Kamera

Eine kleine Kompakt-Kamera, eine Ultra-Zoom-Kamera oder vielleicht doch eine Spiegelreflex-Kamera mit mehreren Wechselobjektiven? Vor- und Nachteile haben sie alle.

Vereinfacht ausgedrückt hast Du mit einer "großen" Kamera mehr Möglichkeiten bei der Bildgestaltung und der Beeinflussung von Aufnahmeeinstellungen, was oft zu qualitativ besseren Bildern führt. Dafür kannst Du mit der "kleinen" Kamera besser Schnappschüsse machen, weil Du sie praktisch immer zur Hand hast. Ein mittelmäßiges Bild ist immer noch besser als eins, das gar nicht erst gemacht wurde, weil Du Deine Kamera nicht dabei hattest oder nicht rausholen wolltest.

Welche nehmen?

Ich behaupte jetzt mal, dass für die meisten Menschen eine kleine Kompaktkamera die beste Wahl für eine Weltreise ist. Gut, die Spiegelreflex-Fraktion werde ich nicht überzeugen können, aber die hat sich ohnehin schon entschieden. Eine Kamera muss die folgenden Kriterien erfüllen, um für eine Weltreise geeignet zu sein:

  • Die Kamera muss Dich praktisch in allen Situationen der Reise begleiten können. Du musst Dich damit auch auf einem orientalischen Basar oder bei einer religiösen Feier wohlfühlen. Du willst sie abends mit ins Restaurant und tagsüber mit zum Stadtbummel nehmen können, ohne darauf aufpassen zu müssen. Mit anderen Worten: die Kamera muss so klein sein, dass Du sie unauffällig und bequem unter der Kleidung tragen kannst.
  • Eine gewisse Robustheit ist unverzichtbar: stabiles Gehäuse, Schutz für die Linse und möglichst wenige vorstehende Teile.
  • Die Akkulaufzeit sollte für ein paar hundert Fotos ohne Aufladen ausreichen. Ein Reserve-Akku ist aber trotzdem noch sinnvoll.
  • Wenn die Kamera dann noch mit Standard AA- oder AAA-Zellen läuft, um so besser. Wieder ein Ladegerät weniger im Gepäck! (Diese Forderung verträgt sich aber nicht wirklich mit einer ultrakompakten Bauform, die Kamera wird dann etwas größer ausfallen müssen.)

Es gibt natürlich Gebiete, auf denen die Kompaktkameras nicht so toll abschneiden, vor allem:

  • Lichtstärke. Leider gilt die Regel: kleine Baugröße => kleines Objektiv => kleiner Sensor. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Spiegelreflexkamera einer kompakten haushoch überlegen. Dazu kommt, dass der Blitz bei den kleinen Kameras normalerweise ein Witz ist, der reicht gerade mal für 3 Meter Entfernung. Diesen Nachteil kann man etwas eindämmen durch eine Bildstabilisierung und vor allem durch ein Stativ. Stative gibt es schon im Kugelschreiber-Format, und für die meisten Anwendungen reicht das völlig aus. (Tipp: Fotos ohne Blitz und mit Selbstauslöser machen!)
  • Zoom. Die meisten Kompaktkameras haben nur ein Dreifach-Zoom. Das ist OK für Portraits oder Landschaftsaufnahmen. Scheue Lebewesen (Tiere oder Menschen) wird man damit kaum ordentlich ablichten können. Wer auf Safari gehen oder unauffällig Personen-Fotos machen will, sollte vielleicht doch lieber über eine Ultra-Zoom-Kamera nachdenken.

Bei der Entscheidung, welche Kamera es werden soll, könnten die folgenden Websites hilfreich sein:

digitalkamera.de: umfassende deutsche Seite mit Testberichten (teilweise kostenpflichtig), Grundlagenartikeln und Preisvergleichen von Online-Shops.

dpreview.com: excellente US-Seite (in englischer Sprache) mit sehr ausführlichen Tests.

Sinnvolles Zubehör

Um die Kamera am Körper tragen zu können, und um sie gegen Beschädigungen zu schützen, empfiehlt sich dringend eine Kameratasche, die man am Gürtel befestigen kann. Im Idealfall (wenn die Kamera flach genug ist und Du ein T-Shirt oder Hemd/Bluse darüber trägst) kann dann ein Beobachter auf den ersten Blick nicht mehr sehen, dass Du eine Kamera bei Dir hast. Die Tasche sollte gegen Spritzwasser bzw. Regen schützen (also eher aus Leder als aus Nylon sein) und einen Klettverschluss oder –noch besser– einen Magnetverschluss haben, das ist wesentlich praktischer als ein Reißverschluss.

Eine Anschaffung, die Du Dir ernsthaft überlegen solltest, ist ein Unterwassergehäuse. Die Dinger sind wirklich dicht, d.h. am Strand, im Regenwald, beim Rafting oder im Sandsturm passiert der Kamera nichts. Tauchen kann man damit natürlich auch, und zwar je nach Fabrikat bis 30 oder 40 Meter Tiefe.

Das Mini-Stativ und den Reserve-Akku hatte ich ja schon erwähnt.

Last not least ist ein kleines Linsen-Reinigungsset sinnvoll, bestehend aus einem Pinsel, Reinigungsspray (Alkohol) und Linsenpapier zum Wischen ohne Kratzer.

Bilder archivieren

Eine oft gestellte Frage ist die, wie man seine Bilder unterwegs am besten archiviert. Die Speicherkarte der Kamera ist ja irgendwann mal voll. Es gibt nur eine richtige Antwort auf die Frage: mehrfach!!! Wer seine Bilder nur an einer Stelle gespeichert hat, riskiert einen Totalverlust. Das ist um so wahrscheinlicher, je (technisch) komplizierter und teurer die Archivierungsmedien werden. Es ist auf den ersten Blick unglaublich reizvoll, die Bilder auf der Festplatte des iPods zu speichern -- bis er geklaut wird oder ausfällt. Und zwei iPods mitzunehmen, nur falls einer ausfällt, ist ja auch keine Option. Die einzige zuverlässige und bezahlbare Methode, die Bilder zu sichern, ist DVDs brennen. Das geht unterwegs recht einfach, die meisten Internet-Cafes und Fotoläden bieten diesen Service an. Inzwischen haben viele einen Kartenleser, aber es kann nicht schaden, selbst einen USB-Kartenleser mitzubringen. Von den mindestens zwei(!!!) gebrannten Kopien kann dann eine per Post zur Heimatbasis geschickt werden, die andere bleibt im Gepäck. Die Kapazität einer handelsüblichen DVD ist übrigens 4,7 Gigabytes, d.h. der Inhalt einer 4GB- oder von zwei 2GB-Speicherkarten passt bequem auf eine Scheibe.

Alternative: Videokamera

Videokameras sieht man bei Backpackern äußerst selten. Die wichtigsten Gründe dürften sein:

  • Hoher Anschaffungspreis.
  • Videokameras sind relativ groß im Vergleich zu einer Digitalkamera.
  • Wohin soll man unterwegs mit den Unmengen an Bildmaterial, die so eine Kamera produziert?
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