Der Preis der Technik

Kann sich eigentlich noch jemand an die Zeiten erinnern –es muss etwa Ende der Neunziger Jahre gewesen sein–, wo man das Haus ohne ein einziges elektrisches Gerät verlassen hat? Und: war das nun besser oder schlechter als heute?

Über dieses Thema kann man sich wirklich die Köpfe heiß reden. Es steht außer Frage, dass man auf viele der lieb gewonnen technischen Gimmicks eigentlich auch verzichten könnte, wenn man es denn nur probieren würde. Auf der anderen Seite sind manche Dinge ja auch wirklich nützlich und rechtfertigen die Nachteile, die man sich dadurch einfängt, dass man sie auf eine Reise mitnimmt.

Der Preis für die Technik ist einigermaßen hoch:

  • Du musst sie schleppen. Während eine ultrakompakte Digitalkamera mit etwa 150 Gramm kaum zu Buche schlägt, fühlt sich ein Notebook mit Netzteil schon eher wie ein Ziegelstein an. Auch bei der Kamera sollte man bedenken, dass das Zubehör (Ersatzakku, Ladegerät, Tasche) zusammen noch einmal so viel Gewicht auf die Waage bringt wie die Kamera selbst. Selbst wenn man nur kleine und kleinste Geräte mitnimmt: es summiert sich schnell.
  • Du musst darauf aufpassen. Feuchtigkeit, Schmutz, grobe Behandlung oder begierige Mitmenschen sind eine ständige Bedrohung. Du wirst neben den Geräten noch schützende Behälter brauchen, die das Gewicht des Rucksacks weiter erhöhen. Wenn Du wertvolle Geräte dabei hast, die Du nicht immer bei Dir tragen kannst, dann wirst Du außerdem ohne ein Mindestmaß an Präventivmaßnahmen gegen Diebstahl nicht auskommen, d.h. Übernachten in Gemeinschaftsunterkünften, Camping oder Schlafen im Bus scheiden weitgehend aus.
  • Du musst sie bedienen. Oft beschäftigt man sich mehr mit der Technik als mit der Reise selbst. Das Herumfummeln an den Knöpfen der Kamera kann einem schon die Magie des Augenblicks verderben. Ein Mitreisender hat einmal gesagt: Du musst Dich entscheiden - willst Du den Augenblick erleben oder dokumentieren?

Das heißt jetzt nicht, dass Du sämtliche Technik zu Hause lassen sollst. Aber Du solltest Dir bei jedem Gerät ganz genau überlegen, wofür Du es brauchst.

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