Kalkulation
Bei der Schätzung der Kosten ist es wichtig, realistisch zu kalkulieren: entscheidend sind nicht die Netto-Kosten der Reise (also alles was Du unmittelbar für die Reise ausgibst), sondern die Summe, die Du verfügbar haben musst, um die Reise durchführen zu können. Diese beiden Zahlen können sich erheblich unterscheiden, vor allem wegen der laufenden Kosten zu Hause und versteckten Einmalkosten. Außerdem kannst Du manche Einnahmen dagegen rechnen, vor allem Untervermietung und die Kohle vom Finanzamt.
Die Budget-Töpfe
Um den Überblick zu behalten, solltest Du auch von vornherein unterscheiden zwischen einmaligen, laufenden und entfernungsabhängigen Kosten. Diese Unterscheidung solltest Du sowohl bei Deiner Kalkulation als auch später bei der Kostenkontrolle beibehalten.
Es kann hier nur ein Gerüst für die einzelnen Posten gegeben werden. Wieviel Geld Du wofür brauchst, hängt im wesentlichen von Deinem Reisestil und Deiner Ausgangssituation ab. Die Aufstellung unten hilft aber dabei, nichts zu übersehen.
Einmalige Kosten
In diese Kategorie fallen:
- Papiere, z.B. Reisepass, Visakosten, internationaler Führerschein
- Anschaffungen, z.B. spezielle Kleidungsstücke, Reiseausrüstung, Kamera, MP3-Player
- Impfungen
- teure, aber nicht regelmäße Aktivitäten unterwegs, z.B. Galapagoskreuzfahrt, Safari, Tauchkurs, Sprachschule, organisierte Touren. (Achtung: wenn man solche Sachen nicht von vornherein als einmalige Kosten ansetzt, wird man unterwegs mit der Einhaltung und Kontrolle des Tagesbudgets stark ins Schleudern kommen!)
- bei Wohnungsaufgabe:
- Umzugskosten (Aus- und Einzug), z.B. Renovierung, Spedition, Makler
- Wertverlust bei Verkauf und späterer Neuanschaffung von Möbeln
- Abschiedsparty
Laufende Kosten
In diese Kategorie fallen:
- Unterkunft (*)
- Essen und Trinken (*)
- Eintrittsgelder und Ausflüge (*)
- Kommunikation, z.B. Internet, Telefon (*)
- Kurzstreckentransport, z.B. Taxis, Stadtbusse (*)
- Sonstige Einkäufe und Ausgaben unterwegs, z.B. Drogerieartikel, Friseur, Andenken (*)
- Versicherungen, z.B. Auslandskrankenversicherung, Lebensversicherung
- Malariaprophylaxe
- Geldbeschaffungskosten, z.B. Gebühren für Automatenabhebungen, Provisionen für Reiseschecks. Kann sich addieren, deshalb bei der Wahl der Reisezahlungsmittel darauf achten.
- Laufende Verträge, die nicht gekündigt werden können oder sollen, z.B. Vereinsmitgliedschaften, Versicherungen, Handy-Zeitvertrag
- bei Beibehaltung der Wohnung: Miete, Nebenkosten
- bei Aufgabe der Wohnung: Möbeleinlagerung
- bei Beibehaltung des Autos: KfZ-Steuer, Versicherung
- Kreditraten
Entfernungsabhängige Kosten
In diese Kategorie fallen:
- Flugtickets (auch Airpässe)
- Überlandtransport auf Langstrecken
Negative Kosten (=Einnahmen)
Ja, auch die gibt es.
- Steuerjahresausgleich für Jahre, in denen nur teilweise gearbeitet wurde. Das kann man bei richtig langen Reisen gleich zweimal mitnehmen, falls man nicht ungünstigerweise von Januar bis Dezember unterwegs ist. Die Erstattung kommt zwar spät, aber sie kommt ganz sicher. Das kann je nach Fall schon mal mehrere Tausend Euro ausmachen.
- Untervermietung der Wohnung
- Verkauf von Gegenständen, die später nicht ersetzt werden müssen
- Arbeiten unterwegs (falls möglich)
Lebenshaltungskosten pro Land
Es ist extrem schwierig, Zahlen für die Lebenshaltungskosten in den einzelnen Ländern anzugeben. Das liegt daran, dass nicht nur jeder etwas andere Ansprüche an den Reisestil hat, sondern die Kosten sich auch durch Inflation und Verschiebungen der Wechselkurse ständig ändern.
Tageskosten-Datenbank
Die Tageskosten-Datenbank ist ein Werkzeug, mit dem Erfahrungswerte für die laufenden Kosten in den einzelnen Ländern von der Community zusammengetragen werden. In der rechten Spalte auf dieser Seite findest Du ein Abfrageformular, mit dem Du die Kosten in Abhängigkeit vom Reiseland und Reisestil recherchieren kannst. Die Werte wurden von anderen Reisenden dort eingetragen, und auch Du solltest die Kosten Deiner vergangenen Reisen dort erfassen.
Die 1/4-Regel
Es scheint in fast jedem Land der Welt so zu sein, dass das Tagesbudget zu etwa gleich großen Teilen für folgende Bereiche drauf geht: 1. Unterkunft, 2. Verpflegung, 3. Sightseeing und Transport, 4. Sonstiges. Die Unterkunftskosten lassen sich aus einem Reiseführer oder (noch aktueller) über ein Hostel-Buchungsportal relativ zuverlässig ermitteln, so bekommst Du schnell im Voraus eine Abschätzung für die Tageskosten. Bei der Verpflegung musst Du etwas flexibel sein: in entwickelten Ländern geht es nicht ohne einen Anteil Selbstverpflegung.
Aus der 1/4-Regel ergibt sich umgekehrt auch, dass Du nicht mehr als 1/4 des Tagesbudgets für die Unterkunft ausgeben solltest. Eine Ausnahme sind Strände: hier sind Unterkünfte immer teuer, dafür entfällt meistens der Posten Transport und Sightseeing.
BigMac-Index
Nicht ganz ernst gemeint: Hier gibt es den aktuellen BigMac-Index.
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