaftliche Höhepunkte im Stundentakt und insgesamt eine super Erfahrung. Beim Trekken habe ich knapp 20 USD pro Tag ausgegeben (plus etwas Ausrüstung und die Permits), in den Städten etwas mehr. War aber nicht besonders sparsam. Schlafsack hatte ich übrigens keinen dabei, nur das Seideninlet (Decken waren immer vorhanden, können aber in der Hochsaison knapp werden). Die Eintrittsgelder in Kathmandu und Umgebung (Unesco-Orte) summieren sich ganz schön und werden wohl fast jährlich grosszügig erhöht. Insgesamt wie bereits von anderen erwähnt wohl eines der günstigsten Länder überhaupt. Nur beim Bier wird oft relativ viel verlangt. Darauf habe ich aber beim Wandern komplett verzichtet.

Neuseeland habe ich aber keinesfalls abgeschrieben. Vielleicht mache ich sogar auf dieser Reise noch einen Stopp dort.
0

koelnerzeilen

Bier in Nepal: Je weiter man auf den abgelegeren Treks von der Strasse wegkommt, um so teurer wird das Bier, und zwar mit jedem weiteren Tag um den entsprechenden Trögerlohn. Vor etlichen Jahren im Dolpo-Gebiet hiess das Bier dann irgendwann nur noch "German Drink", weil es 10 Tage von der nächsen Strasse so teuer war, dass es nur noch von den Deutschen getrunken wurde :-)


Tags: