Kleine Helferlein

Auf Reisen, besonders in unterentwickelten Ländern oder in der freien Natur, hast Du immer mal wieder kleine Problemchen, die zu Hause selten eine Rolle spielen, z.B.: Wo ist Norden? Wie finde ich im Dunklen die Toilette auf dem Hof? Wie kann ich schlafen, obwohl der Bus unter dem Fenster seit 3 Uhr den Motor laufen lässt? Womit repariere ich meinen Rucksack? Fragen über Fragen, aber es gibt Antworten.

Besser Sehen

Eine Taschenlampe gehört zur Grundausstattung jedes Backpackers. Es gibt immer mal wieder Situationen, wo das Umgebungslicht nicht ausreicht. An dieser Stelle sei auch einmal darauf hingewiesen, dass es in Äquatornähe um 18 Uhr fast schlagartig dunkel wird. Ohne Lampe geht dann gerade in ländlichen Gegenden oft nichts mehr. Zum Glück muss man bei der Auswahl der Lampe keine schmerzhaften Kompromisse eingehen, denn die Frage nach der am besten geeigneten Lampe ist entschieden: es gibt inzwischen keinen guten Grund mehr, etwas anderes als eine LED-Lampe zu kaufen. Die Leuchtkraft steht einer guten Glühlampe in nichts nach, und der höhere Anschaffungspreis wird durch die niedrigeren Betriebskosten mehr als wettgemacht. LED-Lampen haben den großen Vorteil, dass die Batterien (hier sind Akkus ausnahmsweise mal nicht sinnvoll) im Normalbetrieb erst nach Monaten den Geist aufgeben, man muss also keinen Ersatz mitschleppen. Die Batterien meiner Lampe halten etwa 6-8 Reisemonate (natürlich nicht im Dauerbetrieb), bevor ein Nachlassen der Helligkeit zu erkennen ist.

Die Taschenlampe sollte nicht zu groß sein, aber ausreichende Leuchtkraft bieten. Hier hat sich in den letzten Jahren bei der Technik eine Menge getan. Während LED-Lampen der ersten Generation mit einer oder mehreren weißen Standard-LEDs eher schwach bestückt waren, kann man heute mit einer 2-Watt-Power-LED aus einer einzelnen AAA-Batterie genug Licht heraus holen, um eine Gebäudewand in 20m Entfernung auszuleuchten. Klar, dass das einigermaßen viel Strom zieht und auf Kosten der Leuchtdauer geht. Daher haben bessere Lampen auch einen Energiesparmodus, der für viele Anwendungsfälle ausreichend ist.

Schwer zu beantworten ist die Frage, ob Du eine Stablampe oder eine Stirnlampe nehmen solltest. Letztere ist praktisch, wenn Du beide Hände frei haben willst, und das passiert erstaunlich oft; sei es nun beim Lesen auf der Veranda, beim Wühlen in den unteren Gefilden des Rucksacks oder bei Reparaturarbeiten. Stablampen sind besser, wenn Du nur mal eben was anleuchten musst. Sie sind leichter im Handgepäck zu verstauen, und mit ihnen bekommst Du auch keinen Bad Hair Day. Ein weiterer Nachteil von Stirnlampen soll hier auch nicht unerwähnt bleiben: dadurch, dass das Licht sehr dicht bei den Augen erzeugt wird, siehst Du fast keinen Schlagschatten, d.h. Du hast im Dunkeln Schwierigkeiten, Hindernisse (z.B. Steine) auf dem Weg zu erkennen.

Es ist also wie so oft eine Geschmacksfrage bzw. eine Frage des Einsatzbereiches, wobei man natürlich Stirnlampen in der Hand halten und Stablampen zwischen die Zähne klemmen kann. Ideal wäre es, beides dabei zu haben; das ist aber eher ein Thema für Leute, die zu zweit reisen.

Wer viele Tiere beobachten möchte, der sollte über ein kleines Fernglas nachdenken.

Besser Schlafen

Wer mit Vorstellungen von deutscher Nachtruhe um die Welt fährt, der wird noch einmal nachdenken müssen. In vielen Ländern gehört das Erzeugen lauter Geräusche zu den Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen (mir kommt da z.B. Mexiko in den Sinn). Und schnarchende Mitreisende in Gemeinschaftsunterkünften kann man ja auch nicht immer wach kriegen, weil der Alkoholabbau einfach Zeit braucht (da kommt mir Australien in den Sinn). Die Lösung: Ohrenstöpsel, z.B. Hansaplast LärmStopp®. Man muss sich zwar erst dran gewöhnen, damit zu schlafen, aber dann sind sie recht bequem und retten die eine oder andere Nacht. Im Gegensatz zu Watte kann man sie auch wieder reinigen.

Manche Leute schwören auf aufblasbare Nackenkissen, mit denen man auf langen Flügen oder Busfahrten den Kopf stützen kann. Ich persönlich habe mich vor längerer Zeit davon verabschiedet, weil es nicht wirklich funktioniert hat. Der Kopf wird durch diese Kissen überhaupt nicht gestützt, weil sie viel zu flach sind. Und wenn man sie stärker aufbläst, drücken sie auf den Hals. Vielleicht bin ich eine anatomische Sensation; glaube ich aber nicht, denn auch andere Leute sahen mit so einem Ding nie glücklich aus.

Besser Essen

Um die Kosten der Reise niedrig zu halten, ist in manchen Fällen Selbstverpflegung angesagt. Das einfachste ist, wenn Du Dir im Supermarkt einen Joghurt, etwas Obst und ein paar Kekse kaufst. In anderen Fällen steht eine mehr oder weniger gut ausgestattete Selbstkocherküche zur Verfügung, und Du kannst Dich richtig austoben. Geschirr, Besteck und Töpfe sind immer vorhanden, aber an Lebensmitteln nur das, was die Vorgänger liegen gelassen haben. Damit Du nicht jedes Mal wieder viel Geld für Grundzutaten ausgeben musst, solltest Du Dir im Campingbedarf einen Behälter für Gewürze besorgen. Das kann einfach nur Pfeffer und Salz sein, aber auch Paprika oder ein paar getrocknete Kräuter kann man darin aufbewahren.

Wenn Du außerdem noch einen Löffel im Handgepäck mitnimmst, kannst Du sogar den Joghurt aus dem Supermarkt in Würde essen.

Werkzeug

Egal wie robust Deine Ausrüstung ist, es wird unterwegs etwas kaputt gehen. Viele Reparaturen kannst Du aber mit einem minimalen Werkzeug-Set selbst durchführen.

Der Klassiker unter den Multifunktions-Werkzeugen ist das Schweizer Messer, oder wenn man Du es etwas technischer haben willst, ein Leatherman®. Es müssen nicht alle Gimmicks eingebaut sein; zu den nützlichsten Werkzeugen an meinem Messer gehören:

  • Korkenzieher + Flaschenöffner (OK, damit repariere ich selten was)
  • Pinzette + Zahnstocher
  • Schere
  • Schraubenzieher
  • Messerklinge

Den Rest (z.B. Säge, Dorn, Dosenöffner) benutze ich praktisch gar nicht. Wer eine Kombizange oder einen Kreuzschlitz-Schraubenzieher benötigt, ist wahrscheinlich mit einem Leatherman besser bedient.

Um schnell mal etwas zu flicken, ist Nähzeug unabdingbar. Da gibt es schon ganz kleine Sets, die praktisch keinen Platz wegnehmen. In das Nähzeug gehört ein ordentlicher Vorrat an Sicherheitsnadeln und mindestens eine Rolle Garn in der Farbe Deiner Hose. (Vorher checken: die meisten kleinen Sets enthalten kein Beige.) Wenn Du für bestimmte Dinge extrem starkes Nähgarn suchst, schau mal in Deinen Waschbeutel: Zahnseide ist praktisch unkaputtbar.

Ein sehr universelles Reparaturmittel ist eine Rolle Leukoplast®. Oft wird auch Isolierband empfohlen, aber Leukoplast ist ein Pflaster und fällt damit in die Kategorie Multifunktionales. (Stichwort: Abkleben von Blasen und Fixierung von Verbänden; Isolierband würde ich mir nicht so gerne auf die Haut kleben.)

Orientierung

Mini-Kompass

Selbst wenn Du keine Querfeldein-Wanderungen vor hast, ist ein Kompass nützlich. Er braucht in den meisten Fällen gar nicht so ausgefeilt oder präzise zu sein. Wahrscheinlich willst Du damit sowieso keine Peilungen anstellen, sondern lediglich wissen, wie herum Du den Reiseführer mit dem Stadtplan halten sollst. Ich bin seit Jahren sehr zufrieden mit einem winzig kleinen Schlüsselanhänger-Kompass, der auch noch ein integriertes Thermometer hat. Das Thermometer hat zwar unterwegs keine praktische Funktion, aber es ist unabdingbar, wenn man über das Wetter reden will. Und Hand aufs Herz: wollen wir das nicht irgendwie alle?

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